Wenn man an die Börse denkt, hat jeder sofort das Bild im Kopf: Ein Kurs läuft schön nach oben, man steigt ein, bleibt drin und kassiert am Ende die große Rendite. Klingt easy, oder? In der Realität habe ich lange gebraucht, um Trends wirklich zu verstehen – und noch länger, um sie konsequent zu handeln.
Warum Trendfolge funktioniert
Einer meiner ersten Mentoren hat mir mal gesagt:
„The trend is your friend – until it ends.“
Und genau das ist der Kern: Märkte laufen nicht chaotisch, sondern oft in klaren Bewegungen. Institutionelle Anleger, Fonds und große Player bauen Positionen über Wochen und Monate auf – und diese Wellen können wir Trader reiten.
Wie ich Trends erkenne
Ich nutze dabei eine Mischung aus klassischer Charttechnik und ein paar technischen Hilfen:
- Höhere Hochs & höhere Tiefs = Aufwärtstrend
- Tiefere Tiefs & tiefere Hochs = Abwärtstrend
- 200er Moving Average: Liegt der Kurs darüber, ist das meist ein klarer Long-Markt. Darunter eher Short.
- Trendlinien & Kanäle: Einfach aber effektiv – sie zeigen die Struktur.
Einstieg in den Trend – meine Strategie
Ich gehe selten mitten im Trend rein. Stattdessen warte ich auf Rücksetzer (Pullbacks).
Mein Setup sieht so aus:
- Trend identifizieren (z. B. höheres Hoch im DAX).
- Rücksetzer abwarten – idealerweise bis an einen gleitenden Durchschnitt (20er oder 50er EMA).
- Bestätigung durch Kerze oder Volumen.
- Einstieg in Trendrichtung.
So bekomme ich ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis, als wenn ich blind hinterherlaufe.
Beispiel: Trendfolge im EUR/USD
Vor einiger Zeit lief EUR/USD in einem klaren Aufwärtstrend.
- Kurs über 200er MA
- Pullback bis an den 50er EMA
- Bullische Kerze als Bestätigung
Einstieg bei 1,0920, Stop bei 1,0880, Ziel bei 1,1000.
→ CRV von 2:1, Trade lief sauber ins Ziel.
Ohne die Geduld auf den Pullback zu warten, wäre ich viel zu früh drin gewesen.
Typische Fehler beim Trend-Trading
Oh ja, die habe ich alle gemacht:
- Zu spät einsteigen: Der Trend ist schon fast vorbei.
- Trend verwechseln mit Range: Märkte bewegen sich nur ca. 30 % der Zeit in klaren Trends.
- Kein klares Ziel: Ohne Plan nimmt man oft zu früh Gewinne mit oder bleibt zu lange drin.
- Overleveraging: Weil Trends „sicher“ wirken, geht man oft zu groß rein – bis der erste Rücksetzer kommt.
Trendfolge ist weniger stressig – aber nur mit Regeln
Ich liebe Trendfolge, weil es „ruhiger“ ist als Breakouts. Man schwimmt sozusagen mit dem Strom statt dagegen. Aber die Gefahr ist, dass man Trends zu spät erkennt oder ihnen blind vertraut.
Disziplin, klare Einstiegsregeln und gutes Risikomanagement sind auch hier der Schlüssel.