An der Börse wurden sämtliche großen Termine nun abgearbeitet und dabei war nebensächlich, ob die übermittelte Nachricht negativ oder positiv zu werten war – die Jahresendrally ließ sich davon nicht beeindrucken! Soll sich dies ausgerechnet in der letzten Handelswoche vor Weihnachten und zwischen Weihnachten und Neujahr ändern? Die maue Terminlage, das Window Dressing und die positive Saisonalität sprechen dagegen. Trotzdem sollte ein Großteil der Rally, vor allem bei den US-Börsen, nun gelaufen sein und kleine Gewinnmitnahmen & Rücksetzer werden wahrscheinlich für kleine Käufe genutzt (“buy the dips”). Eine Gefahr für die Aktienmärkte könnte im Jahresabschluss wohl nur durch unerwartete Ereignisse hervorgerufen werden.

Schauen wir auf unsere Chartbilder und beginnen mit dem großen DAX Monatschart. Ähnlich wie zum Jahresabschluss 2015 wurde die alte Trendbegrenzung erneut übersprungen, was ein klares bullisches Signal darstellt. Vor einem Jahr stellte sich dieser Ausbruch jedoch als Fehlausbruch dar und wurde im Januar stark abverkauft, aber dies muss im neuen Jahr wahrlich nicht genauso ablaufen. Die Ausbruchzone um 10.830 stellt hierbei eine wichtige Entscheidungsmarke dar. Ein Test – vielleicht direkt mit der Monatskerze Januar – gilt als wahrscheinlich und entscheidet über den weitere Kursverlauf. Darunter würde ein größerer Gipfel drohen, wo auch wieder Kurse unterhalb der 10.000 zu erwarten wären. Bei einem bullischen Abpraller sind mit weiteren Hochpunkten, oder zumindest mit einer Seitwärtsrange zu rechnen. Auf der Oberseite ist um 11.670 das obere Bollingerband angesiedelt, welches zudem gut zum nächsten horizontalen Widerstand passt. Oberhalb der 11.431 (letztes “Weihnachtshoch”) wäre ein Angriff auf diese Marke wahrscheinlich, falls dieser Angriff aber nicht mehr in diesem Jahr erfolgen kann, so wäre dieser Hochpunkt durchaus für Januar (erste Woche?) zu erwarten. Die Monatskerze Januar könnte sich dann von 11.670 zu 10.850 erstrecken.

Neben dem eigentlichen Chartbild stellt sich natürlich auch die Frage nach dem Fundament. Diese Hoffnungsrally/ Trumprally/ Weihnachtsrally beruhte bisher nicht auf Fakten. Auch der Blick zum heißgelaufenen US-Markt wirft die Frage auf, wie der DAX von dieser Seite eine stärkere Korrektur verarbeiten würde. Es ist gut möglich, dass unser DAX, welcher dem US-Markt weiterhin deutlich hinterherhinkt, diese Korrekturbewegungen nicht im vollen Umfang nachbilden wird und die Divergenz zwischen beiden Märkten in 2017 wieder etwas abnehmen wird.

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart. In der vergangenen Woche konnte das Dezemberhoch vom letzten Jahr angelaufen werden und zum Wochenschluss halten. Die Marke um 11.430 stellt somit den ersten Widerstand in der kommenden Woche dar. Tiefere Kurse bis zur 11.300 könnten weiterhin für direkte Angriffe in der steilen Bewegung genutzt werden. Unterhalb dieser Marke und unterhalb der 11.240 könnte der Weg für eine Konsolidierung bis knapp unter die 11.000 geebnet werden. Die Zone 10.800/11.000 ist mittlerweile gut unterstützt. Zum Jahresabschluss sind stärkere Konsolidierungen jedoch eher unwahrscheinlich. Das Volumen wird nun auch täglich weniger werden.

Der 2009-er Aufwärtstrend, der GD200 und der alte Abwärtstrend kreuzen zum Jahreswechsel die 9.800.

Schauen wir noch zum DAX Tageschart und 60-Minutenchart. Im besagten Tageschart gibt es 2 Auffälligkeiten: Das rechnerische Ziel nach Ausbruch aus der Seitwärtsbewegung wurde oberhalb der 11.400 abgearbeitet und des Weiteren untermauert das steigende Volumen die Ausbruchbewegung. Allerdings könnte dies durch die 2 Notenbanktermine und den Verfalltag etwas verfälscht sein. Das mittlere Bollingerband läuft aktuell auf die 10.900 zu und dürfte in diesem Jahr wohl nicht mehr erreicht werden. Die Abschlusskerze am Freitag deutete vorsichtig etwas verhaltende Schwäche an. Es bleibt abzuwarten, wie flach eine Konsolidierung erfolgen wird. Im 60-Minutenchart erkennen wir den steilen Anstieg mit 2 kurzfristigen Aufwärtstrendlinien sehr gut. Käufe zwischen .240/.300 könnten die aktuelle Aufwärtsbewegung wohl noch weiter vorantreiben. Erst darunter drohen erste Eintrübungen.

Eine Korrektur der aktuellen Bewegung wäre mal wieder auf dem Plan. Der Jahresabschluss spricht dagegen.

Eine Korrektur im DAX kann ohne die US-Börsen wohl nicht erfolgen. Der Dow Jones zeigte in seiner 6. Gewinnwoche etwas Ermüdungserscheinungen, ohne jedoch erste Umkehrsignale auszubilden. Schließlich ist der Jahresschluss so nah… Unter 19.740 könnten zumindest erste Konsolidierungen zur 19.500 erfolgen, wobei zum Jahresabschluss durchaus nochmal ein Angriff auf die 20.000 zu erwarten wäre. Der Großteil der Rally sollte im US-Markt jedoch bereits gelaufen sein. Sehr auffällig ist mittlerweile auch der große Abstand zum GD100 und GD200. Selten war dieser Abstand in der langjährigen Hausse größer. In der Korrektur der aktuellen Aufwärtsbewegung, welche im Januar abgearbeitet werden dürfte, wäre zumindest ein Test des GD100 (aktuell: 18.565) klar einzuplanen.

Der S&P500 Wochenchart deutet ebenso erste Schwäche an, die sich – wie mehrfach erwähnt – aber durchaus noch ins Jahresende retten dürfte.

Die Nasdaq konnte in der vergangenen Woche ein kleines Allzeithoch feiern, bleibt aber weiter der Underperformer. Ein Test des mittleren Bollinger und GD100 können vor Weihnachten durchaus noch abgearbeitet werden.

Morgen erwartet uns noch der ifo-Geschäftsklimaindex. Danach werden sich die Trader nach und nach in die Weihnachtsferien verabschieden.

Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

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