Die Aktienmärkte starteten schwach und damit überpünktlich in den Mai („Sell in May…“). Der Test der April-Tiefstände muss nun erfolgreich verlaufen, da ansonsten ein neues Sell-Signal getriggert wird. Die neue Handelswoche könnte durch den russischen „Tag des Sieges“ mit erhöhter Unsicherheit politisch angehaucht starten. Des Weiteren stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen und neue Inflationsdaten aus China und den USA im Fokus der Anleger.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 05:00 Uhr China Handelsbilanz April
    • 10:30 Uhr Eurozone sentix-Konjunkturindex Mai
  • Dienstag:
    • 11:00 Uhr BRD ZEW-Konjunkturerwartungen Mai
    • 11:00 Uhr Eurozone ZEW-Konjunkturerwartungen Mai
    • Mehrere Fed-Speaker. Bundesbank Präsident Nagel
  • Mittwoch:
    • 03:30 Uhr China Verbraucherpreise April
    • 03:30 Uhr China Erzeugerpreise April
    • 08:00 Uhr BRD Verbraucherpreise April (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Rede EZB-Präsidentin Lagarde
    • 14:30 Uhr USA Verbraucherpreise April
  • Donnerstag:
    • 14:30 Uhr USA Erzeugerpreise April
  • Freitag:
    • 11:00 Uhr Eurozone Industrieproduktion März
    • 16:00 Uhr USA Uni-Michigan: Verbrauchervertrauen

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel Nasdaq100 (-22,22%) und der DAX (-13,92%) sind besonders stark unter Druck geraten. S&P500 (-13,49%) und Dow Jones (-9,46%) folgen mit etwas Abstand.

Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt bisher nur minimal ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990

Direkt zu Beginn der Blick zur Saisonalität. Eine der bekanntesten Börsenweisheiten lautet „Sell in May and go away, but remember to come back in September.„. Der nachfolgende Chart, wo der genannte Zeitraum für die letzten 15 Jahre markiert wurde, stellt dar, dass diese Weisheit durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Sehr häufig gab es zwischen Mai und September den stärksten Rücksetzer des Gesamtjahres; selbst innerhalb der Rekordhausse. Eine große Ausnahme stellte das Pandemiejahr 2020 dar, als der DAX innerhalb der schwachen Saisonalität stark zulegen konnte. Vor dem Hintergrund der starken Straffungspolitik der Notenbanken und dem Stagflationsszenario könnte die Börsenweisheit diesmal verstärkt um Gehör bitten.

Sell in May and go away… – durchaus berechtigt

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 rutschte passend zum Auftakt in die schwache Saisonalität auf ein neues Jahrestief. Der höchst volatile Kampf muss in der kommenden Woche in eine vorläufige Bodenbildung übergehen, ansonsten droht eine Top-Bildung und weitere Abgabedruck über Wochen. Grafik 2 und 3 zeigen den S&P500 im großen übergeordneten Bild.

S&P500 Wochenchart mit Retracements
Große Bild – S&P500 im Monatschart

Der Blick zum Dow Jones, wo der Index als Outperformer sich noch am Jahrestief bemüht und die Chance auf einen Doppelboden wahren möchte. Der Kampf kann in diesem Bereich höchst volatil verlaufen. Ein neues Jahrestief dürfte hingegen zügig weitere 500 Punkte Verlust mit sich bringen. In der zweiten Grafik ist das übergeordnete Bild im Dow Jones Quartalschart zu erkennen.

Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100 hat als diesjähriger Underperformer hat ebenso mehrere Umkehrformationen liegengelassen. Das Stagflations- und geldpolitische Szenario bleibt ein äußerst schwieriges Umfeld für Growth. Zum Monatswechsel ist der Nasdaq in den Hausse-Trendkanal zurückgefallen. Unterhalb der 14k dürften damit weitere deutliche Abgaben in den nächsten Monaten folgen.

Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) wurde momentan bis zum mittleren Bollinger konsolidiert. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart bestand seit 4 Quartalen die Seitwärtsrange von 14.8/15k zur 16k. Darunter drohte zügig Abwärtsdruck, welcher mit dem Ukrainekrieg direkt aufgegriffen wurde. Folgende Cluster sind nun im Quartalschart zu nennen:

  • 16k > 15.6 > 15.165 > 15k > 14.440 > 14.1/14k > 13.6 > 13k > 12.4/12.2 > 11.6 > 11k
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Der Ukrainekrieg sorgte für ein bärisches Fehlausbruchszenario. Unterhalb der 15k/15.1 bleibt die Keilformation somit aktiv. Die Unterkante verläuft momentan bei 10.5.

Der DAX und der 20-jährige Keil – Ausschnitt

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Mai.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX hat dynamisch die 10-monatige Seitwärtsrage von 14.8/15k – 16k nach unten aufgelöst und direkt weitere Supportzonen verletzt. Folgende Cluster bilden nun relevante Bereiche:
    • 15.600 > 15.165 > 15k > 14.450 > 14k > 13.6 > 13.300 > 13k > 12.740 > 12.440 > 12.270/.185
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo sich der DAX nach dem Abverkauf zum Jahresauftakt um Stabilität bemüht. Die 14.030/.100 stellen weiterhin einen umkämpften Bereich. Oberhalb wären die 14.400 und das m. Bollinger bei 14.610 zu nennen. Darüber Aufhellung zur 15k und 15.165. Nachfolgend 15.600 & 16k. Unterhalb die 13.6, welche zum Monatsauftakt direkt getestet werden konnte und gefolgt von der 13.220 und 13.050. Bei Bruch 12.550.

Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX erneut den Support an der 13.6 testen musste. Diesmal jedoch weniger souverän. Die Bullen müssen kontern, ansonsten droht die nächste charttechnische Eintrübung. Ein erster relevanter Bereich wäre um 13.740 zu nennen.

Oberhalb können die Bullen einen ersten Cluster über die 13.860 zum Kombiwiderstand 14.030/.090 anstreben. Darüber folgen 14.300 und .395. Bei Bruch der Türöffner zur 14.610.

Unterhalb steht hingegen ein erster Cluster zur 13.575/.545. Darunter öffnet sich die Tür zum sma200 bei 13.160 mit Zwischenmarken bei .400 und .220. Bei Bruch 13.050.

Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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Xetra-DAX Stundenchart

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