Angeschlagen in den Quartalsschluss

Es gab ordentlich Bewegung in der vergangenen Handelswoche. Der DAX musste zum Wochenauftakt seinen Juni-Trend verlassen und eröffnete damit dynamisch eine starke bärische Woche. Am Freitag konnte direkt der nächstgrößere Support angelaufen und verteidigt werden. Oberhalb bestehen nun Chancen für eine stärkere Erholungsbewegung. Übergeordnet sei jedoch eine Warnung ausgesprochen. Der nun anstehende Monats- und Quartalsschluss wird in vielen Chartbildern eine weitere Eintrübung für das 4. Quartal andeuten.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 Monatschart, wo im September eine übergeordnete Widerstandszone (Begrenzungslinie Broadening-Top, Zielzone im Quartalschart) getestet und direkt abverkauft wurde. In diesem Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Ein schwächerer Monats- und somit auch Quartalsabschluss könnte auf aktuellem Niveau bereits eine übergeordnete Korrektur in den nächsten Monaten andeuten.

S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie
S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie

Blicken wir daher auch direkt zum interessanten Bild im S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der nun anstehende Monatsabschluss September bildet zugleich den Quartalsabschluss und somit die Fertigstellung der Quartalskerze. Bisher deutet sie eine Schwächetendenz direkt am übergeordneten Widerstand an.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Interessant: Die aktuelle Monatskerze könnte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr werden. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen werden. Eine wichtige Entscheidungszone.

Nasdaq Hausse ohne Korrektur
Nasdaq Hausse ohne Korrektur

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, die passend zum Monats- und Quartalsabschluss zusätzliche Brisanz (bestätigenden Chartakter) erhält. Falls die Bullen das Niveau verteidigen, besteht die Chance einer starken bullischen Gegenbewegung. Unterhalb wäre hingegen ein großes Top fertiggestellt und die 200-Tagelinie (gelb) wäre das Ziel.

Nasdaq: Test Supportzone
Nasdaq: Test Supportzone

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX. Nachfolgend noch der DAX Tageschart mit seinen Allzeithochs seit 2017. Zu gerne wurde das AZH per Doppelspitze – wobei der 2. Gipfel gerne höhergestellt ist – abverkauft. Können die Bullen es diesmal verhindern?

Die hangelnde und klammernde Bewegung am Juni-Aufwärtstrend wurde in der vergangenen Woche dynamisch aufgelöst. Noch haben die Bullen jedoch eine gute Chance einen größeren Rutsch zu verhindern.

Der DAX und die Doppelspitze am AZH
Der DAX und die Doppelspitze am AZH

Blicken wir auch beim DAX zum Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche seit Wochen umkämpft ist. Unterhalb könnte übergeordnet die Tür zur 10.3 wieder geöffnet werden.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Das aktuelle Quartal wird am Mittwoch abgeschlossen!

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal.

DAX seit 25 Jahren
DAX seit 25 Jahren

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex im Wochenchart, wo der Index den Hangelmodus beendet hat und direkt auf einen wichtigen Kombisupport (ema200, Retracement, mittleres Bollinger) gefallen ist. Oberhalb könnte eine Zwischenerholung per Insideweek eingeleitet werden. Bei Bruch droht hingegen eine Beschleunigung im Abverkauf.

DAX Kursindex am Support
DAX Kursindex am Support

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • EZB-Präsidentin Lagarde Rede vor dem Europäischen Parlament
  • Dienstag:
    • Eurozone Wirtschaftsstimmung September
    • BRD Verbraucherpreise September
    • USA Verbrauchervertrauen Conference Board September
  • Mittwoch:
    • Monats- und Quartalsabschluss
    • China Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August
    • GB BIP Q2
    • BRD Einzelhandelsumsatz August
    • BRD Arbeitslosenzahl September
    • Eurozone Verbraucherpreise September
    • USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar August
    • USA BIP Q2
  • Donnerstag:
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • Eurozone Arbeitslosenquote August
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
  • Freitag:
    • USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar September in Tsd
    • USA Arbeitslosenquote September
    • USA Durchschnittliche Stundenlöhne September
    • USA Auftragseingang Industrie August
    • USA Konsumklima Uni Michigan September

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten drei Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Der nun anstehende Monatsabschluss tendiert nun ebenso deutlich schwächer.

Auf Monatssicht stellt das Vormonatstief bei 12.365 eine erste wichtige Unterstützung dar, welche in der vergangenen Woche auch vollständig erreicht werden konnte. Darunter folgt mit der 12.185 die nächste wichtige Zone. Unterhalb folgt das mittlere Bollingerband bei 11.950. Bei nachhaltigem Bruch folgt eine erste übergeordnete Eintrübung mit nächsten Unterstützungen bei 11.6/ 11.3/ 10.850 und den beiden GD200 kombiniert bei 10.700. Oberhalb der Zone 13.2 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.610/.635 > 12.700 > 12.735/.755 > 12.830/.850 > 12.950/.920 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165 > 13.230/.250 > 13.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.543 > 12.490 > 12.444 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.187 >12.120 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.835 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo sich der DAX mühsam am Juni-Aufwärtstrend über Wochen fragil entlanghangelte. Direkt zum Wochenauftakt wurde dieser „Klammermodus“ sehr dynamisch aufgelöst und das aktivierte Ziel am mittleren Bollinger bei 12.350 zügig angelaufen und verteidigt. Die 12.430 stellen auf Wochensicht nun einen ersten wichtigen Support dar.

Oberhalb kann der DAX eine Erholungswoche und Insideweek einleiten. Eine erste Range wäre dann über die .490/.542 zur .610 und .755 aktiv. Darüber wären die .850 & .920 zu nennen.

Unterhalb der .430 bleibt der DAX hingegen unter Druck und dürfte eine erste Spanne über die .365/.340/.255 zur 12.205 ausbilden. Darunter wären die .147/.047 und 12.012 zu nennen.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2k bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.610 > 12.700 > 12.735/.755 > 12.830/.850 > 12.920 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165/.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.542 > 12.490 > 12.430 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.205/.187 > 12.147 > 12.047 > 12.012 > 11.950 > 11.835 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX konnte am Freitag einen wichtigen Support testen und verteidigen. Eine Zwischenerholung ist wahrscheinlich geworden. Der ema100 bei 12.542 könnte eine erste entscheidende Marke darstellen.
  • Oberhalb bleibt eine erste Range zur .610/.635 aktiv. Darüber wäre abermals die .685/.700 zu nennen. Bei Bruch könnte sich das Bild wieder etwas aufhellen mit der nächsten Zone bei .735/.755.
  • Unterhalb der .542 werden die .490 und der sma100 bei .462 eine erste Range bilden. Darunter sind die .430 und .365/.340/.323 zu nennen.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.610/.635 > 12.685/.700 >12.735/.755 > 12.795 > 12.850 > 12.920/.950 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165 > 13.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.355 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.543 > 12.490 > 12.462 > 12.430 > 12.365/.340 > 12.323 > 12.255 > 12.183 > 12.147 > 12.047 > 12.012 > 11.950 > 11.835 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Der Marktüberblick im Video:

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Ausblick: Märkte am Scheideweg

Am Ende der großen Verfallsterminwoche müssen die US-Indizes ihre dritte Verlustwoche am Stück verarbeiten. Dies gab es zuletzt im August 2019. Wichtige Unterstützungen konnten am Freitag nun erreicht werden und stellen wohl eine entscheidende Weggabelung für die letzten Handelstage im Monat und damit auch im Quartal dar. Der DAX klammert hingegen unbeirrt weiter am Juni-Aufwärtstrend.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen abermals mit den S&P500, welcher in diesem Monat in eine ganz interessante Zone gelaufen ist und bisher einen deutlichen Abpraller hinnehmen musste. Zu sehen ist er als großer Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der Monatsabschluss September bildet zugleich den Quartalsabschluss und somit die Fertigstellung der Quartalskerze. Bisher deutet sie eine Schwächetendenz direkt am Widerstand an.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick noch in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. In diesem Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Im US-Markt droht die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr und dies an einer mehrfach wichtigen Widerstandszone. Der Monats- und somit Quartalsabschluss könnte auf aktuellem Niveau ein Top andeuten.

S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie
S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie

Ein interessantes Bild auch der Dow Jones Tageschart, wo sich der Chart der Nackenlinie einer SKS-Formation genähert hat. Diese verläuft in der kommenden Woche im Bereich um die 27.400, zusätzlich verstärkt mit der Unterkante des Juni-Trendkanals. Die Bullen müssen in der nächsten Woche einen Konter fahren.

Dow Jones mit SKS-Gefahr
Dow Jones mit SKS-Gefahr

Schauen wir mit Apple auf einen Einzelwert im Monatschart. Es droht die erste rote Monatskerze seit März. Ein Hinweis für eine anstehende übergeordnete Konsolidierung? Der Hausse-Aufwärtstrend von 2009 wird im vierten Quartal einen Kreuzsupport mit dem alten Allzeithoch ausbilden. Ein interessantes Ziel für eine Konsolidierung im Muster der letzten Jahre?

Apple Monatschart

Bleiben wir bei den „Techs“ und es folgt der Blick in den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Interessant: Die aktuelle Monatskerze könnte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr werden. Auch der Quartalsabschluss könnte damit eingetrübt werden.

Nasdaq Hausse ohne Korrektur
Nasdaq Hausse ohne Korrektur

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Der Abstand zur 200-Tagelinie, welche in aller Regelmäßigkeit bei Korrekturen angelaufen wird, betrug in der Spitze über 30 Prozent.

Interessant: Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. In diesem Monat wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Die kurze bullische Gegenbewegung sorgte nur für einen Retest des m. Bollinger auf seiner Unterseite und öffnete den Weg zur alten Kanaloberkante, welche nun fast komplett abgearbeitet wurde. Falls die Bullen das Niveau verteidigen, besteht die Chance einer zügigen 1.000 Punkte-Rally. Unterhalb wäre wohl ein großes Top fertiggestellt und die 200-Tagelinie (gelb) wäre das Ziel.

Nasdaq: Bruch im Muster
Nasdaq: Bruch im Muster

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland zum Deutschen Leitindex. Im DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990 ist dieses historische Jahr 2020 an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Gut zu erkennen sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen, die jedoch nicht so stark waren, wie der aktuelle wirtschaftliche Abschwung. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.6 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche seit Wochen umkämpft ist. Unterhalb könnte die Tür zur 10.3 wieder geöffnet werden.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Das aktuelle Quartal wird in diesem Monat abgeschlossen!

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal.

DAX seit 25 Jahren

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • USA Chicago Fed National Activity Index August
    • Rede Fed-Präsident Jerome Powell
  • Dienstag:
    • USA Richmond Fed Manufacturing Index September
    • Eurozone Verbrauchervertrauen September
    • USA Verkauf bestehender Häuser August
    • USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor Ausschuss des Repräsentantenhauses
  • Mittwoch:
    • Japan Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • BRD GfK-Konsumklima für Oktober
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • USA Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor dem Senat
  • Donnerstag:
    • BRD ifo-Geschäftsklimaindex September
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Neubauverkäufe August
  • Freitag:
    • USA Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter August

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.6 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten drei Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Der anstehende Monatsabschluss könnte somit spannend werden.

Auf Monatssicht stellen die 12.365/.185 erste wichtige Unterstützungen dar. Sie bilden eine neutrale Range zur 13.200. Unterhalb folgt das mittlere Bollingerband bei 11.950. Bei nachhaltigem Bruch folgt eine erste übergeordnete Eintrübung mit nächsten Unterstützungen bei 11.6/ 11.3/ 10.850 und den beiden GD200 kombiniert bei 10.700. Oberhalb der Zone 13.165/.235/.250 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range zur 13.165/.235/.250. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 13.165 > 13.230/.250 > 13.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.100 > 13.035/13k > 12.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.490 > 12.365/.315 > 12.255 > 12.185/.165 > 12.120 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.815 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo sich der DAX weiter mühsam am Juni-Aufwärtstrend entlanghangelt. Ausbruchversuche in das Corona-Panic-Gap wurden bisher stets wieder abverkauft. In der kommenden Woche würden die 13.1, die 13.2 und die Begrenzung bei 13.375 eine neutrale Range ausbilden.

Oberhalb bleibt die Bewegung über die .460 ins Corona-Panic-Gap (.500) das nächste Ziel.

Unterhalb wird die Spanne über die 13.035 zur 13k erweitert. Darunter droht eine erste größere Eintrübung zur .920/.850 und nachfolgend wird der Cluster über 12.755/.700 und der .610 aktiviert. Bei Bruch folgen .490 und die große Supportzone ab 12.2.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2k bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 13.165/.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.110/.100 > 13.035/13k > 12.950/.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.535 > 12.490 > 12.350 > 12.240 > 12.195/.165 > 12.140 > 12.100/.062 > 11.950 > 11.815 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX weiter im Hangelmodus am Juni-Aufwärtstrend. Der Tagesschluss Freitag erfolgte auf Tagestief. Das mittlere Bollingerband bei 13.110 könnte somit zum Handelsstart im Fokus stehen.
  • Oberhalb bleibt eine erste Range zur .165/.200 aktiv. Darüber folgt die .260, welche bei Überwindung für einen Spike über die .300/.315 zur .375 sorgen dürfte.
  • Unterhalb der .110 steht eine erste Range zum Support und Juni-Trend bei 13.035/13k. Darunter droht eine erste Eintrübung mit ersten Zielen bei 12.950/.920. Es folgen die .875/.850.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 13.165 > 13.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.355 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.110 > 13.075 > 13k > 12.950/.920 > 12.875/.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.530 > 12.490 > 12.370/.315 > 12.235 > 12.185/.165 > 12.135 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.850 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Der DAX im Hangelmodus
Der DAX im Hangelmodus
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Balanceakt an den Märkten

Es bleibt ein Balanceakt an den Märkten. Die US-Techs erlebten abermals eine Schwächewoche (stärkste seit fast 6 Monaten), aber der DAX konnte trotzdem seinen Juni-Trend arg klammernd verteidigen. Vielleicht unterstützte bereits der Große Verfallstermin (Freitag) in der anstehenden Handelswoche, die zusätzlich viele interessante Impulsgeber („Brexit-Abstimmung“, Geldpolitische Entscheidungen der FED, BoJ, BoE) mit sich bringen wird. Schaffen es die US-Techs, den DAX aus seiner fragilen Balance zu drängen?

Blicken wir kurz auf einige interessante Charts…

Wir beginnen abermals mit den S&P500, welcher in diesem Monat in eine ganz interessante Zone gelaufen ist und bisher einen deutlichen Abpraller hinnehmen musste. Zu sehen ist er als großer Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der Monatsabschluss September bildet zugleich den Quartalsabschluss und somit die Fertigstellung der Quartalskerze. Wird sie an dieser großen Zielmarke abverkauft?

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert, obwohl die US-Wirtschaft den größten BIP-Rückgang seit Jahrzehnten verarbeiten muss.

S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick noch in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. In diesem Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Im US-Markt droht die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr und dies an einer mehrfach wichtigen Widerstandszone.

S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie
S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Genau diese Gegenüberstellung zoomen wir nun auf die letzten 30 Handelstage heran und erkennen auch einen Grund, warum der DAX in der vergangenen Woche besser performen konnte. Die Rally der US-Indizes im August konnte er überhaupt nicht nachbilden. Diese herausgebildete Divergenz konnte in den letzten 2 Wochen nun wieder geschlossen werden. Findet die kurzfristige Outperformance damit auch ein Ende?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt -  30d
Divergenz abgebaut: Tech zu Breitem Markt – 30d

Nachfolgend der Blick in den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Interessant: Die aktuelle Monatskerze könnte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr werden. Auch der Quartalsabschluss könnte damit eingetrübt werden.

Nasdaq Hausse ohne Korrektur
Nasdaq Hausse ohne Korrektur

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrend führte und anschließend weiter beschleunigte. Der Abstand zur 200-Tagelinie, welche in aller Regelmäßigkeit bei Korrekturen angelaufen wird, betrug in der Spitze über 30 Prozent. Somit könnte selbst eine „normale“ Korrektur schon zu heftigen Verwerfungen an der Technologiebörse führen.

Interessant: Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. In der vergangenen Woche wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Die kurze bullische Gegenbewegung sorgte nur für einen Retest des m. Bollinger auf seiner Unterseite, welcher einen bestätigenden Charakter für diesen Ausbruch haben könnte.

Nasdaq: Bruch im Muster
Nasdaq: Bruch im Muster

Im DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal(!) dar; seit 1990) ist dieses historische 1. Halbjahr 2020 an den letzten zwei Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Gut zu erkennen sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen, die jedoch nicht so stark waren, wie der aktuelle wirtschaftliche Abschwung. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendet erst das zweite Quartal und trotzdem wurde fast wieder der Ausgangspunkt erreicht. Wurde im Rekordtempo alles bereits durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.6 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche zuletzt stets abverkauft wurde. Unterhalb könnte die Tür zur 10.3 wieder geöffnet werden.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Das aktuelle Quartal wird in diesem Monat abgeschlossen!

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Die Muster ähneln sich auch diesmal.

DAX seit 25 Jahren
DAX seit 25 Jahren

Nachfolgend noch der DAX Tageschart mit seinen Allzeithochs seit 2017. Zu gerne wurde das AZH per Doppelspitze – wobei der 2. Gipfel gerne höhergestellt ist – abverkauft. Können die Bullen es diesmal verhindern?

Die hangelnde und klammernde Bewegung am Support ähnelt auch dem Bild zum Jahresanfang. Passenderweise wirkt dieser alte Support nun auch deckelnd.

Der DAX und die Doppelspitze am AZH
Der DAX und die Doppelspitze am AZH

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Japan Industrieproduktion Juli
    • Eurozone Industrieproduktion Juli
  • Dienstag:
    • China Industrieproduktion August
    • China Einzelhandelsumsatz August
    • BRD ZEW-Konjunkturerwartungen September
    • Eurozone ZEW-Konjunkturerwartungen September
    • USA Empire State Manufacturing Index September
    • USA Industrieproduktion August
  • Mittwoch:
    • Japan Handelsbilanz
    • USA Einzelhandelsumsatz August
    • USA Fed-Zinsentscheid
  • Donnerstag:
    • Japan BoJ-Zinsentscheid
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Philadelphia-Fed-Index September
  • Freitag:
    • Dreifacher Verfallstermin
    • USA Konsumklima Uni Michigan September

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.6 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum übergeordneten Chartbild. Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten drei Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Es könnte somit spannend werden.

Auf Monatssicht stellen die 12.365/.185 erste wichtige Unterstützungen dar. Sie bilden eine neutrale Range zur 13.165. Unterhalb folgt das mittlere Bollingerband bei 11.950. Bei nachhaltigem Bruch folgt eine erste übergeordnete Eintrübung mit nächsten Unterstützungen bei 11.6/ 11.3/ 10.850 und den beiden GD200 kombiniert bei 10.700. Oberhalb der 13.165/.235/.250 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .475/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range zur 13.165/.235/.250.
  • Widerstände: 13.230/.250 > 13.315 > 13.410 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.165 > 13.100 > 13.060 > 13k > 12.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.490 > 12.365/.315 > 12.255 > 12.185/.165 > 12.120 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.815 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo sich der DAX mühsam am Juni-Aufwärtstrend entlanghangelt. Ausbruchversuche in das Corona-Panic-Gap wurden bisher stets wieder abverkauft. Im Fokus lag zum letzten Wochenauftakt die Juni-Trendbegrenzung bei knapp 12.920, welche abermals verteidigt werden konnte und somit die bullische Range ermöglichte. In der kommenden Woche wird der Bereich .165/.230/.250 eine erste entscheidende Zone darstellen.

Oberhalb bleiben die Bullen direkt im Vorteil und können eine erste Range zur .300/.315 ausbilden. Darüber wäre auch eine zügige Bewegung ins Corona-Panic-Gap (.500) möglich. Wichtige Zwischenmarken .350/.410/.460.

Unterhalb dürfte hingegen erneut die Spanne zum Juni-Trend bei 12.920 im Fokus stehen, mit einer ersten wichtigen Zwischenmarke bei 13.030. Darunter droht eine erste größere Eintrübung zur .850 und nachfolgend wird der Cluster über 12.755/.700 und der .610 aktiviert. Bei Bruch folgen .490 und die große Supportzone ab 12.2.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2k bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 13.230/.250 > 13.300/.315 > 13.350 > 13.410 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.165 > 13.120 > 13.060 > 13.030 > 12.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.535 > 12.490 > 12.370/.315 > 12.240 > 12.185/.165 > 12.120 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.815 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX bleibt volatil seitwärtsgerichtet. Oberhalb der 13.165 überwiegen zum Wochenauftakt die bullischen Chancen.
  • Eine erste Spanne wäre dann über die .220/.260 zur .315 aktiv. Darüber wären die .350/.410 zu nennen.
  • Unterhalb folgt hingegen wieder die Bewegung über die 13.120/.060 zum mittleren Bollingerband bei 13.030. Bei Bruch folgen die 12.975 und abermals die .920, wo am Montag zusätzlich der GD38 verlaufen wird.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 13.230/.260 > 13.300/.315 > 13.350 > 13.410 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.165 > 13.120 > 13.060 > 13.030 > 12.975 > 12.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.530 > 12.490 > 12.370/.315 > 12.235 > 12.185/.165 > 12.135 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.850 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Der Marktüberblick im Video:

Allgemeiner Hinweis:

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Comeback der Bären?

Die vergangene Handelswoche war durch erhöhte Volatilität geprägt, die uns noch im Unklaren lässt, ob es sich hierbei schon um größere Marktbewegungen handeln könnte. Nach einem sehr bullischen Auftakt sorgten die Bären für heftige Rücksetzer, vor allem im Tech-Sektor. Allerdings sind diese Bereiche in den vergangenen Monaten so stark angestiegen, dass selbst zwei scharfe Verlusttage noch keinen bullischen Trendbruch bedeuten. Mehrere interessante Auffälligkeiten gab es trotzdem zu erkennen, welche die Abonnenten auf dem Youtube-Kanal bereits kennen und wir hiermit nochmal beleuchten wollen.

Blicken wir kurz auf einige interessante Charts…

Wir beginnen abermals mit den S&P500, welcher in der vergangenen Woche in eine ganz interessante Zone gelaufen ist und einen deutlichen Abpraller hinnehmen musste. Zu sehen ist er als großer Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?).

Interessanter Fakt: Falls der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen kann, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert, obwohl die US-Wirtschaft den größten BIP-Rückgang seit Jahrzehnten verarbeiten muss.

S&P500 seit 1990. Die Dimensionen der Ausprägungen ähneln sich
S&P500 seit 1990. Die Dimensionen der Ausprägungen ähneln sich

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick noch in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. In der vergangenen Woche wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Der Beginn einer Konsolidierung?

S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie
S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Diesmal alles unvorstellbar?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Nachfolgend der Blick in den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert.

Finale Übertreibungsphasen im Fahnenstangenmodus können jedoch weit ausgedehnt werden.

Nasdaq Hausse ohne Korrektur
Nasdaq Hausse ohne Korrektur

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrend führte und anschließend weiter beschleunigte. Der Abstand zur 200-Tagelinie, welche in aller Regelmäßigkeit bei Korrekturen angelaufen wird, betrugt in der Spitze über 30 Prozent. Somit könnte selbst eine „normale“ Korrektur schon zu heftigen Verwerfungen an der Technologiebörse führen.

Weiterer interessanter Aspekt: Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen. Am Freitag wurde es abermals getestet.

Stark überkauft und weiter ohne Verkaufssignal
Nasdaq: Stark überkauft und weiter ohne Verkaufssignal

Im DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal(!) dar; seit 1990) ist dieses historische 1. Halbjahr 2020 an den letzten zwei Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Gut zu erkennen sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen, die jedoch nicht so stark waren, wie der aktuelle wirtschaftliche Abschwung. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase steht erst im zweiten Quartal und trotzdem wurde fast wieder der Ausgangspunkt erreicht. Wurde im Rekordtempo alles bereits durchstanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.6 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche zuletzt stets abverkauft wurde. Unterhalb könnte die Tür zur 10.3 wieder geöffnet werden.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft.

DAX seit 25 Jahren
DAX seit 25 Jahren

Nachfolgend noch der DAX Tageschart mit seinen Allzeithochs seit 2017. Zu gerne wurde das AZH per Doppelspitze – wobei der 2. Gipfel gerne höhergestellt ist – abverkauft. Können die Bullen es diesmal verhindern?

Der DAX und die Doppelspitze am AZH
Der DAX und die Doppelspitze am AZH

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex (Wochenchart), wo sich der Index den ganzen Sommer lang an einem wichtigen Kombiwiderstand (sma200, Retracement, Trendlinien) entlanghangelt und diesen bisher nicht überwinden konnte. Die Anstiegssequenz erinnert an die Bewegung vom vergangenen Winter kurz bevor der Abverkauf einsetzte.

DAX Kursindex im Hangelmodus
DAX Kursindex im Hangelmodus

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • China Handelsbilanz Juli
    • BRD Industrieproduktion Juli
    • Eurozone sentix-Konjunkturindex September
  • Dienstag:
    • Japan BIP Q2
    • BRD Handelsbilanz Juli
    • Eurozone BIP Q2
  • Mittwoch:
    • USA JOLTS-Daten (offene Stellen) Juli 
  • Donnerstag:
    • Eurozone EZB-Zinsentscheid
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Erzeugerpreise August
  • Freitag:
    • BRD Verbraucherpreise August
    • GB Handelsbilanz Juli
    • USA Verbraucherpreise August
    • USA Realeinkommen August

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.6 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum übergeordneten Chartbild. Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten drei Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Es könnte also spannend werden.

Auf Monatssicht stellen die 12.365/.185 erste wichtige Unterstützungen dar. Sie bilden eine neutrale Range zur 13.165. Unterhalb folgt das mittlere Bollingerband bei 11.950. Bei nachhaltigem Bruch folgt eine erste übergeordnete Eintrübung mit nächsten Unterstützungen bei 11.6/ 11.3/ 10.850 und den beiden GD200 kombiniert bei 10.700. Oberhalb der 13.165 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .475/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range zur 13.165.
  • Widerstände: 12.925 > 12.975 > 13k > 13.060 > 13.100 > 13.165 > 13.220 > 13.240 > 13.325 > 13.350 > 13.400 > 13.450/.475 > 13.500
  • Unterstützungen: 12.900 > 12.840/.820 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.490 > 12.365/.315 > 12.255 > 12.185/.165 > 12.135 > 12.100/.075 > 11.950 > 11.900 > 11.800 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo sich der DAX seit Anfang Juli in einen Seitwärtstrend eingefunden hat. Der Ausbruchversuch in das Corona-Panic-Gap wurde direkt wieder komplett abverkauft. Im Fokus dürfte zum Wochenauftakt die Juni-Trendbegrenzung bei knapp 12.925 liegen.

Oberhalb wäre weiterhin die Range über die 12.975/13k/13.1 zur 13.165 aktiv. Darüber wäre weiterhin über die .315 die .475/.500 (Corona-Panic-Gap) ein Thema. Jedoch in der kommenden Woche nicht favorisiert.

Unterhalb der 12.925 steht eine erste Range über die 12.900/.840 zur 12.755 & .700. Bei Bruch würden .610 & .490 in den Fokus rücken. Darunter die große Supportzone ab 12.2.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2k bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.925 > 12.975 > 13k > 13.060 > 13.100 > 13.165 > 13.220 > 13.240 > 13.315/.325 > 13.350 > 13.400 > 13.450/.475 > 13.500
  • Unterstützungen: 12.900 > 12.840/.820 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.535 > 12.490 > 12.370/.315 > 12.255 > 12.185/.165 > 12.135 > 12.100/.075 > 11.950 > 11.900 > 11.800 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX verletzte am Freitag das mittlere Bollingerband bei 12.975 und den GD38 bei 12.900. Bei Handelsstart innerhalb könnte hier eine erste abwartende Range zu finden sein.
  • Oberhalb der 12.975 könnten die Bullen den Cluster zur 13.165 über die 13k/13.060/13.100 erneut aktivieren. Eine Spanne, welche durchaus für 2 Handelstage ausgelegt wäre.
  • Unterhalb vom GD38 bei 12.900 bleiben die Bären direkt am Drücker und können eine erste Spanne zur .840/.820 ausbilden. Darunter wäre der Cluster über die .755 zur .700 aktiviert.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.925 > 12.975 > 13k > 13.060 > 13.100 > 13.165 > 13.220 > 13.280 > 13.300 > 13.314/.325 > 13.350 > 13.400 > 13.450/475 > 13.500
  • Unterstützungen: 12.900 > 12.840/.820 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.530 > 12.490 > 12.370/.315 > 12.255 > 12.185/.165 > 12.135 > 12.100/.075 > 11.950 > 11.900 > 11.800 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Der Marktüberblick im Video:

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