Egal wie gut deine Strategie ist – Verluste gehören zum Trading wie die Luft zum Atmen. Am Anfang habe ich das nicht akzeptiert. Jeder Verlust fühlte sich an wie ein persönliches Versagen. Und wenn dann 3, 4 oder 5 Verluste hintereinander kamen, war ich kurz davor, das Handtuch zu werfen.
Heute sehe ich das anders: Verlustserien sind ein normaler Teil des Spiels. Entscheidend ist, wie du damit umgehst.
Warum Verlustserien unvermeidbar sind
Selbst die besten Trader der Welt haben keine 100%ige Trefferquote. Manche Strategien haben vielleicht 55–60 %. Das heißt automatisch: Von 10 Trades sind 4–5 im Minus. Wenn du Pech hast, kommen die geballt hintereinander.
Früher dachte ich, das liegt daran, dass meine Strategie „kaputt“ ist – und habe sie sofort über Bord geworfen. Heute weiß ich: Oft ist es einfach nur Statistik.
Mein schlimmster Drawdown
Ich erinnere mich noch genau: Ich hatte ein 10.000 €-Konto und lief richtig gut – bis dann eine Serie von 8 Verlusten in Folge kam. Plötzlich stand ich bei 7.800 €. Ich war frustriert, wütend und kurz davor, alles in einem einzigen „All-in-Trade“ zurückholen zu wollen. Zum Glück habe ich’s nicht gemacht.
Das war für mich die Lektion: Ein Drawdown ist gefährlich, nicht weil er unvermeidbar ist, sondern weil er deine Psyche killt.
Wie ich heute mit Verlustserien umgehe
- Kleineres Risiko fahren
Wenn ich merke, dass ich in einer Verlustphase stecke, reduziere ich mein Risiko pro Trade von 1 % auf 0,5 % oder sogar 0,25 %. So überstehe ich die Phase leichter. - Pausen einlegen
Früher habe ich nach Verlusten sofort wieder getradet – heute mache ich bewusst Pausen. Ein Tag ohne Trading kann Wunder wirken. - Journal nutzen
Ich schreibe genau auf: War es ein Fehler von mir oder einfach ein normaler Verlust? So sehe ich, ob die Serie an mir liegt oder am Markt. - Langfristig denken
Ich sehe meine Performance inzwischen nicht mehr pro Tag oder Woche, sondern pro Quartal. Das nimmt enorm Druck raus.
Typische Fehler im Drawdown
- Strategie sofort wechseln – oft viel zu früh.
- Risiko hochfahren, um Verluste zurückzuholen → endet fast immer im Totalschaden.
- Zu sehr auf den Kontostand starren – man verliert den Blick fürs große Ganze.
Drawdowns sind der ultimative Test für Trader
Heute sage ich: Nicht die Gewinne machen dich zum Trader, sondern wie du mit Verlusten umgehst.
Wenn du lernst, in einer Verlustserie ruhig zu bleiben, dein Risiko zu kontrollieren und nicht in Panik zu verfallen – dann hast du den härtesten Teil des Tradings gemeistert.
Es klingt hart, aber genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.
💬 Frage an dich: Soll ich im nächsten Artikel mal ein konkretes Reversal-Setup (Umkehr-Trading) vorstellen – oder lieber nochmal bei der Psychologie bleiben und den Fokus auf Geduld & Disziplin legen?