FOMO – Fear of Missing Out – ist wohl einer der größten Feinde für Trader. Ich glaube, jeder, der länger handelt, kennt dieses Gefühl: Du siehst, wie der Markt plötzlich explodiert, der DAX springt 100 Punkte oder Bitcoin rauscht in einer halben Stunde um 5 % nach oben, und du denkst dir: „Verdammt, ich MUSS da jetzt noch rein!“
Und genau das ist der Moment, in dem man fast immer falsch liegt. Mir ist das so oft passiert, dass ich es gar nicht mehr zählen kann.


Wie sich FOMO bei mir gezeigt hat

  • Ich bin zu spät in Trades eingestiegen, nur weil ich die Bewegung nicht verpassen wollte → Ergebnis: sofort ausgestoppt.
  • Ich habe Setups ignoriert, weil ich dachte: „Das läuft eh, egal, passt schon.“ → und genau dann lief es natürlich nicht.
  • Ich habe viel zu große Positionen eröffnet, weil ich dachte: „Wenn ich schon jetzt noch reinspringe, dann wenigstens richtig.“

Das Ergebnis: unnötige Verluste, Frust, und am Ende immer die Frage: „Warum zum Teufel hab ich das gemacht?“


Warum FOMO so gefährlich ist

FOMO hat nichts mit Strategie zu tun, es ist pures Gefühl.
Und Gefühle gehören im Trading nicht an den Tisch. Der Markt interessiert sich nicht dafür, ob du dabei bist oder nicht. Er läuft einfach.

Das größte Problem: FOMO zerstört dein Risikomanagement. Plötzlich hältst du dich nicht mehr an deine Regeln, sondern springst einfach hinterher. Und genau das macht dich unberechenbar.


Wie ich gelernt habe, FOMO zu kontrollieren

  1. Akzeptieren, dass man nicht jeden Trade erwischt
    Das war für mich der härteste Schritt. Aber es ist die Wahrheit: Niemand erwischt jeden Move. Und das ist auch gar nicht nötig.
  2. Klare Regeln
    Wenn ein Setup nicht zu 100 % passt, handel ich es nicht. Punkt. Selbst wenn der Markt danach abhebt – ich bleibe draußen.
  3. Trading-Journal
    Jedes Mal, wenn ich aus FOMO eingestiegen bin, habe ich es aufgeschrieben. Mit der Zeit siehst du schwarz auf weiß, wie teuer dich diese Dummheit kommt.
  4. Fokus auf langfristige Performance
    Heute sage ich mir: „Egal ob ich diesen einen Trade verpasse – ich habe 200 andere Chancen im Jahr.“ Dieser Gedanke nimmt den Druck raus.

Mein Trick: Umwandeln statt Bekämpfen

Ich habe irgendwann gemerkt: FOMO verschwindet nie komplett. Aber ich habe gelernt, die Energie umzulenken.
Wenn ich merke, dass FOMO kommt, schreibe ich sofort eine kleine Analyse: „Warum willst du jetzt rein? Passt das Setup? Ist dein Risiko sauber?“
Allein dieser kurze Moment bremst mich aus – und meistens sehe ich dann schon klarer.


FOMO killt Konten – Geduld baut sie auf

Heute weiß ich: Der Markt rennt nicht weg. Es gibt immer die nächste Chance. Und wenn ich mal einen dicken Move verpasse – na und? Lieber draußen bleiben und stabil handeln, als von FOMO reingerissen werden.
Und ganz ehrlich: Das Gefühl, einen perfekten Trade nach Regeln gemacht zu haben, ist 100-mal besser, als aus Panik irgendwo reingesprungen zu sein.


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