In der vergangenen Woche konnte der DAX die mehrwöchige Seitwärtsrange dynamisch nach oben verlassen und damit die beste Handelswoche des Jahres hinlegen, obwohl das Referendum in Italien auch einen negativen Ausgang verzeichnete. Die positive Saisonalität und sicher schon das Window Dressing halten jedoch stark dagegen und pushen den Markt.

In der kommenden Woche erwartet uns am Mittwoch nun die letzte Ratssitzung der FED und damit sehr wahrscheinlich eine längst überfällige Zinserhöhung, die der Markt bereits erwartet. Der eigentliche Ausblick auf 2017 wird daher für mehr Spannung sorgen. Die us-amerikanische Wirtschaft ist schon längst nicht mehr auf besondere geldpolitische Maßnahmen angewiesen und durch Trump droht zudem ein deutlicher Anstieg der Inflation. Ähnlich wie die EZB, dürfte die FED so langsam Schwierigkeiten haben, die lockere Geldpolitik zu verteidigen. Das eigentliche (verbotene) Ziel der Umschuldung und verdeckten Staatsfinanzierung wird immer offensichtlicher.

Der Wochenschluss wird am Freitag Mittag durch den dreifachen Hexensabbat gelegt, wo durch den starken DAX-Anstieg mehrere CALL-Positionierungen tief ins Geld gelaufen sind. Die Stillhalten/ Herausgeber der Scheine würden auf aktuellem Niveau klar Geld verlieren, aber sie hätten eben bis Freitag noch ausreichend Zeit die Kurse etwas zu drücken. Anbei die aktuellen Positionierungen an der Terminbörse:

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Oberhalb der 11.000 überwiegen ganz klar die CALL-Positionierungen und die runde 11k ist hier besonders zu nennen. Im Normalfall verhindern die Stillhalter einen Abrechnungskurs oberhalb dieser Marke. Selbst unterhalb dieser Marke überwiegen bis 10.750 die CALLs. Starke Hexen könnten somit auch für einen Rebound zur Ausbruchzone um 10.800 sorgen. Das wird spannend!

Schauen wir nun auf unsere Chartreihe und beginnen wie immer mit unserem DAX Monatschart. Die aktuelle Monatskerze konnte bisher gut am mittleren Bollinger um 10.485 nach oben durch den Widerstand um 10.830 durchbrechen. Unterhalb dieser Marke könnte sich das Bild zügig wieder eintrüben. Ich habe euch mit rotem Pfeil den Jahresabschluss 2015 eingezeichnet, wo es einen ähnlichen Ausbruchversuch zu vermelden gab. Der damalige Hochpunkt um 11.430 ist in unserer aktuellen Bewegung nun ein horizontaler Widerstand. Darüber ist das obere Bollingerband um 11.600 zu nennen. Ein Anlaufen der 11.430 würde für einen Test der 11.600 sprechen.

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Zoomen wir in den DAX Wochenchart, wo unser DAX die stärkste Woche des Jahres hinlegen konnte. Der hohe Wochenschluss deutet zudem häufig einen weiteren neuen Hochpunkt an. Ich habe euch auch hier per Pfeil die letzten Ausbrüche bzw. Ausbruchversuche markiert, welche ebenso durch einen hohen Wochenschluss gekennzeichnet waren, aber wo die bullischen Signale in der folgenden Woche nicht aufgegriffen wurden. Durch die Notierungen zum Verfallstag am Freitag ist auch diesmal eine ähnliche Kerzenformation denkbar. In diesem Fall könnte der DAX bereits an der schwachen Begrenzungslinie knapp unterhalb der 10.300 das Wochenhoch ausbilden und eine Handelsspanne zur 11.000 aufbauen, welche noch problemlos zur 10.800 ausgeweitet werden könnte, wenn die Hexen ihren ganzen Willen erhalten. Unterhalb der 10.800 droht ein Fehlausbruchsszenario, wo die 10.580 einen weiteren Support bietet. Oberhalb der schwachen Begrenzungslinie rückt der Hochpunkt von Ende 2015 bei 11.430 in den Fokus, welcher in meinen Augen einen Widerstand darstellt, aber einen atypischen bzw. unwahrscheinlichen Wendepunkt. Ein Test der 10.600 wäre dann nachfolgend wahrscheinlich.

Aufgrund des Hexensabbats dürften die Wahrscheinlichkeiten für eine schwäche Woche, wie in Variante 1 beschrieben überwiegen.

Interessant: Bei einem Jahresabschluss um 10.700 würde der DAX als Jahreskerze einen Doji ausbilden.

Der Ausbruch aus der Seitwärtsrange war zum Jahresabschluss durchaus zu erwarten – auch in dieser Geschwindigkeit. Ein bullisches Aufbruchsignale würde da jedoch noch nicht hineininterpretieren. Vielmehr droht durch diesen spikeartigen Ausbruch nun ein “ordentlicher” Gipfel (Seitwärtsrange war atypisch), welcher für einen roten Jahresstart 2017 sorgen könnte.

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Schauen wir noch zum DAX Tageschart und zum 60-Minutenchart. Die schwache Begrenzungslinie habe ich hier ebenso eingezeichnet. Im bärischen Idealfall bildet der DAX nur einen kleinen neuen Hochpunkt unterhalb der 11.300 aus und arbeitet dann den Rebound zur Ausbruchzone um 10.830 aus der Seitwärtsrange ab. Der RSI zeigt bereits einen stark überkauften Markt an, aber selbst diese Phasen müssen nicht sofort aufgelöst werden. Ein Zurücktauchen in die Seitwärtsrange wäre ein Warnsignal für die Bullen.

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Im US-Markt legt der Dow Jones seit der Trump-Wahl weiterhin einen imposanten Ritt in Richtung 20.000-er Marke hin. Es fehlt nicht mehr viel und die Marktteilnehmer erwarten von Trump, dass er Wasser zu Wein wandeln kann. Das Enttäuschungspotential ist hoch, aber die Rallye zeigt bisher noch keine Umkehrsignale und ein Test der 20k kann durchaus noch erwartet werden. Auf dem aktuellen Niveau würden die Retracements seit der Trump-Rallye zumindest gute Überschneidungen zu den weiteren Unterstützungszonen geben. Vielleicht ein erster früher Hinweis für eine bevorstehende Gipfelphase. Der Anstieg als Fahnenstange wird fast immer genauso steil wieder abgebaut. Ein Test der Ausbruchregion um 18.670 wäre nach der Gipfelphase sehr wahrscheinlich.

Die Nasdaq bleibt weiterhin der Underperformer im inversen waagerechten Dreieck. In der langjährigen Hausse war dieses Bild eigentlich immer andersrum (Nasdaq als Outperformer stärker und Trendgeber). Eine auffällige Divergenz, die auch als Mahnung dienen könnte.

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Am Mittwoch Abend veröffentlicht die FED ihre Ergebnisse und am Freitag um 13 Uhr verfallen die Optionen an der Terminbörse.

Bis dahin wünsche ich euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

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