Trügerischer Wochenabschluss?

Die Märkte beendeten eine volatile Handelswoche am Ende versöhnlich und halten sich somit die Tür für Bullen und Bären gleichermaßen offen. Doch ist dieser Abschluss vielleicht ein wenig trügerisch, da er unter dem Einfluss des Kleinen Verfallstermin stand? Es ist durchaus auffällig, dass die gescheiterten Brexit-Verhandlungen, die Verschiebung des US-Stimulus-Pakets und die ersten Teil-Lockdowns in Europa am Markt noch keine Reaktionen ausgelöst haben. Das Märchen einer V-Erholung der Wirtschaft wird vor diesem Hintergrund weiter hinterfragt werden müssen.

Die US-Berichtssaison startet in der nächsten Woche in die heiße Phase. So melden u. a. Tesla, Netflix, Intel, AT&T, Texas Instruments, IBM und American Express. In der Woche darauf folgen dann Apple, Microsoft und Amazon.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Die Marke 1.500 stellt im übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar. Oberhalb des alten Allzeithochs um 3.400 haben die Bullen kurzfristig weiter gute Chance Richtung Vormonatshoch zu laufen.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990, jetzt mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. In der vergangenen Woche sollte nochmals ein Angriff auf die Oberkante erfolgen, welcher jedoch nicht vollständig durchzogen werden konnte. Die schwächere Wochenkerze deutet vorerst schwieriges Fahrwasser für die Bullen an. Die Bären sollten auf ein Doppeltop innerhalb des Broadening-Tops setzen.

S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top
S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter in der Hand, allerdings fehlen bisher die Anschlusskäufe nach dem Durchbruch.

Nasdaq am Support angekommen
Nasdaq am Support angekommen

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, welche zusätzlich durch die 100-Tagelinien (sma100/ ema100) verstärkt wird.

Gut zu erkennen ist die vor einer Woche thematisierte iSKS-Formation, welche bei einer Aktivierung zum Wochenstart direkt für Dynamik zur 12k sorgen sollte. Der am Montag eingesetzte sehr starke Aufwärtsimpuls konnte jedoch nicht für einen Durchbruch über die Widerstandszone sorgen. Falls der Aufwärtstrendkanal verletzt wird, müssen die Bullen dringend die Nackenlinie der iSKS verteidigen. Ein Sprung über das Vorwochenhoch bringt hingegen schnell das Allzeithoch auf den Plan.

Nasdaq mit Bodenbildung
Nasdaq am Scheideweg

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch und baut seine Underperformance seit Jahren aus.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Genau diese Gegenüberstellung zoomen wir nun auf die letzten 60 Handelstage heran und erkennen, dass der DAX seit Anfang August nicht von der Stelle kommt. Die US-Indizes performten zuletzt klar besser und die Divergenz wurde wieder deutlich erhöht. Folgt in der kommenden Woche erneut die impulsartige Anpassung?

Divergenz in den letzten Wochen wieder aufgebaut
Divergenz in den letzten Wochen wieder aufgebaut

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche in der vergangenen Woche abgearbeitet wurde. Darüber sei die 13.5 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch durch die 11.7/11.8 droht eine Eintrübung unter die 11k.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft (~25%). Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Japan Handelsbilanz
    • China BIP Q3
    • Rede FED-Chef Powell/ EZB-Chefin Lagarde
  • Dienstag:
    • USA Baugenehmigungen September
    • USA Verbraucherpreise September
  • Mittwoch:
    • USA FED Beige Book
  • Donnerstag:
    • BRD GfK-Konsumklima November
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • Eurozone Verbrauchervertrauen Oktober
  • Freitag:
    • TV-Duell Trump vs. Biden
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
    • USA Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober 
    • USA Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Eine Entscheidung wäre fällig.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgt mit der 12.237/.220 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb sind die 11.950/.845/.680 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der 13.165 bleibt hingegen die Range über die .235/.315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.910 > 12.950 > 13k > 13.100 > 13.150/.165 > > 13.235 > 13.315 > 13.360 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.840 > 12.800 > 12.740 > 12.680 > 12.640/.600 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.237/.220 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.845 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.770/.730 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nun das vierte Mal am Stück den Wochensupport am mittleren Bollingerband verteidigen konnte. Die erste relevante Zone dürften zum Wochenauftakt um 12.910 verlaufen.

Oberhalb können die Bullen eine erste Range über die .950 zur 13k/.030 ausbilden, wo der Weg bereits wieder steiniger werden dürfte. Darüber würde sich das Bild wieder zur 13.1 aufhellen. Gefolgt vom Cluster .165 und .210/.235. Bei Bruch sei der Bereich .315/.340 zu nennen.

Unterhalb der 12.910 folgt ein erster Cluster über die .840 zur .800. Darunter rückt abermals das mittlere Bollingerband bei 12.740 in den Blickpunkt, welches zuletzt stets verteidigt werden konnte. Ein nachhaltiger Bruch wäre ein Warnsignal. Darunter folgen Marken bei .640/.600. Im weiteren Verlauf .540/.490/.400/.340.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.910 > 12.950 > 12.975 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > < 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.840 > 12.800 > 12.740 > 12.680 > 12.640/.600 > 12.540 > 12.490 > 12.400 > 12.340 > 12.255 > 12.237/.220 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tages- und Stundenchart:

  • Der DAX dürfte an seinem Freitagsschlusskurs um 12.910 auf eine erste relevante Marke treffen.
  • Oberhalb könnte er eine erste Range über die .950 zum Gap bei .975 und zur alten Trendlinie bei 13k ausbilden. Darüber würde sich das Bild über die 13.030/.070 zur .100 wieder etwas aufhellen.
  • Unterhalb der .910 könnte der DAX in einen Insideday (Tageskerze innerhalb der Vortageskerze) streben. Eine erste Spanne wäre dann über die .840 zum m. Bollinger bei .800 aktiv. Darunter folgt der Cluster zum sma100 bei .740 über die .770. Ein weiterer Cluster wäre der Bereich .700 zur .640.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.910 > 12.950 > 12.975 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.840 > 12.800 > 12.770 > 12.740 > 12.700 > 12.640/.600 > 12.560/.540 > 12.490/.470 > 12.435/.405 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.237/.220 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Der Marktüberblick im Video:

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Maximaler Wahlkampfmodus

Es sind noch knapp drei Wochen bis zur US-Wahl; höchste Zeit für Donald Trump in den maximalen Wahlkampfmodus zu schalten. Die vergangene Handelswoche war bereits sehr politisch geprägt. Getrieben von immer neuen Tweets zu Stimulus-, Impfstoff- und Medikamentenhoffnungen. Alles schaut „great“ aus und wird sowieso noch viel besser. „Die Demokraten sind bereit einen Deal zu machen“ so Trump zu den Stimulusverhandlungen. Die Methode Brechstange mit anschließender Orgie an Hoffnungstweets zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Präsidentschaft. Erinnern wir uns an den direkt gestarteten Handelskrieg mit China. Eine harte Attacke in der großen Hoffnung, dass der Gegner sofort einlenken wird. Und wenn nicht? Plan B, ein versteckter Masterplan? China ist nicht eingebrochen. Der „größte Handelsdeal der Geschichte“ eine Luftnummer. Dafür liegen die bilateralen Beziehungen am Boden und die eigenen US-Unternehmen klagen gegen die auferlegten Strafzölle. Einen Masterplan hat es nie gegeben. Trump kennt nur die maximale Attacke, verschließt die Türen für mögliche Kompromisse/ Auswege und weiß bei Gegenwehr nicht mehr wohin. China möchte den Deal? China braucht den Deal? Die Demokraten möchten und brauchen den Stimulus-Deal? Nein! Trump braucht die Abschlüsse, denn er hat nicht viel vorzuweisen. Handelsbilanzdefizitabbau, Schuldenabbau, Gesundheitsreform, China-Trade-Deal… große Worte, aber mit entgegengesetztem Ergebnis. Jetzt gilt es zumindest seinen so geliebten Aktienmarkt zum Wahltermin nochmal Richtung Allzeithoch zu pushen. Dafür gilt es sich die Finger wund zu tippen und viel Hoffnung zu schüren. Die nächsten drei Wochen dürften für die Börsen hochpolitisch bleiben.

Abseits der Politik stehen in der kommenden Handelswoche trotzdem wichtige Termine an. So beginnt am Dienstag mit den US-Banken die Quartalsberichtssaison und am Freitag dürfte der Kleine Verfallstermin zusätzlich die Kurse bewegen. Auch die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien laufen auf eine erste Deadline zu.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Die Marke 1.500 stellt im übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar. Oberhalb des alten Allzeithochs um 3.400 haben die Bullen kurzfristig weiter gute Chance Richtung Vormonatshoch zu laufen.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. In den kommenden Wochen ermöglicht eine verteidigte Bodenbildung an der alten „Panic-Gap“-Zone einen erneuten Anstieg zur oberen Trendbegrenzung, passend zum Wahltermin.

S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top
S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter in der Hand.

Nasdaq am Support angekommen
Nasdaq am Support angekommen

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, welche in den nächsten Tagen durch die 100-Tagelinien (sma100/ ema100) verstärkt wird.

Gut zu erkennen ist mit der iSKS eine Bodenbildungsformation oberhalb der Supportzone. Falls die Aktivierung zum Wochenauftakt aufgenommen wird, dürfte die 12k erneut in den Blickpunkt rücken.

Nasdaq mit Bodenbildung
Nasdaq mit Bodenbildung

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv. Darüber sei die 13.5 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch durch die 11.7/11.8 droht eine Eintrübung unter die 11k.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Zum Abschluss dieser Reihe zoomen wir in das vorangegangene Bild im DAX Tageschart etwas herein. Der wird seit 2015 am Allzeithoch gerne dynamisch abverkauft. Auch die Bären behalten auf diesem Niveau die Chance für eine bärische Umkehrformation.

Bären noch nicht chancenlos
Bären noch nicht chancenlos

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • USA Weltbank und IWF, Jahrestagung, Interview mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde
  • Dienstag:
    • Beginn der Q3-Berichtssaison
    • China Handelsbilanzsaldo September 
    • BRD ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober
    • Eurozone ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober
    • USA Verbraucherpreise September
  • Mittwoch:
    • Eurozone Industrieproduktion August
    • USA Erzeugerpreise September
  • Donnerstag:
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Empire State Manufacturing Index Oktober
    • USA Philadelphia-Fed-Index Oktober
  • Freitag:
    • Kleiner Verfallstermin
    • Eurozone Verbraucherpreise September
    • USA Einzelhandelsumsatz September
    • USA Industrieproduktion September
    • USA Konsumklima Uni Michigan Oktober

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgt mit der 12.241/.227 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb sind die 11.950/.845/.680 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der 13.165 bleibt hingegen die Range über die .235/.315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 13.060 > 13.116 > 13.165 > 13.235 > 13.315 > 13.360 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.035 > 13k > 12.960/.950 > 12.870 > 12.830 > 12.730 > 12.690/.660 > 12.628/.610 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.444 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.241/.227 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.845 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.770/.730 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nach Bruch des Juni-Aufwärtstrends und Test der Supportzone eine bullische Gegenbewegung einleiten konnte. Die 13k/.035 stellen einen ersten wichtigen Support dar.

Oberhalb können die Bullen direkt Akzente zur 13.1 und dem Gap bei .116 setzen. Darüber folgt der Cluster .165 und die .210/.235, ab wo der Weg vor stärkeren Widerständen steht. Bei Bruch sei die .315/.340 zu nennen.

Unterhalb der 13k rücken die 12.870 wieder in den Blickpunkt und der Aufwärtsimpuls der Vorwoche könnte sich als Fehlausbruch erweisen. Das Vorwochentief in Kombination mit dem mittleren Bollingerband bei 12.730 stellen einen ersten wichtigen Wochensupport dar. Darunter folgen Marken bei .610/.540/.490/.380/.340.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 13.050 > 13.100/.116 > 13.165 > 13.210/.235 > 13.315 > 13.340 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.035 > 13k > 12.960 > 12.870 > 12.830/.780 > 12.730 > 12.680 > 12.610 > 12.540 > 12.490 > 12.380/.340 > 12.255 > 12.241/.227 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart & Stundenchart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tages- und Stundenchart:

  • Der DAX oberhalb der 13k auf Ausbruchniveau und innerhalb eines Trendkanals. 13k und 13.035 müssen daher zum Wochenauftakt verteidigt werden.
  • Oberhalb bieten sich Anschlusskäufe über das Vorwochenhoch (.100) zum Gap bei .116 direkt an. Kleine Zwischenzone .050/.070. Oberhalb der .116 wird der Bereich zur .165 und anschließend zur .210/.235 aktiviert.
  • Unterhalb der 13k bildet der GD38 bei 12.960 einen ersten Support. Bei Bruch trübt sich das Bild wieder über die .900 zur .870 ein. Darunter sind die .840 & .780 zu nennen.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 13.050/.070 > 13.100/.116 > 13.165 > 13.210/.235 > 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.035 > 13k > 12.960 > 12.930/.900 > 12.870 > 12.840 > 12.780 > 12.730 > 12.680 > 12.610 > 12.540 > 12.490/.470 > 12.380/.340 > 12.255 > 12.241/.227 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Stundenchart
Xetra-DAX Stundenchart

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Ausblick: Trump & Stimulushoffnungen

Die Märkte verschnauften etwas nach den Verlusten der Vorwoche(n) und absolvierten eine Zwischenkonsolidierung. Für den DAX gab es am Ende im Wochenchart eine Insideweek, ganz klassisch per Doji in der Wochenkerze. Die kommende Woche könnte wieder zwischen den Themen US-Stimulusprogramm und Covid-19 hin- und hergerissen sein.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der absolvierte Monats- und Quartalsabschluss verstärkte nun den Widerstand am alten Allzeithoch um 3.400. Die Marke 1.500 stellt im großen, übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick noch in den kleineren S&P500 Monatschart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Im US-Markt gab es damit die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr und dies an einer mehrfach wichtigen Widerstandszone. Können die Bären ihre Chance nutzen?

S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie
S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Eine wichtige Entscheidungszone für den Nasdaq!

Nasdaq am Support angekommen
Nasdaq am Support angekommen

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, welche in den nächsten Tagen durch die 100-Tagelinien (sma100/ ema100) verstärkt wird. Das mittlere Bollingerband dürfte zum Wochenauftakt direkt wieder im Fokus stehen. Kanalabonnenten werden zum Morning-Briefing kostenfrei informiert.

Nasdaq mit Test Supportzone
Nasdaq mit Test Supportzone

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, wobei die Zone knapp oberhalb der 12.9 durch den Monats- und Quartalswechsel nun zusätzlich verstärkt wurde.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex im Wochenchart, wo der Index seit zwei Wochen direkt an einem wichtigen Kombisupport (ema200, sma100, Retracement, mittleres Bollinger) steht. Bei Bruch könnte ein dynamischer Abverkauf eingeleitet werden.

DAX Kursindex am Support
DAX Kursindex am Support

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
    • Eurozone Einzelhandelsumsatz August
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
  • Dienstag:
    • BRD Auftragseingang Industrie August
    • USA Handelsbilanzsaldo August
    • USA OLTS-Daten (offene Stellen) August
  • Mittwoch:
    • BRD Industrieproduktion August
    • USA FED-Protokoll
  • Donnerstag:
    • BRD Handelsbilanzsaldo August
    • Eurozone EZB-Protokoll
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
  • Freitag:
    • GB Handelsbilanzsaldo August

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgt mit der 12.230/.210 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb folgen die 11.950/.825/.680. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der Zone 13.2 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.700 > 12.755 > 12.830/.870 > 12.920/.950 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165 > 13.230/.250 > 13.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.610 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.444 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.230/.210 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nach Bruch des Juni-Aufwärtstrends und der darauffolgenden Abwärtsdynamik eine Zwischenkonsolidierung per Insideweek (Wochenkerze innerhalb der Vorwochenkerze) absolvierte. Der Bereich um .610, wo sich in der kommenden Woche Retracement und m. Bollinger treffen, dürfte eine erste wichtige Marke darstellen.

Oberhalb können die Bullen eine erste Range über die .670/.700 zur .755 anstreben. Bei Bruch folgen abermals die .830 und .870, wobei ein vollständiges Durchlaufen die Chance für den Test der .920/.950 erhöhen dürfte. Darüber würde sich das Bild über die 13k/13.035 zur .100/.165 aufhellen.

Unterhalb der .610 rücken die .570/.540 und .490 in den Fokus. Bei Bruch die Erweiterung zur .365/.340. Darunter wären die .255/.225/.165/.095/12k zu nennen.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.735/.755 > 12.830 > 12.870 >12.920/.950 > 13k/13.035 > 13.100 > 13.165 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.700/.670 > 12.610 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.365/.340 > 12.255/.225 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart & Stundenchart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX dürfte innerhalb einer Dreiecksformation starten, welche am Montag durch die Marken .570 & .750 begrenzt wird. Innerhalb bilden die .610 zur .670/.700 eine Zwischenzone.
  • Oberhalb könnten die Bullen Kraft gewinnen und eine erste Range zur .800/.830 anvisieren. Darüber folgen die .870, welche die Tür zum m. Bollinger (.910) und GD38 (.950) öffnet. Bei Bruch würde sich das Bild hingegen weiter aufhellen und das Gap bei 13k/13.035 wäre Anlaufmarke.
  • Unterhalb der .570 dürften die Bären Morgenluft schnuppern und eine erste Spanne über die .540 zur .490/.470 anstreben. Darunter folgen abermals die .365/.340, welche am Montag durch den ema200 verstärkt werden.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.755 > 12.800 > 12.830 > 12.870 > 12.910 > 12.950 > 13k/13.035 > 13.060 > 13.100 > 13.165 > 13.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.355 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.700/.670 > 12.610 > 12.570 > 12.540 > 12.490/.470 > 12.365/.340 > 12.255/.225 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Stundenchart
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Angeschlagen in den Quartalsschluss

Es gab ordentlich Bewegung in der vergangenen Handelswoche. Der DAX musste zum Wochenauftakt seinen Juni-Trend verlassen und eröffnete damit dynamisch eine starke bärische Woche. Am Freitag konnte direkt der nächstgrößere Support angelaufen und verteidigt werden. Oberhalb bestehen nun Chancen für eine stärkere Erholungsbewegung. Übergeordnet sei jedoch eine Warnung ausgesprochen. Der nun anstehende Monats- und Quartalsschluss wird in vielen Chartbildern eine weitere Eintrübung für das 4. Quartal andeuten.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 Monatschart, wo im September eine übergeordnete Widerstandszone (Begrenzungslinie Broadening-Top, Zielzone im Quartalschart) getestet und direkt abverkauft wurde. In diesem Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Ein schwächerer Monats- und somit auch Quartalsabschluss könnte auf aktuellem Niveau bereits eine übergeordnete Korrektur in den nächsten Monaten andeuten.

S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie
S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie

Blicken wir daher auch direkt zum interessanten Bild im S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der nun anstehende Monatsabschluss September bildet zugleich den Quartalsabschluss und somit die Fertigstellung der Quartalskerze. Bisher deutet sie eine Schwächetendenz direkt am übergeordneten Widerstand an.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Interessant: Die aktuelle Monatskerze könnte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr werden. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen werden. Eine wichtige Entscheidungszone.

Nasdaq Hausse ohne Korrektur
Nasdaq Hausse ohne Korrektur

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, die passend zum Monats- und Quartalsabschluss zusätzliche Brisanz (bestätigenden Chartakter) erhält. Falls die Bullen das Niveau verteidigen, besteht die Chance einer starken bullischen Gegenbewegung. Unterhalb wäre hingegen ein großes Top fertiggestellt und die 200-Tagelinie (gelb) wäre das Ziel.

Nasdaq: Test Supportzone
Nasdaq: Test Supportzone

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX. Nachfolgend noch der DAX Tageschart mit seinen Allzeithochs seit 2017. Zu gerne wurde das AZH per Doppelspitze – wobei der 2. Gipfel gerne höhergestellt ist – abverkauft. Können die Bullen es diesmal verhindern?

Die hangelnde und klammernde Bewegung am Juni-Aufwärtstrend wurde in der vergangenen Woche dynamisch aufgelöst. Noch haben die Bullen jedoch eine gute Chance einen größeren Rutsch zu verhindern.

Der DAX und die Doppelspitze am AZH
Der DAX und die Doppelspitze am AZH

Blicken wir auch beim DAX zum Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche seit Wochen umkämpft ist. Unterhalb könnte übergeordnet die Tür zur 10.3 wieder geöffnet werden.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Das aktuelle Quartal wird am Mittwoch abgeschlossen!

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal.

DAX seit 25 Jahren
DAX seit 25 Jahren

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex im Wochenchart, wo der Index den Hangelmodus beendet hat und direkt auf einen wichtigen Kombisupport (ema200, Retracement, mittleres Bollinger) gefallen ist. Oberhalb könnte eine Zwischenerholung per Insideweek eingeleitet werden. Bei Bruch droht hingegen eine Beschleunigung im Abverkauf.

DAX Kursindex am Support
DAX Kursindex am Support

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • EZB-Präsidentin Lagarde Rede vor dem Europäischen Parlament
  • Dienstag:
    • Eurozone Wirtschaftsstimmung September
    • BRD Verbraucherpreise September
    • USA Verbrauchervertrauen Conference Board September
  • Mittwoch:
    • Monats- und Quartalsabschluss
    • China Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August
    • GB BIP Q2
    • BRD Einzelhandelsumsatz August
    • BRD Arbeitslosenzahl September
    • Eurozone Verbraucherpreise September
    • USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar August
    • USA BIP Q2
  • Donnerstag:
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • Eurozone Arbeitslosenquote August
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
  • Freitag:
    • USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar September in Tsd
    • USA Arbeitslosenquote September
    • USA Durchschnittliche Stundenlöhne September
    • USA Auftragseingang Industrie August
    • USA Konsumklima Uni Michigan September

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten drei Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Der nun anstehende Monatsabschluss tendiert nun ebenso deutlich schwächer.

Auf Monatssicht stellt das Vormonatstief bei 12.365 eine erste wichtige Unterstützung dar, welche in der vergangenen Woche auch vollständig erreicht werden konnte. Darunter folgt mit der 12.185 die nächste wichtige Zone. Unterhalb folgt das mittlere Bollingerband bei 11.950. Bei nachhaltigem Bruch folgt eine erste übergeordnete Eintrübung mit nächsten Unterstützungen bei 11.6/ 11.3/ 10.850 und den beiden GD200 kombiniert bei 10.700. Oberhalb der Zone 13.2 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.610/.635 > 12.700 > 12.735/.755 > 12.830/.850 > 12.950/.920 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165 > 13.230/.250 > 13.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.543 > 12.490 > 12.444 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.187 >12.120 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.835 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo sich der DAX mühsam am Juni-Aufwärtstrend über Wochen fragil entlanghangelte. Direkt zum Wochenauftakt wurde dieser „Klammermodus“ sehr dynamisch aufgelöst und das aktivierte Ziel am mittleren Bollinger bei 12.350 zügig angelaufen und verteidigt. Die 12.430 stellen auf Wochensicht nun einen ersten wichtigen Support dar.

Oberhalb kann der DAX eine Erholungswoche und Insideweek einleiten. Eine erste Range wäre dann über die .490/.542 zur .610 und .755 aktiv. Darüber wären die .850 & .920 zu nennen.

Unterhalb der .430 bleibt der DAX hingegen unter Druck und dürfte eine erste Spanne über die .365/.340/.255 zur 12.205 ausbilden. Darunter wären die .147/.047 und 12.012 zu nennen.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2k bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.610 > 12.700 > 12.735/.755 > 12.830/.850 > 12.920 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165/.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.542 > 12.490 > 12.430 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.205/.187 > 12.147 > 12.047 > 12.012 > 11.950 > 11.835 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX konnte am Freitag einen wichtigen Support testen und verteidigen. Eine Zwischenerholung ist wahrscheinlich geworden. Der ema100 bei 12.542 könnte eine erste entscheidende Marke darstellen.
  • Oberhalb bleibt eine erste Range zur .610/.635 aktiv. Darüber wäre abermals die .685/.700 zu nennen. Bei Bruch könnte sich das Bild wieder etwas aufhellen mit der nächsten Zone bei .735/.755.
  • Unterhalb der .542 werden die .490 und der sma100 bei .462 eine erste Range bilden. Darunter sind die .430 und .365/.340/.323 zu nennen.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.610/.635 > 12.685/.700 >12.735/.755 > 12.795 > 12.850 > 12.920/.950 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165 > 13.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.355 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.543 > 12.490 > 12.462 > 12.430 > 12.365/.340 > 12.323 > 12.255 > 12.183 > 12.147 > 12.047 > 12.012 > 11.950 > 11.835 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Der Marktüberblick im Video:

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Ausblick: Märkte am Scheideweg

Am Ende der großen Verfallsterminwoche müssen die US-Indizes ihre dritte Verlustwoche am Stück verarbeiten. Dies gab es zuletzt im August 2019. Wichtige Unterstützungen konnten am Freitag nun erreicht werden und stellen wohl eine entscheidende Weggabelung für die letzten Handelstage im Monat und damit auch im Quartal dar. Der DAX klammert hingegen unbeirrt weiter am Juni-Aufwärtstrend.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen abermals mit den S&P500, welcher in diesem Monat in eine ganz interessante Zone gelaufen ist und bisher einen deutlichen Abpraller hinnehmen musste. Zu sehen ist er als großer Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der Monatsabschluss September bildet zugleich den Quartalsabschluss und somit die Fertigstellung der Quartalskerze. Bisher deutet sie eine Schwächetendenz direkt am Widerstand an.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990. Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick noch in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. In diesem Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Im US-Markt droht die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr und dies an einer mehrfach wichtigen Widerstandszone. Der Monats- und somit Quartalsabschluss könnte auf aktuellem Niveau ein Top andeuten.

S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie
S&P500 Wochenchart kurz vor der Begrenzungslinie

Ein interessantes Bild auch der Dow Jones Tageschart, wo sich der Chart der Nackenlinie einer SKS-Formation genähert hat. Diese verläuft in der kommenden Woche im Bereich um die 27.400, zusätzlich verstärkt mit der Unterkante des Juni-Trendkanals. Die Bullen müssen in der nächsten Woche einen Konter fahren.

Dow Jones mit SKS-Gefahr
Dow Jones mit SKS-Gefahr

Schauen wir mit Apple auf einen Einzelwert im Monatschart. Es droht die erste rote Monatskerze seit März. Ein Hinweis für eine anstehende übergeordnete Konsolidierung? Der Hausse-Aufwärtstrend von 2009 wird im vierten Quartal einen Kreuzsupport mit dem alten Allzeithoch ausbilden. Ein interessantes Ziel für eine Konsolidierung im Muster der letzten Jahre?

Apple Monatschart

Bleiben wir bei den „Techs“ und es folgt der Blick in den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Interessant: Die aktuelle Monatskerze könnte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr werden. Auch der Quartalsabschluss könnte damit eingetrübt werden.

Nasdaq Hausse ohne Korrektur
Nasdaq Hausse ohne Korrektur

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Der Abstand zur 200-Tagelinie, welche in aller Regelmäßigkeit bei Korrekturen angelaufen wird, betrug in der Spitze über 30 Prozent.

Interessant: Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. In diesem Monat wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Die kurze bullische Gegenbewegung sorgte nur für einen Retest des m. Bollinger auf seiner Unterseite und öffnete den Weg zur alten Kanaloberkante, welche nun fast komplett abgearbeitet wurde. Falls die Bullen das Niveau verteidigen, besteht die Chance einer zügigen 1.000 Punkte-Rally. Unterhalb wäre wohl ein großes Top fertiggestellt und die 200-Tagelinie (gelb) wäre das Ziel.

Nasdaq: Bruch im Muster
Nasdaq: Bruch im Muster

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland zum Deutschen Leitindex. Im DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990 ist dieses historische Jahr 2020 an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Gut zu erkennen sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen, die jedoch nicht so stark waren, wie der aktuelle wirtschaftliche Abschwung. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.6 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche seit Wochen umkämpft ist. Unterhalb könnte die Tür zur 10.3 wieder geöffnet werden.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Das aktuelle Quartal wird in diesem Monat abgeschlossen!

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal.

DAX seit 25 Jahren

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • USA Chicago Fed National Activity Index August
    • Rede Fed-Präsident Jerome Powell
  • Dienstag:
    • USA Richmond Fed Manufacturing Index September
    • Eurozone Verbrauchervertrauen September
    • USA Verkauf bestehender Häuser August
    • USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor Ausschuss des Repräsentantenhauses
  • Mittwoch:
    • Japan Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • BRD GfK-Konsumklima für Oktober
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • USA Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe September
    • USA Anhörung von Fed-Chairman Jerome Powell vor dem Senat
  • Donnerstag:
    • BRD ifo-Geschäftsklimaindex September
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Neubauverkäufe August
  • Freitag:
    • USA Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter August

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.6 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten drei Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Der anstehende Monatsabschluss könnte somit spannend werden.

Auf Monatssicht stellen die 12.365/.185 erste wichtige Unterstützungen dar. Sie bilden eine neutrale Range zur 13.200. Unterhalb folgt das mittlere Bollingerband bei 11.950. Bei nachhaltigem Bruch folgt eine erste übergeordnete Eintrübung mit nächsten Unterstützungen bei 11.6/ 11.3/ 10.850 und den beiden GD200 kombiniert bei 10.700. Oberhalb der Zone 13.165/.235/.250 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range zur 13.165/.235/.250. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 13.165 > 13.230/.250 > 13.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.100 > 13.035/13k > 12.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.490 > 12.365/.315 > 12.255 > 12.185/.165 > 12.120 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.815 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo sich der DAX weiter mühsam am Juni-Aufwärtstrend entlanghangelt. Ausbruchversuche in das Corona-Panic-Gap wurden bisher stets wieder abverkauft. In der kommenden Woche würden die 13.1, die 13.2 und die Begrenzung bei 13.375 eine neutrale Range ausbilden.

Oberhalb bleibt die Bewegung über die .460 ins Corona-Panic-Gap (.500) das nächste Ziel.

Unterhalb wird die Spanne über die 13.035 zur 13k erweitert. Darunter droht eine erste größere Eintrübung zur .920/.850 und nachfolgend wird der Cluster über 12.755/.700 und der .610 aktiviert. Bei Bruch folgen .490 und die große Supportzone ab 12.2.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2k bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 13.165/.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.110/.100 > 13.035/13k > 12.950/.920 > 12.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.535 > 12.490 > 12.350 > 12.240 > 12.195/.165 > 12.140 > 12.100/.062 > 11.950 > 11.815 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX weiter im Hangelmodus am Juni-Aufwärtstrend. Der Tagesschluss Freitag erfolgte auf Tagestief. Das mittlere Bollingerband bei 13.110 könnte somit zum Handelsstart im Fokus stehen.
  • Oberhalb bleibt eine erste Range zur .165/.200 aktiv. Darüber folgt die .260, welche bei Überwindung für einen Spike über die .300/.315 zur .375 sorgen dürfte.
  • Unterhalb der .110 steht eine erste Range zum Support und Juni-Trend bei 13.035/13k. Darunter droht eine erste Eintrübung mit ersten Zielen bei 12.950/.920. Es folgen die .875/.850.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 13.165 > 13.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.355 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.110 > 13.075 > 13k > 12.950/.920 > 12.875/.850 > 12.755 > 12.700 > 12.610 > 12.530 > 12.490 > 12.370/.315 > 12.235 > 12.185/.165 > 12.135 > 12.100/.065 > 11.950 > 11.850 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Der DAX im Hangelmodus
Der DAX im Hangelmodus
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Der Marktüberblick im Video:

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