Das 1. Quartal 2016 neigt sich in der kommenden verkürzten Handelswoche dem Ende zu und es drohen erneut Turbulenzen, wie schon zum Quartalsbeginn, wo die Märkte nach den Feiertagen kräftig unter Druck geraten sind. Die damaligen Ängste um die Weltwirtschaft – vor allem ausgelöst durch China – konnten trotz Erholung an den Börsen fundamental nicht genommen werden. Im Gegenteil; viele Frühindikatoren sind weiterhin äußerst eingetrübt, die Daten aus China Monat für Monat nochmals schwächer und die Erholung beim Ölpreis beruhte bisher nur auf Spekulationen, die nicht bestätigt werden konnten.

Zwischenzeitlich konnten die großen Notenbanken der Welt nochmal agieren und sie versuchten es abermals mit der Brechstange. In Japan wurden die Negativzinsen eingeführt – Maßnahmen die bisher ebenso vollkommen verpuffen – und der Nikkei musste seit dem über 6% Verlust hinnehmen. Mario Draghi von der EZB überraschte die Märkte mit Aktionismus und natürlich der Brechstange. Seine Ausführungen waren hingegen eher ernüchternd. Viele Risiken in der Wirtschaft und die außerordentlichen Maßnahmen der Notenbanken tragen weiterhin keinerlei Früchte, sondern sie erhöhen zunehmend die Risiken. Und wie reagiert der Markt auf Draghis Bazooka Nummer 2? Volatil, nervös abwartend und sogar als Underperformer gegenüber dem US-Markt. Die Notenbanken beflügeln nicht mehr und die Marktteilnehmer werden zunehmend kritischer zum Kurs der Notenbanken. Es droht ein Vertrauensverlust, welcher für die richtigen Turbulenzen am Markt erst noch sorgen dürfte. In meinen Augen absolut zu Recht und sauber für den weiteren langfristigen Kursverlauf!

Mittlerweile wird sogar über den Wahnwitz “Helicopter Money” – Geld an die Bürger verschenken – gesprochen und Draghi findet diesen Ansatz sogar “recht interessant”. Im Dezember sollte Draghi noch der Nikolaus sein, der die EZB Geschenke verteilt. Heute soll er mit Hubschrauber das Geld unter die Leute bringen. Wo sind wir bitteschön gelandet?! Das Zinssystem wurde seit der Banken- und SCHULDENkrise de facto künstlich abgeschafft! Es ist ein wichtiges Sicherungssystem für Kreditnehmer sich nicht weiter zu verschulden und das eigentliche Übel endlich an der Wurzel zu packen! Erinnert euch bitte an die Schuldenkrise und die Immobilienkrise, die genau deshalb ausgelöst wurde. Infolgedessen wurden die Kredite extrem teuer und es drohten sogar Staatsbankrotts. Große Reformpakete wurden geschnürt und man wollte und musste damals noch gegensteuern. Doch dann kam Mr. Draghi und reagierte “whatever it takes“… Der Rest ist bekannt. Die Zinsen wurden auf Null gedrückt und von Reformpaketen redet so niemand mehr. Im Gegenteil, die klammen Staaten freuen sich neue Schulden aufnehmen zu können und das gleiche Spiel, wie vor der Schuldenkrise, wird eiskalt fortgeführt! Das Sicherungssystem Zins funktioniert nicht mehr und wurde künstlich abgeschafft. Das gilt nicht nur für Staaten, sondern auch für Unternehmen und Privatpersonen, welche nun alle animiert werden sich heftig zu überschulden. Die ersten Auswirkungen sind am Immobilienmarkt bereits zu erkennen. Immobilienblase voraus! Abermals! Nicht zuletzt wird das gesamte Geschäftssystem der Banken durch einen Negativzins ad absurdum geführt und genau die Krisenbeschleuniger – unsere Banken – werden erneut in hoch riskante Geschäftsfelder gelenkt.

Nach der Immobiien-, Banken- und Schuldenkrise hatten die Notenbanken den Rettungsanker geworfen, aber sie hätten diesen vor Jahren bereits einziehen müssen. Die aktuelle Politik führt genau zum Ursprung der Krise zurück. Nur diesmal dürfte das Echo viel heftiger sein und die Notenbanken handlungsunfähig! Man hat rein gar nichts gelernt!

Blicken wir zu den Charts, wo sich in der vergangenen Woche schlussendlich nicht viel bewegt hat. Auffällig bleiben der starke Goldpreis und der starke Euro. Vorboten einer Korrektur? Es dürfte noch bis zum Quartalsschluss Dank “Window Dressing” mit bullischen Attacken (vor allem im US-Markt), oder ein Verharren in der Seitwärtsrange zu rechnen sein, aber die aufkommende Schwäche war bereits in der vergangenen Woche präsent.

Gerne möchte ich noch auf meinen Ausblick von Anfang Februar verweisen (Hoffnung auf eine größere Verschnaufpause?), welcher für mich heute den Grund für einen weiteren Lerneffekt darstellt. Ich hatte euch damals nachfolgenden Chart präsentiert und einen Rücklauf zur 10.100 als saubere Gegenbewegung in einer übergeordneten Abwärtsbewegung dargestellt:

Diese Prognose stellt für mich durchaus einen wichtigen Erkenntnisgewinn dar. Nach dem Test der 8.700 war diese Bewegung charttechnisch als sauber zu betrachten gewesen, aber in den Wochen danach hatte ich zunehmend Zweifel, ob es für dieses Ziel überhaupt die nötige Kraft gibt, da es fundamental keinerlei Stützen zu erkennen gab. Die Charttechnik ist anscheinend stärker, als man manchmal selber zugeben mag.

Blicken wir in die Gegenwart zum Big Picture im DAX Monatschart, wo in der kommenden Woche die Monatskerze ausgebildet wird. Gibt es einen hohen Abschluss und noch die Chance auf eine “Gipfelkerze”? Der Monatschart hält diese Möglichkeit zumindest noch offen. Das m. Bollinger verläuft aktuell bei 10.450 und ein größerer Widerstandsbereich erstreckt sich bis 10.650. Auf der Unterseite droht unter der 9.350 ein deutliche Eintrübung. RSI & MACD deutet zumindest kein scharfes Kaufsignal an.

monat

Der kleinere DAX Wochenchart deutet ein schon interessanteres Bild an. Der DAX konnte zuletzt – trotz Notenbanken – nur noch kleine Kerzen ausbilden; in der vergangenen Woche sogar als rote Wochenkerze, die am mittleren Bollingerband abgeprallt ist. Ebenso zu erkennen die großen Retracements seit dem Allzeithoch, wo wir auch am 38-er Retracement abgedreht sind. Der RSI kann die 50 einfach nicht scharf schneiden und der MACD bildet eine erste bärische Divergenz aus. In der vergangenen Woche könnte der DAX somit ein markantes Kursziel erreicht haben, welches wie im Februar bereits, als saubere Zielmarke anzusehen wäre. Können die Bären diese Marke nachhaltig und trotz “Window Dressing” verteidigen? Dann besteht die Chance für einen großen Wendepunkt im Markt und einer mehrwöchigen bärischen Phase.

Oberhalb vom m. Bollinger verläuft bei 10.340 der GD100, bei knapp 10.500 das 50-er Retracement und bis zur 10.650 mehrere Widerstandscluster. Der Abwärtstrend verläuft erst um die 11.000! Eine starke Divergenz zum US-Markt!

Auf der Unterseite verläuft das 23,6-er Retracement bei knapp 9.590. Ein Unterschreiten wäre eine erste Warnung an die Bullen. Bei 9.350 verläuft der wichtiger horizontaler Support und bei 9.213 der GD200.

woche

Schauen wir noch zum DAX Tageschart, welcher ebenso interessante Punkte aufweist. Wir erkennen auch hier den großen Abwärtstrendkanal aus dem Wochenchart, aber darin nun auch einen Aufwärtstrendkanal, welcher in der übergeordneten Abwärtsbewegung durchaus auch als bärische Flagge interpretiert werden kann. Wir erkennen sehr gut, dass der Kurs zuletzt recht genau zwischen 38-er und 50-er Retracement eingeklemmt war und es wenig Bestrebungen gab die Oberseite des Kanals anzulaufen. Droht nun bald die Auflösung nach unten? Das mittlere Bollingerband und die untere Trendlinie verlaufen bei ca. 9.830 fast auf gleicher Höhe. Das 23,6-er Retracement sehr passend zum wichtigen horizontalen Support bei 9.360. Die Bullen müssten diesen Bereich dringend verteidigen! Auf der Oberseite verläuft der GD100 bei knapp 10.120 und bei knapp 10.400 gibt es ein Widerstandscluster aus GD200, alter Abwärtstrend, Kanaleroberkante und Retracement. Die Bullen müssen das letzte Wochenhoch nachhaltig knacken, ansonsten bleiben diese Ziele für lange Zeit unerreicht.

tag

Schauen wir noch kurz zum US-Markt, welcher mittlerweile an allen Ecken und Kanten bärische Divergenzen ausspuckt. Er hat einen überkauften Bereich angelaufen wie zuletzt 2009 und in der vergangenen Woche gab es erste Anzeichen einer Gipfelbildung. Dank Quartalsabschluss ist ein weiteres entlanghangeln an der Abwärtstrendlinie einzuplanen. Alleine eine “normale” Konsolidierung des vergangenen Anstiegs dürfte schon heftige Kursrücksetzer auslösen.

dow sp

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

Allgemeiner Hinweis:

Die aktuellsten Infos gibt es in den Trading-Gruppen (Live-TradingMarktgeflüsterNewsticker). Volle Einsicht erhalten aber nur registrierte Mitglieder der Seite. Hier kostenlos anmelden.

Der neue Trading-Chat informiert euch zudem tagsüber immer aktuell!

Sämtliche Bereiche und Funktionen (Bsp: E-Mail Service) stehen euch zu 100% kostenlos zur Verfügung. Bitte beachtet daher auch die Werbepartner. Danke. 🙂

Bildet die Trades der Profis kostenlos & vollautomatisch nach: Social Trading

Letztes Update am: 27. Mrz 2016 @ 19:22

  • Ich informiere euch über den Tag stets aktuell und kostenlos in den Trading-Gruppen (Live-TradingMarktgeflüsterNewsticker – einfach kostenlos beitreten) über das Marktgeschehen. Im neuen Trading-Chat sogar noch schneller. Auch unsere neue Facebook-Seite sei hier erwähnt.
  • Ich werde daher in Zukunft keine regelmäßigen Updates mehr im Thema für den Wochenausblick verfassen. Dafür gibt es die Gruppen und den Chat. Sie funktionieren in dieser Hinsicht einfach besser. 🙂
Du magst diesen kostenlosen Content & möchtest die Arbeit auf der Seite wertschätzen? Dann unterstütze Trading-Portal.NET auf Patreon!

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.