Die Aktienmärkte mussten in der Woche nach Ostern ein bärisches Reversal mit in den Wochenschluss nehmen. Die frühen Wochengewinne konnte nicht nur der DAX, sondern auch die Wall Street, an wichtigen Widerständen nicht halten. Das charttechnische Bild bleibt kurz vor der schwachen Saisonalität („Sell in May…“) angespannt.

In der kommenden Handelswoche stehen u. a. der ifo-Index und neue BIP- und Inflationsdaten aus Deutschland und der Eurozone im Fokus. Außerdem melden die Big-Techs, wie Apple, Alphabet und Amazon ihre Quartalszahlen.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 10:00 Uhr BRD ifo-Geschäftsklimaindex April
  • Dienstag:
    • 14:30 Uhr USA Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter März
    • 16:00 Uhr USA Verbrauchervertrauen Conference Board April
    • 16:00 Uhr USA Neubauverkäufe März
    • Quartalszahlen u. a. von Alphabet und Microsoft
  • Mittwoch:
    • 08:00 Uhr BRD GfK-Konsumklima Mai
    • 16:00 Uhr USA Schwebende Hausverkäufe März
    • Quartalszahlen u. a. von Meta, Paypal und Boeing
  • Donnerstag:
    • 14:00 Uhr BRD Verbraucherpreise April (Vorabschätzung)
    • 14:30 Uhr USA BIP Q1 (1. Veröffentlichung)
    • 16:00 Uhr Eurozone Verbrauchervertrauen April
    • Quartalszahlen u. a. von Apple, Amazon und Twitter
  • Freitag:
    • Monatsabschluss April
    • 10:00 Uhr BRD BIP Q1 (1. Veröffentlichung)
    • 11:00 Uhr Eurozone BIP Q1 (1. Veröffentlichung)
    • 11:00 Uhr Eurozone Verbraucherpreise April (Vorabschätzung)
    • 14:30 Uhr USA PCE-Kernrate März
    • 16:00 Uhr USA Konsumklima Uni Michigan April (endgültig)

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel Nasdaq100 (-18,16%) und der DAX (-10,97%) sind besonders stark unter Druck geraten. S&P500 (-10,37%) und Dow Jones (-6,95%) folgen mit etwas Abstand.

Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt bisher nur minimal ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 konnte nach den Abverkäufen zum Jahresauftakt eine Gegenbewegung im Muster einer iSKS-Formation einleiten. Die Bewegungen in der rechten Schulter wurden im April atypisch und mit Schwäche abgearbeitet. Ein erster Hinweis, dass diese Formation wohl keine eine bullische Aktivierung erfahren wird. Der Bruch durch das 23,6-er Retracement würde das Jahrestief wieder in dem Fokus rücken. Grafik 2 und 3 zeigen den S&P500 im großen übergeordneten Bild.

S&P500 Tageschart – iSKS ausgebildet, aber nicht aktiviert?
S&P500 Wochenchart mit Retracements
Große Bild – S&P500 im Monatschart
Große Bild – S&P500 im Quartalschart

Der Blick zum Dow Jones, wo die iSKS-Formation nahezu komplett ausgebildet werden konnte, aber die Aktivierung (wie erwartet) wohl vermieden werden soll. Der starke Abpraller am März-Hoch eröffnet nun untergeordnet die Chance für ein kleines Doppeltop in Richtung Monatsschluss. In der zweiten Grafik ist das übergeordnete Bild im Dow Jones Quartalschart zu erkennen.

Dow Jones Tageschart
Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100 hat als diesjähriger Underperformer die iSKS-Formation bereits weitgehend zerstört. Agiert er hier als Vorreiter für die anderen Indizes? Unterhalb der 13.8 rückt das Jahrestief wieder in den Fokus. Bei Bruch ein neues Tief innerhalb einer Keilformation. Oberhalb kann hingegen eine erste Spanne zur 14.3 gehalten werden.

Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Tageschart
Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) wurde momentan bis zum mittleren Bollinger konsolidiert. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart bestand seit 4 Quartalen die Seitwärtsrange von 14.8/15k zur 16k. Darunter drohte zügig Abwärtsdruck, welcher mit dem Ukrainekrieg direkt aufgegriffen wurde. Folgende Cluster sind nun im Quartalschart zu nennen:

  • 16k > 15.6 > 15.165 > 15k/14.8 > 14.440 > 14k > 13.6 > 13k > 12.4/12.2 > 11.6 > 11k
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Der Ukrainekrieg sorgte für ein bärisches Fehlausbruchszenario. Unterhalb der 14.8/15k bleibt die Keilformation somit aktiv. Die Unterkante verläuft momentan bei 10.5.

Der DAX und der 20-jährige Keil – Ausschnitt

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat April.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX hat dynamisch die 10-monatige Seitwärtsrage von 14.8/15k – 16k nach unten aufgelöst und direkt weitere Supportzonen verletzt. Folgende Cluster bilden nun relevante Bereiche:
    • 15.600 > 15.165 > 15k/14.8 > 14.450 > 14k > 13.6 > 13k > 12.740 > 12.440 > 12.270/.185
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX im März eine fast 2.500 Punkte umfassende Monatskerze ausgebildet hat. Im April wurde der erste Cluster komplett durchlaufen. Ein Monatswechsel unterhalb der 14k bietet eine neue Chance für die Bären.

Die 14k stellt eine erste Supportzone. Oberhalb wären die 14.400 und das m. Bollinger bei 14.600 zu nennen. Darüber Aufhellung zur 15k und 15.165. Nachfolgend 15.410/.600 & 16k. Unterhalb die 13.6, gefolgt von der 13.220 und 13k. Bei Bruch 12.5.

Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX die Vorwoche mit einer bärischen Wochenkerze und Abpraller am Abwärtstrend beendete. Ein erster relevanter Bereich wäre um 14.150 zu nennen.

Oberhalb können die Bullen einen ersten Cluster über die 14.245 zur 14.390 anstreben. Direkt darüber folgt der Abwärtstrend an der 14.500. Bei Bruch 14.600 und anschließend Türöffner zur 14.850.

Unterhalb steht hingegen ein erster Cluster über die 14.030 zur 13.935. Darunter folgen die 13.810 und .630. Bei Bruch Türöffner zum ema200 bei .530. Anschließend 13.220 & .150.

Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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Xetra-DAX Stundenchart

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