In der kommenden Woche startet wieder die Zeit der Notenbanken, beginnend mit der EZB-Ratssitzung am Donnerstag. Zusätzlich werden Daten aus Fernost und der US-Arbeitsmarktbericht erwartet. Interessant dürfte die Argumentation von Mario Draghi bezüglich der Inflationserwartungen werden. Zum Jahreswechsel hatte die EZB ihre Zielmarke von knapp unter 2% in den nächsten Jahren noch für unwahrscheinlich gehalten. Die aktuelle Inflationserwartung in der Eurozone liegt nach einem steilen Anstieg nun jedoch bereits bei 2% und somit leicht über der Zielvorgabe der EZB. Bei der letzten Ratssitzung hatte Draghi noch auf Zeit gespielt und wollte abwarten, ob die Inflation das Niveau halten kann. Das hat sie letztendlich nicht getan, sondern sie stieg weiter unerwartet stark an und genau dieser zügige Anstieg könnte so langsam zum Problem werden. Die EZB droht über das Inflationsziel deutlich hinauszuschießen, wenn die außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen (offiziell gegen die Deflation!) weiter aufrechterhalten werden. Langsam aber sicher dürfte Draghi unter Handlungsdruck geraten, die Geldpolitik doch deutlich schneller wieder umzukehren. Dazu passt es nur zu gut, dass Yellen zuletzt einen weiteren Zinsschritt bereits in diesem Monat angedeutet hat.

In der vergangenen Woche konnten die Märkte nach der Trump-Rede und folgendem Short-Squeeze einen neuen Hochpunkt ansteuern, welcher bis zum Wochenschluss jedoch nicht mehr erreicht werden konnte. Der DAX hangelt sich so langsam Richtung Allzeithoch und die US-Märkte deuteten zum Wochenschluss ganz vorsichtig etwas Schwäche an. Umkehrsignale sind bisher weit und breit nicht zu erkennen. Der März wird aber viele Überraschungen parat haben – Schuldenbremse USA, Wo sind die Steuerpläne von Trump, Notenbanken mit weiterer geldpolitischen Korrektur, Start BREXIT-Verhandlungen.

Schauen wir auf unsere Chartreihe beginnend mit dem großen DAX Monatschart. Weiterhin haben die Bullen oberhalb der 11.425 alle Vorteile in ihrer Hand das Allzeithoch um 12.400 über die 12.220 zu erreichen. Unterhalb der 11.4 droht der Rücksetzer zur Ausbruchzone um 11.000/10.800. Das mittlere Bollingerband verläuft aktuell bei 10.580. In den nächsten Wochen & Monaten dürfte das m. Bollinger auch den Aufwärtstrend von 2009 tangieren. Kurse unterhalb würden das große Chartbild klar eintrüben und weitere Hochpunkte wären für Monate unwahrscheinlich (Bärenmarkt).

Zoomen wir in den DAX Wochenchart, wo der DAX seit Jahresbeginn an der Oberkante Trendkanal entlangwandert. Der Aufwärtstrend von November 2016 wurde seit Februar nun regelmäßig getestet, aber konnte stets halten. Die neue Wochenkerze dürfte zwischen Aufwärtstrend und obere Trendkanalbegrenzung ordentlich in die Zange genommen werden, wo durchaus auch ein impulsartiger Ausbruch anstehen könnte. Eine erste neutrale Spanne könnte zwischen 11.900 und 12.040 angesiedelt sein. Auf der Oberseite wären die 12.100/12.220/12.400 die nächsten Marken. Auf der Unterseite warten die .850/.780/.720/.670/.600. Ein wichtiger Support verläuft bei .425. Das mittlere Bollinger bei 11.270.

In diesem Jahr vermeidet der DAX bisher größere Signale und Umkehrsignale. Ohne diese Impulse dürfte er sich weiter an der Oberkante Richtung AZH hangeln. Diese neutrale Spanne ist in der kommenden Woche zunächst jedoch stark eingeengt.

Blicken wir noch auf den Tageschart und den 60-Minutenchart, wo ich die diesjährigen Squeezebewegungen markiert habe. Alle führten knapp und kurzfristig über den Trendkanal, aber wurden stets vollkommen wieder Richtung mittleres Bollingerband abverkauft. Auch diesmal? Dann könnte bereits zum Wochenstart eine Bewegung Richtung 11.850 anstehen. Von dort könnte sich der DAX erneut Richtung 12.000 stabilisieren und oberhalb der 12.060 sogar ein neues Jahresziel anvisieren. Unterhalb des m. Bollinger bieten die .720/.670 weitere Unterstützungen. Die wichtige Supportzone von .425/.480 dürfen die Bullen nicht hergeben.

Bei einem Rücklauf zum mittleren Bollinger wäre eine abwartende Haltung (Seitwärtsbewegung im ideal unterhalb der 12k) beim DAX eher zu präferieren. Die EZB könnte dann den nächsten Impuls setzen.

Im US-Markt konnte der Dow Jones die 21.000 Marke per Squeeze erreichen, aber sie nur mit Mühe in den Wochenschluss retten. Die Wochenkerze fiel daher erstmals wieder etwas schwächer aus. Umkehrsignale fehlen bisher trotzdem und der steile Aufwärtstrend seit der US-Wahl ist weiterhin intakt. Eine erste deutlichere Eintrübung setzt es, wenn die Supportzone .850/.780 verletzt wird. Die Gipfelphase könnte dann eingeleitet werden. Oberhalb der Zone verbleibt der Dow im Buy-the-Dips-Modus und wandert die Aufwärtstrendlinie weiter entlang.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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