Der Januar konnte für ordentlich Bewegung sorgen, allerdings kann man so gar nicht von einem Gleichschritt reden. Im Gegenteil, es hat sogar ein Rollentausch stattgefunden. Der US-Markt wurde vom Outperformer zum Underperformer und der europäische Markt – voran der DAX – legte genau die Gegenbewegung hin. Auf dem ersten Blick wirkt dies natürlich etwas kurios, ist doch der US-Markt der einzige wirkliche Markt, wo die Wirtschaft sehr robust wächst. Aber genau das ist wohl das “Problem”. Der US-Markt verliert seine Droge “Geld”, von der er so viele Jahre gut leben konnte und der Markt in Europa erhält genau das, was die USA verliert. Die Wirtschaft bleibt ein Nebenschauplatz an der Börse. Das kann kein gutes Ende nehmen, aber das bittere Ende kann durch die Geldflut durchaus noch in Ferne liegen.

Der DAX beendet den ersten Monat des Jahres mit dickem Plus. Der US-Markt hingegen im Minus. Ein Auseinanderdriften das ebenso nicht langlebig sein wird. Doch schauen wir auf die Lage im Markt.

DAX:

Der DAX sollte nach seinem starken “EZB”-Befreiungsschlag die erste fallende Trendwelle einleiten. Bisher hat es nur für eine kleine Unterwelle gereicht und die Gipfelbildung wurde 2-mal von den Bullen verhindert. Momentan fehlt somit noch das Signal für die vorläufige Gipfelbildung und den Beginn der Konsolidierung. Je länger dies von den Bullen verhindert wird, desto wahrscheinlich wird ein weiteres Hoch in Richtung 11.000. Allerdings gab es am Freitag erste Anzeichen, die für eine Chance der Bären in der neuen Woche spricht. Der DAX-Start war hoch und sehr nah am AZH, aber es wurde kein neues AZH angelaufen. Bis in den Späthandel folgte ein weiterer Abverkauf und so besteht nun die realistische Chance für ein Doppeltop. Die Schere zum angeschlagenen US-Markt könnte dies durchaus auslösen.

Um die Top-Bildung zu vollenden muss die .600/.550 durchbrochen werden. Auf der Oberseite bilden die .750 & die .850 Widerstände, allerdings wäre ein Überschreiten der .750 schon ein kleiner Gewinn für die Bullen. Falls das Top aktiviert wird, wartet bei .450 die Begrenzung des übergeordneten waagerechten Dreiecks. An dieser Marke wäre bereits ein sehr bullischer Abpraller möglich, welcher das Dreieck wohl auch zerstören würde. Allerdings wäre das berechnete Ziel für das aktivierte Top unterhalb der .300 zu finden, d.h. es ist durchaus wahrscheinlich, dass man wieder ins Dreieck eintaucht und das Ziel bei .250/300 anläuft. Ein weiteres unteres Ziel wäre die Ausbruchzone um .050/100. Ein Abpraller an diesen Bereichen wäre klar bullisch und würde für weitere AZHs sprechen. Erst wenn die Ausbruchzone wieder deutlich unterschritten wird, trübt sich das äußerst bullische Bild wieder klar ein. Das umgekehrte Dreieck wäre weiter aktiv und die letzte Bewegung müsste als Übertreibung in der letzten Welle angesehen werden.

Sauber und sehr wahrscheinlich wäre in meinen Augen der Rücksetzer zur Ausbruchzone knapp um die 10.000. Es bleibt jedoch die Frage, ob diese Bewegung bereits vom aktuellen Niveau erfolgen wird. Anbei den DAX als 5-Min-Chart, Tages- und Wochenchart.

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US-Markt:

Der US-Markt hat die erwartete Schwäche weiter ausgebaut. Der große Durchbruch nach unten fehlt jedoch noch, allerdings spricht auch hier der Freitag eher für eine bärische Variante. Der Blick auf die beigefügten Charts von Dow und S&P500 zeigt den Kampf zwischen Bullen und Bären recht eindeutig. Der GD100 wurde nun mehrmals hintereinander geschnitten, die Volatilität war stets hoch und am Ende schloss man nah am Wochentief. RSI und MACD bleiben bärisch. Der S&P500 konnte eine Unterstützung noch verteidigen. Der Dow hat hingegen eine Dreiecksformation verlassen. Bei 17.050 wartet noch ein wichtiger Support. Der Blick auf den Wochenchart spricht aber auch hier eher ein bärisches Bild. Das mittlere Bollingerband wurde geschnitten. Der RSI hat gekreuzt und auch der MACD ist klar bärisch. Das untere Bollingerband würde auch gut zum rechnerischen Ziel des aktivierten Dreiecks passen.

Die Bullen müssen ein Kraftakt in der neuen Wochen leisten und die 17.050 verteidigen, ansonsten droht eine klar rote Woche im US-Markt, welche dann wohl auch den DAX in die Konsolidierung drücken würde.

Interessanter Aspekt: Die FED konnte den US-Markt nicht beflügeln und sorgte sogar für einen weiteren Abverkauf. Das war in den letzten Jahren so gut wie nie der Fall!

Anbei die Tages- und Wochencharts vom Dow und S&P500.

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Gold:

Beim Gold hatte ich in der vergangenen Woche eine technische bärische Gegenbewegung erwartet, welche auch ordentlich eingesetzt hat. Abgedreht ist man am GD200 und am mittleren Bollinger. Eigentlich der perfekte Punkt, um die technische Bewegung zu beenden und ein neues Zwischenhoch oberhalb der 1.330 anzulaufen. Die Unterstützung bei knapp 1.240 muss für ein bullisches Setup verteidigt werden.

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Euro:

Auch hier wurde eine technische Gegenbewegung (allerdings bullisch) erwartet, welche ebenso eingetreten ist. Vielleicht wäre noch etwas Luft bis 1.15, aber ein Long-Einstieg drängt sich in meinen Augen überhaupt nicht auf. Das übergeordnete Bild bleibt weiter klar bärisch und lässt weitere deutliche Kursverluste erwarten. Schützenhilfe von der FED (Dollar zum Euro schwächen) blieben (noch) aus.

Asien:

Der Shanghai Composite könnte in der neuen Woche ein größeres Verkaufssignal generieren und damit langsam Luft aus dem Markt lassen. Ebenso besteht beim Nikkei die Gefahr für eine Short-Bewegung.

Euch eine gute Handelswoche. Zwischen Mittwoch und Donnerstag bin ich nur eingeschränkt im Blog unterwegs.

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