Heute erwartet uns der letzte EZB-Termin in diesem Jahr und passend zur guten Saisonalität feiert man diesen Termin bereits mit einem neuen Jahreshoch über der 11k Marke. Dieser Spike kam jedoch nicht von ungefähr und musste eingeplant  werden. Die Frage ist nun, ob Draghi die hohen Erwartungen nur ansatzweise erfüllen kann. Eingepreist hat der Markt seit Brexit, Trump und Italien sogar schon ein abendländisches Weihnachtswunder…

Was könnte Draghi denn als Weihnachtsmenü servieren?

  • Eine Ausweitung der Anleiheaufkäufe über März 2017 und leichte Erhöhung der Kaufsumme. Das wohl bullischte Szenario, wo ein weiterer starker Tag drohen könnte. Aber Draghi hatte zuletzt immer eine ganz andere Sprache gesprochen. Auch zieht die Inflation spürbar an. Es gibt keinen seriösen Grund für verstärkte Maßnahmen. Wahrscheinlichkeit gering.
  • Die Anleihekäufe werden über März 2017 fortgesetzt, aber die Summe bleibt unverändert. Durchaus wahrscheinlich, wobei die Worte/ Ausblick von Draghi zur PK dann umso wichtiger werden. Ein kurzer Spike zur 11.150/.200 wäre dann noch denkbar und zur PK dann ein deutlicher Abverkauf unter die 11k. Das wahrscheinliche Szenario.
  • Die Anleihekäufe werde über März 2017 fortgesetzt (halte ich in der Tat für sehr wahrscheinlich), aber nach dem “FED-Prinzip” – Tapering. Monat für Monat werden weniger Anleihe aufgekauft, bis man nach einem Jahr auf 0 angekommen ist. Damit würde Draghi das Ende der lockeren Geldpolitik nicht nur andeuten, sondern bereits umsetzen. Der Markt wäre komplett auf dem falschen Fuß erwischt und ein sehr starker Abverkauf die Folge.

Interessant ist auch der Blick an die Terminbörse, wo der Kleine Verfallstag nächste Woche Freitag so langsam seine Schatten werfen sollte.

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Kurse oberhalb der 11k oder gar 10.750 sind für übernächsten Freitag eigentlich nicht zu erwarten. Draghi müsste eine riesige Weihnachtsüberraschung liefern, um diese Positionierungen zu sprengen.  Der DAX steht für den Kleinen Verfallstermin klar zu hoch.

Der Blick zum Wochenchart, wo knapp unter der 11.200 der nächste größere Widerstand zu finden wäre. Die 11k stellt einen ersten Support. Darunter die .830 und unterhalb .550 wäre die Aufwärtsbewegung bereits beendet.

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Der Blick zum Tageschart. Auf der Oberseite stellt die 11.150 den nächsten Widerstand und auf der Unterseite die .830 den ersten wichtigen Rebound zur Ausbruchzone. Darunter würde sich das Bild schon deutlich eintrüben – Gefahr für Fehlausbruch.

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Der Dow Jones konnte gestern Dank einer Einzelposition mit Millardenumfang seinen Widerstand wegsprengen. Die Frage der Nachhaltigkeit stellt sich jedoch. Ein Rücksetzer zur 19.430 wäre zu erwarten. Darunter droht bereits ein Fehlausbruch. Auch von Trump, der eigentlich als Börsenschreck gehandelt wurde, wird mittlerweile das Unmögliche erwartet. Man merkt förmlich, wie zum Jahresabschluss nur das hoffentlich Positive herausgepickt und eine unglaubliche Kulisse der Hoffnung aufgebaut wird. Das Enttäuschungspotential dürfte sehr hoch sein. Trump, Brexit, der Bankenkrise und auch Italien – das sind keine Ereignisse zum Feiern. Sie werden nur zum Vorwand genommen, um ein wenig Window Dressing zum Jahresabschluss zu betreiben.

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Letztes Update am: 8. Dez 2016 @ 09:27

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