Die Börsen blieben auch in der vergangenen Handelswoche massiv unter Druck. Natürlich belasten mit viel Unsicherheit weiterhin die politischen Börsen und die Angst vor einem Kalten Krieg 2.0. Aber auch das Umfeld trübt sich bedenklich ein. Eine Stagflation mit einer konjunkturellen Eintrübung und weiter ansteigenden Inflation ist nun kein Hirngespinst mehr, sondern dürfte uns in eine neue Realität begleiten. Zu allem Überfluss können die Notenbanken der Fed und EZB kaum stützend eingreifen, da sie die Preisstabilität in einen Abschwung hinein sichern müssen. Es droht ein sehr schwieriges Jahr für die Wirtschaft und den Aktienmarkt. Die Notenbank-Hausse ist in allergrößter Gefahr. Ein neuer Bärenmarkt könnte die Tür bereits aufgeschlagen haben.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • 08:00 Uhr BRD Einzelhandelsumsatz Februar
    • 08:00 Uhr BRD Auftragseingang Industrie Januar
  • Dienstag
    • 08:00 Uhr BRD Industrieproduktion Januar
    • 11:00 Uhr Eurozone BIP Q4 (endgültig)
  • Mittwoch:
    • 02:30 Uhr China Verbraucherpreise Februar
    • 02:30 Uhr China Erzeugerpreise Februar
    • 16:00 Uhr USA JOLTs Stellenangebote Januar
  • Donnerstag:
    • 13:45 Uhr Eurozone EZB-Zinsentscheid
    • 14:30 Uhr Eurozone EZB-Pressekonferenz
    • 14:30 Uhr USA Verbraucherpreise Februar
    • 14:30 Uhr USA Realeinkommen Februar
  • Freitag:
    • 08:00 Uhr BRD Verbraucherpreise Februar (endgültig)
    • 16:00 Uhr USA Konsumklima Uni Michigan März

Blicken wir auf einige interessante Chartbilder:

Wir beginnen die Chartreihe mit einem Performancevergleich zwischen Nasdaq100 (blau), S&P500 (gelb), Dow Jones (lila) und DAX seit Jahresbeginn. Vor allem Wachstumstitel Nasdaq100 (-15,21%) und der DAX (-17,57%) sind besonders stark unter Druck geraten. S&P500 (-9,18%) und Dow Jones (-7,49%) folgen mit etwas Abstand.

Performance seit Jahresbeginn

Im großen Vergleich seit Anfang der 1990-er Jahre ist die Divergenz zwischen Growth & Value weiterhin auf einem Rekordhoch. Das Umschichten seit Jahresauftakt fällt bisher nur minimal ins Gewicht. Nur ein anhaltender radikaler Umschwung der Geldpolitik könnte diese enorme Divergenz wohl wieder deutlich verringern.

Performance seit 1990

Ein kurzer Blick in den US-Markt (Komplette Updates für den US-Markt gibt es auf Trading-Portal.NET – Premium) ins übergeordnete Bild. Der S&P500 bildete seit den Abverkäufen zum Jahresauftakt nun im Februar die rechte Schulter einer übergeordneten SKS-Formation aus. Die Formation wäre fertiggestellt, aber eine Aktivierung konnte während der politischen Börsen weiterhin verhindert werden. Die Wall Street im Gegensatz zum DAX bisher ohne Top-Bildung! Unterhalb der 4.200 würde der S&P500 unter Druck geraten. Oberhalb werden sich die Bullen in Umkehrformationen probieren. Bei Bruch durch die 4.600 dominieren wieder die Bullen. Grafik 2 und 3 zeigen den S&P500 im großen übergeordneten Bild.

S&P500 Tageschart – SKS-Formation bisher abgewehrt
Große Bild – S&P500 im Monatschart
Große Bild – S&P500 im Quartalschart

Der Blick zum Dow Jones, wo der Index weiterhin seine Seitwärtsrange verteidigt. Die Spanne 33k/33.3 – 34.060 weiter aktiv. Oberhalb der 34k wären Cluster zur 34.6 und nachfolgend 35.050 zu nennen. Unterhalb der potentielle Doppelboden mit dem Jahrestief. Vorsicht bei nachhaltigem Bruch durch die 33k! In der zweiten Grafik ist das übergeordnete Bild im Dow Jones Quartalschart zu erkennen.

Dow Jones Tageschart
Große Bild – Dow Jones im Quartalschart

Der Nasdaq100, wo der Index den Schlüsselsupport verteidigen und eine Aktivierung der SKS vermeiden konnte. Die Bullen setzen auf einen fallenden Keil und die Zerstörung der Umkehrformation. Die 15.2 müsste dafür herausgenommen werden. Unterhalb der 13.5/13.3 droht hingegen eine übergeordnete Top-Bildung. Nachfolgend auch die übergeordneten Bilder im Monatschart (1 Kerze = 1 Monat) und Jahreschart (1 Kerze = 1 Jahr).

Nasdaq100 Tageschart
Nasdaq100 Wochenchart – jede Kerze eine Woche
Nasdaq100 Monatschart
Nasdaq100 Jahreschart

Der weitere Blick zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Der starke Kursanstieg während der Corona-Pandemie (Notenbankliquidität) wurde momentan bis zum mittleren Bollinger konsolidiert. Markiert sind auch die beiden großen Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise). Sehr auffällig ist hierbei der Faktor Zeit. Die vorangegangenen Rezessionen beschäftigten den Aktienmarkt viele Jahre, bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht werden konnte.

Im großen Quartalschart bestand seit 4 Quartalen die Seitwärtsrange von 14.8/15k zur 16k. Darunter drohte zügig Abwärtsdruck, welcher mit dem Ukrainekrieg direkt aufgegriffen wurde. Folgende Cluster sind im Quartalschart zu nennen:

  • 15k/14.8 > 14.440 > 14k > 13.6 > 13k > 12.4 > 12.2 > 11.6 > 11k
DAX Quartalschart

Den gleichen Zeitraum auch nochmal als Tageschart, wo die 22-jährige Keilformation während der Pandemie erst auf der Unterseite und nun auf der Oberseite verletzt wurde. Der Ukrainekrieg sorgte für ein bärisches Fehlausbruchszenario. Unterhalb der 14.8 bleibt die Keilformation somit aktiv. Die Unterkante verläuft momentan bei 10.5.

Der DAX und der 20-jährige Keil

Zum Abschluss noch die neuen Pivot-Punkte für die nächste Woche und den Monat Februar.

Die DAX Pivot-Punkte in der Übersicht

Ergänzend auch noch die Pivot-Punkte für das Gesamtjahr 2022.

Der DAX im Jahr 2022 mit den Jahres-Pivot-Punkten

DAX – Übergeordnete Lage:

  • Der DAX hat dynamisch die 10-monatige Seitwärtsrage von 14.8/15k – 16k nach unten aufgelöst und direkt weitere Supportzonen verletzt. Folgende Cluster bilden nun relevante Bereiche:
    • 15k/14.8 > 14.450 > 14k > 13.6 > 13k > 12.740 > 12.440 > 12.270/.185 > 11.9
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX mit dem Monatswechsel direkt am m. Bollinger bärisch abgedreht ist.

Die aktuelle Range reicht von 13k > 13.220 > 13.6. Oberhalb wären 13.8/14k und 14.450 zu nennen. Unterhalb die 12.740 > 12.440, gefolgt von der 12.270/.185 zur 11.930.

Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Achtung! Weiterhin erhöhte Unsicherheit aufgrund der geopolitischen Lage.

Der Blick zum Wochenchart, wo der DAX in der vergangenen Woche einen Abverkauf von 10% hinnehmen musste. Schluss auf Wochentief. Ein erster relevanter Bereich wäre mit aller Vorsicht um 13.220 zu nennen.

Oberhalb können die Bullen eine Spanne zur 13.490 und 13.600 anstreben. Darüber die weitere Aufhellung zur 13.850 und 14.030. Bei Bruch rückt der Cluster 14.150/.270 zur 14.400 in den Blickpunkt.

Unterhalb stellen die 13.100 und die 13k den nächsten Supportbereich. Darunter folgt weiterer Abgabedruck zur 12.740 und Gap-Zone 12.600. Bei Bruch Türöffner zur 12.400. Nachfolgend 12.270/.180.

Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

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