Die Aktienmärkte durchlebten eine extrem volatile Handelswoche, wo die Wallstreet durch die Gewinne vom Freitag die hohen Wochenverluste sogar wieder kompensieren konnte. Der Ukrainekrieg und die Folgen halten die Unsicherheit im Markt und überdecken andere bedeutende Themen für die Börsen, welche jedoch langsam wieder nach oben gespült werden dürften. So wird die Inflationsentwicklung 2022 weiterhin schwierig und viel zu hoch ausfallen. Die Notenbankprotokolle und die Anhörung von Fed-Chef Powell in der nächsten Woche werden daher die Aufmerksamkeit von den politischen Börsen („Politische Börsen haben kurze Beine“?) wieder etwas abrücken.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Monatsabschluss
    • 14:30 Uhr USA Lagerbestände Großhandel Januar
  • Dienstag
    • Monatsauftakt
    • 02:00 Uhr China CFLP Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar
    • 02:00 Uhr China CFLP Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar
    • 09:55 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar (endgültig)
    • 14:00 Uhr BRD Verbraucherpreise Februar (Vorabschätzung)
    • 16:00 Uhr USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Februar
  • Mittwoch:
    • 11:00 Uhr Eurozone Verbraucherpreise Februar (Vorabschätzung)
    • 14:15 Uhr USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar Februar m/m in Tsd
    • 16:00 Uhr USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor Ausschuss des Repräsentantenhauses
    • 20:00 Uhr USA Beige Book der Fed
  • Donnerstag:
    • 02:45 Uhr China Caixin Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar
    • 09:55 Uhr BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar (endgültig)
    • 10:00 Uhr Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar (endgültig)
    • 11:00 Uhr Eurozone Erzeugerpreise Januar
    • 13:30 Uhr Eurozone Protokoll der letzten EZB-Sitzung
    • 14:30 Uhr USA Lohnstückkosten Q4
    • 14:30 Uhr USA Produktivität ex Agrar Q4
    • 16:00 Uhr USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Februar
    • 16:00 Uhr USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor Bankenausschuss des Senats
    • 16:00 Uhr USA Auftragseingang Industrie Januar
  • Freitag:
    • 08:00 Uhr BRD Exporte Januar
    • 08:00 Uhr BRD Importe Januar 
    • 11:30 Uhr Eurozone Einzelhandelsumsatz Januar
    • 14:30 Uhr USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar Februar in Tsd
    • 14:30 Uhr USA Arbeitslosenquote Februar
    • 14:30 Uhr USA Durchschnittliche Stundenlöhne Februar

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel Nasdaq100 (-13,06%) und der S&P500 (-8,00%) sind unter Druck geraten. Aber auch „Value-Indizes“, wie der Dow Jones (-6,27%) und der DAX (-8,29%) mussten stärkere Abgaben hinnehmen.

Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt bisher nur minimal ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 bildete seit den Abverkäufen zum Jahresauftakt nun im Februar die rechte Schulter einer übergeordneten SKS-Formation aus. Die Formation wäre fertiggestellt, aber eine Aktivierung konnte während der politischen Börsen verhindert werden. Die Bullen müssen die Umkehrformation auslaufen lassen und damit zerstören. Die Bären sie unterhalb der 4.200 nachhaltig bestätigen. Das Chartbild würde sich dann mittelfristig eintrüben und rechnerische Ziele um 3.800 mit sich bringen. Oberhalb der 4.600 würden die Bullen wieder dominieren. Grafik 2 und 3 zeigen den S&P500 im großen übergeordneten Bild.

S&P500 Tageschart – SKS-Formation bisher abgewehrt
Große Bild – S&P500 im Monatschart
Große Bild – S&P500 im Quartalschart

Der Blick zum Dow Jones, wo der Index die Konsolidierung zum 61,8-er Retracement abarbeiten konnte und anschließend zu Schwäche Richtung Jahrestief und der mehrfach erwähnten Doppelbodenchance neigt. Oberhalb der 34k wären Cluster zur 34.6 und nachfolgend 35.050 zu nennen. Unterhalb der potentielle Doppelboden mit dem Jahrestief. Vorsicht bei Bruch durch die 33k! In der zweiten Grafik ist das übergeordnete Bild im Dow Jones Quartalschart zu erkennen.

Dow Jones Tageschart
Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100, wo der Index den Schlüsselsupport verteidigen und eine Aktivierung der SKS vermeiden konnte. Die Bullen setzen auf einen fallenden Keil und die Zerstörung der Umkehrformation. Die 15.2 müsste dafür herausgenommen werden. Unterhalb der 13.2 droht hingegen eine übergeordnete Top-Bildung. Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Tageschart
Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) ist in den letzten 3 Quartalen des vergangenen Jahres zum Stillstand gekommen. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart bestand seit 4 Quartalen die Seitwärtsrange von 14.8/15k zur 16k. Darunter war eine schnelle Bewegung zur 14k wahrscheinlich und diese wurde mit dem Ukrainekrieg zügig vollzogen. Im weiteren Verlauf würden die 13.6 und 13.2 drohen. Oberhalb der 16k folgt der Cluster 16.290 und nachfolgend 16.450/.500.

DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Ein nachhaltiger Fall zurück in die Keilformation (14.800) könnte hingegen ein bärisches Fehlausbruchszenario ins Spiel bringen & damit eine stärkere Korrektur über Monate einleiten.

Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Februar.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022. Der S1 wurde nach Bruch durch den PP getestet.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX verletzt die 10-monatige Seitwärtsrage von 14.8/15k zur 15.6 und 16k. Die Bullen brauchen den zügigen Weg zurück in diese Range. Unterhalb bleibt der Cluster zur 14k/13.8 aktiv. Darunter 13.6 und 13k.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo sich der DAX seit April 2021 innerhalb einer Seitwärtsrange von 14.8 zur 16k befand. Durch den Ukrainekrieg wurde diese Range während politischer Börsen klar auf der Unterseite verletzt. Bei nachhaltigem Bruch trübt sich das charttechnische Bild mittelfristig ein. Die neutrale Seitwärtsrange reicht von 14.800/15k/15.600/15.800 bis 16.030. Unterhalb ist momentan eine Spanne über die 14.5/14.235 zur 14k/13.8 aktiv. Bei Bruch würden 13.6 und 13k folgen.

Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Achtung! Weiterhin erhöhte Unsicherheit aufgrund der geopolitischen Lage.

Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX im Wochenverlauf eine stark volatile 1.400-Punkte-Range durchlief und damit die 10-monatige Seitwärtsspanne von 14.8 – 16k klar verletzte. Die Bullen brauchen den schnellen Weg zurück. Ein erster neutraler Cluster wäre von 14.400 – 14.440 – 14.520 – 14.600 zu nennen.

Oberhalb können die Bullen erneut die 14.8 ins Visier nehmen. Darüber ist die Bewegung über die .860 zur 15k möglich. Bei Bruch rücken 15.145/230 und 15.300 in den Blickpunkt.

Unterhalb stellen die 14.200 und .120 den nächsten Supportbereich. Darunter wäre der nächste Schlüsselsupport bei 14k/13.870/.800 unter Druck. Bei Bruch folgen 13.660/.500 und .300.

Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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