Die Aktienmärkte mussten sich trotz positiver Juli-Saisonalität mit einer negativen Wochenperformance begnügen. Der DAX steht als Underperformer wieder auf Monatseinstand. Er konnte von der Rally bei den US-Indizes nicht profitieren und verharrte wie erwartet innerhalb seiner Seitwärtsrange. Eine nun langsam abschwächende Saisonalität und der Abpraller der US-Indizes an ihren Widerständen könnte den Druck für eine beginnende Konsolidierung nun erhöhen.

In der neuen Handelswoche stehen die EZB-Ratssitzung, die neuen Einkaufsmanagerindizes und natürlich die Quartalsberichtssaison weiter im Fokus.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
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  • Dienstag:
    • 08:00 Uhr BRD Erzeugerpreise Juni
    • 14:30 Uhr USA Baugenehmigungen Juni
  • Mittwoch:
    • 01:50 Uhr Japan Handelsbilanz
  • Donnerstag:
    • 13:45 Uhr Eurozone EZB-Zinsentscheid
    • 14:30 Uhr USA Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • 16:00 Uhr USA Verkauf bestehender Häuser Juni
  • Freitag:
    • 09:30 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Juli
    • 09:30 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Juli
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Juli
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Juli 
    • 15:45 Uhr USA Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Juli
    • 15:45 Uhr USA Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Juli

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX für die letzten 30 Tage und im historischen Kontext seit 1990. Der DAX konnte zuletzt die Rally von S&P500 & Nasdaq (Growth) nicht mehr nachbilden. Er tendierte in dieser Zeit nur seitwärts. Eine Gefahr bei einer beginnenden Konsolidierung im US-Markt?

Auffällig bleibt im großen Bild (Grafik 2) die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zwischen Growth (NAS100) und Value. Die begonnenen Umschichtungen waren bisher nur von sehr kurzer Dauer.

Performance letzten 30 Tage
Performance letzten 30 Tage
Performance seit 30 Jahren - übergeordnet
Performance seit 30 Jahren – übergeordnet

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 hat im großen Quartalschart das 161,8-er Retracements aus dem 90-er Jahre Bullenmarkt erreicht. Eine Zone, die in der Vergangenheit gerne lange und volatil umkämpft war. Der Trendfolger MACD hat nun auch im Monatschart ein historisch hohes bullisches Niveau erreicht. Im Tageschart erfolgte in der vergangenen Woche der 5. Abpraller an der 2020-er Verbindungslinie. Eine Einladung für eine kleine Konsolidierung?

S&P500 Retracements im Quartalschart
S&P500 Retracements im Quartalschart
S&P500 - der MACD historisch bullisch
S&P500 – der MACD historisch bullisch
S&P500 und die 2020-er Verbindungslinie
S&P500 und die 2020-er Verbindungslinie

Nachfolgend der Dow Jones Transportation Average, welcher nach einer gigantischen Rally plötzlich zum Underperformer mutiert und seinen Hausse-Trendkanal nicht nachhaltig durchbrechen konnte. Die plötzliche Underperformance ist erwähnenswert, da der Dow Transport als Frühindikator für die US-Konjunktur gilt. Verliert der starke wirtschaftliche Rebound bereits wieder an Dynamik? Die fallenden Anleiherenditen – trotz steigender Inflation – blasen ins gleiche Horn.

Dow Jones Transportation Average
Dow Jones Transportation Average

Der Nasdaq100 (Monatschart) bleibt weiter in äußerst bullischer Form. Er notiert noch deutlich oberhalb(!) seines Hausse-Aufwärtstrendkanals und bildet aktuell einen steigenden Keil aus. Auch hier ist der MACD auf einem historisch hohen Niveau angekommen. Alle Trends sind intakt, jedoch stellen die historischen Ausprägungen zumindest ein Warnsignal dar.

Nasdaq100 seit 25 Jahren - Hausse voll intakt
Nasdaq100 seit 25 Jahren – Hausse voll intakt

Der Blick zur Saisonalität. Eine der bekanntesten Börsenweisheiten lautet “Sell in May and go away, but remember to come back in September.“. Der nachfolgende Chart, wo der genannte Zeitraum für die letzten 15 Jahre markiert wurde, stellt dar, dass diese Weisheit durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Sehr häufig gab es zwischen Mai und September den stärksten Rücksetzer des Gesamtjahres; selbst innerhalb der Rekordhausse. Eine große Ausnahme stellte das Pandemiejahr 2020 dar, als der DAX innerhalb der schwachen Saisonalität stark zulegen konnte. Es sei wichtig zu erwähnen, dass sich diese saisonal schwache Zeit nicht allein auf den Monat Mai bezieht, sondern viel mehr den Zeitraum Ende Mai – Juli – September, bevor die Jahresendrally für einen guten Abschluss sorgen möchte. Der DAX befindet sich somit gerade in der spannenden Kernzeit, welche er bisher innerhalb einer engen Seitwärtsrange abwartet.

Sell in May and go away... - durchaus berechtigt
Sell in May and go away… – durchaus berechtigt

Blick zum DAX Kursindex (ex Dividende), welcher im Vergleich zum Performanceindex deutlich schwächer unterwegs ist, im Monatschart und in der zweiten Grafik als Wochenchart. Der Bruch durch den Kombiwiderstand, bestehend aus Corona-Panic-Gap und Abwärtstrendlinie, öffnete die Tür zur Verbindungslinie der letzten beiden Allzeithochpunkte, woran sich der DAX nun seit April mit kleinen Monatskerzen müht. Die Zeit wäre reif für eine Entscheidung. Rückfall zur Ausbruchszone, oder Beschleunigung der Rally?

DAX Kursindex Monatschart
DAX Kursindex Monatschart

Im Wochenchart ist der Kampf an der Ausbruchszone noch besser zu erkennen. Ein steigender Keil an der Allzeithochverbindungslinie. Auflösung in den Sommerwochen wahrscheinlich.

DAX Kursindex im Wochenchart
DAX Kursindex im Wochenchart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Die Pandemie hinterließ bisher eine große rote Quartalskerze, gefolgt von mittlerweile 6 starken grünen Kerzen in Folge (gab es zuletzt 2006 & 2012), wobei auch die Bollinger-Area durchbrochen werden konnte. Die Kerze für das 2. Quartal setzte genau außerhalb des oberen Bollinger auf und beschleunigte weiter nach oben. In den letzten 25 Jahren waren solche Ausbrüche aus der Bollinger-Area sehr selten; erst recht mit 6 grünen Quartalskerzen im Rücken. Im Anschluss folgte stets eine stärkere Korrektur und das immer in der 2. Jahreshälfte. Auch diesmal?

Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) bzw. zugleich die Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte. Diesmal folgte nur ein sehr steiler Anstieg.

Im großen Quartalschart ist der DAX gut an der 15.3, 15k, 14.700 & 14k gestützt. Erst darunter würde das übergeordnete Bild wieder eintrüben. Die 15.660 stellt seit Wochen einen umkämpften Bereich. Oberhalb öffnen Trendlinie & AZH bei 15.800 die Tür zur 16.040 & 16.200. Darüber würde bereits die 16.5 folgen.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 20-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Gelingt der nachhaltige starke bullische Durchbruch? Ein Fall zurück in die Keilformation könnte hingegen ein bärisches Fehlausbruchszenario ins Spiel bringen & damit eine stärkere Korrektur einleiten.

Der DAX und der 20-jährige Keil
Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Juli.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht
Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2021. Vielleicht kein unwesentlicher Grund, warum der DAX seit mehreren Wochen nicht vorankommt & die Rekordrally der US-Indizes nicht nachbildet.

Der DAX im Jahr 2021 mit den Jahres-Pivot-Punkten
Der DAX im Jahr 2021 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX mit Ausbruch über die große Keilformation bei 14.7. Die Bullen dominieren oberhalb der Marke und können eine Spanne über die 15k zur 15.660 und .800 anstreben. Darüber weitere Aufhellung zur 16k/16.2 und nachfolgend 16.5. Bei Bruch zurück unter die 14.7 folgen 14.2 und 13.9 als nächste wichtige Unterstützungen.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX einen Doji als Monatskerze Juni fertiggestellt hat. Eine erste neutrale Monatsrange wäre von 15.3 – 15.5 – 15.8 zu nennen, welche in der vergangenen Handelswoche nun auch auf der Oberseite komplett durchlaufen werden konnte. Oberhalb folgt eine weitere Aufhellung zur 16.040 und 16.150. Unterhalb hingegen Eintrübung zur 15.030 und nachfolgend zur 14.750. Darunter seien die 14.3 und die Ausbruchszone bei 13.9 zu nennen.

Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo sich der DAX seit April seitwärts bewegt. Der 2021-Trendkanal dürfte zum Wochenauftakt endgültig verlassen werden. Die 15.540 stellen einen ersten Wochensupport.

Oberhalb steht eine Spanne zur mittlerweile altbekannten 15.660, die nun zusätzlich durch die Trendkanalunterkante verstärkt wird. Darüber folgt wieder die Aufhellung über die .745 zum AZH bei 15.8. Bei Bruch würde sich der Dax dynamisch Richtung 16k erweitern.

Unterhalb wäre hingegen eine Spanne über die .425 zur .330 wahrscheinlich, wo in der kommenden Woche auch das m. Bollingerband hineinlaufen wird. Bei Bruch droht die weitere Eintrübung zur 15.040.

Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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