Die Aktienmärkte erlebten einen blutroten Monat April. Ein Monat, der eigentlich zu den stärksten Börsenmonate im Jahr gehört, bevor mit „Sell in May…“ eine saisonal schwächere Phase über die Sommermonate die Märkte belastet. Ein böses Omen?

In der kommenden Handelswoche steht vor allem der Fed-Zinsentscheid an, wo ein großer Zinsschritt um 50 Basispunkte verkündet und die Straffungspolitik mit der Reduzierung der Bilanzsumme eingeläutet werden dürfte. Hoffnungen, dass die schwachen Konjunkturdaten die Fed ausbremsen werden, dürften sich als falsch erweisen. Es droht das Stagflations- und Bärenmarktszenario der 1970-er Jahre.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Monatsauftakt Mai
    • 08:00 Uhr BRD Einzelhandelsumsätze März
    • 09:55 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April (endgültig)
    • 16:00 Uhr USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe April
  • Dienstag:
    • 11:00 Uhr Eurozone Erzeugerpreise März
    • 16:00 Uhr USA Auftragseingang Industrie März
    • 16:00 Uhr USA JOLTS-Daten (offene Stellen) März
  • Mittwoch:
    • 08:00 Uhr BRD Handelsbilanzsaldo März
    • 09:55 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor April (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor April (endgültig)
    • 11:00 Uhr Eurozone Einzelhandelsumsätze März
    • 14:15 Uhr USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar April
    • 16:00 Uhr USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor April
    • 20:00 Uhr USA Fed-Zinsentscheid
    • 20:30 Uhr USA Fed-Pressekonferenz
  • Donnerstag:
    • 03:45 Uhr China Caixin Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor April
    • 08:00 Uhr BRD Auftragseingang Industrie März
  • Freitag:
    • 08:00 Uhr BRD Industrieproduktion März
    • 14:30 Uhr USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar April
    • 14:30 Uhr USA Arbeitslosenquote April
    • 14:30 Uhr USA Durchschnittliche Stundenlöhne April

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel Nasdaq100 (-21,23%) und der DAX (-11,25%) sind besonders stark unter Druck geraten. S&P500 (-13,31%) und Dow Jones (-9,25%) folgen mit etwas Abstand.

Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt bisher nur minimal ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990

Direkt zu Beginn der Blick zur Saisonalität. Eine der bekanntesten Börsenweisheiten lautet „Sell in May and go away, but remember to come back in September.„. Der nachfolgende Chart, wo der genannte Zeitraum für die letzten 15 Jahre markiert wurde, stellt dar, dass diese Weisheit durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Sehr häufig gab es zwischen Mai und September den stärksten Rücksetzer des Gesamtjahres; selbst innerhalb der Rekordhausse. Eine große Ausnahme stellte das Pandemiejahr 2020 dar, als der DAX innerhalb der schwachen Saisonalität stark zulegen konnte. Vor dem Hintergrund der starken Straffungspolitik der Notenbanken und dem Stagflationsszenario könnte die Börsenweisheit diesmal verstärkt um Gehör bitten.

Sell in May and go away… – durchaus berechtigt

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 rutschte im eigentlich starken April zurück auf das Jahrestief. Ein volatiler Kampf kann sich bis zum Fed-Termin in diesem Bereich hinziehen. Oberhalb der 4.280 hellt sich das Bild etwas auf. Unterhalb der 4.080 droht eine weitere Eintrübung. Grafik 2 und 3 zeigen den S&P500 im großen übergeordneten Bild.

S&P500 Wochenchart mit Retracements
Große Bild – S&P500 im Monatschart
Große Bild – S&P500 im Quartalschart

Der Blick zum Dow Jones, wo der Index als Outperformer noch an Reste der iSKS-Formation klammert. Vermutlich wird jedoch auch dieser Kampf verlorengehen. Oberhalb der 34.060 erste Aufhellung. Unterhalb der 33.100 droht der Test des Jahrestiefs. In der zweiten Grafik ist das übergeordnete Bild im Dow Jones Quartalschart zu erkennen.

Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100 hat als diesjähriger Underperformer bereits ein neues Jahrestief erreicht. An der 12.7/12.6 könnte der Index noch eine Keilformation anstreben. Zum Monatswechsel ist er in den Hausse-Trendkanal zurückgefallen. Übergeordnet dürften damit weitere deutliche Abgaben in den nächsten Monaten folgen.

Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) wurde momentan bis zum mittleren Bollinger konsolidiert. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart bestand seit 4 Quartalen die Seitwärtsrange von 14.8/15k zur 16k. Darunter drohte zügig Abwärtsdruck, welcher mit dem Ukrainekrieg direkt aufgegriffen wurde. Folgende Cluster sind nun im Quartalschart zu nennen:

  • 16k > 15.6 > 15.165 > 15k > 14.440 > 14.1/14k > 13.6 > 13k > 12.4/12.2 > 11.6 > 11k
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Der Ukrainekrieg sorgte für ein bärisches Fehlausbruchszenario. Unterhalb der 15k/15.1 bleibt die Keilformation somit aktiv. Die Unterkante verläuft momentan bei 10.5.

Der DAX und der 20-jährige Keil – Ausschnitt

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Mai.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX hat dynamisch die 10-monatige Seitwärtsrage von 14.8/15k – 16k nach unten aufgelöst und direkt weitere Supportzonen verletzt. Folgende Cluster bilden nun relevante Bereiche:
    • 15.600 > 15.165 > 15k > 14.450 > 14k > 13.6 > 13k > 12.740 > 12.440 > 12.270/.185
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo sich der DAX nach dem Abverkauf zum Jahresauftakt um Stabilität bemüht. Die 14.030/.100 stellen weiterhin einen umkämpften Bereich. Oberhalb wären die 14.400 und das m. Bollinger bei 14.610 zu nennen. Darüber Aufhellung zur 15k und 15.165. Nachfolgend 15.600 & 16k. Unterhalb die 13.6, gefolgt von der 13.220 und 13.050. Bei Bruch 12.550.

Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX in der Vorwoche den Support an der 13.6 solide verteidigen konnte. Ein erster relevanter Bereich wäre um 14.030/.100 zu nennen.

Oberhalb können die Bullen einen ersten Cluster über die 14.330 zur 14.395 anstreben. Direkt darüber folgen 14.570/.610. Bei Bruch der Türöffner zur 14.810.

Unterhalb steht hingegen ein erster Cluster 13.915 und anschließend .730. Darunter folgen die 13.600 und .550. Bei Bruch Türöffner zur 13.330 und 13.220/.170.

Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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Xetra-DAX Stundenchart

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