Die vergangene Woche war von vielen Unsicherheiten geprägt. Allen voran die Notenbanken, FED und die Bank of Japan, welche jedoch ähnlich defensiv aufgetreten sind, wie die EZB zuvor. Die Bank of Japan, von der man sich sogar das Helicopter Money erhofft hatte, möchte nun sogar sämtliche geldpolitische Maßnahmen überprüfen lassen. Die FED sieht Spielraum für eine weitere Zinserhöhung und EZB-Chef Draghi vermeidete jeden Hinweis auf eine weitere geldpolitische Lockerung. Das alles könnte ein erster Indiz sein, dass die Notenbanken sich gemeinsam für ein Umdenken entschieden haben und dies nun mit äußerster Vorsicht vorantreiben werden. Der vergangene Monat war vielleicht unscheinbar, aber er könnte sich als der Wendepunkt der Geldpolitik der vergangenen 10 Jahre erweisen.

Ein weiterer wichtiger Faktor waren die BIP-Daten vom 2. Quartal, wo die Eurozone die schwachen Erwartungen im Wirtschaftswachstum erfüllen konnte. Die USA lag jedoch deutlich darunter und die Daten vom Vorquartal mussten gar nachträglich herabgesenkt werden. Ohne den starken US-Konsum wäre die US-Wirtschaft sogar in eine Rezession gerutscht. Das war eine böse Überraschung, welche zum Monatsschluss jedoch nicht beachtet wurde. Die aktuelle Quartalsberichtssaison liegt – wie man heutzutage gerne sagt – in den Erwartungen, allerdings wurden genau diese Erwartungen so niedrig angesetzt, dass “positive” Überraschungen nicht verwunderlich sind. Durch diese Zahlenspielerei werden Zahlen oberflächig geschönt, denn auch für das Q2 wird es einen weiteren Gewinnrückgang zu vermelden geben und die Prognosen für das Q3 deuten ebenso negative Gewinnerwartungen an – es wäre das 5. Quartal in Folge.

Die weltweite Wirtschaft hält sich wacker, aber kraftvoll ist sie wahrlich nicht. Zusätzlich könnten viele Unsicherheitsfaktoren das Blatt schnell wenden. In der vergangenen Woche wurden für Großbritannien die ersten Frühindikatoren nach dem Brexit-Referendum veröffentlicht. Katastrophal wäre wohl noch untertrieben. Das UK-Verbrauchervertraufen fiel so stark wie seit 26 Jahren nicht mehr… Weitere Daten folgen in der neuen Woche und auch die Bank of England könnte nächsten Donnerstag bereits zu Maßnahmen “gezwungen” sein.

Trotz der vielen Impulse arbeitete der DAX sein bullisches Setup vom letzten Wochenausblick eher langweilig und mit wenig Volatilität ab.

Das bullische Szenario würde einen Support um 10.125 sehen und einen Angriff über die 10.200 auf die 10.365 (GD100) als sehr wahrscheinlich betrachten. Darüber würde bereits die 10.550 folgen. Erst darüber kann ein übergeordneter Befreiungsschlag gelingen.

Schauen wir uns dieses Bild in unserer Chartreihe etwas genauer an und wir beginnen mit dem DAX Monatschart. In der vergangenen Woche konnte die Monatskerze Juli fertiggestellt werden und wir erkennen ein recht bekanntes Bild. Der DAX bewegte sich seit März Monat für Monat in einer Seitwärtsrange zwischen 9.300 und 10.500. Übergeordnet ist weiterhin ein aktiver Abwärtstrendkanal zu erkennen, welcher mit dem mittleren Bollingerband bei 10.560 einen wichtigen Kreuzwiderstand bildet. Erst darüber hellt  sich das Bild für die Bullen spürbar auf. Der wichtige Aufwärtstrend von 2009 wurde in den letzten Monaten nun bereits 3-mal getestet. Der letzte Test davor erfolgte im Jahr 2011! Es ist daher durchaus positiv anzumerken, dass dieser Trend immer noch hält, allerdings zeichnen genau die Tests der letzten Monate ein schwaches Bild von dieser Aufwärtsbewegung.  Oberhalb der 10.560 wäre bei knapp 10.750 noch die alte fast 10-jährige obere Dreiecksbegrenzung zu erwähnen.

Die Monatskerze Juli deutet in ihrer Ausbildung auf einen weiteren Hochpunkt im August hin. Dieser könnte aber durchaus sehr schwach ausfallen – beispielsweise Test des m. Bollinger um 10.560. Allerdings hatten wir in den Monaten zuvor genau dieses m. Bollinger oft zum greifen nah und trotzdem drehte der DAX kurz davor immer wieder heftig ab.

Kurzum: Das Bild ist im Monatschart unverändert. Die Abschlusskerze bietet einen ersten Hinweis auf einen weiteren Hochpunkt, allerdings warten zwischen 10.560/.750 massive Widerstände. Unterhalb dieser Marke bleibt die Seitwärtsrange und der Trendkanal aktiv. Ein Rücklauf über die 10.000 zur 9.300 und damit der 4. Test des 2009-er Trends wäre dann die Folge und wohl ein Test zu viel. Oberhalb des wichtigen Widerstandscluster wird der DAX die Divergenz zum US-Markt aufholen und vermutlich eine Rally Richtung AZH (Allzeithoch) hinlegen. Der August wird ein entscheidender Monat für die weitere Bewegung in diesem Jahr!

Zoomen wir in dieses Chartbild etwas hinein und schauen zum DAX Wochenchart. Mein Szenario, welches ich vor dem Brexit-Referendum erstellt hatte, füge ich ebenso bei. Obwohl es viele Impulse in der vergangenen Woche gab, arbeitete der DAX sein bullisches Setup sehr sauber ab. Falls das 38,2-er Retracement bei 10.125 verteidigt werden kann, sollte das nächste Ziel der GD100 (dunkelgelb) bei mittlerweile 10.375 sein. Beide Marken wurde in der vergangenen Woche nahezu punktgenau abgearbeitet und damit konnte die Seitwärtszone zwischen GD200 und GD100 beibehalten werden. Der Wochenschluss war relativ hoch, aber einen kleinen Sieg hätten die Bullen davongetragen, wenn man noch oberhalb der 10.375 die Wochen geschlossen hätte. Damit wäre der GD100 in der neuen Woche bereits zum Support mutiert. Nun bleibt diese Marke der erste Widerstand und nur ein hoher Start in die neue Woche (Daten aus China warten in der Nacht erwartet) könnten dies noch verhindern und einen starken Start ermöglichen.

Bleibt man unterhalb der 10.375 dürfte die 10.125 durchaus schnell als Ziel in den Fokus rücken. Darunter wäre ein Gipfel abgeschlossen und der Test des mittleren Bollinger um 9.940 sehr wahrscheinlich. Zwischen 9.500 und 9.600 verläuft dann erst der nächste wichtige und starke Support. Interessant ist auch, dass der RSI ein Niveau erreicht hat, welches er seit 15 Monaten nicht mehr überwinden konnte.

Falls der DAX die 10.375 überwinden kann und die Monatskerze Juli deutet einen weiteren Hochpunkt ja durchaus an, wäre um 10.560 ein Kreuzwiderstand zwischen Retracement und Abwärtstrend als nächstes Ziel zu benennen. Darüber folgt um 10.750 die alte Dreiecksbegrenzung. Der nächste größere Widerstand wäre dann erst um 11.000 zu finden. Viel bedeutender wäre aber das starke Kaufsignal, welches die Bullen erzeugt hätten. Im 3. Chartbild sind 2 Szenarien eingezeichnet. Schlüsselstelle ist die Widerstandszone.

Blicken wir nun noch zum DAX Tageschart. Ich habe euch den Future und den Xetra-DAX angefügt. Der Hochpunkt der vergangenen Woche wurde am 61,8-er Retracement der diesjährigen Abwärtsbewegung gefunden. Eine durchaus relevante Marke. Alles darunter wäre noch als Konsolidierung innerhalb der Abwärtsbewegung zu werten. Alles darüber könnte für einen Trendwechsel sprechen. Im Xetra-DAX erkennen wir aber auch die Lustlosigkeit der vergangenen Woche. Dünnes Volumen und kleine Tageskerzen zeigen noch nicht wirklich die Stärke der Bullen, sondern eher deren Unsicherheit. Kein Wunder, schließlich ist man an dieser Marke zuletzt 3-mal abgeprallt und große Durchbrüche fehlen weiterhin. Die weiteren Ziele oberhalb des letzten Wochenhochs, sind identisch zum Wochen- und Monatschart. Auf der Unterseite wäre die 10.080 (GD200) und die 9.970 (Bollinger/ GD100) noch zu nennen. Diese Zonen passen ebenso gut zu den Unterstützungen in den anderen Zeitebenen. Die erste ganz wichtige Unterstützung im DAX finden wir somit um 10.100. Unterhalb des 61.8-Retracement wäre diese Marke sogar das logische Wochenziel. Unterhalb der 9.970 geht es zur 9.740.

Kurzum: Der DAX bewegt sich bisher nur in einer Seitwärtsrange und bleibt Ausbruchsignale schuldig. Die 10.375 ist die erste wichtige Marke im DAX. Darüber geht es zur entscheidenden 10.560. Darunter wartet um 10.100 und knapp unter der 10.000 ein erster wichtiger und starker Support. Darunter ist ein Gipfel komplettiert.

Anbei noch der Blick zum US-Markt. Im Dow Jones Wochenchart wurde die schwache Kerze von der Vorwoche aufgegriffen und der Index konsolidierte. Die nächste Woche wird entscheiden, ob sich daraus eine Korrektur entwickeln kann. Bisher haben wir nur den Rücksetzer zur Ausbruchzone gesehen und die Bullen könnten von diesem Niveau natürlich einen neuen Angriff starten. Interessant ist hier auch der RSI; seit 1,5 Jahren drehte der Dow auf diesem Niveau immer nach unten ab. Im 60-Minutenchart erkennt man die Bewegung/ Konsolidierung der vergangenen Woche in einer Dreiecksbewegung. Diese Formation kann durchaus bullisch aufgelöst werden. Im schwächsten Fall für eine Doppelspitze am Allzeithoch. Beim Dow droht unterhalb der 18.150 ein vollendeter Gipfel. Bei der Nasdaq konnte nun auch das Allzeithoch angelaufen werden. Eine obere Verbindungslinie der letzten Hochpunkte könnte aber noch einen weiteren Zuwachs ermöglichen. Gut möglich, dass man zur ersten Wochenhälfte diesen direkten Weg noch suchen wird. Nasdaq zur Verbindungslinie; Dow zum Doppeltop. Die 2. Wochenhälfte könnte dann darüber entscheiden, ob eine Korrektur eingeleitet werden kann.

Die aktuelle Marktentwicklung könnt ihr natürlich live im Trading-Chat verfolgen.

In der neuen Woche erwarten uns einige Wirtschaftsdaten u.a. aus China. Zusätzlich vom US-Arbeitsmarkt. Das Protokoll der japanischen Notenbanksitzung dürfte ebenso von Interesse sein.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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