Nach der letzten unglaublichen “Rally-Woche” mit der historischen EZB-Entscheidung, dürfte der DAX in dieser Woche zur Verschnaufpause ansetzen. In der Spitze konnte er bis auf 10.700 Punkte ansteigen und hat damit sämtliche Widerstände durchbrochen. In dieser Woche gilt es diesen Ausbruch zu verteidigen – aus dem umgekehrten waagerechten Dreieck und aus der horizontalen Unterstützung bei 10.080. Ein erster Impulsgeber dürfte die Wahl in Griechenland sein. Es bleibt abzuwarten was nach dem lauten Wahlkampf alles mit an den Verhandlungstisch getragen wird.

In den letzte Wochen hatten die Marktteilnehmer fast nur auf die EZB geschaut. Sämtliche andere Problemfelder wurden komplett ausgeblendet. Auf dem Weg zurück zur Normalität sollte sich dies auch wieder ändern. Von der EZB ist eh nicht  mehr viel Fantasie zu erwarten.

Kurzfristig ist der DAX stark überkauft. Der MACD steht so hoch wie seit vielen Jahren nicht mehr, aber noch fehlt die erste fallende Trendwende, um die erwartete Konsolidierung einzuleiten. Obwohl des waagerechten Dreiecks bei ca.  .440 besteht weiterhin die Möglichkeit für einen weiteres Hochpunkt. Erst darunter dürfte der Gipfel stehen und eine weitere Konsolidierung anstehen.

Vorbörslich haben die US-Märkte wieder einen ordentlich schwachen Start hingelegt. Momentan steht man wieder unterhalb des kurzfristigen Abwärtstrends. Die Bullen kommen immer nur sehr kurz zum Zug. Die Lage bleibt prekär. Ausbruch nach oben zum neuen AZH, oder doch das große Verkaufssignal. Der Dow bleibt weiter abgekopplt von den europäischen Börsen.

Zum Euro-Kurs hatte ich gestern im Forum bereits etwas geschrieben:

Na da ist noch gut Luft beim Euro. Ich hatte das große langjährige Dreieck mehrmals im Wochenausblick präsentiert und das Verlassen war einfach ein seeeehr großes Verkaufssignal. Allein das errechnete Ziel dieser Formation würde im 0,8x Bereich liegen… Es ist auch kein Signal was nach 3 Monaten negiert wird. Eher dürfte hier ein großer Trendwechsel stattgefunden haben. Nicht umsonst habe ich mehrfach schon von der Gefahr eines Währungskriegs gesprochen. Die USA wird bei so niedrigen Notierungen nicht lange ruhig bleiben. Ein Zinsschritt nach oben wird auch immer unwahrscheinlicher. Wirkliche Gegenreaktionen sind aber ebenso nicht mehr möglich, da die Notenbanken bekanntlich zu gerne die ganze Munition mit einmal verschießen bzw. bereits verschossen haben. Alle Notenbanken, die noch am Euro gekoppelt sind werden zudem massive Probleme bekommen. Länder, die ihre Schulden in Doller aufgenommen haben, werden massiv zu kämpfen haben. Schwachen Ländern droht gar die Pleite.

Zumindest eine technische Erholung wäre längst mal drin gewesen, aber die EZB konnte dies ja immer gut verhindert. Durch die Griechenlandwahl ist nun auch fraglich, ob das aktuelle Niveau bereits genutzt werden kann. Das nächste Ziel wäre ansonsten bei 1,08. Ein größerer Kampf dürfte aber erst bei der psychologische Marke von 1 beginnen. Eigentlich könnte der Kurs es auch ruhiger angehen. Der extrem schnelle Verkauf ist alles andere als beruhigend.

Gold hat in seinem Bodenbildungsprozess auch einen Bereich angelaufen, wo eine ordentliche technische Gegenreaktion und der Ausbau eines weiteren Standbeins zu erwarten ist. Knapp 100 Punkte kann es hier durchaus runtergehen.

Heute gibt es mit dem ifo-Index einen weiteres wichtige Impulsgeber. Am Mittwoch äußert sich zudem die FED. Ansonsten folgen erneut wichtige Konjunkturdaten und die Quartalsergebnisse.

Letztes Update am: [last-modified]

  • 09:36 Uhr
  • DAX hält sich weiterhin wacker. Die US-Börsen reagieren viel deutlicher auf die Wahl in Griechenland, als die Börsen in Europa. Schon verrückt… 😉
  • Bei gutem ifo-Index wäre sogar noch ein neues Hoch drin.
  • 18:45 Uhr
  • Die Rally setzt sich auch nach der Griechenlandwahl ungebremst fort. Sämtliche negative Aspekte werden ausgeblendet, anscheinend möchte man die Verhandlungen mit den Geldgeber erst noch abwarten. Falls überhaupt…
  • Der Markt bleibt kurzfristig extrem überkauft. Der MACD hat einen so hohen Wert wie seit weit über 10 Jahren nicht mehr. Falls er überhaupt schon mal so hoch stand – leider reicht hierfür mein Datenlagen nicht aus. Verbunden mit den letzten Hochpunkten hätte er jetzt aber eine Widerstand erreicht.
  • Momentan habe ich noch mehrere geschichtete Trades laufen. Einstieg: 10.610, 10.640, 10.690, 10.710, 10.800. Durchschnitt: 10.690. Ich werde maximal noch um eine Position erhöhen, falls die 10.900 wirklich noch angelaufen werden.
  • Die US-Börsen haben die ganze Rally weiterhin überhaupt nicht mitgemacht. Schon sehr verdächtig diese extreme Loslösung. Der Euro versucht sich in der technischen Erholung. Bei Gold kommt langsam der erwartete Druck auf.
  • Es bleibt weiterhin sehr spannend wie dieser Extremanstieg beim DAX aufgelöst wird.

dax dow s6p

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