Die nächsten 10 Tage werden wohl die Entscheidung am Markt bringen und das leidige Thema Griechenland dann hoffentlich wieder in den Hintergrund rücken lassen. Ein leidiges Thema, weil Griechenland die Märkte in kürzester Zeit unkontrolliert extrem springen lassen kann und das in beide Richtungen. In der vergangenen Woche konnte man schon spüren, wie die Bullen auf ihre Chancen gehofft und mehrmals kleine Kaufsignale generiert haben. Diese wurde jedoch stets am nächsten Tag bereits negiert – ohne Griechenlandeinigung gibt es einfach keinen bullischen Ausbruch und genau hier liegt die “Gefahr” für die neue Woche! Falls man sich in der nächsten Woche einigt oder zumindest einen temporären Kompromiss schließen kann, so könnten die Bullen ihre Chance ergreifen und zumindest einen starken Angriff starten. Wie bereits mehrfach erwähnt sprechen die unterschiedlichen Zeitebenen im DAX weiter für fallende Kurse, aber das erste Korrekturziel ist mittlerweile recht nah. Ein kurzes anlaufen und abdrehen bei einer potentiellen Einigung ist somit klar einzuplanen. Sehr viel Zeit haben die Bullen jedoch nicht mehr! In 10 Tagen ist der Monat vorbei und aktuell steht der Monatschart mit gefährlichem Verkaufssignal. Die Bullen müssten also jetzt eine Kehrtwende schaffen!

Charttechnisch haben die Bären weiterhin klar Oberhand, aber man muss sich natürlich eingestehen, dass Griechenland den Ton angeben wird. Trotzdem folgt der kurze Blick zum DAX.

Im Tageschart bewegt sich der DAX weiterhin im Abwärtstrendkanal in Richtung GD200 (gelbe Linie), wo sich die Zielregion für das 1. Korrekturziel befindet. Den stärkeren Einfluss der Bären erkennt man im Chart sehr gut. Innerhalb von wenigen Tagen wurde die untere Kanalsbegrenzung 2-mal angelaufen. Bullische Umkehrkerzen wurden stets negiert und das mittlere Bollingerband konnte nicht komplett angelaufen werden. Es ist daher durchaus ein Szenario, dass der Trendkanal in Richtung GD200 zu Beginn der Woche (extreme Unsicherheit/ Panik?) verlassen wird. Vielleicht ein Spike sogar knapp unter den GD200 und unter die 10.500. Im Wochen- und Monatschart erkennen wir auch den Grund dafür. In diesem Bereich und am starken Support besteht dann durchaus die Chance für eine Bärenfalle, falls man sich um Griechenland denn irgendwie einigen kann.

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Im Wochenchart tanzen ebenso die Bären. Die Indikatoren stehen sauber auf Verkaufen, aber auch im Chart erkennt man eine Veränderung die bisher vollkommen untergegangen ist. Der DAX ist mit der letzten Woche wieder in den alten Trendkanal von 2011 (zur besseren Unterscheidung orange gekennzeichnet) eingetaucht. Im Wochenchart wurde das Verkaufssignal somit sogar noch verstärkt.

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Zu guter Letzt noch der Monatschart, welcher sich bei den Indikatoren bereits gefährlich eintrübt. Knapp 10 Tagen verbleiben für die Bullen, um dieses Signal noch zu negieren. Sehr gut zu erkennen ist das große steigende Dreieck seit 2007 und die obere Trendlinie (1. Korrekturbereich), welche sich mittlerweile recht nah am Kurs befindet. Dort könnten die Bullen kurz anstoßen und noch sehr bullisch abdrehen. Neue Hochpunkte wären dann wohl nur eine Frage der Zeit.

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Mögliches Szenario bei Einigung: Panik zu Beginn der Woche treibt den DAX knapp unter die 10.500. Der faule Kompromiss um Griechenland wird dann von der Börse extrem bullisch gefeiert und der DAX dreht wieder stark in den Trendkanal im Tageschart ein.

Und falls es keine Einigung gibt? Dann könnte der DAX durchaus gleich zur großen Ausbruchzone bei knapp 10.100 durchgereicht werden. Also Vorsicht, wenn man sich unterhalb des GD200 und der langjährigen Trendlinie etabliert bzw. sogar von ihr entfernt. Das könnte der KO-Schlag für die Bullen sein. Ein bullisches Abdrehen wäre in diesem Bereich dann schon klar unwahrscheinlicher. Der Intermarket mahnt zusätzlich seit Tagen zur erhöhten Vorsicht. Der US-Markt steht sehr nah am Allzeithoch, aber der DAX bereits an wichtigen Untersützungen und weit entfernt vom AZH. Was macht der DAX, wenn der US-Markt endlich eine Korrektur startet? Eine Divergenz, die stets zur erhöhten Vorsicht mahnt.

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Letztes Update am: 22. Jun 2015 @ 19:35

  • 19:30 Uhr
  • Und was für ein Beginn der “Showdown-Woche”! Aufgrund der bloßen Hoffnung auf eine Einigung um Griechenland legte der DAX einen extremen Sprung nach oben hin und feiert den ergebnislosen Gipfel wie eine große Einigung. Dabei ist genau diese große Einigung sehr weit entfernt und wird es vermutlich auch in naher Zukunft nicht geben. In dieser Woche kann es nur noch für einen ganz faulen Kompromiss reichen, welcher Griechenland etwas mehr Zeit verschafft. Die Frage ist nur für was diese Zeit, die viel Geld kosten wird, wieder verwendete werden soll…
  • Aber bleiben wir bei der Chartlage und hier haben die Bullen bisher noch gar nicht so viel gewonnen, obwohl man nach diesem Sprung durchaus dieses Gefühl haben könnte. Der DAX steht weiterhin ganz klar im Abwärtstrendkanal und unterhalb vom GD100. Pluspunkte gibt es trotzdem für die Bullen: Eine sehr bullische Kerze, m. Bollingerband wurde geschnitten und der RSI hat gekreuzt.
  • Diese positiven Punkte sprechen daher auch für einen weiteren Hochpunkt morgen, allerdings bewegt man sich dann in einen harten Widerstandsbereich. Momentan gibt es im DAX-Bild (siehe 60m und Tageschart) große Ähnlichkeiten zum Verlauf im Mai. Die ähnlichen Anlaufmarken und Linien habe ich mal rot markiert. Auch im Mai wurde gab es nach dem ersten Test einen 2. stärkeren Anlauf, wo dann auch der übergeordnete Abwärtstrend angetestet wurde. Dieses Bild stellt für mich momentan das wahrscheinlichste Szenario dar. Nächster Anlaufpunkt wäre morgen somit je nach Zeitpunkt um die .530. Dort verläuft momentan auch der GD100 und im Wochenchart knapp darüber das mittlere Bollingerband. Als letzte Barriere wartet dann der Abwärtstrend. Die heutige Bewegung war für Bullen noch relativ widerstandsarm und einfach – daher vielleicht  auch der starke Kursgewinn. Ab morgen wartet schon eine richtig dicke Nuss, die es zu knacken gilt.
  • Der DAX bleibt damit noch im Korrekturmodus. Erst ein Bruch über den Abwärtstrendkanal würde dies ändern. Interessant ist weiterhin der Blick zum US-Markt, welcher an wichtigen Widerständen steht und die große Bewegung im DAX gar nicht mitgenommen hat.
  • Anbei auch nochmal der Monatschart. Weitere Kursgewinne und das Verkaufssignal kann verhindert werden. Aber es warten noch ein paar wichtige Tage…

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