Die Aktienmärkte sind zum Wochenabschluss massiv unter Druck geraten. Eine neue Corona-Virusmutation sorgte dafür, dass an der Börse das Fass der Ignoranz zum Überlaufen gebracht wurde. Große Problemfelder (Inflation, geldpolitische Wende, Lieferkettenproblematik, Coronawinter, politische Unsicherheit) wurden in den vergangenen Wochen hartnäckig und zugleich leichtsinnig ignoriert. Durch den Abverkauf drohen diese nun wieder an die Oberfläche gespült zu werden. Der DAX absolvierte einen Fehlausbruch und notiert nah an seiner Schlüsselunterstützung.

Die neue Handelswoche wird weiterhin für Spannung sorgen. In den Blickpunkt rücken neue Inflationsdaten aus Deutschland und der Eurozone, Fed-Chef Powell dürfte vor Kongress und Senat ordentlich in Erklärungsnot geraten und am Freitag wird der offizielle US-Arbeitsmarkt veröffentlicht. Zudem bleibt die Corona-Lage ein großer Unsicherheitsfaktor. Es wird höchst volatil bleiben!

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 14:00 Uhr BRD Verbraucherpreise November (Vorabschätzung)
    • Mehre Fed-Notenbankspeaker im Tagesverlauf
  • Dienstag:
    • Monatsabschluss
    • 02:00 Uhr China CFLP Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe/ Dienstleistungssektor November
    • 11:00 Uhr Eurozone Verbraucherpreise November (Vorabschätzung)
    • 16:00 Uhr USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor Bankenausschuss des Senats
    • 16:00 Uhr USA Verbrauchervertrauen Conference Board November
    • 15:15 Uhr USA Industrieproduktion Oktober
  • Mittwoch:
    • 02:45 Uhr China Caixin Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe November
    • 08:00 Uhr BRD Einzelhandelsumsatz November
    • 09:45 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe November (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe November (endgültig)
    • 14:15 Uhr USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar November
    • 16:00 Uhr USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor Ausschuss des Repräsentantenhauses
    • 16:00 Uhr USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe November
    • 20:00 Uhr USA Beige Book der Fed
  • Donnerstag:
    • 11:00 Uhr Eurozone Erzeugerpreise Oktober
  • Freitag:
    • 02:45 Uhr China Caixin Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor November
    • 09:45 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor November (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor November (endgültig)
    • 11:00 Uhr Eurozone Einzelhandelsumsatz Oktober
    • 14:30 Uhr USA Arbeitslosenquote November
    • 14:30 Uhr USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar November in Tsd
    • 14:30 Uhr USA Durchschnittliche Stundenlöhne November
    • 16:00 Uhr USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor November
    • 16:00 Uhr USA Auftragseingang Industrie Oktober 

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Auf Jahressicht halten alle großen Indizes noch eine solide positive Jahresperformance. Der DAX notiert mit knapp +11% auf dem Niveau von Mitte April und ist damit abermals der klare Underperformer. Mit über 24% hält der Nasdaq100 den ersten Platz.

Performance seit Jahresbeginn
Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Nur ein radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte Growth wohl unter Druck bringen.

Performance seit 1990
Performance seit 1990

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 hangelte sich im Jahr 2021 stets an der 50-Tagelinie entlang. Dieses Muster wurde im September unterschritten und es folgte der Rutsch bis an die 100-Tagelinien. Per iSKS-Umkehrformation gelang der Sprung zurück über die Ausbruchszone & die V-Erholung zum Allzeithoch. Die 50-Tagelinie stellt nun wieder die wichtige Unterstützung und altbekannte „Buy-the-Dip“-Zone dar, welche bisher nicht erreicht wurde. Eine Konsolidierung darf im Sinne der Bullen nicht nachhaltig unter diese Marke führen. Die kommende Handelswoche könnte hierfür entscheidend sein. Oberhalb kann der S&P500 im Hangelmodus an der 2020-er Verbindungslinie während der Jahresendrally sogar die 4.800 Punkte zum Jahresabschluss erreichen.

S&P500 Tageschart - Muster 2021 bisher weiter aktiv
S&P500 Tageschart – Muster 2021 bisher weiter aktiv

Der Blick zum Dow Jones, wo der Index zurück unter die Mai-Verbindungslinie gefallen ist und sich seitdem innerhalb einer Konsolidierung befindet. Unterhalb der 100-Tagelinien müssen die 200-Tagelinien einen Halt bieten. Ein großer Doppelboden wäre dann möglich.

Dow Jones - 200-Tagelinien im Blick
Dow Jones – 200-Tagelinien im Blick

Der Nasdaq100 prallt auch in der vergangenen Handelswoche an der 2018-er Verbindungslinie ab. Unterhalb deuten sich im Tageschart zwei neue Formationen an. Eine bärische SKS-Umkehrformation, oder ein bullischer Doppelboden. Die Bewegung zum Wochenauftakt wird ein Indiz für die mögliche Auflösung liefern.

Nasdaq Wochenchart & die 2018-er Verbindungslinie
Nasdaq Wochenchart & die 2018-er Verbindungslinie
Nasdaq Tageschartchart - SKS oder Doppelboden?
Nasdaq Tageschartchart – SKS oder Doppelboden?

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Die Pandemie hinterließ bisher eine große rote Quartalskerze, gefolgt von mittlerweile 5 starken grünen Kerzen in Folge (gab es zuletzt 2006 & 2012), wobei auch die Bollinger-Area durchbrochen werden konnte. In den letzten 25 Jahren waren solche Ausbrüche aus der Bollinger-Area sehr selten; erst recht mit 5 grünen Quartalskerzen im Rücken. Im Anschluss folgte stets eine Korrektur von mindestens 10 Prozent und das immer in der 2. Jahreshälfte. Mit 9% wurde dieser Wert fast erreicht.

Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) bzw. zugleich die Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte. Diesmal folgte nur ein sehr steiler Anstieg.

Im großen Quartalschart ist der DAX an der 15k & 14.8 gut gestützt. Darunter wäre eine schnelle Bewegung zur 14k möglich. Oberhalb steht eine Seitwärtsrange zur 15.400/.660/.830 und 16.030. Bei Bruch Aufhellung zur 16.290 und nachfolgend 16.500.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 20-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Gelingt der nachhaltige starke bullische Durchbruch? Ein Fall zurück in die Keilformation (14.800) könnte hingegen ein bärisches Fehlausbruchszenario ins Spiel bringen & damit eine stärkere Korrektur einleiten.

Der DAX und der 20-jährige Keil
Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat November.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht
Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2021. Vielleicht kein unwesentlicher Grund, warum der DAX seit Monaten seitwärts tendierte. Das Absetzen vom R1 kann bisher nicht nachhaltig gelingen.

Der DAX im Jahr 2021 mit den Jahres-Pivot-Punkten
Der DAX im Jahr 2021 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX mit Ausbruch über die große Keilformation bei 14.8. Die Bullen dominieren oberhalb der Marke und können eine Seitwärtsrange über die 15k, 15.430, 15.660, .800 zur 16k anstreben. Darüber weitere Aufhellung 16.2 und nachfolgend 16.4. Bei Bruch zurück unter die 14.8 folgt die 14k als nächste wichtige Unterstützung.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX nach dem Mai nun auch im Oktober die wichtige 14.8 testen und somit die Seitwärtsrange zur 16k verteidigen konnte. Erst unterhalb trübt sich das Bild mittelfristig ein. Die neutrale Seitwärtsrange reicht von 14.815/15k/15.260/15.430/.660 und 15.800 zur 16.030. Zur saisonal starken Zeit versuchte der DAX den Ausbruch, welcher jedoch zügig wieder in die Seitwärtsrange abverkauft wurde. Oberhalb würde die Aufhellung zur 16.370 erfolgen, im Anschluss 16.500. Unterhalb wären hingegen 14.470 & nachfolgend die 14k zu nennen.

Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX nach 7. grünen Wochenkerze in Folge einen scharfen Abverkauf von -5,59% verkraften musste. Damit ist der Bruch über die April-Seitwärtsrange (14.800 – 16.030) als Fehlausbruch gescheitert. Die Abverkaufswochenkerze deutet zudem einen weiteren Tiefpunkt an. Die 15.225 stellt einen ersten relevanten Bereich.

Oberhalb steht eine erste Range zur 16.430. Darüber folgen 15.500/.570. Bei Bruch durch das mittlere Bollinger bei 15.650 würde sich das Bild wieder etwas aufhellen. Die 15.760 & .900 wären dann weitere Widerstandsbereiche.

Unterhalb wird der Abverkauf zur 15.150 und 15.050 fortgesetzt. Darunter würde die Unterkante der Seitwärtsrange über die 15.920 zur 14.800 in den Fokus rücken. Bei Bruch droht mittelfristige Eintrübung im Chartbild. Aktive Cluster wären dann 14.610 und 14.500.

Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart
DAX Kursindex im Wochenchart
DAX Kursindex im Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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Xetra-DAX Tageschart - vereinfacht
Xetra-DAX Tageschart – vereinfacht

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