In der vergangenen Börsenwoche konnte der DAX erneut nicht ansatzweise mit den US-Börsen mithalten, wo der S&P500 nun vor 89 Tagen das letzte mal einen Verlust von mehr als 1% ertragen musste. US-Präsident Trump hatte die Rally zuletzt stets mit Superlativen bezüglich seiner geplanten, bisher aber vollkommen unbekannten Steuerreform angeheizt. Shorteindeckungen größerer Hedge Funds sorgten dann für einen täglichen Squeeze im US-Markt. Das Fundament dieser starken Rally ist daher durchaus als sehr fraglich zu bezeichnen. Die Börse mag Hoffnungen und kauft diese gerne auf. Trump liefert ihnen diese Droge täglich mit neuen Superlativen und schiebt die Erwartungshaltung immer weiter ins Unermessliche. Die Börse ignoriert dabei nur zu gerne, dass er bei vielen im Wahlkampf geäußerten Versprechungen momentan gar nicht mehr liefern möchte (Clinton Ermittlungen, Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen, Nahost und die 2-Staatenlösung, Ein-China-Politik, Bordertax, Russland, NATO etc.) und seine Meinung da teilweise komplett geändert hat. Aber die Steuerpläne werden natürlich trotzdem “massiv” und “phänomenal”… Selbst wenn er eine umfangreiche Steuerreform vorstellt (die im Kongress und Senat erstmal Mehrheiten benötigt), dürfte die Börse schnell in den “buy the rumour, sell the fact”-Modus verfallen. Dieser könnte umso stärker ausfallen, je größer die Enttäuschung ist. Eine Erwartungshaltung mit Superlativen wird jedoch nur in einer Enttäuschung enden können, weil nach oben einfach keine Luft mehr gegeben ist. Trump spielt an der Börse mit dem Feuer und dies wird sich rächen, wenn die Taten folgen müssen. In 10 Tagen stellt er seine Pläne im US-Kongress vor. Die Rally wird bis dahin eher nicht mehr stark zu befeuern sein, sondern man wird so langsam in unsicheres abwarten abdriften. Es riecht nach starker Enttäuschung.

Blicken wir auf unsere Chartreihe beginnend mit dem großen Bild im DAX Monatschart, wo eine weitere Richtungsentscheidung weiter offen bleibt. Rangiert der DAX auf Monatssicht klar unterhalb des Vormonatshochs wäre ein Rücksetzer zur Ausbruchzone Richtung 10.9 in diesem Monat realistisch. Unterhalb des Vormonatstiefs (.425) droht eine erste stärkere Eintrübung, welche den Weg zur besagten Ausbruchzone weisen könnte. Ab 10.800 beginnt ein Existenzkampf für die aktuelle bullische Bewegung, welcher unterhalb der 10.540 (mittlere Bollinger) für die Bullen als Niederlage enden dürfte. Darunter droht eine Top-Bildung im großen Chartbild und weitere Hochpunkte wäre um Monate unwahrscheinlich. Oberhalb des Jahreshochs  sind mittelfristig Kurse um 12.200 und folgend 12.400 wahrscheinlich. Auffällig bleibt die extreme Divergenz zum US-Markt. Der DAX ist seit Monaten ein starker Underperformer.

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo zwischen Jahreshoch und Supportzone keine neuen Signale zu finden sind. Auffällig bleibt, dass die DAX-Bullen trotz starker Unterstützung der US-Börsen keinen Angriff auf das Jahreshoch starten konnten. Oberhalb der .425 ist für die Bullen jedoch weiterhin die Welt in Ordnung und es bestehen direkte Aufstiegschancen auf ein neues Jahreshoch jenseits der 12.000. Eine Auffälligkeit bleibt jedoch die starke Divergenz zum US-Markt, welche zur Vorsicht mahnt. Interessant bleibt der Blick zum RSI & MACD, wo sich ein bärisches Signal vor 2 Wochen bereits angedeutet(!) hat, welches jedoch durch fallende Kurse bisher keine Bestätigung finden konnte. Ein Halten des Kursniveaus trotz US-Märkte im Rallymodus könnte hier jedoch schon als bärischer Erfolg gesehen werden. Auf der Oberseite stellt die .800/.815 einen ersten wichtigen Widerstand dar. Oberhalb werden Kurse über .850 zur .950 möglich, wo der Trendkanal erneut für einen Abpraller sorgen könnte. Unterhalb wartet um .680 ein erster wichtiger Support, welcher bei Bruch Ziele um .550 ermöglichen könnte. Falls diese Zone bricht, droht eine direkte Abrutschgefahr zur 11.425 und darunter zur 11.050. Der GD100 verläuft aktuell bei 10.625 und der GD200 bei 9.985. Das mittlere Bollinger um 11.130.

Falls die erste wichtige Widerstandsmarke verteidigt werden kann, erwarte ich in der kommenden Woche eine Spanne von knapp .800 (im Ideal bereits etwas darunter) über die .680 zur .550.

Es folgt noch der Blick zum Tageschart und 60-Minutenchart. Im Tageschart stellt das mittlere Bollingerband um 11.680 eine erste wichtige Richtungsentscheidung dar. Darunter dürfte direkter Druck zur .550 und folgend .480/.425 aufgebaut werden. Zudem droht unterhalb der wichtigen .425 die Aktivierung eines Doppelstops mit Ziel 11k (hat jedoch noch Zeit). Im MACD droht ein Verkaufssignal, welches noch nicht aktiv ist. Die Bullen müssten daher gleich zum Wochenstart etwas Kraft zeigen. Oberhalb der .680 bleibt die Range über .730/.750 und wichtig .815 intakt. Darüber wird ein Anlaufen der Trendkanaloberseite bei .950 wieder wahrscheinlicher (über .850/.900).

Die US-Märkte konnte sich in der vergangenen Woche, angetrieben durch Short-Eindeckungen in Milliardenhöhe, klar besser entwickeln. An den letzten  beiden Handelstagen der Woche gab es jedoch erste kleine(!) Anzeichen von Schwäche, welche in der kommenden Woche ausgebaut werden könnten – vielleicht jedoch nur in einer eher seitwärts und abwartenden Bewegung (Trump und seine Steuerpläne) mit kleiner Wochenkerze. Der hohe Wochenschluss deutet in der ersten Wochenhälfte noch einen weiteren Hochpunkt an, welcher jedoch auch gering ausfallen könnte. Eine erste Eintrübung setzt es im Dow Jones erst unterhalb der .290. Eine kleine Wochenkerze mit kleinem neuen Hochpunkt würde die nachfolgende Woche mit der Rede von Trump vor dem US-Kongress mit gewisser Spannung versehen (Chance auf Umkehrkerze).

In der neuen Woche erwartet uns u.a. der ifo-Geschäftsklimaindex und das FED Protokoll. Am Montag ist die Wall Street geschlossen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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