Scalping ist die Königsdisziplin für alle, die Action lieben. Hier geht es nicht um stundenlange Trends oder wochenlange Positionen, sondern um Sekunden bis wenige Minuten. Kleine Bewegungen mitnehmen, 5 bis 20 Punkte kassieren – und sofort wieder raus.
Als ich damit angefangen habe, dachte ich: „Perfekt, schnelle Gewinne, kein langes Warten.“ In der Realität war es ein ziemlicher Schlag ins Gesicht. Aber mit der Zeit habe ich gelernt, wie man Scalping strukturiert und vor allem: wann es Sinn macht und wann nicht.


Was Scalping eigentlich bedeutet

Beim Scalping versuchst du, aus winzigen Kursbewegungen Profit zu schlagen. Das bedeutet:

  • extrem viele Trades am Tag (manchmal 20, 30 oder mehr)
  • sehr kurze Haltedauer (Sekunden bis Minuten)
  • superenge Stop-Loss und Take-Profit

Das Ziel ist nicht, den großen Trend zu erwischen, sondern die Marktrauschen-Bewegungen auszunutzen.


Voraussetzungen fürs Scalping

Ich sag’s gleich: Scalping ist nicht für jeden geeignet. Du brauchst:

  • Schnelle Orderausführung → ohne guten Broker keine Chance
  • Sehr niedrige Spreads → sonst frisst dich die Gebührenstruktur auf
  • Disziplin ohne Ende → du darfst keinen einzigen Trade „laufen lassen“
  • Konzentration → Scalping über mehrere Stunden ist mental brutal anstrengend

Meine Scalping-Strategie

Ich arbeite meistens im 1-Minuten-Chart, manchmal auch im 5-Minuten-Chart.
Mein typisches Setup:

  1. Marktöffnung handeln (z. B. DAX um 9 Uhr oder US-Märkte um 15:30 Uhr) – da ist das Volumen am höchsten.
  2. Unterstützungen/Widerstände im kleinen Zeitrahmen suchen.
  3. Breakout oder Pullback auf diese Levels traden.
  4. Stop-Loss supereng (oft 5–10 Punkte), Ziel mindestens doppelt so groß.

Ein Beispiel:
DAX öffnet bei 16.000, testet dreimal die 15.990, bricht dann nach oben aus → Long bei 16.005, Stop 15.995, Ziel 16.025.
Klein, schnell, sauber.


Meine größten Fehler beim Scalping

  • Zu viele Trades: Ich wollte jede Bewegung mitnehmen → Gebühren + Stress = Verlust.
  • Kein klarer Plan: Scalping ist wie Formel 1 – ohne Strategie fährst du sofort gegen die Wand.
  • Emotionen: Drei kleine Verluste in Folge haben mich früher sofort zu Overtrading verleitet.
  • Schlechte Technik: Langsame Orderausführung killt jede Chance.

Scalping ist nichts für schwache Nerven

Heute nutze ich Scalping eher als Zusatzstrategie, vor allem zur Marktöffnung oder bei besonderen News. Es ist extrem intensiv, aber auch extrem lehrreich.
Wer es probieren will, sollte unbedingt mit kleinem Risiko starten. Denn die Lernkurve ist steil – und teuer, wenn man unvorbereitet reingeht.


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