Trading-Journal führen – mein ehrlicher Erfahrungsbericht und warum es mein Trading gerettet hat

Wenn ich ehrlich bin: Ich habe mich am Anfang geweigert, ein Trading-Journal zu führen. Ich dachte, das sei unnötige Bürokratie, kostet nur Zeit und bringt mir nix. Stattdessen habe ich meine Trades einfach „im Kopf behalten“ – was natürlich grandios schief ging. Ich wusste irgendwann nicht mehr, warum ich in einem Trade war, welche Strategie ich angewendet hatte oder ob mein Risiko überhaupt gepasst hat.
Der Wendepunkt kam, als ich in kurzer Zeit drei Mal mein Konto fast halbiert habe. Ich wusste: So geht es nicht weiter. Also habe ich angefangen, meine Trades knallhart zu dokumentieren. Und genau das hat alles verändert.


Warum ein Trading-Journal so wichtig ist

Ein Journal ist nicht einfach nur eine Liste von Gewinnen und Verlusten. Es ist dein Spiegel. Es zeigt dir gnadenlos, ob du dich an deine Regeln hältst oder nicht.
Ich habe zum Beispiel schnell gemerkt, dass ich nach einer Verlustserie oft zu früh wieder eingestiegen bin – Revenge Trading. Ohne das Journal wäre mir dieses Muster nie so klar geworden.

Außerdem erkennst du:

  • welche Strategien wirklich funktionieren
  • in welchen Märkten du am besten performst
  • wie stabil deine Psyche ist (Spoiler: meistens weniger stabil als man denkt)

So sieht mein Trading-Journal aus

Ich führe mein Journal digital in Excel/Google Sheets. Es gibt auch Tools wie TraderVue oder Edgewonk, aber ich mag es simpel und anpassbar.
Das sind meine wichtigsten Spalten:

  • Datum & Uhrzeit – damit ich erkenne, ob ich zu bestimmten Tageszeiten besser oder schlechter trade
  • Markt & Produkt – DAX, S&P500, EUR/USD etc.
  • Setup – z. B. „Breakout am Widerstand mit RSI-Signal“
  • Einstieg & Ausstieg – Preis, Uhrzeit
  • Positionsgröße – damit ich sehe, ob mein Money-Management passt
  • Stop-Loss & Take-Profit – geplant vs. tatsächlich
  • Ergebnis – in Punkten, Prozent und Euro
  • Screenshot – das ist Gold wert, um später nachzuvollziehen, was ich gesehen habe
  • Kommentar – ehrlich reinschreiben, warum ich eingestiegen bin und wie ich mich gefühlt habe

Die wichtigsten Kennzahlen aus meinem Journal

Nur die nackten Zahlen aufzuschreiben reicht nicht. Ich werte mein Journal regelmäßig aus und berechne ein paar Kennzahlen, die für mich entscheidend sind:

  • Trefferquote (Winrate) – wie viele Trades sind profitabel
  • Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) – durchschnittlicher Gewinn im Verhältnis zum Verlust
  • Erwartungswert (Expectancy) – was bringt mir ein Trade im Durchschnitt
  • Drawdown – wie stark mein Konto zwischenzeitlich ins Minus läuft
  • Monatliche Performance – ob ich konstant bin oder nur Glück hatte

Das klingt trocken, aber für mich ist es inzwischen wie ein Fitness-Tracker fürs Trading. Wenn meine Werte passen, weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin.


Typische Fehler beim Trading-Journal

Ich hab am Anfang auch hier einiges falsch gemacht:

  1. Nicht konsequent geführt – bringt nix, wenn man nur die guten Trades einträgt.
  2. Zu viele Infos – irgendwann hatte ich 30 Spalten, aber keine Lust, alles auszufüllen. Heute halte ich es schlanker.
  3. Emotionen weggelassen – dabei ist genau das der Schlüssel! Wenn ich reinschreibe „war gierig, wollte Konto aufbessern“, erkenne ich später sofort meine Muster.

Ohne Journal kein ernsthaftes Trading

Heute kann ich wirklich sagen: Das Trading-Journal war einer meiner größten Gamechanger.
Es zwingt mich zur Ehrlichkeit, es deckt Schwächen auf, und es zeigt mir schwarz auf weiß, wo ich besser werde.
Und noch was: Es fühlt sich unglaublich gut an, nach einem Monat zurückzuschauen und genau zu wissen, welche Trades die Gewinner waren und welche einfach nur schlechte Ideen.


Sommerflaute mit leichten Akzenten – Jackson Hole startet

Erneut ein sehr impulsarmer Tag im typischen Sommerhandel, geprägt von Zurückhaltung und enger Handelsspanne. An der Wall Street setzt sich die Sektorenrotation fort, ohne dass es zu klaren Richtungsentscheidungen kommt. Die Märkte verweilen weiter in einer abwartenden Range.
Der DAX konnte sich heute als kleiner Outperformer präsentieren und leicht zulegen. Allerdings bleibt der Anstieg technisch unbedeutend, solange kein Ausbruch über die 24.500 erfolgt. Andernfalls droht weiterhin ein empfindlicher Rücksetzer innerhalb der laufenden Seitwärtsstruktur.

Ab morgen rückt das Jackson Hole Notenbanker-Symposium zunehmend in den Fokus. Die Veranstaltung läuft bis Freitag und wird mit Spannung erwartet – insbesondere die Rede von Fed-Chef Powell könnte neue Impulse liefern. Historisch zeigte sich die Volatilität um das Event meist gedämpft, größere Marktbewegungen traten dafür häufig erst in der Folgewoche auf.

Wichtige Wochentermine:

  • Mittwoch:
    • Auftakt Jackson Hole Symposium der Fed
    • 11:00 Uhr EU Verbraucherpreise Juli (endgültig)
    • 20:00 Uhr US Fed Protokoll
  • Donnerstag:
    • Jackson Hole Symposium der Fed
    • 09:30 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August (vorläufig)
    • 09:30 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August (vorläufig)
    • 10:00 Uhr EU Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August (vorläufig)
    • 10:00 Uhr EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August (vorläufig)
    • (!) 14:30 Uhr US Philadelphia-Fed-Index August
    • 14:30 Uhr US Anträge auf Arbeitslosenhilfe
    • 15:45 Uhr US S&P Global Einkaufsmanagerindizes
  • Freitag:
    • Jackson Hole Symposium der Fed
    • 08:00 Uhr DE BIP Q2 (2. Veröffentlichung)
    • (!) 16:00 Uhr US Rede Fed Chef Powell in Jackson Hole

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Der DAX konnte in der vergangenen Woche wieder in Richtung Allzeithoch laufen und notiert seit Mai als Underperformer und trotz Rekordjagd an der Wall Street größtenteils unverändert. Umkehrsignale werden jedoch weiter konsequent gemieden. Die kommende Woche bietet einige große Impulsgeber.
Der Bereich an der 24.2 stellt die erste relevante Zone.
Oberhalb bleibt die Spanne über die 24.360 zum AZH an der 24.6 aktiv. Darüber rückt die 24.850 in den Fokus. Anschließend 25.130/.200.
Unterhalb ist der Cluster zur 23.950 weiter aktiv. Darunter droht weiterer Abgabedruck zur 23.7/23.6. Anschließend 23.3.

Xetra-DAX Tagesausblick:

Der DAX verwaltete am Dienstag sein leichtes Wochenplus. So oder so benötigen die Bullen jedoch den Durchbruch durch die 24.5, um die Tür für ein neues Allzeithoch zu öffnen. Eine Ablehnung kann rasch wieder Druck zur 24k und darunter aufbauen.
Der Bereich an der 24.360 wird die erste relevante Zone darstellen.

  • Oberhalb bleibt der Cluster zur 24.420 und anschließend zur .490 im Fokus. Darüber Chance auf 24.540. Bei Bruch 24.610 und .650.
  • Unterhalb ist der erste Cluster 24.320 zur 24.280 zu nennen. Darunter folgen 24.230/.210. Im Anschluss der Cluster über die 24.170 zum m. Bollinger bei 24.110. Bei Bruch 24.025 und erneut der Weg zur 50-Tageslinie bei 23.970.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 24.350 > 24.420 > 24.490 > 24.540 > 24.610 > 24.650 > 24.700 > 24.800 > 24.850
  • Unterstützungen: 24.320 > 24.280 > 24.230/.210 > 24.170 > 24.110 > 24.025 > 23.970 > 23.850 > 23.760 > 23.720 > 23.650 > 23.570 > 23.520 > 23.420 > 23.390 > 23.250
DAX Tageschart

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Warum ein gutes Risikomanagement wichtiger ist als die perfekte Strategie

Ich habe im Laufe meiner Trading-Jahre eine Lektion gelernt, die härter war als jeder Crash: Nicht die Strategie entscheidet über langfristigen Erfolg, sondern das Risikomanagement. Klingt langweilig? Vielleicht. Aber ohne dieses Fundament nützt dir auch die genialste Chartanalyse nichts.


1. Mein größter Fehler als Anfänger

Als ich mit dem Trading begonnen habe, habe ich es wie viele gemacht: Ich war verliebt in Setups, habe Stunden in Chartmuster investiert und Indikatoren vergöttert.
Aber ich habe das Wichtigste ignoriert – das Risiko pro Trade. Das Resultat: Einige fette Gewinne, gefolgt von einem einzigen Verlust, der alles wieder aufgefressen hat. Und das war frustrierender als alles andere.


2. Die goldene Regel: Niemals mehr als 1–2 % riskieren

Heute habe ich eine eiserne Regel: Pro Trade maximal 1–2 % vom Depot riskieren.
Das bedeutet nicht, dass ich nur Kleinstpositionen handle, sondern dass ich meine Positionsgröße immer an den Stop-Loss anpasse.

Beispiel:
Depotgröße 20.000 €
Maximalrisiko 1 % = 200 €
Liegt mein Stop-Loss 5 % entfernt, darf die Position höchstens 4.000 € groß sein. Punkt. Keine Diskussion.


3. Warum das so mächtig ist

Viele unterschätzen die Mathematik dahinter. Ein Verlust von 50 % erfordert einen Gewinn von 100 %, um wieder auf null zu kommen.
Mit sauberem Risikomanagement ist es fast unmöglich, dass ein einziger Fehler dein Depot ruiniert. Du nimmst Verluste hin – klar. Aber sie sind kontrolliert und kalkuliert.


4. Der psychologische Effekt

Risikomanagement schützt nicht nur dein Kapital, sondern auch deine Nerven.
Wenn ich weiß, dass ein Trade mich im Worst Case nur 1 % kostet, gehe ich viel entspannter rein. Kein Zittern mehr, kein Schweißausbruch bei jedem roten Kerzenbalken. Das macht meine Entscheidungen objektiver – und weniger emotional.


5. Money-Management = langfristiges Überleben

Manche Trader sehen sich als „Jäger des großen Jackpots“. Ich sehe mich inzwischen eher als „Überlebenskünstler“.
Denn wer lange genug am Markt bleibt, erlebt automatisch auch die richtig guten Phasen. Aber nur, wenn man nicht vorher schon alles pulverisiert hat.


Die perfekte Strategie existiert nicht. Märkte ändern sich, Setups funktionieren mal besser, mal schlechter. Aber gutes Risikomanagement ist zeitlos.
Es ist das Sicherheitsnetz, das dich davor bewahrt, den totalen Knockout zu kassieren.

Oder wie ich es immer sage: „Ein Trader ohne Risikomanagement ist wie ein Autofahrer ohne Bremse – irgendwann knallt’s.“


Ruhiger Wochenstart – Erst Geopolitik, dann Powell-Rede zum Wochenschluss im Fokus

Die neue Börsenwoche startete verhalten und impulsschwach, was angesichts des dünnen Wirtschaftskalenders und weniger bedeutender Earnings-Termine zur Wochenmitte wenig überrascht. Im Vordergrund steht zunächst die Geopolitik, vor allem die Bemühungen um eine Lösung im Ukrainekrieg. Auch wenn konkrete Fortschritte weiter ausbleiben, bleibt das Thema als Unsicherheitsfaktor präsent.

Doch das eigentliche Highlight der Woche folgt am Freitag: das Notenbanker-Symposium in Jackson Hole mit der mit Spannung erwarteten Rede von Fed-Chef Powell. Die Märkte hoffen auf ein Signal für baldige Zinssenkungen – oder zumindest einen Hinweis, dass die Tür dafür offen bleibt. Powell könnte sich jedoch angesichts der durchwachsenen Konjunkturdaten auch zurückhaltend zeigen.

Historisch war Jackson Hole häufig ein Wendepunkt im Sommerhandel – sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Der Markt dürfte spätestens ab Donnerstag in eine abwartende Haltung übergehen – bis klar ist, ob Powell liefert oder erneut auf Zeit spielt.

Wichtige Wochentermine:

  • Dienstag:
    • 14:30 Uhr US Baugenehmigungen Juli
  • Mittwoch:
    • Auftakt Jackson Hole Symposium der Fed
    • 11:00 Uhr EU Verbraucherpreise Juli (endgültig)
    • 20:00 Uhr US Fed Protokoll
  • Donnerstag:
    • Jackson Hole Symposium der Fed
    • 09:30 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August (vorläufig)
    • 09:30 Uhr DE Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August (vorläufig)
    • 10:00 Uhr EU Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe August (vorläufig)
    • 10:00 Uhr EU Einkaufsmanagerindex Dienstleistungssektor August (vorläufig)
    • (!) 14:30 Uhr US Philadelphia-Fed-Index August
    • 14:30 Uhr US Anträge auf Arbeitslosenhilfe
    • 15:45 Uhr US S&P Global Einkaufsmanagerindizes
  • Freitag:
    • Jackson Hole Symposium der Fed
    • 08:00 Uhr DE BIP Q2 (2. Veröffentlichung)
    • (!) 16:00 Uhr US Rede Fed Chef Powell in Jackson Hole

Hinweis: Hole mehr aus Trading-Portal.NET und aktiviere Deinen Informationsvorsprung mit meinem Traders Club. Alle Vorteile ansehen.


Der DAX konnte in der vergangenen Woche wieder in Richtung Allzeithoch laufen und notiert seit Mai als Underperformer und trotz Rekordjagd an der Wall Street größtenteils unverändert. Umkehrsignale werden jedoch weiter konsequent gemieden. Die kommende Woche bietet einige große Impulsgeber.
Der Bereich an der 24.2 stellt die erste relevante Zone.
Oberhalb bleibt die Spanne über die 24.360 zum AZH an der 24.6 aktiv. Darüber rückt die 24.850 in den Fokus. Anschließend 25.130/.200.
Unterhalb ist der Cluster zur 23.950 weiter aktiv. Darunter droht weiterer Abgabedruck zur 23.7/23.6. Anschließend 23.3.

Xetra-DAX Tagesausblick:

Der DAX kämpft weiter an der Widerstandszone 24.4. Ein Bereich, der in den vergangenen Wochen immer wieder zum Ausstieg genutzt wurde. Ein nachhaltiger Durchbruch würde die Tür zum neuen Allzeithoch an der 24.8 öffnen.
Der Bereich an der 24.290 wird die erste relevante Zone darstellen.

  • Oberhalb bleibt der Cluster zur 24.350 zur .390 im Fokus. Darüber Chance auf 24.440 und im Anschluss erneut die 24.530. Bei Bruch 24.610.
  • Unterhalb ist der erste Cluster 24.250/.200 zu nennen. Darunter folgen 24.160 und im Anschluss das m. Bollinger bei 24.100. Bei Bruch 24.025 und erneut der Weg zur 50-Tageslinie bei 23.950.

Relevante Marken in der Übersicht:

  • Widerstände: 24.350 > 24.390 > 24.440 > 24.530 > 24.610 > 24.640 > 24.700 > 24.800 > 24.850
  • Unterstützungen: 24.250 > 24.200 > 24.160 > 24.100 > 24.025 > 23.950 > 23.850 > 23.760 > 23.720 > 23.650 > 23.570 > 23.520 > 23.420 > 23.390 > 23.250
DAX Tageschart

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Backtesting im Trading – meine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit echten Beispielen

Als ich angefangen habe, meine Trading-Strategien ernsthaft zu testen, war das für mich ein absoluter Gamechanger. Vorher habe ich nach Bauchgefühl gehandelt, ein bisschen nach Chartformationen, manchmal nach News – und das Ergebnis war, naja… ziemlich chaotisch. Erst durch Backtesting habe ich verstanden, ob eine Strategie wirklich funktioniert oder nur reines Wunschdenken ist.

Was ist Backtesting überhaupt?

Ganz simpel gesagt: Beim Backtesting testest du deine Trading-Strategie an historischen Kursdaten.
Du schaust also, wie deine Einstiegs- und Ausstiegsregeln in der Vergangenheit funktioniert hätten.
Natürlich ist die Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft – aber ohne diesen Test tappst du komplett im Dunkeln.

Warum Backtesting so wichtig ist

Ich geb’s ehrlich zu: Früher dachte ich, Backtesting sei überflüssig. Schließlich ist ja jeder Chart anders, oder?
Aber die Wahrheit ist: Märkte wiederholen sich. Muster, Trends und Reaktionen auf bestimmte Levels sind erstaunlich stabil.
Ohne Backtesting weißt du nicht, ob deine Strategie überhaupt eine Chance hat. Mit Backtesting kannst du dagegen sehen:

  • Wie oft deine Strategie in Gewinn läuft
  • Wie hoch dein durchschnittlicher Verlust im Vergleich zum Gewinn ist
  • Ob deine Strategie in Seitwärtsphasen oder nur in Trends funktioniert
  • Welche Märkte und Zeiteinheiten sich am besten eignen

Mein Schritt-für-Schritt-Prozess beim Backtesting

Ich will dir mal ganz genau zeigen, wie ich vorgehe. Das ist kein Lehrbuchwissen, sondern wirklich mein eigener Workflow.

  1. Strategie definieren
    Bevor ich überhaupt anfange, muss ich glasklar wissen: Wann steige ich ein, wann steige ich aus, wo setze ich den Stop-Loss?
    Beispiel: Long-Einstieg, wenn der RSI unter 30 fällt und gleichzeitig eine Hammer-Kerze am Support auftaucht.
  2. Zeitraum und Markt festlegen
    Ich teste meistens mehrere Jahre zurück. Im DAX zum Beispiel gehe ich gerne 5 Jahre zurück, bei Forex-Paaren auch mal 10 Jahre.
    Wichtig: Je mehr Daten, desto aussagekräftiger das Ergebnis.
  3. Trades manuell oder automatisch durchspielen
    Ich habe am Anfang alles manuell im Chart durchgegangen – Kerze für Kerze. Das dauert ewig, aber man lernt dabei extrem viel.
    Heute nutze ich Tools wie TradingView, MetaTrader 5 oder Amibroker, um vieles zu automatisieren.
  4. Ergebnisse dokumentieren
    Jeder Trade kommt in mein Trading-Journal: Einstiegsdatum, Ausstiegsdatum, Gewinn/Verlust, Screenshot vom Chart.
    Daraus berechne ich dann Kennzahlen wie Trefferquote, durchschnittlicher Gewinn, maximaler Drawdown.
  5. Optimierung
    Wenn ich sehe, dass meine Strategie z. B. nur im Trend funktioniert, baue ich Filter ein (z. B. nur handeln, wenn der Kurs über dem 200er Moving Average liegt).

Typische Fehler beim Backtesting

Ich habe selbst viele Fehler gemacht, die du dir sparen kannst:

  • Curve Fitting: Die Strategie wird so lange angepasst, bis sie perfekt zur Vergangenheit passt – aber in der Zukunft völlig versagt.
  • Zu kleiner Datensatz: Wenn du nur 6 Monate testest, sagt das gar nichts über die Robustheit deiner Strategie.
  • Emotionale Trades einbauen: Backtesting funktioniert nur, wenn du dich strikt an deine Regeln hältst. Kein „Ach, hier hätte ich bestimmt anders gehandelt.“

Backtesting spart dir bares Geld 💡

Wenn ich eins gelernt habe: Jeder Euro, den du in Zeit fürs Backtesting investierst, spart dir später ein Vielfaches an Verlusten.
Bevor ich heute eine neue Idee wirklich trade, habe ich sie mindestens auf tausend Datenpunkten getestet. Erst dann weiß ich, ob sie Potenzial hat – oder in die Tonne gehört.


💬 Frage an dich: Soll ich im nächsten Artikel mal zeigen, wie ich mein Trading-Journal strukturiere und welche Kennzahlen ich wirklich regelmäßig auswerte? Das könnte der perfekte nächste Schritt sein, wenn du deine eigenen Ergebnisse professioneller analysieren willst.