Das war in der vergangenen Woche wieder eine ordentliche Schaukelbörse, welche am Freitag mit den US-Arbeitsmarktdaten ihren Höhepunkt erreichte. Diese sind überraschend schlecht ausgefallen und haben für eine kräftigen Rutsch nach den ersten Minuten gesorgt. Bis zum Abend konnte sich der US-Markt jedoch komplett erholen und den Tag sogar positiv schließen. Abermals wurden durch die schlechten Daten Notenbankhoffnungen geweckt, welche die Kurse beflügelten, aber gibt es wirklich einen nachhaltigen Grund zur Freude?! Die technischen starken Gegenbewegungen (oft durch Notenbankhoffnungen) kennen wir seit Wochen und sie wurden stets für Short-Eindeckungen genutzt und daraufhin stark abverkauft. Auch diesmal könnte es ein böses Erwachen geben, denn die sehr schwachen Daten zeigen sehr deutlich auf, dass die Abschwächung der Weltkonjunktur nun auch den US-Markt erreicht. Der Zenit der wirtschaftlichen Erholung könnte somit bereits überschritten sein und das trotz der extremen Geldpolitik, wo noch nicht mal eine Zinswende eingeleitet wurde. Wie kann die FED jetzt noch den seit Monaten angekündigten Zinsschritt seriös durchziehen? Eine Erhöhung in dieser wirtschaftlich sensiblen Phase könnte sehr negativ aufgenommen werden, aber eben auch eine erneute Verschiebung tief in das Jahr 2016 hinein. Die FED würde dann nicht nur an Glaubwürdigkeit verlieren, sondern auch bestätigen, dass die wirtschaftliche Entwicklung nicht mehr nach Plan verläuft! Die Notenbanken werden sich auch die Frage gefallen lassen müssen was das Ergebnis der jahrelangen extremen Geldpolitik ist und das betrifft dann nicht nur die amerikanische FED. In Asien wird seit Jahrzehnten eine solche Geldpolitik betrieben und sie möchte einfach keine Früchte tragen und die EZB möchte mit aller Kraft die Wirtschaft ankurbeln und die Inflation senken. Aber was sehen wir? Die Inflation sinkt stetig im Gleichschritt mit den Wachstumsprognosen. Die Maßnahmen der Notenbanken verpuffen seit Jahren und der Handlungsspielraum wird immer kleiner. Das könnte eine Feuerprobe für das Vertrauen in die Notenbanken werden und wehe der Markt wird enttäuscht…

Aber blicken wir zum DAX, wo sich im Grund gar nicht so viel getan hat. Er bewegt sich weiterhin in einer Seitwärtskonsolidierung, die einen weiteren Tiefpunkt wahrscheinlich werden lässt. Durch die Erholung am Freitag wäre auch zum Wochenbeginn mit einem weiteren Plus zu rechnen, allerdings sind die nächsten Widerstände schon recht nah!

Der Monatschart ist weiterhin klar eingetrübt und deutet einen weiteren Tiefpunkt unterhalb der 9.000 an. Auch die Indikatoren würden diese Annahme stützen. Erst oberhalb des übergeordneten Dreiecks bei 10.500+ würde sich die Lage für die Bullen aufhellen.

daxmonat

Der Blick zum Wochenchart bestätigt ebenso dieses bärische Bild. Der DAX notiert unterhalb vom GD100 und der Trendlinie von 2011, welche er in der vergangenen Woche von unten antesten konnte. Ein weiteres mögliches bullisches Ziel einer technischen Gegenbewegung wäre noch der GD100 bei knapp 10.100, aber erst oberhalb der blauen Dreiecksbegrenzung hellt sich das Bild für die Bullen nachhaltig auf. Die Ziele auf der Unterseite mit dem hellgelben GD200 oder der Aufwärtstrendlinie würden gut zum potentiellen Zielbereich aus dem übergeordneten Monatschart passen.

daxwoche

Im Tageschart erkennen wir nun mittlerweile auch recht deutlich, dass das 2. Standbein in der Tat alles andere als ein solides Standbein darstellt. Der DAX bewegt sich viel mehr in einer Art Zwischenkonsolidierung, welche einen weiteren Tiefpunkt andeutet. Durch den Abpraller an der 9.300 und der Erholungsbewegung von Freitag wäre kurzfristig jedoch mit einer weiteren positiven Bewegung zu rechnen. Die Widerstandszone zwischen 9.700 & 9.800 wurde in den letzten Tagen oft für einen Abverkauf genutzt, aber diesmal wäre auch mit einem kleinen Spike darüber zu rechnen. Das mittlere Bollingerband verläuft momentan bei 9.900, wo ebenso eine übergeordnete Retracement-Markierung verläuft. Auch der RSI könnte in dieser Zone wieder gut abdrehen. Die 9.800 und auch knapp die 9.900 wären für die neue Woche somit klar einzukalkulieren. Im  Anschluss könnte erneut ein scharfer Abverkauf folgen.

dax

Nachfolgend gibt es noch den Blick zum 60-Minutenchart, welcher sich mit den Annahmen aus dem Tageschart deckt. Ein solider Doppelboden ist nicht zu erkennen! Im 2. Standbein bildet der DAX aktuell ein umgekehrtes waagerechtes Dreieck aus, welches oft bärischer Natur ist. Diese Formation könnte in der neuen Woche obere Ziel bis knapp an die 9.900 zulassen. Allerdings hätte man dann erneut eine ordentliche Fallhöhe erreicht…

dax60

Zum Abschluss folgt noch ein kurzer Blick in die USA, wo ich euch den Tageschart von Dow Jones und S&P500 mitgebracht habe. Auch hier ist weiterhin keine seriöse Bodenbildung zu erkennen. Durch die Erholungsbewegung am Freitag wäre nun als Zwischenkonsolidierung eine dafür eher ungewöhnliche SKS-Formation denkbar. Sie würde jedoch einen weiteren extremen Abverkauf andeuten. Ebenso wäre aber auch eine große bärische Flagge möglich. Der US-Markt schaut somit sehr spannend bzw. gar sehr gefährlich aus!

dow s&p

Aufgrund dieser Chartlage lohnt auch mal ein Blick zu einem US-Schwergewicht: Apple. Der angefügt Chart der letzten 5 Jahre spricht in seiner Gefahr für sich. Es droht eine große einjährige SKS-Formation, die bei Aktivierung einen großen Trendwechsel andeuten könnte.

apple

Die Chartlage bleibt somit weiterhin klar angespannt mit bärischen Vorteil und das ändert eben auch ein positiver Abschluss am Freitag nicht so schnell. Kurzfristig besteht jedoch noch etwas Erholungspotential.

Ich wünsche euch einen guten und erfolgreichen Start in die neue Woche!

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Letztes Update am: 5. Okt 2015 @ 19:19

  • 19:15 Uhr
  • Die Märkte legen weiterhin ein ordentliches Tempo vor und bewegen sich bereits am heutigen Montag in den von mir gestern angesprochenen bullischen Zielbereich. Dabei hat sich die Ausgangslage seit Freitag kaum verändert. Schwache Wirtschaftsdaten wurden abermals dankbar aufgenommen und haben erneut die Fantasie befeuert die jahrelange lockere Geldpolitik weiter auszudehnen. Morgen wird es Wortmeldungen von der FED und der EZB geben. Ein festhalten an der Zinswende dürfte einige Träume platzen lassen. Das Fundament der Gegenbewegung bleibt äußerst brüchig.
  • Auf dem aktuellen Niveau besteht die erste Chance für eine Gipfelbildung, allerdings hält sich der Markt noch sehr weit oben. Falls dies bis 22 Uhr Bestand haben wird, dürfen die Bullen morgen mit weiteren Zugewinnen rechnen, aber vielleicht auch mit der Ausbildung einer “Abschlusskerze”. Ein Start mit einer Erschöpfungslücke wäre dann nicht verwunderlich.
  • Der Dow, S&P500 und auch die Nasdaq schauen aktuell auch sehr interessant aus. Besteht die Möglichkeit einer SKS? Oder wird es am Ende ein symmetrisches Dreieck oder gar eine Flagge? Die Ziele der Gegenbewegung wären dann jedoch weiter oberen anzusetzen, aber trotzdem wäre alle 3 Formationen eher bärischer Natur.

dax dax60 dow s&p

 

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