Ausblick: Unruhige Zeiten voraus

Die Börsen gerieten in der vergangenen Woche aufgrund der abermals verschärften Covid-19-Situation und den darauffolgenden Beschränkungen stark unter Druck. Im Gegensatz zur ersten Coronawelle blicken wir nicht Richtung Frühling und Sommer, sondern auf den Herbst und Winter, welche vermutlich wenig Entspannung mit sich bringen werden. In der kommenden Handelswoche stehen drei große Impulsgeber im Raum. Die US-Wahl, die FED-Sitzung und der US-Arbeitsmarktbericht. Es ist momentan sehr auffällig, dass selbst gute Nachrichten nicht aufgekauft werden.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen wieder mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren, wo sich seit 30 Jahren ein interessantes Muster herausgebildet hat. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals identisch nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Die Marke 1.500 stellt im übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar und würde sehr gut in das übergeordnete Muster passen.

S&P500 seit 1990, Mit Schwäche an der großen Zielzone?
S&P500 seit 1990, Mit Schwäche an der großen Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde der Hochpunkt abermals abverkauft. Die Bullen müssen nun dringend das Doppeltop innerhalb des Broadening-Tops verhindern, ansonsten droht der Bruch der 3k-er Marke.

S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top
S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerzen September & Oktober stellen die ersten roten Monatskerzen seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter in der Hand, allerdings fehlen bisher die Anschlusskäufe nach dem Durchbruch. Ein Zurücktauchen in den Hausse-Trendkanal dürfte weitere deutliche Abverkäufe mit sich bringen.

Nasdaq Support bisher verteidigt
Nasdaq Support bisher verteidigt

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet, von wo sich der Nasdaq seitdem nicht mehr lösen und mehrere bullische Formationen nicht aufgreifen konnte. Der Bereich 10.9/10.7 muss von den Bullen verteidigt werden, ansonsten droht per Doppeltop der Fall zurück in den 10-jährigen Trendkanal. Der sma200 bei 10k könnten dann übergeordnet wieder in den Fokus rücken.

Nasdaq Tageschart. Support im Blick
Nasdaq Tageschart. Support im Blick

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch und baut seine Underperformance seit Jahren aus.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase konnte innerhalb von zwei Quartalen den Ausgangspunkt wieder erreichen. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellen im Quartalschart einen wichtigen Support dar, welcher auf Monatsschlussbasis nun verletzt wurde. Oberhalb würde die Spanne zur 13.2 aktiv bleiben. Ein nachhaltiges Verweilen (Quartalsschluss) unterhalb dürfte hingegen auch Abgaben in den 10k-er Bereich mit sich bringen.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für Q4 und Q1 2021?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Den vorangegangenen DAX-Chart zoomen wir nun bis auf bis 2015 heran. Gut zu erkennen, der DAX tritt seit fünf Jahren auf der Stelle und wurde am Allzeithoch stets heftig abverkauft (~30%). Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Das 61,8-er Retracement würde um 10.250 verlaufen.

DAX seit 2015 stets abverkauft am AZH
DAX seit 2015 stets abverkauft am AZH

Zoomen wir weiter auf das Jahr 2020. In der vergangenen Woche wurde beim DAX eine SKS-Umkehrformation aktiviert. Bei linearer Betrachtung wäre das rechnerische Ziel um 11.3 zu finden. Bisher konnte der DAX nur sehr schwach am 38,2-er Retracement konsolidieren.

SKS-Umkehrformation
SKS-Umkehrformation

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
  • Dienstag:
    • USA Präsidentschaftswahl
    • USA Auftragseingang Industrie September
  • Mittwoch:
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
    • USA ADP-Beschäftigtenzahl ex Agrar Oktober
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
  • Donnerstag:
    • BRD Auftragseingang Industrie September
    • Eurozone Einzelhandelsumsatz September
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fed-Zinsentscheid
  • Freitag:
    • BRD Industrieproduktion September 
    • USA Neugeschaffene Stellen ex Agrar Oktober
    • USA Arbeitslosenquote Oktober

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX verletzt seine wichtige Supportzone 12.2/11.8. Unterhalb drohen weitere Abgaben zur 11.3, gefolgt von der 10.8/10.7. Oberhalb bleibt die Range zur 13.2 aktiv..
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo sich der DAX über die Sommermonate in einer Seitwärtsrange oberhalb der Supportzone 12.2/11.8 befand. Pünktlich zum Monatsabschluss wurde dieser Support deutlich unterschritten, wodurch neue Signale direkt gefestigt werden. Die Bullen brauchen den Weg zurück über die 12.2, um den direkten Abwärtsdruck wieder herauszunehmen. Der Cluster zur 12.6 und nachfolgend 13.2 wäre dann wieder aktiviert.

Wichtige Marken auf Monatssicht stellen die 12.200/.150/11.870/.600 dar. Unterhalb bleibt der DAX angeschlagen mit ersten Zielen über die .470 zur .320/.265. Bei Bruch würden die 10.860/.800 als Support in den Fokus rücken. Weitere Marken wären über 10.500 die 10.270/.250.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX unterhalb 12.2/11.8 angeschlagen mit ersten Zielen bei 11.3/10.860. Darunter 10.250.
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo es mit der letzten Wochenkerze einen Abverkauf durch die wichtige Unterstützungszone gab. Die 11.470/.450 dürfte einen wichtigen ersten Wochensupport darstellen.

Oberhalb hätten die Bullen die Chance eine Zwischenerholung und Gegenbewegung einzuleiten. Die 11.6/.680 und nachfolgend die 11.8/11.870 dürften dann eine Wochenrange darstellen. Darüber wird der Weg für die Bullen bereits wieder sehr steinig.

Unterhalb bleibt der DAX angeschlagen und könnte über die 11.430/.390 weiter Richtung nächstgrößere Supportzone bei 11.320/.265 fallen. Bei Bruch drohen weitere Abgaben über die 11.1/11k zur 10.860.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • 11.8/12.2 wichtige Supportzone. Unterhalb bleiben erste Ziele zur 11.3 aktiv.
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX konnte nach seinem Abverkauf bisher nur sehr flach konsolidieren. Anscheinend lockt das SKS-Ziel den Kurs bereits an. Der Bereich .560/.600 bildet einen ersten relevanten Widerstand.
  • Oberhalb könnten die Bullen eine erste Range zur .680/.710 anstreben. Bei Bruch könnte zügig die .800 und nachfolgend die .850/.875 angesteuert werden, wo der Weg bereits sehr steinig werden dürfte.
  • Unterhalb bleibt die Spanne zum Vorwochentief bei 470/.450 aktiv. Bei Bruch rückt schnell das alte Gap zwischen .430 & .390 in den Blickpunkt. Die nächstgrößere Supportzone liegt bei .320/.265, wo mehr Gegenwehr zu erwarten wäre.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 11.600 > 11.680 > 11.710 > 11.800 > 11.850/.870 > 12.035 > 12.070 > 12.150 > 12.190 > 12.240/.255 > 12.380 > 12.410 > 12.470/.490 > 12.550 > 12.600 > 12.640 > 12.705 > 12.760 > 12.830 > 12.900 > 12.950 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > < 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 11.560 > 11.470/.450 > 11.430/.390 > 11.320 > 11.265 > 11.120 > 11.025 > 10.860 > 10.760 > 10.720 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.280/.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.040 > 9.840 > 9.700 > 9.560 > 9.330 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Eine entscheidende Handelswoche?

In der vergangenen Woche gab es ein zweigeteiltes Bild an den Märkten. Die US-Indizes klammerten regungslos innerhalb ihrer (bullischen) Formationen und vermieden neue Signale; ganz voller Hoffnung auf neue Stimulusprogramme. Der DAX, auch durch den Anstieg der Corona-Fallzahlen geprägt, musste hingegen einen deutlichen Rücksetzer verarbeiten.

Die letzte Woche vor der US-Wahl steht nun ganz im Fokus der neuen BIP Q3 Daten und der EZB-Ratssitzung. Die starken Q3-Daten dürften Trumps letzten Trumpf darstellen, doch noch die Wahl etwas in seine Richtung zu bewegen. Außerdem werden die Tech-Schwergewichte Apple, Microsoft und Amazon ihre Quartalsberichte veröffentlichen. Für eine Prise Unsicherheit bleiben uns die Themen Stimulus und Corona sicherlich weiterhin erhalten.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Die Marke 1.500 stellt im übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar. Oberhalb des alten Allzeithochs um 3.400 haben die Bullen kurzfristig weiter gute Chancen, Richtung Vormonatshoch zu laufen.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990, jetzt mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990, jetzt mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Seitdem halten sich Bullen und Bären die Waage. Die Bären müssten auf ein Doppeltop innerhalb des Broadening-Tops setzen. Ein Unterfangen, welches die Bullen in den letzten 2 Wochen mit einer Seitwärtsbewegung untergraben haben. Pünktlich zum Wahltermin könnte eine Entscheidung nun anstehen.

S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top
S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter in der Hand, allerdings fehlen bisher die Anschlusskäufe nach dem Durchbruch.

Nasdaq Support bisher verteidigt
Nasdaq Support bisher verteidigt

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet, welche getestet und bisher gut verteidigt werden konnte.

Gut zu erkennen sind die bullischen Formationen (iSKS mit untergeordneter bullischer Flagge) oberhalb des Haussetrendkanals. Die Bullen hätten den Retest der Nackenlinie in der vergangenen Woche dankbar aufgreifen können, doch stattdessen klammerten sie die ganze Zeit am Support. An der 11.6 müssen die Bullen nun den Ausbruch über die 11.8 wagen, um abermals schnell Richtung 12.2 und nachfolgend zum Allzeithoch zu laufen. Unterhalb wäre die iSKS zerstört und nach der 11.350 würde im 2. Schritt der GD100 bei 11k in den Fokus rücken.

Nasdaq Tageschart. Es wird geklammert.
Nasdaq Tageschart. Es wird geklammert.

Anbei noch das Bild im Dow Jones Tageschart, wo der Index ebenso eine abwartende Woche innerhalb einer bullischen Flagge absolvierte. Auch hier ähnelt sich das Bild. Die Formationen sind bullischer Natur, aber im Handel konnten sich die Indizes (bisher) nicht von der Unterseite lösen. Die kommende Woche könnte die Entscheidung bringen und eine Auflösung neue Dynamik.

Dow Jones innerhalb einer Flagge
Dow Jones innerhalb einer Flagge

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch und baut seine Underperformance seit Jahren aus.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Genau diese Gegenüberstellung zoomen wir nun auf die letzten 60 Handelstage heran und erkennen, dass der DAX seit Anfang August nicht von der Stelle kommt. Die US-Indizes performten zuletzt klar besser und die Divergenz wurde wieder deutlich erhöht. Kann der DAX wieder zulegen, oder werden die US-Indizes nachgeben und sich auf einen stabilen DAX zubewegen?

Divergenz in den letzten Wochen wieder erhöht
Divergenz in den letzten Wochen wieder erhöht

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche in diesem Monat bereits abgearbeitet wurde. Darüber sei die 13.5 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch durch die 11.7/11.8 droht hingegen eine Eintrübung unter die 11k.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft (~25%). Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung, welche genau diesen Abstand aufweist, doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex im Wochenchart, wo der Index in der vergangenen Woche erneut den wichtigen Kombisupport (ema200, sma100, Retracement, mittleres Bollinger) getestet hat. Bei Bruch könnte ein dynamischer Abverkauf eingeleitet werden.

DAX Kursindex erneut am Support
DAX Kursindex erneut am Support

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • BRD ifo-Geschäftsklimaindex Oktober
    • USA Chicago Fed National Activity Index September
  • Dienstag:
    • USA Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter September
    • USA Verbrauchervertrauen Conference Board Oktober
    • USA Richmond Fed Manufacturing Index Oktober
  • Mittwoch:
    • USA Handelsbilanz für Waren September
  • Donnerstag:
    • BRD Arbeitslosenzahl Oktober 
    • Eurozone Wirtschaftsstimmung Oktober
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA BIP Q3 (1. Veröffentlichung)
    • Eurozone EZB-Zinsentscheid
    • BRD Verbraucherpreise Oktober
  • Freitag:
    • BRD BIP Q3 (1. Veröffentlichung)
    • BRD Einzelhandelsumsatz September
    • Eurozone Verbraucherpreise Oktober
    • Eurozone BIP Q3 (1. Veröffentlichung)
    • USA Konsumklima Uni Michigan Oktober

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Eine Entscheidung wäre fällig.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar, welche in der vergangenen Handelswoche vollständig angelaufen werden konnten. Darunter folgt mit der 12.230/.206 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb sind die 11.950/.845/.680 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der 13.165 bleibt hingegen die Range über die .235/.315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.600/.640 > 12.700 > 12.760 > 12.830 > 12.900 > 12.950 > 13k > 13.030 > 13.100 > 13.150/.165 > > 13.235 > 13.315 > 13.360 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.490/.470 > 12.415 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.230/.206 > 12.140 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.845 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.770/.730 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nach viermaligem Test des mittleren Bollingerbands in der vergangenen Woche durchgerutscht ist und direkt bis auf das Vormonatstief bei .340 gefallen ist. Im weiteren Verlauf gelang eine Stabilisierung und ein deutliches absetzen von diesem Tief, was durchaus für einen stabilen nächsten Wochenverlauf sprechen würde. Das mittlere Bollingerband um .690 dürfte direkt zum Auftakt im Fokus stehen.

Oberhalb können die Bullen eine erste Range über die .760 zur .830 ausbilden, wo eine erste Bewährungsprobe auf die Bullen wartet. Darüber würde sich das Bild wieder zur .900/.950 und nachfolgend 13k/13.030 aufhellen. Weitere Marken wären die 13.100/.165.

Unterhalb der 12.690 könnten die Bären einen ersten Rücksetzer anvisieren. Die .640/.600 stellen eine erste Zone dar. Gefolgt vom Bereich .560/.540 und .490/.470, wo die Bullen schon deutlicher Gegenwehr zeigen könnten. Bei Bruch würden abermals die .415/.365/.340 in den Fokus rücken, die bei einem erneuten Anlaufen vermutlich nicht verteidigt werden können. Ein Durchrutschen Richtung 12.255 & 12.230/.206 wäre dann wahrscheinlich. Darunter sei die .140 zu nennen.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.640 > 12.690 > 12.760 > 12.830 > 12.900 > 12.950 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > < 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.600 > 12.560/.540 > 12.490/.470 > 12.415 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.230/.206 > 12.140 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tages- und Stundenchart:

  • Im Gegensatz zur Wochenkerze konnte die Tageskerze „Freitag“ keinen guten Abschluss hinlegen. Die Bären könnten ihre Chance darin sehen und den ersten Akzent in der neuen Woche setzen. Der ema100 bei .640 könnte direkt von Relevanz sein.
  • Oberhalb könnten die Bullen das Vortageshoch anvisieren und eine Range über die .690/.730 zur .760 anstreben. Der bullische Weg dürfte in dieser Zone bereits steinig werden. Darüber dürfte der Cluster zum mittleren Bollingerband bei .830 aktiviert werden.
  • Unterhalb der .640 wäre eine erste Spanne über die .600 zur .560/.540 aktiv. Die Bullen könnten hier erste stärkere Gegenwehr wagen. Bei Bruch folgen hingegen .510/.490/.470 und darunter der wichtige Support am ema200 bei .415.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.640 > 12.690 > 12.760 > 12.830/.850 > 12.900 > 12.950 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.600 > 12.560/.540 > 12.510/.490/.470 > 12.415 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.230/.206 > 12.140 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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Trügerischer Wochenabschluss?

Die Märkte beendeten eine volatile Handelswoche am Ende versöhnlich und halten sich somit die Tür für Bullen und Bären gleichermaßen offen. Doch ist dieser Abschluss vielleicht ein wenig trügerisch, da er unter dem Einfluss des Kleinen Verfallstermin stand? Es ist durchaus auffällig, dass die gescheiterten Brexit-Verhandlungen, die Verschiebung des US-Stimulus-Pakets und die ersten Teil-Lockdowns in Europa am Markt noch keine Reaktionen ausgelöst haben. Das Märchen einer V-Erholung der Wirtschaft wird vor diesem Hintergrund weiter hinterfragt werden müssen.

Die US-Berichtssaison startet in der nächsten Woche in die heiße Phase. So melden u. a. Tesla, Netflix, Intel, AT&T, Texas Instruments, IBM und American Express. In der Woche darauf folgen dann Apple, Microsoft und Amazon.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Die Marke 1.500 stellt im übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar. Oberhalb des alten Allzeithochs um 3.400 haben die Bullen kurzfristig weiter gute Chance Richtung Vormonatshoch zu laufen.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990, jetzt mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. In der vergangenen Woche sollte nochmals ein Angriff auf die Oberkante erfolgen, welcher jedoch nicht vollständig durchzogen werden konnte. Die schwächere Wochenkerze deutet vorerst schwieriges Fahrwasser für die Bullen an. Die Bären sollten auf ein Doppeltop innerhalb des Broadening-Tops setzen.

S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top
S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter in der Hand, allerdings fehlen bisher die Anschlusskäufe nach dem Durchbruch.

Nasdaq am Support angekommen
Nasdaq am Support angekommen

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, welche zusätzlich durch die 100-Tagelinien (sma100/ ema100) verstärkt wird.

Gut zu erkennen ist die vor einer Woche thematisierte iSKS-Formation, welche bei einer Aktivierung zum Wochenstart direkt für Dynamik zur 12k sorgen sollte. Der am Montag eingesetzte sehr starke Aufwärtsimpuls konnte jedoch nicht für einen Durchbruch über die Widerstandszone sorgen. Falls der Aufwärtstrendkanal verletzt wird, müssen die Bullen dringend die Nackenlinie der iSKS verteidigen. Ein Sprung über das Vorwochenhoch bringt hingegen schnell das Allzeithoch auf den Plan.

Nasdaq mit Bodenbildung
Nasdaq am Scheideweg

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch und baut seine Underperformance seit Jahren aus.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Genau diese Gegenüberstellung zoomen wir nun auf die letzten 60 Handelstage heran und erkennen, dass der DAX seit Anfang August nicht von der Stelle kommt. Die US-Indizes performten zuletzt klar besser und die Divergenz wurde wieder deutlich erhöht. Folgt in der kommenden Woche erneut die impulsartige Anpassung?

Divergenz in den letzten Wochen wieder aufgebaut
Divergenz in den letzten Wochen wieder aufgebaut

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, welche in der vergangenen Woche abgearbeitet wurde. Darüber sei die 13.5 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch durch die 11.7/11.8 droht eine Eintrübung unter die 11k.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft (~25%). Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Japan Handelsbilanz
    • China BIP Q3
    • Rede FED-Chef Powell/ EZB-Chefin Lagarde
  • Dienstag:
    • USA Baugenehmigungen September
    • USA Verbraucherpreise September
  • Mittwoch:
    • USA FED Beige Book
  • Donnerstag:
    • BRD GfK-Konsumklima November
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • Eurozone Verbrauchervertrauen Oktober
  • Freitag:
    • TV-Duell Trump vs. Biden
    • BRD Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober
    • USA Markit Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe Oktober 
    • USA Markit Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor Oktober

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate. Eine Entscheidung wäre fällig.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgt mit der 12.237/.220 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb sind die 11.950/.845/.680 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der 13.165 bleibt hingegen die Range über die .235/.315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.910 > 12.950 > 13k > 13.100 > 13.150/.165 > > 13.235 > 13.315 > 13.360 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.840 > 12.800 > 12.740 > 12.680 > 12.640/.600 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.237/.220 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.845 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.770/.730 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nun das vierte Mal am Stück den Wochensupport am mittleren Bollingerband verteidigen konnte. Die erste relevante Zone dürften zum Wochenauftakt um 12.910 verlaufen.

Oberhalb können die Bullen eine erste Range über die .950 zur 13k/.030 ausbilden, wo der Weg bereits wieder steiniger werden dürfte. Darüber würde sich das Bild wieder zur 13.1 aufhellen. Gefolgt vom Cluster .165 und .210/.235. Bei Bruch sei der Bereich .315/.340 zu nennen.

Unterhalb der 12.910 folgt ein erster Cluster über die .840 zur .800. Darunter rückt abermals das mittlere Bollingerband bei 12.740 in den Blickpunkt, welches zuletzt stets verteidigt werden konnte. Ein nachhaltiger Bruch wäre ein Warnsignal. Darunter folgen Marken bei .640/.600. Im weiteren Verlauf .540/.490/.400/.340.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.910 > 12.950 > 12.975 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > < 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.840 > 12.800 > 12.740 > 12.680 > 12.640/.600 > 12.540 > 12.490 > 12.400 > 12.340 > 12.255 > 12.237/.220 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tages- und Stundenchart:

  • Der DAX dürfte an seinem Freitagsschlusskurs um 12.910 auf eine erste relevante Marke treffen.
  • Oberhalb könnte er eine erste Range über die .950 zum Gap bei .975 und zur alten Trendlinie bei 13k ausbilden. Darüber würde sich das Bild über die 13.030/.070 zur .100 wieder etwas aufhellen.
  • Unterhalb der .910 könnte der DAX in einen Insideday (Tageskerze innerhalb der Vortageskerze) streben. Eine erste Spanne wäre dann über die .840 zum m. Bollinger bei .800 aktiv. Darunter folgt der Cluster zum sma100 bei .740 über die .770. Ein weiterer Cluster wäre der Bereich .700 zur .640.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.910 > 12.950 > 12.975 > 13k > 13.030 > 13.070 > 13.100 > 13.150/.165 > 13.210/.235 > 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.840 > 12.800 > 12.770 > 12.740 > 12.700 > 12.640/.600 > 12.560/.540 > 12.490/.470 > 12.435/.405 > 12.365/.340 > 12.255 > 12.237/.220 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
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Maximaler Wahlkampfmodus

Es sind noch knapp drei Wochen bis zur US-Wahl; höchste Zeit für Donald Trump in den maximalen Wahlkampfmodus zu schalten. Die vergangene Handelswoche war bereits sehr politisch geprägt. Getrieben von immer neuen Tweets zu Stimulus-, Impfstoff- und Medikamentenhoffnungen. Alles schaut „great“ aus und wird sowieso noch viel besser. „Die Demokraten sind bereit einen Deal zu machen“ so Trump zu den Stimulusverhandlungen. Die Methode Brechstange mit anschließender Orgie an Hoffnungstweets zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Präsidentschaft. Erinnern wir uns an den direkt gestarteten Handelskrieg mit China. Eine harte Attacke in der großen Hoffnung, dass der Gegner sofort einlenken wird. Und wenn nicht? Plan B, ein versteckter Masterplan? China ist nicht eingebrochen. Der „größte Handelsdeal der Geschichte“ eine Luftnummer. Dafür liegen die bilateralen Beziehungen am Boden und die eigenen US-Unternehmen klagen gegen die auferlegten Strafzölle. Einen Masterplan hat es nie gegeben. Trump kennt nur die maximale Attacke, verschließt die Türen für mögliche Kompromisse/ Auswege und weiß bei Gegenwehr nicht mehr wohin. China möchte den Deal? China braucht den Deal? Die Demokraten möchten und brauchen den Stimulus-Deal? Nein! Trump braucht die Abschlüsse, denn er hat nicht viel vorzuweisen. Handelsbilanzdefizitabbau, Schuldenabbau, Gesundheitsreform, China-Trade-Deal… große Worte, aber mit entgegengesetztem Ergebnis. Jetzt gilt es zumindest seinen so geliebten Aktienmarkt zum Wahltermin nochmal Richtung Allzeithoch zu pushen. Dafür gilt es sich die Finger wund zu tippen und viel Hoffnung zu schüren. Die nächsten drei Wochen dürften für die Börsen hochpolitisch bleiben.

Abseits der Politik stehen in der kommenden Handelswoche trotzdem wichtige Termine an. So beginnt am Dienstag mit den US-Banken die Quartalsberichtssaison und am Freitag dürfte der Kleine Verfallstermin zusätzlich die Kurse bewegen. Auch die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien laufen auf eine erste Deadline zu.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Die Marke 1.500 stellt im übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar. Oberhalb des alten Allzeithochs um 3.400 haben die Bullen kurzfristig weiter gute Chance Richtung Vormonatshoch zu laufen.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick in den kleineren S&P500 Wochenchart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. In den kommenden Wochen ermöglicht eine verteidigte Bodenbildung an der alten „Panic-Gap“-Zone einen erneuten Anstieg zur oberen Trendbegrenzung, passend zum Wahltermin.

S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top
S&P500 Wochenchart und das Broadening-Top

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter in der Hand.

Nasdaq am Support angekommen
Nasdaq am Support angekommen

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, welche in den nächsten Tagen durch die 100-Tagelinien (sma100/ ema100) verstärkt wird.

Gut zu erkennen ist mit der iSKS eine Bodenbildungsformation oberhalb der Supportzone. Falls die Aktivierung zum Wochenauftakt aufgenommen wird, dürfte die 12k erneut in den Blickpunkt rücken.

Nasdaq mit Bodenbildung
Nasdaq mit Bodenbildung

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv. Darüber sei die 13.5 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch durch die 11.7/11.8 droht eine Eintrübung unter die 11k.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Zum Abschluss dieser Reihe zoomen wir in das vorangegangene Bild im DAX Tageschart etwas herein. Der wird seit 2015 am Allzeithoch gerne dynamisch abverkauft. Auch die Bären behalten auf diesem Niveau die Chance für eine bärische Umkehrformation.

Bären noch nicht chancenlos
Bären noch nicht chancenlos

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • USA Weltbank und IWF, Jahrestagung, Interview mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde
  • Dienstag:
    • Beginn der Q3-Berichtssaison
    • China Handelsbilanzsaldo September 
    • BRD ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober
    • Eurozone ZEW-Konjunkturerwartungen Oktober
    • USA Verbraucherpreise September
  • Mittwoch:
    • Eurozone Industrieproduktion August
    • USA Erzeugerpreise September
  • Donnerstag:
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Empire State Manufacturing Index Oktober
    • USA Philadelphia-Fed-Index Oktober
  • Freitag:
    • Kleiner Verfallstermin
    • Eurozone Verbraucherpreise September
    • USA Einzelhandelsumsatz September
    • USA Industrieproduktion September
    • USA Konsumklima Uni Michigan Oktober

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgt mit der 12.241/.227 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb sind die 11.950/.845/.680 zu nennen. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der 13.165 bleibt hingegen die Range über die .235/.315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 13.060 > 13.116 > 13.165 > 13.235 > 13.315 > 13.360 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.035 > 13k > 12.960/.950 > 12.870 > 12.830 > 12.730 > 12.690/.660 > 12.628/.610 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.444 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.241/.227 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.845 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.770/.730 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nach Bruch des Juni-Aufwärtstrends und Test der Supportzone eine bullische Gegenbewegung einleiten konnte. Die 13k/.035 stellen einen ersten wichtigen Support dar.

Oberhalb können die Bullen direkt Akzente zur 13.1 und dem Gap bei .116 setzen. Darüber folgt der Cluster .165 und die .210/.235, ab wo der Weg vor stärkeren Widerständen steht. Bei Bruch sei die .315/.340 zu nennen.

Unterhalb der 13k rücken die 12.870 wieder in den Blickpunkt und der Aufwärtsimpuls der Vorwoche könnte sich als Fehlausbruch erweisen. Das Vorwochentief in Kombination mit dem mittleren Bollingerband bei 12.730 stellen einen ersten wichtigen Wochensupport dar. Darunter folgen Marken bei .610/.540/.490/.380/.340.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 13.050 > 13.100/.116 > 13.165 > 13.210/.235 > 13.315 > 13.340 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.035 > 13k > 12.960 > 12.870 > 12.830/.780 > 12.730 > 12.680 > 12.610 > 12.540 > 12.490 > 12.380/.340 > 12.255 > 12.241/.227 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart & Stundenchart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tages- und Stundenchart:

  • Der DAX oberhalb der 13k auf Ausbruchniveau und innerhalb eines Trendkanals. 13k und 13.035 müssen daher zum Wochenauftakt verteidigt werden.
  • Oberhalb bieten sich Anschlusskäufe über das Vorwochenhoch (.100) zum Gap bei .116 direkt an. Kleine Zwischenzone .050/.070. Oberhalb der .116 wird der Bereich zur .165 und anschließend zur .210/.235 aktiviert.
  • Unterhalb der 13k bildet der GD38 bei 12.960 einen ersten Support. Bei Bruch trübt sich das Bild wieder über die .900 zur .870 ein. Darunter sind die .840 & .780 zu nennen.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 13.050/.070 > 13.100/.116 > 13.165 > 13.210/.235 > 13.260 > 13.315 > 13.340 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 13.035 > 13k > 12.960 > 12.930/.900 > 12.870 > 12.840 > 12.780 > 12.730 > 12.680 > 12.610 > 12.540 > 12.490/.470 > 12.380/.340 > 12.255 > 12.241/.227 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Stundenchart
Xetra-DAX Stundenchart

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Der Marktüberblick im Video:

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Ausblick: Trump & Stimulushoffnungen

Die Märkte verschnauften etwas nach den Verlusten der Vorwoche(n) und absolvierten eine Zwischenkonsolidierung. Für den DAX gab es am Ende im Wochenchart eine Insideweek, ganz klassisch per Doji in der Wochenkerze. Die kommende Woche könnte wieder zwischen den Themen US-Stimulusprogramm und Covid-19 hin- und hergerissen sein.

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder…

Wir beginnen mit dem Blick in den US-Markt zum S&P500 als großen Quartalschart seit den 1990-er Jahren. Die Dimension (Ausdehnung nach Zuwachs & Zeit) der Anstiegsbewegung bis zur Dotcom-Bubble 2000 ist nun um 3.540 nochmals exakt nachgebildet worden (10 Jahre Expansion – 10 Jahre Korrektur – 10 Jahre Expansion – Fortsetzung im Muster?). Der absolvierte Monats- und Quartalsabschluss verstärkte nun den Widerstand am alten Allzeithoch um 3.400. Die Marke 1.500 stellt im großen, übergeordneten Bild einen Schlüsselsupport dar.

Interessanter Fakt: Würde der S&P500 bis zur US-Wahl auf 3.630 Punkte steigen, hätte er die größte Rally seiner Geschichte absolviert.

S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?
S&P500 seit 1990 mit Schwäche an der Zielzone?

Ergänzend zum vorangegangenen Bild folgt der Blick noch in den kleineren S&P500 Monatschart, wo in der bereits erwähnten übergeordneten Widerstandszone auch die obere Begrenzungslinie des Broadening-Tops verläuft. Im vergangenen Monat wurde die Oberseite getestet und im ersten Schritt abverkauft. Im US-Markt gab es damit die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr und dies an einer mehrfach wichtigen Widerstandszone. Können die Bären ihre Chance nutzen?

S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie
S&P500 Monatschart mit Abpraller an Begrenzungslinie

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die nun eingesetzte scharfe Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einem Rücklauf über das Allzeithoch, d. h. der Nasdaq steht in der scharfen Rezession deutlich höher als zum Vorkrisenniveau, wo es noch solides Wirtschaftswachstum und eine sehr geringe Arbeitslosenquote gab. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Monatskerze September stellte die erste rote Monatskerze seit dem Abverkauf im Frühjahr dar. Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals konnte wieder angelaufen und bisher verteidigt werden. Eine wichtige Entscheidungszone für den Nasdaq!

Nasdaq am Support angekommen
Nasdaq am Support angekommen

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo die starke Rally vom Frühjahr bis über den 2009-er Hausse-Aufwärtstrendkanal führte und anschließend weiter beschleunigte. Das mittlere Bollingerband (grau) konnte während der Rally stets eine Sicherung vor einer möglichen Korrektur darstellen und führte die Rally wie an einer Perlenschnur nach oben. Im September wurde dieses Muster beendet und das m. Bollinger durchbrochen. Damit wurde der Weg zur alten Kanaloberkante geebnet. Eine sehr wichtige Entscheidungszone, welche in den nächsten Tagen durch die 100-Tagelinien (sma100/ ema100) verstärkt wird. Das mittlere Bollingerband dürfte zum Wochenauftakt direkt wieder im Fokus stehen. Kanalabonnenten werden zum Morning-Briefing kostenfrei informiert.

Nasdaq mit Test Supportzone
Nasdaq mit Test Supportzone

Ein weiteres interessantes Bild zeigt die Gegenüberstellung von Nasdaq, S&P500 und DAX (Performanceindex). Auffällig ist die sehr starke Divergenz (mittlerweile größer als zur Dotcom-Bubble während der Jahrtausendwende) zu den Tech-Werten und dem „breiten Markt“. Der DAX notiert noch deutlich unter seinem Allzeithoch.

Zu erkennen wäre ebenso, dass die Divergenz Tech – Breite Markt im Verlauf der Dotcom-Bubble und später auch in der Finanzkrise wieder komplett abgebaut werden konnte. Ist dies diesmal wegen der Notenbanken alles unvorstellbar, oder stehen wir erst am Anfang dieser neuen Marktphase?

Divergenz: Tech zu Breitem Markt
Divergenz: Tech zu Breitem Markt

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den letzten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase vollendete erst das zweite Quartal und trotzdem konnte bereits wieder der Ausgangspunkt erreicht werden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate. Es wäre in der Börsenhistorie in dieser Dimension einmalig.

Die 11.7/11.8 stellt im Quartalschart einen ersten wichtigen Support dar. Oberhalb bleibt die Spanne zur 13.2 aktiv, wobei die Zone knapp oberhalb der 12.9 durch den Monats- und Quartalswechsel nun zusätzlich verstärkt wurde.

Ebenso interessant: Die letzten größeren Gipfelphasen umfassten stets mindestens zwei Quartalskerzen. Kein gutes Omen für ein starkes viertes Quartal?

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die aktuelle eigentlich noch junge Bewegung/ Marktphase. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Die Rally von gut 63% wurde so ermöglicht und immer weiter befeuert. Ebenso gut zu erkennen, dass in der aktuellen Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und die Heftigkeit der Bewegung bleibt uns noch viele Monate erhalten? Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn am Aktienmarkt alles schon durchgestanden wäre.

Ebenso interessant: Seit 2015 wird der DAX am Allzeithoch stets heftig abverkauft. Das Muster ähnelt sich auch diesmal. Könnte die untere Keilbegrenzung doch nochmal in den Fokus rücken?

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum DAX Kursindex im Wochenchart, wo der Index seit zwei Wochen direkt an einem wichtigen Kombisupport (ema200, sma100, Retracement, mittleres Bollinger) steht. Bei Bruch könnte ein dynamischer Abverkauf eingeleitet werden.

DAX Kursindex am Support
DAX Kursindex am Support

Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • BRD Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
    • Eurozone Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
    • Eurozone Einzelhandelsumsatz August
    • USA ISM-Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor September
  • Dienstag:
    • BRD Auftragseingang Industrie August
    • USA Handelsbilanzsaldo August
    • USA OLTS-Daten (offene Stellen) August
  • Mittwoch:
    • BRD Industrieproduktion August
    • USA FED-Protokoll
  • Donnerstag:
    • BRD Handelsbilanzsaldo August
    • Eurozone EZB-Protokoll
    • USA Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
    • USA Fortgesetzte Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
  • Freitag:
    • GB Handelsbilanzsaldo August

Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX oberhalb der 12.1 mit einer Range zur 13.2. Unterhalb steht die 11.7 im Fokus, welche beim Bruch die Tür zur 10.3 öffnen könnte. Oberhalb der 13.2 bleibt das Panic-Gap bei 13.500 das Ziel.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Der DAX erlebte zum Jahresbeginn einen Abverkauf von 40 Prozent, wo auch die Verbindungslinie der letzten Bärenmärkte verletzt wurde und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung bei 8.250 letztendlich vorerst Halt bot. Die Stabilisierung oberhalb der 9k auf Monatsschlussbasis ermöglichte den Beginn der scharfen Rally, welche mit +63% in dieser kurzen Zeit einen neuen Börsenrekord aufstellte.

Nach überwinden der 11.6 hellte sich das Bild zur 12.1/12.2 auf. Oberhalb war und bleibt die Gap-Zone 13.240/.500 (Corona-Panic-Gap) aktiv, welche nun bereits abgearbeitet wurde. Die letzten Monatskerzen konnten ihren Hochpunkt nie verteidigen bzw. wurden sogar heftig abverkauft. Hinweise für eine Gipfelbildung? Die Gipfelphasen der letzten fünf Jahre benötigten stets mindestens drei Monate.

Auf Monatssicht stellen nach der .490 die Vormonatstiefpunkte bei 12.365/.340 eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgt mit der 12.230/.210 eine harte Supportzone aus GD38 und mittlerem Bollingerband. Unterhalb folgen die 11.950/.825/.680. Bei nachhaltigem Bruch droht der Fall Richtung GD200 um 10.700. Oberhalb der Zone 13.2 bleibt hingegen die Range über die .315 zur .460/.500 aktiv.

Wichtig: Sollte der Markt mit diesem rekordverdächtigen 1. Halbjahr und der heftigen Rezession im Rücken in eine neue Marktphase eingetreten sein, so wäre wahrscheinlich auch sie von hoher Volatilität in beide Richtungen geprägt, welche durchaus 2 Jahre anhalten kann.

Zusammengefasst für das große Bild im Monatschart.

  • Der DAX oberhalb der 12.2 mit einer neutralen Range über die 12.9 zur 13.2. Darüber bleibt die 13.500 die Zielzone
  • Widerstände: 12.700 > 12.755 > 12.830/.870 > 12.920/.950 > 13.035/13k > 13.110/.100 > 13.165 > 13.230/.250 > 13.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.610 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.444 > 12.365/.350 > 12.255 > 12.230/.210 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.447 > 11.410 > 11.370 > 11.266 > 11.245 > 11.125 > 11.030 > 10.860 > 10.760 > 10.700 > 10.560/.525 > 10.425 > 10.370/.330 > 10.200/.100 > 10.040 > 9.700 > 9.320 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250/8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX nach Bruch des Juni-Aufwärtstrends und der darauffolgenden Abwärtsdynamik eine Zwischenkonsolidierung per Insideweek (Wochenkerze innerhalb der Vorwochenkerze) absolvierte. Der Bereich um .610, wo sich in der kommenden Woche Retracement und m. Bollinger treffen, dürfte eine erste wichtige Marke darstellen.

Oberhalb können die Bullen eine erste Range über die .670/.700 zur .755 anstreben. Bei Bruch folgen abermals die .830 und .870, wobei ein vollständiges Durchlaufen die Chance für den Test der .920/.950 erhöhen dürfte. Darüber würde sich das Bild über die 13k/13.035 zur .100/.165 aufhellen.

Unterhalb der .610 rücken die .570/.540 und .490 in den Fokus. Bei Bruch die Erweiterung zur .365/.340. Darunter wären die .255/.225/.165/.095/12k zu nennen.

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • Oberhalb der 12.2 bleiben die Bullen stets im Vorteil.
  • Widerstände: 12.735/.755 > 12.830 > 12.870 >12.920/.950 > 13k/13.035 > 13.100 > 13.165 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.375 > 13.460/.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.700/.670 > 12.610 > 12.570/.540 > 12.490 > 12.365/.340 > 12.255/.225 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.540 > 11.447 > 11.390 > 11.290 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.925 > 10.880 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.520 > 9.320 > 9.200 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart & Stundenchart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Der DAX dürfte innerhalb einer Dreiecksformation starten, welche am Montag durch die Marken .570 & .750 begrenzt wird. Innerhalb bilden die .610 zur .670/.700 eine Zwischenzone.
  • Oberhalb könnten die Bullen Kraft gewinnen und eine erste Range zur .800/.830 anvisieren. Darüber folgen die .870, welche die Tür zum m. Bollinger (.910) und GD38 (.950) öffnet. Bei Bruch würde sich das Bild hingegen weiter aufhellen und das Gap bei 13k/13.035 wäre Anlaufmarke.
  • Unterhalb der .570 dürften die Bären Morgenluft schnuppern und eine erste Spanne über die .540 zur .490/.470 anstreben. Darunter folgen abermals die .365/.340, welche am Montag durch den ema200 verstärkt werden.

Zusätzlich relevante Marken im Tageschart.

  • Widerstände: 12.755 > 12.800 > 12.830 > 12.870 > 12.910 > 12.950 > 13k/13.035 > 13.060 > 13.100 > 13.165 > 13.200 > 13.260 > 13.300/.315 > 13.355 > 13.460 > 13.500 > 13.570 > 13.600
  • Unterstützungen: 12.700/.670 > 12.610 > 12.570 > 12.540 > 12.490/.470 > 12.365/.340 > 12.255/.225 > 12.165 > 12.095 > 12k > 11.950 > 11.825 > 11.680 > 11.600 > 11.550 > 11.460 > 11.430/.390 > 11.245/.230 > 11.195/.185 > 11.125 > 11.075/.030 > 10.985/.950/.925 > 10.860 > 10.760/.740 > 10.700 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.390/.330 > 10.260 > 10.165 > 10.135/.100 > 10.045 > 9.985 > 9.840 > 9.700 > 9.627 > 9.460 > 9.320 > 9.050/8.970 > 8.685 > 8.400 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k

Die Analyse im Detail, sowie zusätzliche Informationen, gibt es wie immer im Video am Ende des Beitrags. 

Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Stundenchart
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