Die Aktienmärkte blieben in der vergangenen Woche unter Druck. Neue Daten zur Inflationsentwicklung und die Wortmeldungen der verschiedenen Notenbanker belasten zunehmend die Börsen. Vor allem in den USA scheint die Fed mit großer Mehrheit bereit zu sein die Geldpolitik sehr rasch und stark zu straffen (Ende QE, Zinserhöhungen, Bilanzsummenreduzierung). Die enorme Kehrtwende in eine zunehmend abkühlende Wirtschaft wird die Volatilität über Monate im Markt hochhalten.

Der Fokus dürfte sich in der kommenden Handelswoche etwas Richtung Quartalsberichtssaison verschieben. Der Beginn mit den US-Großbanken sorgte bereits für Ernüchterung, obwohl dieser Bereich von der Lieferkettenproblematik und dem Preisdruck höchstens indirekt betroffen war. Ohne zukünftige Unterstützung der Notenbanken müssen die Berichtssaison und der Ausblick der Unternehmen überzeugen.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Feiertag USA – Wall Street geschlossen
    • 03:00 Uhr China Industrieproduktion Dezember
    • 03:00 Uhr China Einzelhandelsumsatz Dezember
  • Dienstag
    • 11:00 Uhr BRD ZEW-Konjunkturerwartungen Januar
    • 11:00 Uhr Eurozone ZEW-Konjunkturerwartungen Januar
    • 14:30 Uhr USA Empire State Manufacturing Index Januar
  • Mittwoch:
    • 08:00 Uhr BRD Verbraucherpreise Dezember (endgültig)
    • 14:30 Uhr USA Baugenehmigungen Dezember
    • 14:30 Uhr USA Baubeginne Dezember
  • Donnerstag:
    • 08:00 Uhr BRD Erzeugerpreise Dezember
    • 11:00 Uhr Eurozone Verbraucherpreise Dezember (endgültig)
    • 13:30 Uhr Eurozone EZB Protokoll
    • 14:30 Uhr USA Philadelphia-Fed-Index Januar
  • Freitag:
    • Kleiner Verfallstermin
    • 16:00 Uhr Eurozone Verbrauchervertrauen Januar

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel (Nasdaq100 -4,34%) und der S&P500 (-2,17%) sind unter Druck geraten. Value-Werte wie der Dow Jones (-1,17%) und der DAX (-0,01%) konnten sich besser halten. Ein Trend der sich aufgrund der neuen Geldpolitik fortsetzen könnte.

Performance seit Jahresbeginn
Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt hier gar nicht ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990
Performance seit 1990

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 hangelte sich im Jahr 2021 im Buy-the-Dips-Modus stets an der 50-Tagelinie entlang. Dieses Muster wurde im letzten Quartal 2021 zunehmend unter Druck gesetzt, aber bisher verteidigt. Der Support wurde nun zu den 100-Tagelinien (ca. 4.580) erweitert. Oberhalb bleiben direkte Angriffe auf das Allzeithoch möglich. Unterhalb würden hingegen die Oktobertiefs und die 200-Tagelinien (4.400/.350) in den Blickpunkt rücken. Auffällig: Die Unterstützungen werden in immer kürzeren Abständen angelaufen und führen nicht mehr zu V-Erholungen.

S&P500 Tageschart – Muster 2021 unter Druck aber intakt
Große Bild – S&P500 im Monatschart

Der Blick zum Dow Jones, wo sich der Index an den 100-Tagelinie (um 35.500) um einen Doppelboden bemüht. Ein neuer Angriff auf das Allzeithoch wäre die Folge. Unterhalb bilden die GD200 die nächsten Reboundzonen.

Dow Jones Tageschart
Dow Jones Tageschart
Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100, wo der Index um Stabilität am GD100 bemüht ist. Scheitert der Doppelboden rücken die GD200 um 14.9/15k in den Fokus. Bei Bruch 14.4. Oberhalb wäre nach Bruch durch die 16k die Tür zum Allzeithoch geöffnet. Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Tageschart
Nasdaq100 Tageschart – vereinfacht
Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Ein zu den Positionierungen für den ersten Verfallstermin in diesem Jahr (21.01.2022). Der Ausflug zum Allzeithoch war sehr auffällig für den DAX, da der Bereich ein schlechtes Abrechnungsniveau für die Stillhalter darstellte. Bis zum kommenden Freitag dürfte dieser Widerstand verstärkt bleiben.

Verfallsdiagramm – stockstreet.de

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) ist in den letzten 3 Quartalen des vergangenen Jahres zum Stillstand gekommen. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart ist der DAX an der 15k & 14.8 weiterhin gut gestützt. Darunter wäre eine schnelle Bewegung zur 14k möglich. Oberhalb steht eine Seitwärtsrange zur 15.500 und 16.030. Darüber folgt der Cluster 16.290 und nachfolgend 16.450/.500.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Gelingt der nachhaltige starke bullische Durchbruch? Ein Fall zurück in die Keilformation (14.800) könnte hingegen ein bärisches Fehlausbruchszenario ins Spiel bringen & damit eine stärkere Korrektur einleiten.

Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Januar.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX mit Ausbruch über die große Keilformation bei 14.8. Die Bullen dominieren oberhalb der Marke und können eine Seitwärtsrange über die 15k, 15.430, 15.660, .800 zur 16k anstreben. Darüber weitere Aufhellung zur 16.3 und nachfolgend 16.450. Bei Bruch zurück unter die 14.8 folgt die 14k als nächste wichtige Unterstützung.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo sich der DAX seit April 2021 innerhalb einer Seitwärtsrange von 14.8 zur 16k befindet. Erst unterhalb trübt sich das Bild mittelfristig ein. Die neutrale Seitwärtsrange reicht von 14.815/15k/15.300/15.640 und 15.800 zur 16.030. Oberhalb würde die Aufhellung zur 16.290 erfolgen, im Anschluss 16.450 und .550. Unterhalb wären hingegen 14.400 & nachfolgend die 14k zu nennen.

Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX die neutrale Seitwärtsrange auf Wochenschluss nicht verlassen konnte. Die 15.885 stellt einen ersten relevanten Bereich.

Oberhalb können die Bullen eine Range zur 16.030 aufrechterhalten. Darüber wäre erneut die Aufhellung zur 16.200 möglich. Bei Bruch AZH .290 und der Türöffner zur 16.450. Sehr konträr zum Verfallstermin am Freitag.

Unterhalb stellen die 15.700 und der Kreuzsupport um 15.640 den ersten bärischen Cluster. Darunter würde die 15.530 den nächsten Halt bieten, bevor sich das Bild weiter eintrübt. Die 15.420 zur .330 wären dann zu erwarten. Bei Bruch 15.150.

Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart
DAX Kursindex im Wochenchart
DAX Kursindex im Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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Xetra-DAX Stundenchart

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