Die Märkte starteten am Montag sehr schwach in die erste Handelswoche des Jahres, um anschließend im weiteren Wochenverlauf Stück für Stück neue Allzeithochstände zu erreichen. Der Impuls war vor allem von der Hoffnung geprägt, dass die Senatsmehrheit der US-Demokraten neue Geldgeschenke ermöglicht. Biden versprach noch am Freitag “Trillions of Dollars…” an neuen Stimuli und Direktschecks. Diese Pläne sollen kommenden Donnerstag vorgestellt werden.

Der DAX konnte in diesem euphorischen Fahrwasser einen wichtigen Kombiwiderstand überwinden. Ein Ausbruch, der in der kommenden Woche bestätigt werden muss.

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Wichtige Wochentermine:

  • Montag:
    • Eurozone sentix-Konjunkturindex Januar
  • Dienstag:
    • USA JOLTS-Daten (offene Stellen) November
  • Mittwoch:
    • USA Verbraucherpreise Dezember
    • USA Realeinkommen Dezember
    • USA Beige Book der Fed
  • Donnerstag:
    • China Handelsbilanzsaldo Dezember
    • Eurozone EZB Protokoll
    • USA Anträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche
  • Freitag:
    • USA Erzeugerpreise Dezember
    • USA Einzelhandelsumsatz Dezember
    • USA Industrieproduktion Dezember
    • USA Konsumklima Uni Michigan Januar

Blicken wir auf einige übergeordnete Chartbilder:

Wir beginnen mit einem Blick auf die ganz großen Jahrescharts seit 1990 im DAX, Dow Jones, S&P500 und Nasdaq, wo 2020 wahrlich besondere Jahreskerzen ausgebildet werden konnten. Ein “grüner Januar” könnte direkt weitere Kursgewinne für 2021 ermöglichen.

DAX Jahreschart
DAX Jahreschart
Dow Jones Jahreschart
Dow Jones Jahreschart
S&P500 Jahreschart
S&P500 Jahreschart
Nasdaq 100 Jahreschart
Nasdaq 100 Jahreschart

Bleiben wir noch im US-Markt und schauen auf den Nasdaq Monatschart seit 1990. Die Rezession der Corona-Pandemie führte gar zu einer starken Fortsetzung der Rally mit einer Jahresperformance von 47%. Die Rekordhausse (nach Ausdehnung & Zeit) von 2009 wurde bei den Techs bisher nicht korrigiert und läuft unvermindert weiter.

Die Oberkante des in der Pandemie gebrochenen Hausse-Trendkanals wurde nun seit vier Monaten getestet und verteidigt. Ein erneuter Test würde bei 11.3 verlaufen. Oberhalb behalten die Bullen das Zepter stets in der Hand. Ein Zurücktauchen in den Hausse-Trendkanal dürfte hingegen einen Gipfel zementieren und weitere deutliche Abverkäufe mit sich bringen.

Nasdaq übergeordnet - Oberhalb des Hausse-Trendkanals
Nasdaq übergeordnet – Oberhalb des Hausse-Trendkanals

Im weiteren Bild sehen wir den Nasdaq als Tageschart, wo sich der Index im Aufwärtstrendkanal weiter nach oben hangelt. Er hätte nun die Hälfte der Strecke nach Aktivierung eines Doppelbodens erreicht. Ebenso die Kanaloberkante. Ein schwächerer Start am Montag könnte die Möglichkeit bieten in einen Konsolidierungsmodus überzugehen. Unverminderte Stärke dürfte hingegen einen Blow-off im Nasdaq begünstigen und eine weitere sehr grüne Handelswoche einleiten.

Nasdaq Tageschart - Aktiver Doppelboden?
Nasdaq Tageschart – Aktiver Doppelboden?

Prinzipiell ähnliche Bilder sehen wir im S&P500 und Dow Jones, wo jedoch das Doppelbodenziel teilweise schon komplett abgearbeitet werden konnte. Auch die Oberkanten des 2018-er Broadening-Tops sind noch in unmittelbarer Nähe. Interessant in allen drei Chartbildern: Die US-Indizes schlossen die Woche mit einem Hanging Man als Kerzenformation. Ein schwächerer Wochenstart könnte damit ein früher Hinweis auf eine “Konsolidierungswoche” sein. Bei einem hohen Start wäre dies wahrscheinlich direkt hinfällig.

S&P500 - Weg frei für Formationsziel?
S&P500 – Weg frei für Formationsziel?
Dow Jones mutiert zum Underperformer?
Dow Jones mutiert zum Underperformer?

Kommen wir nach Deutschland und damit zum DAX Quartalschart (jede Kerze stellt ein Quartal dar) seit 1990. Das historische Jahr 2020 ist an den ausgeprägten Quartalskerzen sehr gut zu erkennen. Markiert sind auch die beiden Bärenmärkte (Dotcom-Bubble, Finanzkrise) und größeren Rezessionen. Sehr auffällig ist hierbei auch der Faktor Zeit. Die nun laufende Marktphase konnte innerhalb von zwei Quartalen den Ausgangspunkt wieder erreichen und anschließend sogar ein Allzeithoch ausbilden. Wurde im Rekordtempo bereits alles durchgestanden? Bei den vorangegangenen Rezessionen dauerte dieser Prozess Jahre und nicht nur wenige Monate.

Die 13.6/13k/12.600 & 12k stellen im Quartalschart wichtige Unterstützungen dar. Zum Jahresauftakt konnte die Verbindungslinie der letzten Allzeithochs bei 13.900 verletzt und überwunden werden. Ein nachhaltiger Ausbruch würde die Tür zur 14.4 und im 2. Schritt Richtung 14.6 öffnen.

DAX Quartalschart
DAX Quartalschart

Das große DAX Chartbild (als Tageschart) der letzten 25 Jahre zeigt ein ganz ähnliches Bild. Zu sehen sind die letzten beiden großen Bärenmärkte und zum Vergleich die starke Bewegung innerhalb der Corona-Pandemie. Die Verbindungslinie der letzten beiden Korrekturen (Keilformation) wurde verletzt, aber auf Monatsschlussbasis verteidigt. Ebenso gut zu erkennen, dass in der Corona-Rezession die Dimension nach Ausprägung und Zeit im Vergleich zu den letzten beiden Abschwüngen stark abweichend ist. Konnten die Notenbanken an den Märkten erstmals eine (starke) Rezession ausradieren, oder steht diese Marktphase in der Tat noch am Anfang und volatile Bewegungen bleiben uns auch 2021 erhalten? Gut zu erkennen ist auch die Underperformance. So kann der DAX (Performanceindex) seit 2015 seine Höchststände nicht nachhaltig verteidigen. Die Bullen müssen sich oberhalb der 13.9 stabilisieren, um den Weg zur oberen Keilbegrenzung zu gehen.

DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil
DAX seit 25 Jahren im steigenden Keil

Den vorangegangenen DAX-Chart zoomen wir daher bis auf 2015 heran. Nun besser zu erkennen, der DAX tritt seit fünf Jahren auf der Stelle und wurde nah am bzw. knapp über dem Allzeithoch stets heftig abverkauft (~30%). Die Verbindungslinie der letzten Hochstände wurde in der vergangenen Woche verletzt und überwunden. Oberhalb wäre die obere Keilbegrenzung wieder erreichbar. Eine Fortsetzung im Muster der vergangenen 5 Jahre könnte hingegen Abgaben bis in den 10k-Bereich mit sich bringen. Interessant ist auch die Impulsbewegung seit der 13k-Marke. Im Video (Artikelende) wird diese gezeigt.

DAX seit 2015 - Gelingt diesmal der Durchbruch?
DAX seit 2015 – Gelingt diesmal der Durchbruch?

Zum Abschluss dieser Reihe der Blick zum reinen DAX Kursindex (ex Dividende) im Wochenchart, welcher im Vergleich zum Performanceindex noch weit von seinem Allzeithoch entfernt ist. In der letzten Handelswoche konnte der wichtige Kombiwiderstand, bestehend aus Corona-Panic-Gap und Abwärtstrendlinie, überwunden werden. Kann dieser Ausbruch nun bestätigt werden? Weitere Kursgewinne wären in den nächsten Wochen & Monaten dann möglich.

DAX Kursindex mit großem Ausbruchversuch
DAX Kursindex mit großem Ausbruchversuch

DAX – Charttechnische Betrachtung:

  • Der DAX mit Ausbruchversuch am Kombiwiderstand bei 13.9. Oberhalb Aufhellung zur 14.5. Unterhalb Fehlausbruchgefahr mit erster Range zur .600/.460/.300/13k.
  • Nachfolgend der DAX vom großen ins kleine Bild analysiert.

Xetra-DAX Monatschart.
Der Blick zum DAX Monatschart, wo der DAX zum Monatsbeginn die Verbindungslinie der letzten beiden Allzeithochpunkte bei 13.900 überwunden hat. Diese Marke stellt den Türöffner für eine Rallyfortsetzung Richtung 14.4/14.6 dar, sofern dieser Ausbruch nun nachhaltig in den Monatsschluss verteidigt wird. Unterhalb folgen erste Konsolidierungsziele bei 13.6 & 13.460, von wo die Bullen weiterhin gute Reboundchancen haben. Bei Bruch würde hingegen die Tür über die 13.3 zur 13k aufgehen.

Xetra-DAX Monatschart
Xetra-DAX Monatschart

Xetra-DAX Wochenchart.
Blicken wir in den Wochenchart, wo der DAX die 13.900 auf Wochenschlussbasis überwinden konnte.

Oberhalb steht eine erste Range über die 14.050 zur 14.130, welche bei erneutem Test wohl direkt zur .180 erweitert wird. Darüber folgt die Erweiterung zur .250. Das nächste übergeordnete Ziel läge bei .370/.400.

Unterhalb der 13.9 droht hingegen ein Fehlausbruchszenario. Der erste relevante Support bei .600 dürfte dann abermals angesteuert werden. Bei Bruch wäre der Cluster über die .500/.460 aktiv. Darunter droht eine erste stärkere Eintrübung und der Weg zur alten Trendline 13.240

Zusammengefasst für das Bild im Wochenchart.

  • 13.900 im Fokus. Oberhalb Range zur .130/.180 & .250 aktiv. Bei Bruch Erweiterung zur .370/.400 möglich. Unterhalb droht der Weg zur .600 und darunter die Erweiterung zur .460.
Xetra-DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart

Xetra-DAX Tageschart:
Der Blick zum kurzfristigen Chartbild, um die untergeordneten Marken besser zu erkennen.

Kurzum für den Tageschart:

  • Die Marke 14.095 könnte zum Handelsstart bereits von Bedeutung sein.
  • Oberhalb haben die Bullen direkt die Chance über die .130 bei .180 ein neues Allzeithoch auszubilden. Darüber könnte sogar zügig eine Erweiterung zur .255 erfolgen.
  • Unterhalb steht hingegen eine erst Range über die .050/.030 zur 14.007. Darunter droht über die .970/.945 abermals der Test der wichtigen Ausbruchzone um .900/.880.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 14.095 > 14.130 > 14.180 > 14.255 > 14.300 > 14.370 > 14.400 > 14.530/.550
  • Unterstützungen: 14.050/.030 > 14.007 > 13.970/.945 > 13.900/.880 > 13.800/.760 > 13.720 > 13.690 > 13.600 > 13.565 > 13.515 > 13.460/.440 > 13.400 > 13.345 > 13.310 > 13.240 > 13.215/.190 > 13.115 > 13.060/.030 > 12.975 > 12.950 > 12.715 > 12.671/.596 > 12.530 > 12.470 > 12.400 > 12.375 > 12.330 > 12.245 > 12.190 > 12.090/.060 > 12.035/12k > 11.880/.850 > 11.780 > 11.710/.680 > 11.600 > 11.560 > 11.450 > 11.415 > 11.320 > 11.265 > 11.120 > 11.025 > 10.860 > 10.760 > 10.720 > 10.525 > 10.465/.425 > 10.370/.330 > 10.280/.250 > 10.160 > 10.135/.100 > 10.040 > 9.840 > 9.700 > 9.560 > 9.330 > 9.100/8.970 > 8.685 > 8.250 > 8.130 > 7.985 > 7.600/7.500 > 7.200 > 7k
Xetra-DAX Tageschart
Xetra-DAX Tageschart

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