Der DAX bleibt sich seiner neuen Linie treu und bewegt sich weiterhin höchst volatil. Früher waren Tagesschwankungen von 0,3% normal, heute so scheint es, muss es gleich der Faktor 10 sein. Es erwartet uns nun die letzte volle Handelswoche des Jahres; im Monat Dezember, welcher als einer der stärksten Börsenmonate gilt und ausgerechnet in dieser Woche fällt noch die entscheidende Sitzung der FED, wo die erste Leitzinserhöhung seit gut 10 Jahren verkündet werden könnte. Bisher wurde der Dezember seinen Ruf nach einer Jahresendrally wahrlich nicht gerecht; zumindest keiner bullischen Endrally. Die letzte volle Handelswoche könnte aber enden wie der Monat begonnen hat – höchst volatil und vielleicht nochmal mit einem bullischen Konter – vielleicht der letzte für längere Zeit… Denn schauen wir mal zu den Chartbildern.

Blicken wir zum großen DAX-Monatschart, welcher sich nach dem Fehlausbruch weiter gefährlich eintrübt. Die aktuelle Monatskerze liegt bereits unter dem Tief der Vormonatskerze. Ebenso wurde das mittlere Bollingerband schon leicht geschnitten und man notiert unterhalb der 10.600 wieder im großen 10-jährigen Dreieck. Es deutet sich ein übergeordneter Fehlausbruch an. Schnupperte der DAX die letzte Höhenluft vor dem Crash? Im roten Kreis hatte ich vor Wochen schon Ähnlichkeiten zu 2007/ 2008 markiert und so langsam nehmen die Übereinstimmungen gefährlich zu! MACD & RSI deuten aktuell auch schon in Richtung großes Fehlausbruchsignal mit enormem Abwärtspotential für 2016.

Allerdings ist die aktuelle Monatskerze natürlich erst Ende Dezember fertig ausgebildet und die Bullen könnten das gefährliche Bild vorerst noch abschwächen. Der Aufwärtstrend von 2011, welcher bereits fast angelaufen wurde, könnte als Stütze dienen und ein Monatsschluss über 10.600 könnte das sehr bärische Bild noch abschwächen.

daxmonat

Schauen wir nun zu den Signalen im DAX-Wochenchart. Dort wurde der bullische Fehlausbruch über die Abwärtstrendlinie bestätigt. Die kürzlich geschnittene Abwärtstrendlinie wurde in der vergangenen Woche nochmals von unten angetestet, bevor neue negative Signale folgten. Das m. Bollingerband wurde geschnitten, der wichtige Support um 10.500 und das übergeordnete Dreieck, welche alle auf ähnlichem Kursniveau verlaufen. Wochenschluss war nah am Wochentief und direkt am GD100 und sehr nah an der Aufwärtstrendlinie von 2011. Vielleicht die letzte Chance für die Bullen bevor das ganz große Bild zusammenfällt und als neuer Bärenmarkt wieder aufersteht. Auf Wochensicht wäre ein Test der wichtigen Marke um 10.450/600 durchaus wahrscheinlich. Ein Überschreiten könnte erneut für einen Fehlausbruch (gehört ja auch schon fast zum guten Ton am Markt…) auf der Unterseite sorgen und nochmal den Abwärtstrend knapp unter 10.900 in den Fokus rücken. Ein Abpraller hingegen dürfte das neue bärische Bild bestätigen. Aktuell kreuzen RSI und MACD scharf und deuten klar zum Bärenmarkt. Aber es folgt ja schließlich noch die FED…

Deutlich zu erkennen sind auch die fallenden Hochpunkte in diesem Jahr – zuletzt der Fehlausbruch über die Abwärtstrendlinie. Der DAX konnte somit seit Frühjahr keinen Hochpunkt mehr ausbilden. Fallende Hochpunkte und fallende Tiefpunkte kennzeichnen den Bärenmarkt. Der nächste logische Schritt in der diesjährigen Abfolge wäre nun ein neuer Tiefpunkt unter der 9.000. Es wäre das Todesurteil für die Hausse.

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Schauen wir nun noch auf die kleinen Chartbilder – Tagescharts und auch der 60-Minutenchart. Im Tageschart erkennt man sehr gut die gefährliche Eintrübung. Der Support um 10.500, wo sehr viele Unterstützungen verlaufen, wurde sehr scharf geschnitten. Auch im Tageschart lassen sich knapp unter 10.200 erste Chance für eine Gegenbewegungen erkennen. Spätestens sollte diese um die 10.000 erfolgen, ansonsten droht direkt der ganz große Rutsch. Ein Test der 10.500 bzw. den GD100 bei 10.560 könnte eine erste wichtige Anlaufstation darstellen. Ebenso gut zu erkennen: Die fallenden Hochpunkte in diesem Jahr und die mittlerweile scharf gekreuzten GD100 und GD200, welche nun sogar fallend sind. Starke Signale, die vor allem den mittel- bis langfristigen Weg andeuten. Kein gutes Omen für 2016.

Im 5-Minuten und 60-Minutenchart erkennen wir ein umgekehrtes waagerechtes Dreieck, welches droht nach unten verlassen zu werden. Kann man sich zum Wochenstart darin “retten”? Es wäre eine wichtige Stabilisierung für die Bullen.

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Am Ende mal wieder ein Blick auf den Dow Jones und den S&P500, wo man weiterhin im gigantische Rounding-Top steht. Auf untergeordneter Ebene droht zusätzlich die Aktivierung eines Doppeltops. Der wichtige Support wurde bereits angelaufen und auch der Wochenschluss war sehr nah an dieser Zone. Das wird ein harter Kampf für die Bullen…

Ebenso erkennt man im Chart sehr gut, dass Dow Jones und S&P500 in diesem Jahr nicht zulegen konnten. Nur eine Seitwärtskonsolidierung vor Fortsetzung der Hausse, oder ist das Rounding-Top ein riesiger Deckel für einen großen anstehenden Bärenmarkt? Es deuten viele Signale auf Variante 2…

dow s&p500

Der Markt war in den letzten Woche in einem Wahnsinnsmodus. Extreme Schwankungen und sehr viele Fehlausbrüche. Das alles spricht wahrlich nicht für einen in sich gefestigten Markt, sondern für viel Unsicherheit bzw. noch schlimmer Angst und Vertrauensbruch in den Notenbanken. Die Rally ab 9.400 beruhte nur auf diffuse Notenbankhoffnungen und sämtliche der vielen negativen Impulse wurden wahnwitzig ausblendet. Nun rauscht der DAX in den Keller und es gab keinen großen zusätzlichen Impuls dafür. Ist es nur die neue Normalität mit extremer Volatilität, wo auch ein positiver Jahresabschluss noch möglich erscheint, oder erleben wir wirklich im stärksten Monat des Jahres die Implosion der Notenbank-Hausse? Ausgerechnet ausgelöst durch eben diese Notenbanken bzw. den klar absehbaren Vertrauensbruch.

Die letzte volle Handelswoche in diesem Jahr – ein (letztes) Aufbäumen der Bullen, oder folgt schon der ganz große Rutsch? Es dürfte “verrückt” bleiben; alleine schon wegen dem Verfallstermin am Freitag.

Mögliches Szenario: Tiefpunkt morgen am Abwärtstrend von 2011. Dann Chance auf einen Turnaround Tuesday und somit halbwegs versöhnlichen Jahresabschluss. Die Bullen werden dafür aber ordentlich kämpfen müssen…

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Letztes Update am: [last-modified]

  • Montag, 19:00 Uhr
  • Erneut schließt der DAX hochvolatil und dunkelrot – nah am nächsten Supportbereich. Nach dem sehr niedrigen Wochenschluss war ein weiterer Tiefpunkt jedoch durchaus wahrscheinlich.
  • Der halbe Monat ist nun bereits um und der DAX steht in der Spitze mit nun über 10% Verlust im „starken“ Dezember. Wollen sich die Bullen wahrlich vollkommen ohne Gegenwehr verabschieden? Oder kommt noch eine heftige Gegenreaktion, um lange Gesichter unterm Weihnachtsbaum zu vermeiden? Statistisch gesehen sind die Chancen dafür recht hoch und auch für die FED-Notenbanksitzung sollte nun bereits einiges eingepreist sein. Morgen gibt es den ZEW-Index und übermorgen die FED. Am Freitag den Hexensabbat.
  • Die Bullen sollten auf morgen hoffen…. Black Friday, Panic Monday, Turnaround Tuesday?
  • Ansonsten brennt der Baum…

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  • Dienstag, 19:00 Uhr
  • Der DAX bleibt sich auch heute sehr treu und schließt bei hoher Volatilität mit über 3% im Plus. Damit hat sich abermals der Ablauf Black Friday, Panic Monday, Turnaround Tuesday bestätigt. Der DAX steht nun erneut sehr nah am Bereich um die 10.500, welcher einen wichtigen Widerstand darstellt. Ein Abpraller könnte direkt zum Anlauf für neue Tiefpunkte gesetzt werden. Dafür müsste die FED morgen wohl enttäuschen. Dagegen beginnt saisonal nun eigentlich auch die stärkste Zeit, wo sich die Marktteilnehmer oft versöhnlich in den Jahresabschluss verabschieden. Die FED könnte morgen wohl nur enttäuschen, wenn sie die Zinswende plötzlich verschiebt (Vertrauensverlust, US-Wirtschaft zu schwach?), oder der erste Zinsschritt überraschend stark ausfällt und weitere zeitnah verkündet werden. Dieses Überraschungspotential ist vermutlich eher gering und so erwarte ich beim DAX zum Jahresabschluss keine großen Ausbrüche mehr. Das heißt die 10.000 sollten halten und auf der Oberseite die 11.000, falls die 10.500 geknackt werden kann. Der GD100 wartet bereits bei 10.540.
  • Ein versöhnlicher Jahresabschluss läge vielleicht bei 10.800, wo aktuell der gebrochene Aufwärtstrend verläuft.
  • Bis Freitag dürfte es jedoch noch weiter sehr volatil zugehen.

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  • Mittwoch, 22:00 Uhr
  • Der DAX bewegt sich in dieser Woche weiterhin wie erwartet volatil, aber trotzdem in den vermuteten Bahnen. Der Abprall an der Trendlinie von 2011 und dem 62-er Retracement wurde zur Trendwende genutzt, welche weiterhin in einem versöhnlichen Jahresabschluss enden kann.
  • Die FED erhöhte heute erstmals seit über 9 Jahren die Zinsen um 25 Basispunkte und erfüllt damit die Markterwartungen. Am Freitag folgt noch der Große Verfall und spätestens danach verabschieden sich die Marktteilnehmer und auch die Bewegung im Markt in die Weihnachtsferien.
  • Einen versöhnlichen Jahresabschluss sehe ich weiterhin im Bereich um die 10.800.

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  • Donnerstag, 18:45 Uhr
  • Und natürlich legte der DAX heute abermals ein ordentliches Tempo auf`s Parkett. In der Spitze ging es mit über 3% nach oben in den angesprochen Zielbereich um 10.800. Damit verläuft der DAX zumindest in den zum Wochenbeginn erwarteten Bahnen.
  • Heute wurde beim DAX der kürzlich gebrochene Aufwärtstrend von unten angelaufen. Im Bereich um 10.800/.900 verläuft des Weiteren der Abwärtstrend und 2 Retracements. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der DAX um diesen Bereich einen versöhnlichen Jahresabschluss feiern möchte. Der Blick zum Tageschart zeigt dann aber auch, dass auf diesem Niveau eine rechte Schulter für eine SKS-Formation entstehen könnte.
  • Morgen folgt noch der Große Verfallstag. Danach dürfte das Volumen und die Volatilität deutlich zurückgehen.

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  • Freitag, 22:30 Uhr
  • Wir verabschieden eine äußerst volatile Woche, die weiterhin die Frage nach einem versöhnlichen Weihnachtsabschluss offen lässt. Der Rücksetzer bis zum Aufwärtstrend von 2011 wurde zur erwarteten Bewegung in Richtung 10.800 genutzt. Dort setzte jedoch schon sehr schnell neue Schwäche ein und spät am Freitag Abend folgte dann noch ein weiterer Abverkauf – vor allem am US-Markt. Für einen versöhnlichen Abschluss müssen die Bullen nochmal etwas Kraft zeigen, aber beim anstehenden dünnen Volumen können auch einfach Bewegungen ausgelöst werden. Es gilt den Bereich .450/.500 zu verteidigen, um sich unterhalb der 10.800 halbswegs versöhnlich einzupendeln und das Jahr abzuschließen. Übergeordnet schaut das Bild weiterhin immer düsterer aus. Der US-Markt im riesigen Rounding-Top. Der DAX nach dem Fehlausbruch ordentlich angezählt und mit Blick Richtung Abgrund. Nun gilt es wenigstens die Weihnachtszeit besinnlich zu retten… 😉 Die Wahl in Spanien könnte am WE ein böses Störfeuer bieten…
  • Kommt gut durch den 4. Advent!
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