Ich habe im Laufe meiner Trading-Jahre eine Lektion gelernt, die härter war als jeder Crash: Nicht die Strategie entscheidet über langfristigen Erfolg, sondern das Risikomanagement. Klingt langweilig? Vielleicht. Aber ohne dieses Fundament nützt dir auch die genialste Chartanalyse nichts.
1. Mein größter Fehler als Anfänger
Als ich mit dem Trading begonnen habe, habe ich es wie viele gemacht: Ich war verliebt in Setups, habe Stunden in Chartmuster investiert und Indikatoren vergöttert.
Aber ich habe das Wichtigste ignoriert – das Risiko pro Trade. Das Resultat: Einige fette Gewinne, gefolgt von einem einzigen Verlust, der alles wieder aufgefressen hat. Und das war frustrierender als alles andere.
2. Die goldene Regel: Niemals mehr als 1–2 % riskieren
Heute habe ich eine eiserne Regel: Pro Trade maximal 1–2 % vom Depot riskieren.
Das bedeutet nicht, dass ich nur Kleinstpositionen handle, sondern dass ich meine Positionsgröße immer an den Stop-Loss anpasse.
Beispiel:
Depotgröße 20.000 €
Maximalrisiko 1 % = 200 €
Liegt mein Stop-Loss 5 % entfernt, darf die Position höchstens 4.000 € groß sein. Punkt. Keine Diskussion.
3. Warum das so mächtig ist
Viele unterschätzen die Mathematik dahinter. Ein Verlust von 50 % erfordert einen Gewinn von 100 %, um wieder auf null zu kommen.
Mit sauberem Risikomanagement ist es fast unmöglich, dass ein einziger Fehler dein Depot ruiniert. Du nimmst Verluste hin – klar. Aber sie sind kontrolliert und kalkuliert.
4. Der psychologische Effekt
Risikomanagement schützt nicht nur dein Kapital, sondern auch deine Nerven.
Wenn ich weiß, dass ein Trade mich im Worst Case nur 1 % kostet, gehe ich viel entspannter rein. Kein Zittern mehr, kein Schweißausbruch bei jedem roten Kerzenbalken. Das macht meine Entscheidungen objektiver – und weniger emotional.
5. Money-Management = langfristiges Überleben
Manche Trader sehen sich als „Jäger des großen Jackpots“. Ich sehe mich inzwischen eher als „Überlebenskünstler“.
Denn wer lange genug am Markt bleibt, erlebt automatisch auch die richtig guten Phasen. Aber nur, wenn man nicht vorher schon alles pulverisiert hat.
6. Meine Meinung
Die perfekte Strategie existiert nicht. Märkte ändern sich, Setups funktionieren mal besser, mal schlechter. Aber gutes Risikomanagement ist zeitlos.
Es ist das Sicherheitsnetz, das dich davor bewahrt, den totalen Knockout zu kassieren.
Oder wie ich es immer sage: „Ein Trader ohne Risikomanagement ist wie ein Autofahrer ohne Bremse – irgendwann knallt’s.