“Sell in May and go away, but remember to come back in September.” (Verkaufe im Mai, aber vergiss nicht im September wieder zu kaufen.)

So lautet eines der bekanntesten Börsenweisheiten und gerade in diesem Jahr stellt man sich die Frage, ob diese Weisheit mit aller Kraft zuschlagen könnte. In den nächsten Wochen und Monaten werden mehre potentielle Krisenherde (Trump, Brexit, Grexit, Konjunkturdelle…) in den Vordergrund rücken. Auf der anderen Seite konnten sich die Märkte bisher erstaunlich robust gegenüber überraschend schwachen Zahlen aus der Konjunktur & Berichtssaison behaupten.

Aber vielleicht wollte man wirklich nur ein besonders schönes Chartbild zeichnen…. Die Bewegungen der letzten Wochen waren überraschend und passend zugleich, worüber man schon fast ins grübeln kommen könnte. Erinnern wir uns an den Sprung aus der Seitwärtsrange über die 10.100 in Richtung 10.500, begleitet durch kontinuierlich schwachen Daten aus der Q1-Berichtssaison und der Konjunktur. Das gescheiterte Treffen der Ölmultis in Doha wurde plötzlich sogar gefeiert. Frei nach dem Motto: Gibt es keine positiven Meldungen, dann feiern wir eben die schlechten News. Doch genau diese Feier wurde an der 10.500 – das mittlere Bollingerband im Monatschart – abrupt beendet, obwohl u.a. im Wochenchart ein schönes Kaufsignal im Raum stand. Die zweifelhaften Impulse der Tage zuvor waren plötzlich nicht mehr relevant und zum Monatsschluss folgte sogar noch ein Abverkauf in Richtung 10.000. Und ganz plötzlich leuchtet ein schöner Abendstern im Monatschart. Kann das alles Zufall sein?! Solche Bewegungen geben einen wahrlich zu denken und der Monatsabschluss stellt für die Bären nun eine Steilvorlage dar.

Schauen wir zum DAX-Monatschart, welcher in den letzten Tage im April nochmals ordentlich bearbeitet wurde und man könnte meinen, dass jede Bewegung nur auf den Monatschart ausgerichtet war. Die Bullen hatten im April die Chance das übergeordnete Bild zu ihrem Gunsten wieder deutlich zu drehen, aber nun könnte das krasse Gegenteil der Fall sein. Der DAX prallte mustergültig am mittleren Bollingerband nah an der 10.500 ab und am Ende musste man sich mit einem Abverkauf sputen, um möglichst noch eine schöne Abschlusskerze zu basteln. Die aktuelle Kerze könnte natürlich auch noch eine Finte für die Bären sein, aber die Bullen sollten bei dieser Abschlusskerze trotzdem ganz klar gewarnt sein. Vor allem weil sie passenderweise den Start in die schwache Saison des Jahres bildet.

Im schlechtesten Fall für die Bullen könnte im neuen Monat das Hoch bereits um die 10.120/170 gelegt werden und der DAX dann wieder deutlich unter die 10.000 gedrückt werden. Auch entferntere Ziele wie die 9.000/9.300 könnten durch den letzten Monatsabschluss erreicht werden. Ein wichtiger Deckel bildet nun die 10.500. Falls die Bullen eine Finte geschlagen haben und diese Marke herausnehmen, ruft sehr schnell der Abwärtstrend um 10.800. MACD und RSI wurden ebenso am Kaufsignal gehindert und könnten nun wieder gefährlich abdrehen und weiteren Verkaufsdruck erzeugen. Der Mai wird Gewissheit bringen.

Die Bullen konnten den Monatschart nicht drehen, sondern hinterlassen ihn in einer äußerst heiklen Ausgangslage. Plötzlich sind Ziele um die 9.300 wieder real. Bären im Vorteil.

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Schauen wir zum DAX Wochenchart, wo die Bullen in der vergangenen Woche gepusht durch 2 lange grünen Kerzen viele Vorteile hatten. Im übergeordneten Bild des DAX Monatscharts hatte das mittlere Bollingerband jedoch etwas dagegen. Dieser Fakt zeigt uns nur zu deutlich, dass man immer versuchen sollte alle Zeitebenen im Blick zu behalten. Nur zu gerne versteift man sich im täglichen Umgang auf die kleinen Chartbilder und vergisst die wirklich großen und wichtigen Muster im “Big Picture”.

Die Bullen habe somit im Wochenchart einen wichtigen Vorteil verspielt und am Ende sogar das 38,2-er Retracement unterschritten. Im schwächsten Fall bildet die 10.120 nun bereits die oberen Begrenzung für die neue Woche. Auf der Unterseite wäre die 9.870 (u.a. mittlere Bollinger, fast Februar-Aufwärtstrend) klar zu benennen. Darunter wären weitere Ziel die 9.580 und der GD200 bei 9.310. Der Bereich um 9.500 könnte eine stärkere Zwischenerholung einläuten. Der Chart wäre jedoch bärisch klar eingetrübt und eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung wahrscheinlich. Der RSI dreht in einer Zone ab, die in den letzten 12 Monaten immer einen Wendepunkt darstellte.

Die Bullen können wieder hoffen, wenn sie es schaffen die 10.500 zu überwinden. Oberhalb der 10.800 würde dann ein großes Kaufsignal folgen.

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Der DAX Tageschart deutet leider ebenso auf weitere Abwärtsrisiken hin. Zum Wochenschluss wurde der GD200 klar nach unten verlassen. Das mittlere Bollingerband um 10.040 konnte bisher für Halt sorgen. Im Chartbild für den Xetra-DAX (2. Chart) erkennen wir aber auch, dass der Schlusskurs direkt auf dem Tiefpunkt am mittleren Bollinger mit hohem Volumen gesetzt wurde. Dieser Fakt weist schon recht deutlich auf ein Unterschreiten des Bollingerbandes nach unten – im schwächsten Fall sogar direkt zum Handelsauftakt. Im Future konnte das 50-er Retracement um 10.080 als Schlusskurs gefunden werden. Weitere Widerstände auf der Oberseite bilden nun die .120/.170, der GD200 bei 10.230 und die 10.400. Auf der Unterseite droht beim Bruch des m. Bollingerbandes der Rutsch zur 9.870 (passend zum Wochenchart) und darunter zur 9.750. Ein stärkerer Rutsch könnte bei der Zone um 9.500 aufgefangen werden.

RSI und MACD bildeten zum Wochenschluss ein Verkaufssignal. Durchaus mit Ähnlichkeiten zum Dezember.

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Anbei noch der kurze Chartüberblick für die US-Märkte. Im Dow Jones Monatschart könnte die vergangene Monatskerze einen Abschluss bilden. Zementiert würde dieser unterhalb der 17.400.

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Im Wochenchart deuten die letzten beiden Wochenkerzen und RSI & MACD so langsam in Richtung Verlaufshoch. Die nächste Woche dürfte dafür schon entscheidend sein.

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Anbei noch die Nasdaq, welche mit ihren Wachstumswerten, als Stimmungsbarometer und Frühindikator gilt. Sie konnte die Bewegung beim S&P500 und Dow Jones nicht mehr voll nachbilden und dreht auf einem viel gefährlicherem Niveau ab. Vom Outperformer entwickelt man sich nach und nach zum Underperformer. Es könnte nun eine große SKS-Formation drohen. GD100 & GD200 wurden bereits wieder unterschritten.

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Der Start in den Mai wird spannend. Können die Bullen noch gegenlenken?

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Letztes Update am: 1. Mai 2016 @ 17:07

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