Die vergangene Handelswoche offenbarte einmal mehr das aktuell zweigeteilte Bild an den globalen Märkten. Während die Wall Street in einem regelrechten Rausch zu neuen Allzeithochs eilte, zeigte sich Europa deutlich schwächer, insbesondere der DAX, der die Woche als klarer Underperformer beendete.
In Deutschland wirkte die schwache Saisonalität des Septembers bislang sehr treffsicher: Der DAX rutschte im Wochenverlauf bis auf ein neues Monatstief bei 23.300 Punkten. Erst ein Bruch dieser Marke könnte weiteren Abgabedruck in Richtung 22.700 Punkte nach sich ziehen. Seit dem Allzeithoch summiert sich der Rückgang auf rund -5,5 % – ein Ausmaß, das in einer schwachen Saisonalitätsphase nicht untypisch ist. Schwergewichte wie SAP verzeichneten dabei besonders deutliche Verluste: -25 % seit dem Hoch zeigen, dass die Rücksetzer durchaus Substanz haben.
Ganz anders hingegen das Bild in den USA: Erstmals seit 2021 konnten alle vier großen US-Indizes – S&P 500, Nasdaq, Dow Jones und Russell 2000 – neue Allzeithochs markieren. Der Haupttreiber bleibt der Tech- und KI-Bereich, dessen Kursgewinne zuletzt immer exzessivere Ausmaße annehmen: Oracle +34 %, Intel +24 %, Alphabet +19 %, jeweils allein im laufenden September. Das Momentum ist stark – aber auch zunehmend reif für eine Gegenbewegung.
Zum Start in die neue Woche dürften die Märkte zunächst mit den Nachwirkungen des großen Verfallstermins beschäftigt sein. Vor allem die Auflösung von Call-Absicherungen könnte kurzfristig Druck erzeugen – insbesondere auf die stark gelaufene Wall Street, die eine Mini-Konsolidierung zur Verarbeitung der jüngsten Kursrally gut gebrauchen könnte.
Der Wirtschaftskalender nimmt im Wochenverlauf wieder Fahrt auf. In Deutschland rückt am Mittwoch der ifo-Geschäftsklimaindex in den Fokus, in den USA ist es vor allem die PCE-Kernrate (Freitag) – der bevorzugte Inflationsindikator der Fed. Zudem befinden sich die wichtigen Aktienrückkäufe (Buybacks) ab der neuen Woche vollständig in der Blackout-Periode, was das Käuferlager weiter ausdünnt.
Die kommenden Tage könnten somit die letzte ernsthafte Chance für die Bären sein, sich auf die saisonal schwächste Phase des Jahres zu berufen. Ab Oktober beginnt statistisch wieder das bullische Jahresschlussquartal – doch bis dahin könnten die Karten noch einmal gemischt werden.
Wichtige Wochentermine:
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Xetra-DAX Tagesausblick:
Der DAX nach Test der Supportzone 23.3 mit der ersten Gegenwehr; bisher jedoch nur im techischen Rahmen und ohne Durchbruch. Falls der Bereich 23.3/23.2 keinen Halt bietet, würde die Gap-Zone um 22.7 mit der 200-TL in den Fokus rücken. Die Bullen benötigen Stabilität oberhalb der 23.9.
Der Bereich an der 23.675 wird die erste relevante Zone darstellen.
- Oberhalb bleibt der Cluster zur 23.750 & dem m. Bollinger aktiv. Darüber würden nach der 23.860 wieder die 100-TL, welche seit 2 Wochen deckelt, an der 23.900 in den Fokus rücken. Bei Bruch Chance auf 23.940 und 24k (50-TL).
- Unterhalb ist hingegen die Spanne über zur 23.590 zur .565 zu nennen. Darunter folgt das Gap-Close und der erneute Lauf zur 23.480. Bei Bruch 23.380/.340.
Relevante Marken in der Übersicht:
- Widerstände: 23.750 > 23.860 > 23.900 > 23.940 > 24.000 > 24.040 > 24.070 > 24.220 > 24.300 > 24.400 > 24.480 > 24.510 > 24.600 > 24.700 > 24.800 > 24.850
- Unterstützungen: 23.675 > 23.590 > 23.565 > 23.480 > 23.380 > 23.340 > 23.270 > 23.220 > 23.190 > 23.055
Der Ausblick im Videoformat
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