Die Aktienmärkte haben die vergangene Woche ohne große Veränderungen beendet. Zwar konnten S&P 500 und Nasdaq 100 noch einmal minimale neue Allzeithochs markieren – Anschlusskäufer mühen sich jedoch zusehends. Nach dem beeindruckenden Lauf der vergangenen Wochen – allein der Nasdaq legte seit dem Apriltief rund 30 % zu, Nvidia gar über 100 % – wirken die Märkte auch reif für eine Verschnaufpause.
Diese könnte nun auch saisonal bedingt eintreten: Mit dem Übergang in die zweite Juli-Hälfte beginnt traditionell eine herausfordernde Marktphase, in der auch die Volatilität tendenziell wieder zunimmt. Eine gesunde Konsolidierung wäre in diesem Umfeld keineswegs ein Zeichen von Schwäche, sondern möglicherweise sogar eine überfällige Bereinigung.

Die neue Woche – Berichtssaison und EZB im Fokus

Im Zentrum der kommenden Handelswoche dürfte die laufende Berichtssaison stehen. Mit Schwergewichten wie Tesla, Alphabet und SAP stehen gleich mehrere marktbewegende Zahlenwerke auf dem Kalender, die entscheidend für die Fortsetzung oder Unterbrechung der Rally sein könnten.

Außerdem wird der Zinsentscheid der EZB mit Spannung erwartet. Nach den letzten Äußerungen und Daten rechnen die Märkte mit einer Pause – was jedoch nicht bedeutet, dass die Kommunikation der EZB nicht trotzdem für Bewegung sorgen könnte. Hinweise auf den weiteren geldpolitischen Kurs werden besonders kritisch beäugt.

Trump, Powell und der Zollstreit – politische Risiken bleiben virulent

Unverändert begleiten auch politische Risiken die Märkte. Der Dauerbrenner Zollstreit bleibt stets im Vordergrund, denn in exakt zwei Wochen läuft – so Trump – die „endgültige Frist“ ab. Sollte es bis dahin keinen Deal mit der EU geben, könnten Zölle in Höhe von 30 % folgen. Ob es erneut eine Verschiebung geben wird oder Trump Ernst macht, ist derzeit völlig offen.

Zusätzlich brisant: Die andauernden verbalen Angriffe Trumps auf Fed-Chef Powell. Eine mögliche Absetzung Powells wäre ein historisch beispielloser Vorgang und würde nicht nur die Unabhängigkeit der US-Notenbank infrage stellen, sondern auch erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten auslösen – ein Risiko, das selbst Trump nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfte.

Die Ausgangslage bleibt spannend – und zunehmend fragil. Die Märkte sind ambitioniert bewertet, der Nachrichtenfluss bleibt hochbrisant. Wer jetzt auf eine Sommerflaute setzt, könnte sich täuschen. Politische Schlagzeilen und Quartalszahlen dürften weiterhin für reichlich Bewegung sorgen.

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 16:00 Uhr US Leading Index Juni
  • Dienstag:
    • 04:00 Uhr US Richmond Fed Herstellungsindex Juli
    • Quartalszahlen u. a. von SAP, Coca Cola
  • Mittwoch:
    • Quartalszahlen u. a. von Tesla, Alphabet, IBM
  • Donnerstag:
    • 08:00 Uhr DE GfK Konsumklima August
    • 09:30 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August
    • 09:30 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August
    • 10:00 Uhr EU Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August
    • 10:00 Uhr EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August
    • (!) 14:15 Uhr EU EZB Zinsentscheid
    • 14:30 Uhr US Anträge auf Arbeitslosenhilfe
    • (!) 14:45 Uhr EU EZB Pressekonferenz
    • 15:45 Uhr US Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August
    • 15:45 Uhr US Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August
    • Quartalszahlen u. a. von Intel, American Airlines
  • Freitag:
    • (!) 10:30 Uhr DE ifo-Geschäftklimaindex Juli
    • 14:30 Uhr US Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter Juni

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Der DAX in der vergangenen Woche neutral innerhalb der Vorwochenrange. Die Saisonalität wird zwischen Ende Juli und September wieder anspruchsvoller und eine Konsolidierung nach der starken April-Rally bietet sich an.
Der DAX bleibt neutral zwischen 23.800 – 24.000 und der 24.300
Oberhalb würde sich das Bild wieder zur 24.600 aufhellen. Darüber gar Chance auf die 25k.
Unterhalb droht weiterer Abgabedruck zur 23.450. Bei Bruch Türöffner in Richtung 23.150.

Xetra-DAX Tagesausblick:

Der DAX beendete die letzte Woche innerhalb seiner neutralen Range nur wenig verändert. Der Zollstreit mit den USA kann in den nächsten 2 Wochen zunehmend für Volatilität sorgen.
Der Bereich an der 24.350 wird die erste relevante Zone darstellen.

  • Oberhalb bleibt der Cluster 24.440 und 24.500 im Fokus. Darüber Chance auf den Cluster 24.590. Bei Bruch 24.640/.680.
  • Unterhalb bleibt hingegen der Cluster zur 24.250 zu nennen. Darunter kann nach der 24.200 wieder Abgabedruck zur 24.100 erfolgen. Bei Bruch Test m. Bollinger an der 24.000/23.950.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 24.350 > 24.440 > 24.500 > 24.530 > 24.590 > 24.640 > 24.680
  • Unterstützungen: 24.250 > 24.200 > 24.100 > 24.000 > 23.950 > 23.900 > 23.820 > 23.680
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