Die Ausgangslage hat sich nach meinem Wochenausblick nicht verändert. Die schwächeren Daten aus China wurden nur nebensächlich betrachtet und Hoffnungen, dass nun auch die chinesische Notenbank weiter eingreift konnten die Märkte stützen. In der US-Berichtssaison konnte gestern Morgan Stanley für die Finanzwerte den Schlusspunkt setzen – mit einem heftigen Umsatzeinbruch. IBM startet heute für die “Techs” ebenso mit einer Gewinnwarnung. Die Berichtssaison ist bisher als negativ einzustufen, aber trotzdem wird es wohl bis zum Donnerstag hin keine Entscheidungen am Markt geben. Die Saisonalität und die Hoffnung auf noch mehr Notenbankgeld hält die Märkte noch stabil. Erst nach der EZB-Ratssitzung wird man sich wohl wieder den Fakten und der Berichtssaison verstärkt zuwenden (müssen).

Charttechnisch hat sich ebenso kaum etwas getan. Auf der Unterseite verhindern die Bullen negative Signale, aber auf der Oberseite finden sie keine Anschlusskäufer. Die ersten Widerstände bilden weiterhin das Gap bei .208 (bisher scheiterten mehrere Anläufe) und ein Widerstandsbereich bis .230. Darüber würden die .270 (m. Bolliner Monatschart) und die .330 winken. Auf der Unterseite bildet die 10.050 einen ersten Support. Die US-Börsen stehen bereits direkt vor ihrem harten Widerstandsbereich – der DAX hat hingegen noch viel Luft.

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Letztes Update am: 22. Okt 2015 @ 19:24

    • Dienstag, 20:30 Uhr
    • Und wie vermutet gab es heute erneut keine Entscheidung, aber anscheinend viel Unsicherheit bei den Bullen. Das Gap bei der .208 konnte abermals nicht geschlossen werden. Es fehlen stets die letzten Anschlusskäufer. Auf der Unterseite möchte man hingegen auch noch keine Entscheidung erzwingen.
    • Der atypische Doppelboden versandet an der rechten Seite jedoch zunehmend und eine andere bullische Umkehrformation ist bisher nicht erkennbar. Damit ist der DAX für den Donnerstag aktuell alles andere als bullisch positioniert. Ein herantasten an wichtige Widerstände (.500+) hätte zumindest die Gefahr mit sich gebracht, dass man beim einem “EZB-Spike” diese Widerstände verletzt. Zur Stunde steht man viel näher an wichtigen Support-Marken, als den genannten Widerstandszonen und selbst ein riesiger Spike würde noch keine Gefahr für die Bären bedeuten.
    • Erschwerend kommt für die DAX-Bullen hinzu, dass die US-Märkte heute ihren harten Widerstandsbereich angetestet haben. Sie werden wohl nicht mehr groß unterstützen können.
    • Morgen ist der letzte Tag vor der Ratssitzung. Die Bullen werden wohl Schwierigkeiten haben eine bessere Positionierung zu erreichen.

dax

  • Mittwoch, 08:40 Uhr
  • Der DAX erwartet einen freundlicher Start mit großem Fragezeichen. In Japan schocken die neuen Konjunkturdaten. Das Gespenst einer bevorstehenden Rezession geht so langsam um und der Hoffnungsträger „Abenomics“ darf seit heute wohl als gescheitert angesehen werden. Aber der Nikkei steigt trotzdem ordentlich an! Grund: Hoffnung auf noch mehr Geld von den Notenbanken natürlich.
  • Einen Tag vor der EZB-Ratssitzung flammen somit dank der Probleme in Japan die Notenbankhoffnungen nochmals auf, was aber auch nicht ganz ungewöhnlich sein dürfte. Ich möchte daher einfach nochmal den Dow Jones Chart stellvertretend für den US-Markt aufzeigen. Wir sehen dort ein großes einjähriges Rounding-Top, welches mit der crashartigen Bewegung im August aktiviert wurde. Rounding Tops stellen oft einen starken und vor allem nachhaltigen Trendabschluss dar. Ebenso ist zu erkennen, dass wir nun eine erfolgreiche Erholungsrally bis an den harten Widerstandsbereich hingelegt haben. Angetrieben nicht durch gute Wirtschaftsdaten oder einer tollen Berichtssaison – nein, die sind negativ – sondern durch die Hoffnungen auf eine noch weichere Geldpolitik. Daher stellt sich nun durchaus die Frage, ob man auf oder mit dieser Grundlage dieses große Rounding-Top überwinden kann, oder ob wir vielleicht nur einen substanzlosen Rebound sehen, welcher bei großen Abschlussformationen ebenso durchaus wahrscheinlich ist? Bei Variante B könnte durchaus die Gefahr bestehen, dass man nochmal extrem scharf nach unten abdrehen, aber selbst wenn nicht dürfte das aktuelle Niveau nur sehr schwer direkt zu nehmen sein. Im Intermarket wird sich dieser Tatsache der DAX auch nicht entziehen können! Bei ihm ist zudem auffällig, dass er seine großen Widerstände überhaupt noch gar nicht anlaufen konnte und eine saubere Umkehrformation fehlt.
  • Bewegungen bis morgen/ übermorgen sollten daher nicht auf die Goldwage gelegt werden.

dow

  • Mittwoch, 18:30 Uhr
  • Morgen ist es endlich soweit und die EZB wird sich erklären müssen und der Markt der Realität endlich wieder ins Auge blicken. Ich sehe durchaus sehr hohes Enttäuschungspotential für den morgigen Tag. Draghi wird vielleicht eine stärkere Sprache wählen (was bleibt ihm auch übrig), aber eine Ausweitung des QE Programm ist als unwahrscheinlich anzusehen. Die wichtige Kreditvergabe an Unternehmen scheint anzuziehen und die Prognosen für die Inflationen haben sich zumindest nicht verschlechtert. Es gibt also schlicht und einfach keinen vernünftigen Grund jetzt außerplanmäßig zu agieren und falls doch könnte ebenso der Markt verschnupft reagieren. Frei nach dem Motto: Es ist doch schlimmer als erwartet…
  • Von daher wird die dünne und arg substanzlose Aufwärtsbewegung in den USA und Deutschland morgen auf eine harte Probe gestellt. Es wäre in meinen Augen auch nicht verwunderlich, wenn der Wochenschluss am Ende sogar unterhalb der 10.000 erfolgt.
  • Heute konnten die Bullen zumindest beim 4. Anlauf das Gap bei .208 schließen, allerdings konnte man sich danach auch nicht weiter absetzen. Der Hochpunkt lag exakt beim m. Bollingerband im Monatschart. Momentan sind im DAX auch 2 steigende Dreiecke erkennbar, die durchaus warten nach unten aufgelöst zu werden.
  • Ab Mittag dürfte es morgen volatil werden. Auch ein Spike nach oben (.330?) ist klar einzukalkulieren (speziell auch zur EZB PK um 14:30 Uhr).
  • Der US-Markt hängt weiterhin im Widerstandsbereich und wäre ebenso fällig für eine Gegenbewegung.

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  • Donnerstag, 19:25 Uhr
  • Was für ein Notenbanktag…. Das ist aber kein Draghi-Effekt mehr sondern ein klassischer Short-Squeeze und direkt in den wichtigen Widerstand hinein. Xetra-Schluss war nicht über der .525, aber die lange Kerze spricht für einen Angriff morgen. Im Späthandel gab es zusätzlich einen weiteren Squeeze darüber. Es bleibt die Frage nach der Nachhaltigkeit, die wir sehr wahrscheinlich heute nicht beantwortet bekommen. Vielleicht können die nachbörslichen wichtigen Q3-Zahlen einen weiteren Hinweis geben. Aktuell schaut es morgen klar nach Gap-up aus. Mögliches oberes Ziel knapp .680, wo sich mehrere Widerstände treffen. So verrückt es klingt… Dort müsste man schauen, ob Erschöpfungslücke oder gar Ausbruchlücke. Fraglich bleiben die US-Märkte, wo der Dow noch Richtung .570 laufen könnte, aber das ist alles schon arg wahnsinnig mit knapp 2.500 Punkte nach dem Tief. Vor allem dürfte die US-Börse nach Draghi eher Probleme bekommen, da eine Ausdehnung der europäischen Geldpolitik eben nicht gut für Dollar und US-Export ist und die Bücher weiter eintrüben dürfte, aber diese Frage wird heute vermutlich nicht gestellt, aber sie wird sich aufdrängen. Möglich wäre auch ein finaler Vorstoß, welcher sehr gerne genau so wahnsinnig ausschaut. Der Wochenschluss wird somit in der Tat sehr interessant und es könnte sich die Frage aufdrängen das Risiko zu minimieren.
  • In meinen Augen hat Draghi heute absolut wie erwartet reagiert. Er hat nichts geliefert, aber seiner Sprache deutlich mehr Aggressivität verliehen (musste er auch), was aber anscheinend schon gereicht hat, obwohl der Markt zuvor mehr erwartet hatte. Er hat auch nicht gesagt, dass im Dezember das Programm erweitert wird, sondern gesagt, dass dort eine Prüfung erfolgen soll und das Ergebnis muss nicht zwangsläufig zur Erweiterung führen. Schließlich war er wegen der Kreditvergabe voll des Lobes. Die Inflationsrate sieht er weiter niedrig, aber selbst eine mögliche Deflation sah er noch sehr locker. Die Inflationrate müsste unter den Erwartungen liegen und die Kreditvergabe wieder einbrechen. Dann würde eine Prüfung wahrscheinlich zu einem Ergebnis für die Märkte kommen. Bis dahin bleibt aber ähnlich wie bei der FED der Status quo, welcher zuvor zu heftigen Abverkäufen geführt hat. Faktisch hat sich eigentlich nichts geändert, aber das zählt im heutigen Squeeze nicht und wird bei Ausbruchszenarien auch nicht mehr zählen. Es bleibt die Frage der Nachhaltigkeit in der Bewegung.
  • Ein Wochenschluss oberhalb der 10.690 wäre ein Schlag in die Bauchgrube der Bären.

 

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