Wie der Januar, so das Jahr… heißt es so schön in einer Börsenweisheit, welche die Bullen aktuell wohl lieber ganz vergessen möchten. Am Ende ging es für den DAX knapp 10% in diesem Monat nach unten, aber die Leser des Blogs und der Wochenausblicke waren vor diesem Rutsch ja rechtzeitig gewarnt. In meinen Augen ist die Gefahr weiterhin überhaupt nicht gebannt; im Gegenteil – die Ähnlichkeiten zu Ende Dezember nehmen wieder zu und es entstehen besorgniserregende große bärische Formationen. Diese könnten sich noch gut in der kommenden Woche ausbilden, aber bei einem negativen Impuls wäre auch eine vorzeitige Aktivierung denkbar. Wichtige Impulse gibt es in dieser Woche schließlich mehr als genug. In der Nacht folgen bereits Daten aus China, welche den kompletten Start zu einer Wundertüte gestalten. Weiterhin folgen richtungsweisende Arbeitsmarktdaten aus der US-Wirtschaft und natürlich die Berichtssaison, die so langsam richtig Fahrt aufnimmt. Viele, viele potentielle Stolpersteine, aber vielleicht auch positive Überraschungen.

In den letzten beiden Wochen konnte der Markt hingegen nur ängstlich agieren und das obwohl die Sitzungen der EZB, FED und BoJ als Impulsgeber bereitstanden. Es deutete sich zum Wochenschluss schon ein bitterböser Abschluss an, aber die BoJ (Bank of Japan – Notenbank) wollte nochmal den Retter spielen und führte erstmals einen Negativzins ein – de facto eine Bankrotterklärung der eigenen Notenbankpolitik, bei der letztendlich nun die Enteignung der Sparer erfolgt und das Bankensystem weiter ins Risiko gezwungen wird, da das “normale Zinssystem” (klassische Geschäftsbetrieb der Banken) ausgehebelt wird. Am Freitag wollten die Anleger dies noch feiern, aber vielleicht ist es ähnlich wie bei EZB und FED nur eine eintägige Freude gewesen. Vielleicht stützte auch ein stabilerer Ölpreis etwas, oder eben auch größere Leerverkäufer, die sich nun wieder mit Short-Positionierungen eindecken.

Im Ausblick der vergangenen Woche bin ich nochmals von einem Rücksetzer klar unter die 9.700 ausgegangen, wobei dann direkt ein Angriff auf die 10.000 erfolgen kann. Ab 9.940 sollte es für die Bullen bereits schwierig werden und es wurde es in der Tat. In der letzten Woche wurde zudem die Monatskerze ausgebildet, was für mich ein Indiz war, dass der Wochenschluss nicht bullisch oberhalb der 10.000 erfolgen kann. Dies trat so ein und ist ein bärisches Anzeichen!

Die groben Chartmarkierungen bleiben letztendlich auch in der neuen Woche aktiv, aber schauen wir erneut auf unsere Chartreihe: Vom großen Bild ins kleine Bild…

Wir beginnen wie immer mit dem DAX Monatschart, welcher in der vergangenen Woche – wie bereits erwähnt – die Monatskerze für Januar ausgebildet hat. Die Bullen konnten keinen Abschluss oberhalb der 10.000 erreichen und so blieb ein möglicher bullischer Hammer ein Traum. Die Januar-Kerze reicht somit von der oberen Begrenzung des 9-jährigen Dreiecks (knapp unter 10.600) bis an die Schlüsselunterstützung um 9.300. Die Ausbildung ist eher bärisch zu werten. Im bärischen Idealfall wird das große Dreieck bis zum Ende des Bärenmarkts auch nicht mehr an der Oberseite angelaufen. Die 10.500/600 ist somit als eine bullische Schlüsselregion zu verstehen. Die Schlüsselunterstützung bei 9.300 wurde hingegen nun bereits 3-fach angetestet und ein weiterer Test verläuft zumeist negativ für die Bullen. Der gebrochene Aufwärtstrend von 2011 verläuft aktuell um die 10.350 und stellt wohl die wirklich maximale Ausprägung einer technischen Gegenbewegung im Februar dar. Den GD38 sehen wir bei knapp 9.600. Eine erste wichtige Unterstützung für die Bullen. Knapp unter der 8.900 finden wir die Unterseite des Dreiecks. Darunter könnte ein bitteres Verkaufssignal drohen. Die 8.150 stellt einen wichtigen horizontalen Support. Der GD100 verläuft bei 7.500.

Der RSI konnte im Januar die 50 wieder kreuzen und der MACD fächerte langsam wieder auf – Verkaufssignale! Der überverkaufte Bereich wurde noch längst nicht erreicht! Im Monatschart habe ich zudem seit Wochen die Ähnlichkeiten zu 2008 eingezeichnet und wir erkennen nur zu gut, dass, wenn es wirklich so kommen sollte, die richtige Korrektur – oder nennen wir es besser Crash noch gar nicht richtig begonnen hat! Das Jahr kann für die Bullen noch äußerst turbulent werden!

daxmonat

Zoomen wir weiter in den DAX-Wochenchart, wo laut vergangenen Ausblick das 38-er Retracement einen entscheidenden Widerstand darstellen sollte. Im Chart erkennen wir heute wunderbar, dass dieser Bereich punktgenau angelaufen werden konnte und das Wochenhoch stellte, welches jetzt als erster wichtiger Widerstand fungiert. Darüber werden Ziele bis an die 10.130 aktiviert. Nochmals darüber warten der GD100 bei knapp 10.300 und das mittlere Bollingerband bei 10.360. Bei 9.660 wartet hingegen wieder eine Unterstützung. Unterhalb der 9.500 droht der finale Test der Schlüsselregion um 9.300. Darunter folgt bei 9.090 noch der GD200, welcher vielleicht auch noch für eine kurze Stabilisierung sorgen könnte. Auch der Wochenchart ist technisch noch nicht überverkauft. Zwischen 9.500 und 10.350 wäre auch eine kurze Seitwärtsbewegung möglich, welche sich auch in den nun folgenden Tagescharts erkennen lässt.

daxwoche

Wie erwähnt folgen noch die DAX-Tagescharts, die auf aktuellem Niveau 2 Szenarien ermöglichen. Die nächtlichen Zahlen aus China werden wohl einen wichtigen ersten Impuls setzen. Noch kann man unterhalb des vergangenen Wochenhoch, oder besser noch unterhalb der 9.900, direkt nach unten abdrehen und die Bärenmarktrally beenden. Falls die Daten aus China und die weiteren Impulse positiv aufgenommen werden, wäre eine kleine leicht steigende Seitwärtserholung wahrscheinlich, wo die rechte Schulter einer großen SKS-Formation noch weiter ausgebaut werden könnte. Zwischen 9.940 und 10.140 warten mehrere horizontale Widerstände und Retracements. Bei 10.350 aktuell der GD100. In allen diesen Bereichen droht die große SKS-Formation und erst ein Sprung über die 10.800 würde das Bild wohl erstmals drehen können. Aber ist das wahrscheinlich? Die Wochen der Notenbanken konnte noch nicht mal dafür sorgen eine ordentliche technische Gegenbewegung über die 10.000 zu starten. Der DAX sprüht vor innerer Schwäche und die SKS-Formation sollte sehr ernst genommen werden. Die linke Schulter der Formation ist relativ breit gefasst und im besten Fall für die Bullen könnte man die rechte Schulter ebenso breit ausbilden. Ein leicht aufwärtsgerichteter Seitwärtstrend wäre dann zu erwarten. Unter 9.660 folgt die 9.500, die den Weg zur Schlüsselunterstützung weist. Einen 4. erfolgreichen Test wird es dann wohl nicht mehr geben – erst recht nicht mit einer SKS im Nacken.

daxR

Heute soll es auch noch den Blick zum 60-Minutenchart geben, welchen ich euch oft nur in der Tagesanalyse präsentiere, aber er zeigt aktuell sehr gut die Ähnlichkeiten zu Dezember auf, wo direkt danach ein großer Kursrutsch folgte. Genau wie im Dezember konnten die Bullen eine iSKS Umkehrformation – trotz Notenbankpower – nicht aufgreifen und befinden sich nun in einem steigenden Dreieck/ Keil, welches fast immer bärisch aufgelöst wird. Es ist auch möglich, dass sich innerhalb der Dreiecksformation eine kleine SKS-Formation ausbildet. Darüber werden jedoch die morgendlichen Daten aus China entscheiden.

So oder so bleibt das Bild äußerst bärisch eingetrübt und deutet klar in eine Bärenmarkrally, die vor der Auflösung steht. Ein ähnlicher Kursrutsch wie Ende Dezember wäre dann die logische Schlussfolgerung. Kurse oberhalb der 10.000 würde ich persönlich zum Abbau von Aktienbeständen (bereits im vergangenen Jahr getan) oder Long-Positionen nutzen. In meinen Augen haben Short-Positionen in diesem Bereich ein attraktives CRV (Chancen-Risiko-Verhältnis).

dax60

Nachfolgend noch ergänzend der Dow Jones und der S&P500 für den US-Markt. Beide stehen übergeordnet im Rounding-Top, welches oft besonders nachhaltig ist und bilden innerhalb des Tops auch noch eine große SKS-Formation aus. Hier droht also doppelte bärische Power! Das Bild zeigt aber auch, dass innerhalb einer rechten Schulter noch etwas Luft nach oben besteht, welche jedoch innerhalb eines oder von zwei Handelstagen bereits verbraucht sein kann.

dow sp500

Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche!

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Letztes Update am: 31. Jan 2016 @ 16:02

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