Die Märkte starten mit einer hohen Erwartungshaltung in das Jahr 2021. Die Unternehmensgewinne sollen stark anziehen, die Weltwirtschaft sich kräftig erholen und zugleich beteuern die Notenbanken ihre sehr lockere Geldpolitik über Jahre aufrechtzuerhalten. Optimistische Erwartungen, die bei teilweise Nichterreichung auch Enttäuschungspotential mit sich bringen dürften.

Die erste vollständige Handelswoche im neuen Jahr wird begleitet von einer Reihe an wichtigen Impulsgebern. Auch eine erneute Lockdown-Verlängerung für Deutschland steht im Raum.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • BRD/ Eurozone/ USA Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Dezember
    • USA Bauausgaben November
  • Dienstag:
    • BRD Einzelhandelsumsatz Dezember
    • BRD Arbeitslosenzahl Dezember
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Dezember
  • Mittwoch:
    • BRD/ Eurozone/ USA Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Dezember 
    • BRD Verbraucherpreise Dezember
    • USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar Dezember
    • USA Auftragseingang Industrie November
    • USA FED-Protokoll
  • Donnerstag:
    • BRD Auftragseingang Industrie November
    • Eurozone Verbraucherpreise Dezember
    • Eurozone Einzelhandelsumsatz November
    • Eurozone EZB-Protokoll
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Dezember
  • Freitag:
    • BRD Industrieproduktion November
    • BRD Handelsbilanzsaldo November
    • USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar Dezember
    • USA Arbeitslosenquote Dezember

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder:

Wir beginnen mit einem Blick auf die ganz großen Jahrescharts seit 1990 im DAX, Dow Jones, S&P500 und Nasdaq, wo 2020 wahrlich besondere Jahreskerzen ausgebildet werden konnten. Die Bären könnten nun in Versuchung kommen einen Hanging Man hineinzuinterpretieren. In solchen übergeordneten Bildern kann dies jedoch sehr täuschen; auch dürften die Indizes dann keine nachhaltig neuen Höchststände in 2021 ausbilden.

DAX Jahreschart
DAX Jahreschart
Dow Jones Jahreschart
Dow Jones Jahreschart
S&P500 Jahreschart
S&P500 Jahreschart
Nasdaq 100 Jahreschart
Nasdaq 100 Jahreschart

Schauen wir weiter mit einem Blick zum S&P500 Wochenchart, wo beim sechsten Test die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verletzt werden konnte und der S&P500 zur positiven Saisonalität an der Oberkante entlanghangelte. Kann ein nachhaltiges bullisches Absetzen von der Ausbruchszone im Januar gelingen, oder droht doch noch ein Fehlausbruchszenario und damit Abpraller Nummer 5? Der steile Aufwärtstrend vom vergangenen Jahr wird im Januar die Ausbruchszone tangieren.

S&P500 Ausbruch oder Fehlausbruch?
S&P500 Ausbruch oder Fehlausbruch?

Ergänzend dazu noch der S&P500 Tageschart, wo sich der S&P500 seit November eingekeilt hat. Die Unterkante verläuft zum Wochenauftakt gemeinsam bei der Oberkante des Broadening Tops bei 3.715. Oberhalb bleiben die Bullen stets im Vorteil mit einer ersten Range zur 3.770. Unterhalb könnte eine Konsolidierungsbewegung eingeleitet werden, wo auch der Vorjahrestrend getestet werden dürfte.

S&P500 Tageschart
S&P500 Tageschart

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einer starken Fortsetzung der Rally mit einer Jahresperformance von 47%. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) von 2009 wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals wurde nun seit vier Monaten getestet und verteidigt. Ein erneuter Test würde bei 11.3 verlaufen. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter stets in der Hand. Ein Zurücktauchen in den Hausse-Trendkanal dürfte weitere deutliche Abverkäufe mit sich bringen und könnte einen großen Gipfel vollenden.

Nasdaq übergeordnet - Support bisher verteidigt
Nasdaq übergeordnet – Support bisher verteidigt

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo sich der Index in der positiven Saisonalität ebenso eingekeilt hat und Stück für Stück neue Hochstände ausgebildet hat. Der steigende Keil (Ausdehnung 13k – 12.735), zumeist bärischer Natur, könnte im Januar genutzt werden, um das überkaufte Niveau innerhalb einer Konsolidierung rasch abzubauen. Der sma200 (200-Tagelinie) verläuft aktuell bei 10.647.

Nasdaq Tageschart
Nasdaq Tageschart

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem “breiten Markt”.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir noch am Anfang einer neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den ausgeprägten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase konnte innerhalb von zwei Quartalen den Ausgangspunkt wieder erreichen und anschließend sogar ein Allzeithoch ausbilden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 12k/11.8 stellen im Quartalschart einen wichtigen Support dar, welcher kurz verletzt, aber bisher verteidigt wurde. Bei Bruch wäre auch ein Fall unter die 11k wieder möglich. Oberhalb folgt hingegen eine Spanne zur 13.2 und darüber die zügige Erweiterung zur Verbindungslinie der letzten Allzeithochs bei 13.900. Darüber könnte die Tür zur 14.5/14.6 aufgeschlagen werden.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen (Keilformation) wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Ebenso gut zu erkennen, dass in der Corona-Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegungen bleibt uns noch viele Monate erhalten? Gut zu erkennen ist auch die Underperformance. So kann der DAX (Performanceindex) seit 2015 seine Höchststände nicht halten. Die Bullen brauchen den Durchbruch durch die 13.9, um die Tür zur oberen Keilbegrenzung zu öffnen.

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Den vorangegangenen DAX-Chart zoomen wir daher bis auf 2015 heran. Nun besser zu erkennen, der DAX tritt seit fünf Jahren auf der Stelle und wurde nah am bzw. knapp über dem Allzeithoch stets heftig abverkauft (~30%). Die Verbindungslinie der letzten Hochstände stellt nun eine wichtige Make-or-Break-Marke dar. Oberhalb wäre die obere Keilbegrenzung wieder erreichbar. Eine Fortsetzung im Muster der vergangenen 5 Jahre könnte hingegen Abgaben bis in den 10k-Bereich mit sich bringen.

DAX seit 2015 stets abverkauft am AZH
DAX seit 2015 stets abverkauft am AZH

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex (ex Dividende) im Wochenchart, welcher im Vergleich zur Performanceindex noch weit von seinem Allzeithoch entfernt ist. In der letzten Handelswoche des Jahres erfolgte der Test und Abpraller am Kombiwiderstand, bestehend aus Corona-Panic-Gap und Abwärtstrendlinie. Er vollende mit Schlusskurs auf Wochentief eine bärische Wochenkerze. Ein Kaufsignal steht im Kursindex somit noch aus!

DAX Kursindex mit Abpraller am Widerstand
DAX Kursindex mit Abpraller am Widerstand

DAX – Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX mit Test Kombiwiderstand bei 13.9. Oberhalb Aufhellung zur 14.5. Unterhalb erste Range zur .600/.460/.300.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX zum Monatsende die Verbindungslinie der letzten beiden Allzeithochpunkte bei 13.900 testen konnte. Diese Marke stellt den Türöffner für eine Rallyfortsetzung Richtung 14.5 dar. Unterhalb folgen erste Konsolidierungsziele bei 13.6 & 13.460, von wo die Bullen noch gute Reboundbewegungen wagen können. Bei Bruch würde hingegen die Tür über die 13.3 zur 13k aufgehen.

Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX deutlich am Kombiwiderstand 13.880/.900 abgeprallt ist. Das Schlusskursniveau bei .717 stellt nun eine erste Entscheidungszone dar.

Oberhalb bleibt eine erste Spanne zur .775/.800 aktiv. Ein Festsetzen oberhalb würde abermals den Kombiwiderstand in den Blickpunkt rücken. Darüber folgt die Erweiterung zur 14k. Bei der schwachen Wochenkerze jedoch unwahrscheinlich.

Unterhalb dürfte das Gap bei .602 Anziehungskraft ausüben. Die Marke stellt für die Bullen eine erste wichtige Reboundzone dar. Bei Bruch wäre der Cluster über die .500/.460 zur .400 aktiv. Darunter folgt wieder die alte Trendline bei 13.3.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • 13.717 im Fokus. Oberhalb Range zur .775/.800 aktiv. Bei Bruch Erweiterung zur .880. Unterhalb droht der Weg zur .602 und darunter die Erweiterung zur .460/.400.
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX mit einer schwachen Tageskerze zum Jahresabschluss. Sie könnte den Weg zum Gap bei .602 weisen. Vorerst steht die .717 im Blick.
  • Oberhalb können die Bullen über die .750/.775 zur .800 laufen. Ein vollständiges Anlaufen der .800 würde direkt weitere Hochpunkte Richtung .850 ermöglichen.
  • Unterhalb dürfte das Gap bei .602 über die .650/.625 angesteuert und geschlossen werden. Bei Bruch dürfte die Abwärtsbewegung über die .500 zur .460 erweitert werden, wo am Montag zusätzlich das mittlere Bollingerband verläuft.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 13.717 > 13.750 > 13.775 > 13.797/.819 > 13.850 > 13.880/.900 > 13.950 > 14k
  • Unterstützungen: 13.650/.625 > 13.602 > 13.515 > 13.460 > 13.420 > 13.345 > 13.310/.265 > 13.245 > 13.215/.190 > 13.115 > 13.060/.030 > 12.975 > 12.950 > 12.715 > 12.671/.596 > 12.530 > 12.470 > 12.400 > 12.375 > 12.330 > 12.245 > 12.190 > 12.090/.060 > 12.035/12k > 11.880/.850 > 11.780 > 11.710/.680 > 11.600 > 11.560 > 11.450 > 11.415 > 11.320 > 11.265 > 11.120 > 11.025 > 10.860 > 10.760 > 10.720 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.280/.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.040 > 9.840 > 9.700 > 9.560 > 9.330 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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