Man muss sich schon kräftig die Augen reiben und trotzdem wird man nicht verstehen, warum der Herr Trump eine solche nahezu historische Rally zugesprochen bekommt. Es muss die blinde Hoffnung sein, dass er wahllos mit (nicht vorhandenem) Geld um sich werfen wird und so das Wirtschaftswachstum nochmals beschleunigt. Vollkommen ignoriert werden die Gefahren seiner Isolationspolitik, der dadurch anziehenden Inflation und damit der realen Drohung von Yellen die geldpolitische Umkehr noch schneller voranzutreiben. Damit dürfte im gleichen Atemzug die weitere Verschuldung durch die anziehenden Zinsen abermals als untragbare Last jegliche Politik lahmen. Die internationale Schuldenkrise wurde in den letzten Jahren nicht gelöst! Sie wurde durch die Notenbanken der Welt Dank einer Verzinsung von 0% nur auf Eis gelegt. Es wurde Zeit für politische Maßnahmen gekauft, welche jedoch nicht genutzt wurde – im Gegenteil, man gönnte sich in der Nullzinszeit noch mehr (vorerst(!) günstige) Schulden… Wehe, wehe, wenn an der Zinsschraube durch die anziehende Inflation fester gedreht werden muss….

Eine interessante Frage müsste sich auch unser DAX gefallen lassen. Warum feiert der deutsche Leitindex eine Trump-Rally? Unsere Exportnation dürfte von der neuen amerikanischen Politik eher belastet und wahrlich nicht gefördert werden. Nach dem Augenreiben und wenn die Sicht wieder klarer wird, wird man sich eingestehen müssen, dass man viel zu hoch getragen wurde. Im US-Markt herrscht mittlerweile ein gigantischen Gap zwischen realen Unternehmenswerten und der Hoffnung am Aktienmarkt. Ein äußerst sandiges Fundament für diese Trump-Rally, die dann schnell im Trump-Crash enden könnte.

Aber blicken wir nüchtern auf unsere Chartreihe, wo wir festhalten müssen, dass bisher keinerlei Umkehrsignale vorhanden sind und die Bullen klar im Vorteil bleiben. Es würde mich jedoch absolut nicht wundern, wenn die aktuelle Anstiegsphase sehr dynamisch aufgelöst wird und die vermissten bärischen Signale dann im Stundentakt generiert werden. Die extrem niedrigen/ sorglosen Volatilitätsindizes deuten bereits in diese Richtung.

Schauen wir zum DAX Monatschart, wo um 11.900 eine weitere wichtige horizontale Widerstandszone getestet wurde. Der RSI rückt das erste Mal seit 2 Jahren wieder in den überkauften Bereich und der Rücksetzer zur Ausbruchzone bleibt weiterhin offen. Ein Ziel für den Februar? Letztendlich ist der DAX auf diesem Niveau nahezu zum Allzeithoch verdammt. Eine dynamische Umkehr auf aktuellem Stand könnte übergeordnet im schwächsten Fall ein großes Doppeltop erzeugen. In meinen Augen wäre bei einer Umkehr eine Dreiecksformation jedoch als wahrscheinlicher anzusehen. Wichtige übergeordnete Marken auf der Unterseite wären die Ausbruchzone um 10.900, das mittlere Bollinger bei aktuell 10.515 und der große Aufwärtstrend bei knapp 10.000 Punkte, welcher über das Schicksal des Bullenmarktes entscheiden wird. Am Dienstag wird die Monatskerze Januar fertiggestellt.

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo in der vergangenen Woche der Aufwärtstrendkanal leicht nach oben verlassen werden konnte. Halt bot die horizontale Widerstandszone zwischen 11.870/.930, welche in der kommenden Woche einen Türöffner zur 12.000/.200 darstellen könnte. Der Wochenstart könnte sich hier bereits als richtungsentscheidend erweisen. Falls der DAX um .800 schwächer in die Woche und damit erneut im Trendkanal in die Woche startet, könnte sehr schnell weitere bullische Kraft verpuffen. Eine neutrale Spanne von .800 zur .650 könnte dann die Folge sein. Unterhalb der .400 dürfte der Blick auf die unteren Marken um 11.000 gerichtet werden. Ein Start oberhalb der .800 dürfte hingegen Widerstände bei .890/.930 und darüber die 12k in den Fokus rücken.

Das mittlere Bollingerband verläuft aktuell bei 10.950, der GD100 bei 10.630 und der GD200 beim großen Aufwärtstrend um 9.925.

Bei einem schwachen Start favorisiere ich eine Spanne von .800 >.650(!) > .480.

Im Tageschart (Future & Xetra) und 60-Minutenchart werden diese untergeordneten Marken deutlicher. Eine erste Auffälligkeit ist der schwache Ausbruch oberhalb des Trendkanals. Es besteht damit durchaus die Gefahr, dass morgen der Start direkt innerhalb des Trendkanals erfolgt und die Bullen einen Dämpfer erhalten. Die erwähnte Bewegung von .800 über .750, .700, zur .650 könnte dann erfolgen. Unterhalb dieser Marke wird es brenzlig und ein Test der .480/.400 sollte für die Bullen besser positiv verlaufen. Ein Start oberhalb der 11.800 bietet hingegen weitere direkte Aufstiegschancen in Richtung 12.000.

Das mittlere Bollingerband läuft in der kommenden Woche an den Support bei 11.650 – eine interessante Anlaufmarke. Der GD100 befindet sich an der Ausbruchzone um 10.925 und der GD200 an der Unterkante des 2016-er Aufwärtstrends um 10.540.

Die kleinen Chartbilder deuten aktuell etwas in Richtung Schwäche. Trügerisch, oder ein früher Signalgeber für die neue Woche? Der Start wird bereits wichtig!

Im Dow Jones deutete der Tageschart eine neue Attacke auf die 20k an, welche sogar übersprungen werden konnte. Das rechnerische Ziel nach dem Ausbruch wäre bei 20.200 zu finden. Im Tageschart des S&P500 und der Nasdaq deutet sich seit Anfang 2016 ein Aufwärtstrendkanal an, welcher vorerst die obere Begrenzung darstellen dürfte. Eine Warnung gibt es, wenn der Dow Jones die 20.000-er Marke wieder hergibt.

Am Montag wird bereits die Inflationsprognose für Januar veröffentlicht. “Droht” erneut eine Überraschung auf der Oberseite? Ebenso erwarten uns in der kommenden Woche eine Reihe an Wirtschaftsdaten aus Asien, Mittwoch die FED-Sitzung(!) und am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht. Da ist doch Spannung drin…

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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