Vergiss Support & Resistance: Wie ich mit Supply & Demand endlich die Märkte verstanden habe (Der Smart Money Guide)

Kennt ihr das? Ihr zeichnet eine wunderschöne Unterstützungslinie im Chart ein. Der Kurs kommt runter, berührt die Linie perfekt. Ihr geht Long, setzt den Stop-Loss knapp darunter.
Und dann?
Zack. Der Kurs dippt kurz unter eure Linie, holt euch den Stop-Loss, und schießt dann wie eine Rakete nach oben. Ohne euch.
Ich kann gar nicht zählen, wie oft mir das am Anfang passiert ist. Ich saß vor dem Bildschirm und dachte: „Der Markt hasst mich. Die sehen meinen Stop!“.
Aber die Wahrheit ist: Ja, sie sehen ihn. Oder besser gesagt: Sie wissen, wo er liegt.
„Sie“ sind die großen Jungs. Banken, Hedgefonds, Institutionen. Das sogenannte Smart Money.

Heute zeige ich euch, wie ich aufgehört habe, „Retail-Trader-Futter“ zu sein und angefangen habe, mit den Banken zu schwimmen, statt gegen sie. Willkommen in der Welt von Supply & Demand (Angebot und Nachfrage).

Warum deine Trendlinien oft Bullshit sind

Lass uns mal logisch denken. Wenn JP Morgan oder die Deutsche Bank 500 Millionen Euro in EUR/USD tauschen wollen, können die nicht einfach auf „Kaufen“ klicken. Wenn sie das täten, würde der Kurs sofort explodieren und sie bekämen einen miserablen Einstiegspreis (Slippage).
Sie brauchen einen Gegenspieler. Sie brauchen jemanden, der VERKAUFT, damit sie KAUFEN können.
Und wo finden sie viele Verkäufer?
Genau da, wo wir kleinen Retail-Trader unsere Stop-Losses für Long-Positionen haben. Unter den offensichtlichen Supports.
Das war für mich der größte „Aha-Moment“ meiner Trading-Karriere.
Wenn der Kurs unter eine Unterstützung bricht, verkaufen alle Panikartig (Stop-Losses lösen aus) und Breakout-Trader gehen Short. Es entsteht massive Verkaufs-Liquidität.
Das ist das Buffet für die Banken. Sie kaufen all diese Verkaufsorders auf. Und sobald sie ihre Positionen voll haben, dreht der Markt.

Was sind Supply & Demand Zonen?

Anstatt dünne Linien zu malen, konzentriere ich mich heute nur noch auf Zonen.
Eine Supply-Zone (Angebot) ist ein Bereich, wo offensichtlich massiv verkauft wurde. Eine Demand-Zone (Nachfrage) ist ein Bereich, wo massiv gekauft wurde.
Aber wie erkennt man die? Es reicht nicht, einfach zu schauen, wo der Kurs mal gedreht hat.

Ich achte auf drei Dinge, und das müsst ihr euch echt hinter die Ohren schreiben:

  1. Explosive Bewegung: Der Kurs darf nicht langsam aus der Zone kriechen. Er muss rausschießen. Das zeigt mir: Hier lag so viel Geld, dass der Markt gar keine andere Wahl hatte.
  2. Imbalance (Ungleichgewicht): Wenn der Kurs so schnell steigt, dass er „Lücken“ im Chart hinterlässt (große grüne Kerzen ohne Dochte zur Gegenseite), nennt man das Imbalance oder FVG (Fair Value Gap). Das ist wie ein Magnet. Der Markt will da oft zurück.
  3. Bruch der Struktur (BOS): Die Bewegung muss ein vorheriges Hoch (bei Demand) oder Tief (bei Supply) rausnehmen. Das beweist, dass die Zone Kraft hatte.

Tutorial: So zeichne ich eine Zone ein (Schritt für Schritt)

Okay, genug Theorie. Wie mache ich das morgens im Chart? Nehmen wir mal an, wir suchen einen Long-Einstieg (Demand).

Schritt 1: Der „Move“

Ich scrolle im Chart (meistens H1 oder H4, für Intraday auch M15) zurück und suche die letzte Bewegung, die ein wichtiges Hoch gebrochen hat. Wo hat diese Bewegung ihren Ursprung?

Schritt 2: Die letzte Kerze

Ich suche die letzte rote Kerze VOR der explosiven grünen Bewegung.

Warum die rote? Weil hier die Banken zum letzten Mal verkauft haben, um den Preis zu drücken und Liquidität einzusammeln (Stops der anderen triggern), bevor sie den Markt hochgekauft haben.

Schritt 3: Das Rechteck

Ich ziehe ein Rechteck vom Hoch bis zum Tief dieser roten Kerze. Das ist meine Demand-Zone.

Schritt 4: Geduld (Das Schwierigste)

Jetzt heißt es warten. Der Kurs ist vielleicht schon weit weg. Aber Banken lassen oft „Orders liegen“. Wenn der Kurs irgendwann – vielleicht erst Tage später – in diese Zone zurückkommt, bin ich hellwach. Ich kaufe nicht blind (Limit Order), sondern warte in der Zone auf eine Reaktion auf kleineren Zeiteinheiten (z.B. 5-Minuten Chart).

Ein Praxisbeispiel aus meinem Trading-Journal

Letzte Woche im Gold (XAUUSD).
Der Goldpreis war tagelang im Aufwärtstrend. Alle wollten kaufen. Plötzlich gab es einen scharfen Abverkauf am Morgen. Alle schrien „Trendwechsel!“.
Aber ich sah mir den 4-Stunden-Chart an. Der Abverkauf landete genau in einer alten Demand-Zone von vor drei Tagen.
Dort gab es damals eine riesige Imbalance.
Was habe ich gemacht? Ich habe gewartet, bis der Preis die Zone berührt hat. Im 5-Minuten-Chart bildete sich dann ein kleiner „Strukturbruch“ nach oben (Change of Character). Ich bin Long gegangen. Mein Stop? Ganz eng unter der Zone. Mein Ziel? Das alte Hoch.

Das Ergebnis: Ein Risk-Reward-Verhältnis von 1:8. Ich habe 1% riskiert und 8% gewonnen.

Hätte ich Support & Resistance gehandelt, wäre ich mittendrin ausgestoppt worden, weil der Kurs wild hin und her gewickelt ist, bevor er startete.

Die Gefahren: Nicht jede Zone hält!

Ich muss hier mal kurz den Spielverderber spielen, damit ihr nicht gleich euer ganzes Konto riskiert. Nicht jede Zone funktioniert.Wenn der Markt in einem starken Abwärtstrend ist, wird er viele Demand-Zonen einfach durchbrechen wie Butter. Deswegen ist der Kontext König.

Ich handle Demand-Zonen nur, wenn der übergeordnete Trend auch Long ist. „The Trend is your friend“ gilt immer noch, nur die Einstiege sind anders.
Außerdem: Achtet auf „News“. Wenn Jerome Powell spricht, ist ihm deine kleine 15-Minuten-Supply-Zone völlig egal. Da rauscht der Markt einfach durch. Checkt also immer den Kalender.

Ändere deine Sichtweise!

Seit ich Supply & Demand nutze, ist mein Chart viel sauberer. Keine 20 Indikatoren, keine Fibonacci-Wolken. Nur Preis, Struktur und Zonen.
Es erfordert Übung, das Auge dafür zu schulen. Am Anfang sieht man Zonen überall.

Mein Tipp: Geht in den Chart (TradingView ist super dafür) und macht „Backtesting“. Schaut euch vergangene Bewegungen an und sucht die Zonen, die diese ausgelöst haben. Ihr werdet erstaunt sein, wie präzise der Markt oft reagiert.
Probiert es mal aus und schreibt mir gerne in die Kommentare, ob ihr damit besser fahrt als mit den klassischen Trendlinien. Aber denkt dran: Auch das ist kein Heiliger Gral. Risikomanagement bleibt das Wichtigste!

Bis zum nächsten Mal, euer Alex

Der Tag, an dem ich mich selbst überlistet habe

Es war ein Mittwoch.
Ich erinnere mich noch an das Licht im Zimmer – grauer Himmel, stiller Morgen, alles fühlte sich harmlos an.
Ich startete den Rechner, checkte die Futures, nahm einen Schluck Kaffee.
Der DAX war ruhig. Zu ruhig.
„Heute wird’s easy“, dachte ich.
Das war mein erster Fehler.


9:12 Uhr – das perfekte Setup

Ich sah die Bewegung kommen.
Der Markt lief an eine Widerstandszone, das Volumen stieg.
Ich fühlte mich sicher, entspannt, fast zu gelassen.

„Komm schon, Alex, du weißt, was du tust.“
Ich öffnete den Trade – Long.
Ich war überzeugt, das Ding läuft durch.

Die ersten Kerzen gingen leicht ins Plus.
Ich lehnte mich zurück, nippte am Kaffee, lächelte.

Dann kam 9:18 Uhr.


9:18 Uhr – der Bruch

Der Markt drehte.
Zuerst langsam, dann mit Wucht.
Ich sah, wie meine grüne Zahl im Terminal rot wurde.
Zuerst leicht, dann tiefrot.

Mein Kopf sagte: „Schließen!“
Mein Ego flüsterte: „Warte, er kommt zurück.“

Ich wartete.
Und er kam nicht zurück.


9:27 Uhr – der stille Sturz

Ich spürte, wie die Schultern schwer wurden.
Ich zog den Stop nach – zu spät, zu sinnlos.
Ein letzter Impuls: „Verdoppeln, zurückholen!“

Ich hatte’s früher oft so gemacht.
Diesmal hielt ich dagegen.
Ich schloss. -2,3 %.

Still. Kein Ausbruch, kein Fluch, kein Schrei.
Nur Stille.


Nach dem Trade

Ich starrte auf den Chart.
Die Linien, die ich gezogen hatte, sahen plötzlich kindisch aus.
„Wie konntest du so blind sein?“
Aber dann merkte ich: Ich war gar nicht blind.
Ich war überheblich.

Ich hatte nicht den Markt verloren – ich hatte gegen meine eigene Arroganz verloren.


Später am Abend

Ich schrieb ins Journal:

„Verlust war sauber, aber der Einstieg kam aus Übermut. Kein Disziplinfehler – ein Charakterfehler.“

Und das war der Unterschied.
Es tat weh, aber es war kein Zufall.
Es war der Preis für Erkenntnis.


Es gibt Verluste, die dir Geld kosten.
Und es gibt Verluste, die dich verändern.
Dieser war letzteres.
Heute erinnere ich mich jedes Mal daran, wenn ich das Gefühl habe, der Markt „gehöre“ mir.
Denn das ist der Moment, in dem er dich am härtesten trifft.


Thanksgiving schlägt wieder zu – Rally, dann Luftholen?

Die Thanksgiving-Woche, die historisch betrachtet oft für gute Laune sorgt, hat ihrem Ruf erneut alle Ehre gemacht: Nach der kurzen Schwächeperiode Anfang November legten die Aktienmärkte wieder deutlich zu.
Der DAX konnte am Mittwoch seine Wochengewinne deutlich ausbauen und sich erfolgreich oberhalb der 200-Tage-Linie stabilisieren. Damit lebt die Chance, über die Marke von 23.750 Punkten erneut die Widerstandszone bei 24.000 anzusteuern. Auch die Wall Street hat einen Großteil ihrer jüngsten Verluste aufgeholt und befindet sich wieder in Schlagweite zum Allzeithoch.
Doch Vorsicht vor zu viel Euphorie: Die nächsten Widerstände könnten die Rallye vorerst ausbremsen. Historisch folgt auf die Thanksgiving-Woche Anfang Dezember oft eine erneute, kurze Schwächephase. Da die US-Börsen am Donnerstag geschlossen bleiben und am Freitag nur verkürzt bei dünnen Umsätzen handeln, ist der wesentliche Teil dieser Handelswoche nun bereits gelaufen.


Wichtige Wochentermin

  • Donnerstag:
    • Thanksgiving – US-Börse geschlossen
    • 08:00 Uhr DE GfK-Konsumklima Dezember
    • 13:30 Uhr EU EZB Protokoll
  • Freitag:
    • Thanksgiving – US-Börse endet 19:00 Uhr
    • 08:00 Uhr DE Einzelhandelsumsatz Oktober
    • (!) 14:00 Uhr DE Verbraucherpreise November (Vorabschätzung)

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Xetra-DAX Tagesausblick:

Der DAX schafft wieder die Erholung über seine 200-Tageslinien. Oberhalb bleiben die Bullen nun im Vorteil. Die nächsten größeren Widerstände stehen knapp unter der 24k.
Die Wall Street bleibt Donnerstag geschlossen. Freitag verkürzter Handel.
Der Bereich an der 23.630 wird die erste relevante Zone darstellen.

  • Oberhalb bleibt die Range zum m. Bollinger 23.700/.730 aktiv. Darüber folgt direkt die nächste Aufhellung und weitere Ziele bis 23.820. Anschließend beginnt ab der 23.910 die nächstgrößere Widerstandszone mit der 50-TL (23.950) und der 100-TL (23.990).
  • Unterhalb ist hingegen die Range zur 23.540 und der 200-TL bei 23.490 wieder zu nennen. Darunter droht wieder eine Eintrübung und Abgabedruck zur 23.350/.320. Anschließend 23.250 und danach der ema200 bei 23.150.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 23.630 > 23.700 > 23.730 > 23.820 > 23.910 > 23.950 > 23.990 > 24.080 > 24.140 > 24.220 > 24.340 > 24.420 > 24.500 > 24.540 > 24.640 > 24.750 > 24.840
  • Unterstützungen: 23.540 > 23.490 > 23.350 > 23.320 > 23.250 > 23.150 > 23.095 > 23.050 > 23.000 > 22.930 > 22.780 > 22.750 > 22.630

Der Ausblick im Videoformat

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Warum Trading meistens scheitert (und wie du es trotzdem schaffst) – Mein Weg vom Zocker zum Trader

Hallo Leute und herzlich Willkommen auf meinem neuen Blog hier auf trading-portal.net!

Ich bin Alex, und ich freue mich riesig das ihr hierher gefunden habt. In diesem Blog werde ich euch ab sofort regelmäßig mitnehmen in die Welt der Börse. Wir werden über Charttechnik sprechen, über langweiliges (aber wichtiges) Sparen und natürlich über das, was uns alle am meisten nervt: Warum der Markt genau dann dreht, wenn man gerade eingestiegen ist.
Zum Start wollte ich aber mal ganz ehrlich sein. Ich weiß, wie das im Internet oft aussieht. Da posten Leute Screenshots von 500% Gewinn an einem Tag, fahren dicke Autos und tun so, als wäre Trading das einfachste der Welt. Spoiler: Ist es nicht.
Als ich angefangen habe, habe ich mein erstes Konto fast komplett gegen die Wand gefahren. Warum? Weil ich keine Ahnung von Risikomanagement hatte und dachte ich bin schlauer als der Markt.

Der größte Feind bist du selbst

Es ist eigentlich verrückt. Wir verbringen Stunden damit, Indikatoren wie den RSI oder MACD zu lernen, wir zeichnen Widerstandslinien bis der Chart aussieht wie ein Gemälde von Picasso. Aber das eigentliche Problem sitzt meistens 50 cm vor dem Bildschirm.
Gier und Angst sind die zwei Gefühle, die dein Depot schneller leeren können als du gucken kannst.
Ich erinnere mich an einen Trade vor ein paar Jahren. Ich war long im DAX, der Kurs lief super an. Ich war 50 Punkte vorne. Mein Plan war eigentlich, den Gewinn bei 60 Punkten mitzunehmen. Aber dann dachte ich: „Komm Alex, da geht noch was, der bricht gleich aus!“.

Was ist passiert? Der Markt drehte, lief zurück auf meinen Einstieg. Und statt rauszugehen (wie ein profi), habe ich den Stop Loss nach unten gezogen, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass ich falsch liege. Ende vom Lied: Ein riesiger Verlust, nur weil ich mein Ego nicht unter Kontrolle hatte.

Die wichtigste Regel: Überlebe den nächsten Tag

Wenn ihr eine Sache aus diesem ersten Artikel mitnehmt, dann bitte diese: Kapitalerhalt ist wichtiger als Gewinnmaximierung.
Viele Anfänger fragen mich: „Alex, welche Strategie nutzt du?“. Dabei ist die Strategie fast egal, wenn das Risk- und Moneymanagement nicht stimmt.
Ich nutze strikt die 1%-Regel. Das heisst, ich riskiere pro Trade niemals mehr als 1% meines gesamten Trading-Kapitals.

Rechnen wir das mal kurz durch:

  • Du hast ein Konto mit 10.000 Euro.
  • Dein Risiko pro Trade ist 100 Euro.

Das klingt für manche vielleicht nach wenig („Da werde ich ja nie reich!“), aber überleg mal andersrum. Wenn du 1% riskierst, musst du 100 mal hintereinander verlieren, um pleite zu gehen. Das ist statistisch fast unmöglich, selbst wenn du blind auf Kaufen oder Verkaufen drückst.

Wenn du aber 10% pro Trade riskierst, weil du schnell reich werden willst, dann reichen 4-5 schlechte Trades hintereinander (und die kommen garantiert!), um dein Konto so stark zu dezimieren das du kaum noch chancen hast, das wieder aufzuholen.

Aktuelle Marktlage: Volatilität als Chance?

Schauen wir uns kurz an was gerade an den Märkten los ist. Die Zentralbanken spielen immer noch mit den Zinsen, die Inflation ist zwar etwas runter aber immer noch ein Thema. Das sorgt für ordentlich Bewegung.
Für uns Trader ist das eigentlich gut. Wir brauchen Volatilität (Schwankungen). Ein Markt der sich nicht bewegt, bringt uns kein Geld. Aber gerade jetzt ist es wichtig, nicht blind in fallende Messer zu greifen.
Ich beobachte aktuell sehr stark die Tech-Werte in den USA. Viele sind stark korrigiert. Wer hier langfristig denkt (Thema Investieren & Sparen), für den ergeben sich gerade jetzt Chancen, die man vielleicht in 5 Jahren feiern wird. Wer kurzfristig tradet, sollte aber aufpassen: Die Märkte sind nervös. Ein einziger Satz von Jerome Powell (Chef der US-Notenbank) reicht, um den Nasdaq mal eben 2% in die eine oder andere Richtung zu schicken.

Mein Fazit für heute

Trading ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Es geht nicht darum, heute den Jackpot zu knacken, sondern Ende des Jahres eine positive Bilanz zu haben.
Ich werde euch hier in den nächsten Wochen zeigen, wie ich meine Charts analysiere, welche ETFs ich für den langfristigen Vermögensaufbau nutze und wie ich versuche, meine Emotionen im Griff zu behalten. Und ja, ich werde auch meine Verlusttrades posten. Denn aus denen lernt man am meisten.

Schreibt mir gerne mal in die Kommentare (wenn die Funktion dann live ist), was eure größten Anfängerfehler waren. Habt ihr auch schonmal den Stop Loss weggezogen und gebetet? 😉

Bis zum nächsten Mal und immer schön diszipliniert bleiben!

Vom Demo-Account zum Funded Trader: Mein ultimativer Guide, um Prop Trading Challenges wirklich zu bestehen (ohne durchzudrehen)

Heute muss ich mal Tacheles reden. Wenn ich mir die Foren und Discord-Gruppen so anschaue, blutet mir echt das Herz. Da sehe ich hunderte von talentierten Tradern, die ein riesiges Potenzial haben, aber sie verbrennen ihr Geld in sogenannten „Prop Trading Challenges“, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich kenne das. Ich war genau an dem Punkt. Man sieht die großen Zahlen – 100.000 Dollar Account, 200.000 Dollar Account – und rechnet sich schon den Gewinnanteil aus, bevor man überhaupt den ersten Trade gesetzt hat.
In diesem Artikel nehme ich euch mal mit auf meine Reise und zeige euch, wie ich es endlich geschafft habe, „Funded“ zu werden. Kein Bullshit, keine versteckten Verkäufe. Einfach nur die nackte Wahrheit darüber, wie man diese verdammten Challenges besteht und endlich mit Fremdkapital handelt.
Lehnt euch zurück, holt euch einen Kaffee. Das hier wird ausführlich, aber es könnte euch den nächsten 500-Euro-Fehlversuch sparen.

Der Elefant im Raum: Warum 90% scheitern

Fangen wir mal mit der harten Realität an. Die meisten Prop-Firmen (Anbieter wie FTMO, Apex, Topstep etc.) leben davon, dass wir scheitern. Das ist deren Geschäftsmodell – zumindest teilweise. Die Gebühren für die Challenges sind Einnahmen. Aber: Sie suchen auch wirklich gute Trader.

Warum scheitern also so viele?

Es liegt meistens nicht an der Strategie. Ob ihr nun Smart Money Concepts (SMC) handelt, Support & Resistance oder einfach nur gleitende Durchschnitte – das ist fast egal.
Das Problem ist der Zeitdruck (auch wenn der bei vielen Anbietern mittlerweile wegfällt) und der Drawdown.
Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Versuch. Ich war super motiviert, hab die 10k Challenge gekauft. Erster Tag: +2%. Ich fühlte mich wie der König der Wall Street.

Zweiter Tag: Ein kleiner Verlust.

Dritter Tag: Ich wollte den Verlust schnell wieder reinholen. Position vergrößert. Zack, -4%.

Und dann ging das Kopfkino los. „Mist, ich muss das aufholen“. Das Ende vom Lied kennt ihr. Account blown.
Das war mir eine Lehre. Ich hab realisiert, das ich gar nicht gegen den Markt kämpfe, sondern gegen mich selbst und die Regeln der Prop Firm.

Die Mathematik hinter dem Wahnsinn (Mein Aha-Erlebnis)

Hier ist der Punkt, den die meisten übersehen. Und sorry, falls ich hier mal ein Komma vergesse, aber ich schreib das gerade einfach so runter wie es mir in den Kopf kommt.
Wenn eine Prop Firm sagt: „Du hast 10% maximalen Drawdown“, dann lügen sie nicht, aber es fühlt sich anders an.
Angenommen, du hast ein 100.000$ Konto. Der Max Drawdown ist 10.000$ (also bei 90.000$ ist Schluss).
Das bedeutet: Dein eigentliches Konto ist nicht 100.000$ groß. Es ist 10.000$ groß!

Die restlichen 90k sind nur „Margin“, damit du größere Positionen öffnen kannst. Sobald ich das verstanden hatte, hat sich mein Trading komplett verändert. Ich habe aufgehört, 1% vom 100k Konto zu riskieren (was 1000$ wären), weil das in Wahrheit 10% meines echten Risikokapitals waren.

Mein Tipp an euch: Behandelt den Drawdown als euer totales Kontoguthaben. Wenn du 10.000$ Luft hast, dann riskiere pro Trade maximal 0,5% bis 1% von diesen 10.000$ – nicht vom Gesamtkonto!

Die Strategie, mit der ich die Wende geschafft habe

Nachdem ich also mein Lehrgeld bezahlt hatte, hab ich mir einen Plan zurechtgelegt. Ich nenne ihn den „Schildkröten-Plan“. Klingt unsexy, ich weiß. Aber Schildkröten kommen an, Hasen werden oft überfahren.

Ich habe mich auf Qualität statt Quantität konzentriert.

  1. Feste Handelszeiten: Ich handle nur noch zur London Session (9:00 – 11:00 Uhr) oder New York Open. Dazwischen? Mache ich den Bildschirm aus. Früher saß ich den ganzen Tag davor und hab aus Langeweile Trades erzwungen. Tödlich.
  2. Das Setup: Ich warte auf ein spezifisches Setup. Bei mir ist das ein Liquiditätsabgriff an einem Hoch oder Tief gefolgt von einem Strukturbruch (Market Structure Shift). Wenn das nicht passiert, klicke ich nicht. Punkt.
  3. News-Filter: Ich prüfe jeden Morgen den Wirtschaftskalender. Ist heute CPI? Ist heute NFP? Wenn ja, halte ich die Füße still oder reduziere das Risiko massiv. Nichts killt einen Prop-Account schneller als eine Slippage während den News.

Ein Wort zu den Anbietern (und meine Erfahrungen)

Ich werde oft gefragt: „Alex, welcher Anbieter ist der beste?“.
Ehrlich gesagt: Es kommt drauf an.

  • FTMO: Der Klassiker. Teurer als andere, aber die Auszahlungen sind pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk. Ich liebe deren Dashboard. Die Spreads sind fair. Wer seriös Forex traden will, landet meistens hier.
  • Apex / Topstep: Das ist eher für die Futures-Trader unter euch. Hier geht es oft günstiger los, aber die Regeln mit dem „Trailing Drawdown“ können echt fies sein. Das heißt, der Stop-Loss für dein Konto zieht nach oben nach, wenn du im Profit bist. Das hat mich am Anfang wahnsinnig gemacht, weil man Gewinne nicht laufen lassen kann, ohne dass der Drawdown gefährlich nah kommt.

Ich persönlich habe mein Hauptkonto derzeit bei einer Firma, die keine Zeitbegrenzung mehr hat. Das nimmt so viel psychologischen Druck raus. Früher, als man in 30 Tagen die 10% schaffen musste, war das reines Glücksspiel. Jetzt kann man sich Zeit lassen. Nutzt das! Es rennt euch nichts weg.

Warum Psychologie wichtiger ist als der Chart

Ich weiß, das klingt wie so ein Glückskeks-Spruch. Aber im Prop Trading ist es die Wahrheit.
Wenn du dein eigenes Geld auf einem Brokerkonto hast und mal 5% verlierst, ist das ärgerlich, aber du bist noch im Spiel. Bei einer Prop Firm bist du raus. Game Over.

Deswegen habe ich mir eine eiserne Regel auferlegt:
Nach zwei Verlust-Trades am Tag ist Schluss.
Keine Diskussion. Rechner aus. Rausgehen.

Warum? Weil der dritte Trade meistens ein „Rache-Trade“ ist. Man will das Geld zurückholen. Und genau dann macht man Fehler, erhöht das Lot-Size und… naja, ihr wisst schon.
Einmal hatte ich einen Tag, da war ich morgens 2% im Plus. Ich wurde gierig, wollte 4%. Am Ende des Tages war ich 3% im Minus und fast am Daily Loss Limit. Ich hab mich so über mich selbst geärgert, dass ich fast die Tastatur zerlegt hätte. Das war der Moment, wo ich die „2-Loss-Rule“ eingeführt habe. Seitdem läuft es konstanter.

Mein Setup für den Erfolg (Checkliste)

Bevor ich euch jetzt entlasse und ihr euch in die nächste Challenge stürzt, hier meine Checkliste, die ich vor JEDEM Start durchgehe:

  • [ ] Verstehe ich die Regeln zu 100%? (News-Trading erlaubt? Weekend-Holding erlaubt?)
  • [ ] Habe ich einen Plan für den Drawdown? (Wie viel darf ich maximal verlieren pro Tag?)
  • [ ] Ist meine Strategie „langweilig“ genug? (Wenn Trading aufregend ist, machst du was falsch)
  • [ ] Bin ich mental fit? (Kein Stress mit der Freundin, gut geschlafen?)

Es ist machbar, aber kein Sprint

Leute, lasst euch nicht von den Instagram-Gurus blenden, die jeden Tag Auszahlungsbelege posten. Prop Trading ist ein Geschäft. Und wie jedes Geschäft braucht es Zeit, einen Plan und vor allem Disziplin.
Ich habe drei Versuche gebraucht, bis ich meinen ersten Payout hatte. Und das ist okay. Seht die Gebühren für die Challenges als Ausbildungskosten.
Es ist ein geiles Gefühl, wenn man dann endlich die E-Mail bekommt: „Congratulations, you are now a funded trader“. Dann weiß man, wofür man die ganzen Stunden vor den Charts verbracht hat.
Ich hoffe, dieser Einblick hat euch geholfen. In den nächsten Wochen werde ich mal tiefer in meine genaue Entry-Strategie reingehen und vielleicht auch mal ein Live-Trading Video dazu machen, wenn ihr Bock drauf habt.

Bleibt geduldig, schützt euer Kapital!