Die Aktienmärkte erlebten eine volatile Handelswoche, wo abermals sämtliche Wochenverluste am Freitag negiert werden konnten. Der DAX beendete mit einer Performance von +0,24% die Woche erneut als Underperformer und hängt der Rally am US-Markt weiter klar hinterher. Die Positionierungen zum Kleinen Verfallstermin (Freitag) begünstigen zudem eine Fortführung der Seitwärtsbewegung. Die neuen Erzeugerpreise (Mittwoch) und Verbraucherpreise (Dienstag) aus den USA dürften mit Interesse verfolgt werden, aber auch der Beginn der Quartalsberichtssaison.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 01:50 Uhr Japan Erzeugerpreise Juni
  • Dienstag:
    • 04:00 Uhr China Handelsbilanzsaldo Juni
    • 08:00 Uhr BRD Verbraucherpreise Juni
    • 14:30 Uhr USA Verbraucherpreise Juni
    • 14:30 Uhr USA Realeinkommen Juni
  • Mittwoch:
    • 11:00 Uhr Eurozone Industrieproduktion Mai
    • 14:30 Uhr USA Erzeugerpreise Juni
    • 20:00 Uhr USA Beige Book der Fed
  • Donnerstag:
    • 04:00 Uhr China BIP Q2
    • 14:30 Uhr USA Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • 14:30 Uhr USA Philadelphia-Fed-Index Juli
    • 15:15 Uhr USA Industrieproduktion Juni
  • Freitag:
    • Kleiner Verfallstermin
    • 11:00 Uhr Eurozone Verbraucherpreise Juni 
    • 14:30 Uhr USA Einzelhandelsumsatz Juni
    • 16:00 Uhr USA Konsumklima Uni Michigan Juli

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX für die letzten 30 Tage, 2021 und im historischen Kontext seit 1990. Der DAX & der Dow Jones (Value) konnten zuletzt die Rally von S&P500 & Nasdaq (Growth) nicht mehr nachbilden.

Auffällig bleibt im großen Bild (Grafik 3) die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zwischen Growth (NAS100) und Value. Die begonnenen Umschichtungen waren bisher nur von sehr kurzer Dauer.

Performance letzten 30 Tage
Performance letzten 30 Tage
Performance 2021
Performance 2021
Performance seit 30 Jahren - übergeordnet
Performance seit 30 Jahren – übergeordnet

Am nächsten Freitag würde der Kleine Verfallstermin anstehen, welcher im Vorfeld gerne für ein kleines Tauziehen an den Märkten sorgt. Die Positionierungen sind auf aktuellem Kursniveau bereits sehr ausgeglichen. Eine deutliche Fortsetzung der Aufwärtsbewegung oder gar Abwärtsbewegung wäre nicht im Sinne der Stillhalter. Es ist daher durchaus möglich, dass sich der DAX bereits gut für die Abrechnung ausgerichtet hat und wir erneut eine Woche im Seitwärtstrend erleben.

Verfallsdiagramm - stockstreet.de
Verfallsdiagramm – stockstreet.de

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 hat im großen Quartalschart das 161,8-er Retracements aus dem 90-er Jahre Bullenmarkt erreicht. Eine Zone, die in der Vergangenheit gerne lange und volatil umkämpft war. Der Trendfolger MACD hat nun auch im Monatschart ein historisch hohes bullisches Niveau erreicht.

S&P500 Retracements im Quartalschart
S&P500 Retracements im Quartalschart
S&P500 - der MACD historisch bullisch
S&P500 – der MACD historisch bullisch

Nachfolgend der Dow Jones Transportation Average, welcher nach einer gigantischen Rally plötzlich zum Underperformer mutiert und seinen Hausse-Trendkanal nicht nachhaltig durchbrechen konnte. Die plötzliche Underperformance ist erwähnenswert, da der Dow Transport als Frühindikator für die US-Konjunktur gilt. Verliert der starke wirtschaftliche Rebound bereits wieder an Dynamik?

Dow Jones Transportation Average
Dow Jones Transportation Average

Der Nasdaq100 (Monatschart) bleibt weiter in äußerst bullischer Form. Er notiert noch deutlich oberhalb(!) seines Hausse-Aufwärtstrendkanals und bildet aktuell einen steigenden Keil aus. Auch hier ist der MACD auf ein historisch hohes Niveau angekommen.

Nasdaq100 seit 25 Jahren - Hausse voll intakt
Nasdaq100 seit 25 Jahren – Hausse voll intakt

Der Blick zur Saisonalität. Eine der bekanntesten Börsenweisheiten lautet “Sell in May and go away, but remember to come back in September.“. Der nachfolgende Chart, wo der genannte Zeitraum für die letzten 15 Jahre markiert wurde, stellt dar, dass diese Weisheit durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Sehr häufig gab es zwischen Mai und September den stärksten Rücksetzer des Gesamtjahres; selbst innerhalb der Rekordhausse. Eine große Ausnahme stellte das Pandemiejahr 2020 dar, als der DAX innerhalb der schwachen Saisonalität stark zulegen konnte. Es sei wichtig zu erwähnen, dass sich diese saisonal schwache Zeit nicht allein auf den Monat Mai bezieht, sondern viel mehr den Zeitraum Ende Mai – Juli – September, bevor die Jahresendrally für einen guten Abschluss sorgen möchte. Der DAX befindet sich somit gerade in der spannenden Kernzeit, welche er bisher innerhalb einer engen Seitwärtsrange abwartet.

Sell in May and go away... - durchaus berechtigt
Sell in May and go away… – durchaus berechtigt

Blick zum DAX Kursindex (ex Dividende), welcher im Vergleich zum Performanceindex deutlich schwächer unterwegs ist, im Monatschart und in der zweiten Grafik als Wochenchart. Der Bruch durch den Kombiwiderstand, bestehend aus Corona-Panic-Gap und Abwärtstrendlinie, öffnete die Tür zur Verbindungslinie der letzten beiden Allzeithochpunkte, woran sich der DAX nun seit April mit kleinen Monatskerzen müht. Die Zeit wäre reif für eine Entscheidung. Rückfall zur Ausbruchszone, oder Beschleunigung der Rally?

DAX Kursindex Monatschart
DAX Kursindex Monatschart

Im Wochenchart ist der Kampf an der Ausbruchszone noch besser zu erkennen. Pattsituation.

DAX Kursindex im Wochenchart
DAX Kursindex im Wochenchart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Die Pandemie hinterließ bisher eine große rote Quartalskerze, gefolgt von mittlerweile 6 starken grünen Kerzen in Folge (gab es zuletzt 2006 & 2012), wobei auch die Bollinger-Area durchbrochen werden konnte. Die Kerze für das 2. Quartal setzte genau außerhalb des oberen Bollinger auf und beschleunigte weiter nach oben. In den letzten 25 Jahren waren solche Ausbrüche aus der Bollinger-Area sehr selten; erst recht mit 6 grünen Quartalskerzen im Rücken. Im Anschluss folgte stets eine stärkere Korrektur und das immer in der 2. Jahreshälfte. Auch diesmal?

Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) bzw. zugleich die Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte. Diesmal folgte nur ein sehr steiler Anstieg.

Im großen Quartalschart ist der DAX gut an der 15.3, 15k, 14.700 & 14k gestützt. Erst darunter würde das übergeordnete Bild wieder eintrüben. Die 15.660 stellt seit Wochen einen umkämpften Bereich. Oberhalb öffnen Trendlinie & AZH bei 15.800 die Tür zur 16.040 & 16.200. Darüber würde bereits die 16.5 folgen.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 20-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Gelingt der nachhaltige starke bullische Durchbruch? Ein Fall zurück in die Keilformation könnte hingegen ein bärisches Fehlausbruchszenario ins Spiel bringen & damit eine stärkere Korrektur einleiten.

Der DAX und der 20-jährige Keil
Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Juli.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht
Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2021. Vielleicht kein unwesentlicher Grund, warum der DAX seit mehreren Wochen nicht vorankommt & die Rekordrally der US-Indizes nicht nachbildet.

Der DAX im Jahr 2021 mit den Jahres-Pivot-Punkten.
Der DAX im Jahr 2021 mit den Jahres-Pivot-Punkten.

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX mit Ausbruch über die große Keilformation bei 14.6. Die Bullen dominieren oberhalb der Marke und können eine Spanne über die 15k zur 15.660 und .800 anstreben. Darüber weitere Aufhellung zur 16k/16.2 und nachfolgend 16.5. Bei Bruch zurück unter die 14.7 folgen 14.2 und 13.9 als nächste wichtige Unterstützungen.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX einen Doji als Monatskerze Juni fertiggestellt hat. Eine erste neutrale Monatsrange wären von 15.3 – 15.5 – 15.8 zu nennen, welche in der vergangenen Handelswoche auf der Unterseite komplett durchlaufen werden konnte. Oberhalb folgt eine weitere Aufhellung zur 16.040 und 16.150. Unterhalb hingegen Eintrübung zur 15.030 und nachfolgend zur 14.750. Darunter seien die 14.3 und die Ausbruchszone bei 13.9 zu nennen.

Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Der Blick zum Wochenchart, wo sich der DAX seit April im 2021-Trendkanal seitwärts bewegt. Die 15.560 stellt einen ersten guten Wochensupport.

Oberhalb steht eine Spanne über die .660/.750 zum AZH bei 15.800. Darüber weitere Aufhellung zur Verbindungslinie bei 15.960. Bei Bruch rücken die 16.040/.080 in den Fokus.

Unterhalb wäre hingegen eine Spanne über die .425 zur .320 wahrscheinlich, direkt gefolgt vom mittleren Bollingerband bei .250. Bei Bruch weitere Eintrübung zur 15.165 und 15.030.

Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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