Die Aktienmärkte bleiben von einer starken Verunsicherung geprägt. Im Wochenverlauf brachten abermals deutlich höhere Inflationsdaten die Sorgen einer sehr schnell und stark straffenden US-Notenbank zurück auf die Tagesordnung. Selbst über eine außerplanmäßige Zinserhöhung („emergency rate hike“) wird spekuliert. Eine geschlossene Sitzung des Fed-Rates am Montagmorgen könnte für Klarheit sorgen. Neben dieser geldpolitischen Unsicherheit drängten die geopolitischen Risiken im Ukrainekonflikt am Freitagabend in den Vordergrund. Anscheinend steht Russland unmittelbar vor einer Invasion in die Ukraine. Ein Bluff? Falls nein, drohen starke Verwerfungen an den Finanzmärkten. Bis dahin bleibt der Aktienmarkt ein Getriebener der Geldpolitik und der unsicheren Weltpolitik.

Außerdem im Fokus in der kommenden Woche. Die Erzeugerpreise aus den USA, Inflationsdaten aus China und das Notenbankprotokoll der Fed, welches wohl sehr hawkish ausfallen dürfte.  Am Freitag steht zudem der Kleine Verfallstermin an.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 11:00 Uhr Eurozone Industrieproduktion Dezember
  • Dienstag
    • 11:00 Uhr Eurozone BIP Q4 (2. Veröffentlichung)
    • 11:00 Uhr BRD ZEW-Konjunkturerwartungen Februar
    • 11:00 Uhr Eurozone ZEW-Konjunkturerwartungen Februar
    • 14:30 Uhr USA Empire State Manufacturing Index Februar
    • 14:30 Uhr USA Erzeugerpreise Januar
  • Mittwoch:
    • 02:30 Uhr China Verbraucherpreise Januar
    • 02:30 Uhr China Erzeugerpreise Januar
    • 14:30 Uhr USA Einzelhandelsumsatz Januar
    • 15:15 Uhr USA Industrieproduktion Januar
    • 20:00 Uhr USA Fed Protokoll
  • Donnerstag:
    • 14:30 Uhr USA Baubeginne Januar
    • 14:30 Uhr USA Baugenehmigungen Januar
    • 14:30 Uhr USA Philadelphia-Fed-Index Februar
  • Freitag:
    • Kleiner Verfallstermin
    • 16:00 Uhr Eurozone Verbrauchervertrauen Februar
    • 16:00 Uhr USA Verkauf bestehender Häuser Januar

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel Nasdaq100 (-12,66%) und der S&P500 (-7,29%) sind unter Druck geraten. Value-Werte wie der Dow Jones (-4,40%) und der DAX (-2,89%) konnten sich besser halten. Ein Trend der sich aufgrund der neuen Geldpolitik fortsetzen könnte.

Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt bisher nur minimal ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 bildet seit den Abverkäufen zum Jahresauftakt eine potenzielle rechte Schulter einer übergeordneten SKS-Formation aus. Das untergeordnete Doppeltop ist aktiv und kann den Index unterhalb der 4.400 nochmal Richtung Jahrestief drücken. Die Bullen täten gut daran in diesem Bereich einen Doppelboden anzustreben. Oberhalb der 4.600 würde es hingegen eine Aufhellung im Chartbild geben. Grafik 2 und 3 zeigen den S&P500 im großen übergeordneten Bild.

S&P500 Tageschart – rechte Schulter gewinnt an Form
Große Bild – S&P500 im Monatschart
Große Bild – S&P500 im Quartalschart

Der Blick zum Dow Jones, wo der Index die Konsolidierung zum 61,8-er Retracement abarbeiten konnte und anschließend zu Schwäche neigte. Unterhalb der 34.600 droht über die 34k eine Bewegung zu den Jahrestiefs (Doppelbodenchance?). Oberhalb bilden 35.050 und 35.500 die nächsten Widerstände. In der zweiten Grafik ist das übergeordnete Bild im Dow Jones Quartalschart zu erkennen.

Dow Jones Tageschart
Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100, wo der Index ein wichtiges Konsolidierungsziel an den 200-Tagelinien/ 50-er Retracement abarbeiten konnte. Ein aktives Doppeltop kann den Nasdaq nun wieder Richtung Jahrestiefs drücken, um im bullischen Fall eine Umkehrformation (Doppelboden) anzustreben. Oberhalb der 15k gäbe es hingegen eine Aufhellung zur 15.4. Bei Bruch durch die 13.2 droht ein größeres Verkaufssignal. Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Tageschart
Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) ist in den letzten 3 Quartalen des vergangenen Jahres zum Stillstand gekommen. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart ist der DAX an der 15k & 14.8 weiterhin gut gestützt. Darunter wäre eine schnelle Bewegung zur 14k möglich. Oberhalb steht eine Seitwärtsrange zur 15.600 und 16.030. Darüber folgt der Cluster 16.290 und nachfolgend 16.450/.500. Die komplette neutrale Quartalsrange wurde bereits im Januar durchlaufen.

DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Gelingt der nachhaltige starke bullische Durchbruch? Ein Fall zurück in die Keilformation (14.800) könnte hingegen ein bärisches Fehlausbruchszenario ins Spiel bringen & damit eine stärkere Korrektur einleiten. Zum Jahresauftakt wurde abermals die Ausbruchszone getestet und bisher verteidigt.

Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Februar.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX mit Ausbruch über die große Keilformation bei 14.8. Die Bullen dominieren oberhalb der Marke und können eine Seitwärtsrange über die 15k, 15.300, 15.660, .800 zur 16k anstreben. Darüber weitere Aufhellung zur 16.3 und nachfolgend 16.450. Bei Bruch zurück unter die 14.8 folgt über die 14.5 die 14k als nächste wichtige Unterstützung.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo sich der DAX seit April 2021 innerhalb einer Seitwärtsrange von 14.8 zur 16k befindet. Erst unterhalb trübt sich das Bild mittelfristig ein. Die neutrale Seitwärtsrange reicht von 14.815/15k/15.600/15.800 bis 16.030. Oberhalb würde die Aufhellung zur 16.290 erfolgen, im Anschluss 16.450 und .550. Unterhalb wären hingegen 14.440 & nachfolgend die 14k zu nennen.

Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Achtung! Erhöhte Unsicherheit aufgrund der geopolitischen Lage.

Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX im Wochenverlauf zum dritten Mal in Folge am 15.6-er Widerstand deutlich abgeprallt ist. Die Range zum Schlüsselsupport 15k/14.8 bleibt aktiv. Die 15.370 stellen einen ersten relevanten Bereich.

Oberhalb können die Bullen eine Erholung zur 15.470 einleiten. Darüber ist wieder die Aufhellung über die .500 zum Kombiwiderstand 15.600/.660 möglich. Bei Bruch 15.800 und nachfolgend 16k.

Unterhalb stellen die 15.220 den nächsten Supportbereich. Darunter würde die 15.140 die Tür zur 15.060 und 14.980 öffnen. Bei Bruch steht der Schlüsselsupport 14.860 & .815 unter Druck. Nächste Anlaufmarken wären anschließend 14.750/.600.

Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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Xetra-DAX Stundenchart

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