Der Monat Juni ist um und er schloss genau so, wie er verlaufen ist… Im vergangenen Monat ging es gleich mehrmals in hoher Volatilität zwischen der 10.400 und 9.200 hin und her. Nach dem Brexit gab es zuletzt einen harten 1.000 Punkterutsch, welcher sogar den großen 2009-er Trend verletzte. Eine konzentrierte Aktion, fast punktgenau zum Monatsschluss, von der EZB und BoE, kombiniert mit dem Quartalsende (Window Dressing) und Buybacks (Aktienrückkäufe) in Milliardenhöhe verhinderten den Bruch des sehr wichtigen Supports. Von seinen Brexit-Verlusten konnte sich der DAX nun um gut 50% erholen. Das ist ein normales Maß für eine technische Gegenreaktion! Es stellt sich nun die Frage, wie viel Substanz in dieser Erholungsbewegung steckt? Fundamental ist diese Rally klar mit Vorsicht zu genießen und die Äußerungen der Notenbanken Richtung weiterer geldpolitischen Lockerungen sind kein Indiz auf Stärke, sondern eben genau auf anstehende Schwäche. Durch den Brexit erwarten die obersten Währungshüter anscheinend eine weitere Eintrübung der Wirtschaft; nur leider haben eben genau diese Notenbanken schon extrem viel Pulver verschossen und eine weitere Zinssenkung in den Negativbereich wäre nur ein weiterer Tropfen auf dem heißen Stein. Selbst diese Lockerung wäre schon mit vielen Gefahren verbunden. Das normale Geschäftsfeld der Banken trocknet durch die faktische Abschaffung des Zinssystems stetig weiter aus und immer mehr Geldhäuser geraten in gefährliche Schieflage. Ein Negativzins wird die Wirtschaft nicht ankurbeln; er wird uns eher in eine 2. Bankenkrise führen… Fundamental ist die aktuelle Rally auf Sand gebaut und die Divergenzen im Markt zeigen dies auch gut auf. Das Volumen war im Anstieg stark abnehmend und das Gold und die Anleihen mit nahezu Nullrendite waren weiter sehr gefragt. Es ist niemand groß in den Aktienmarkt eingestiegen, sondern die großen Investoren setzen lieber auf sehr, sehr wenig Rendite in Anleihen. Warum muss man sich fragen? Es herrscht weiter sehr viel Unsicherheit im volatilen Marktumfeld.

Im letzten Wochenausblick setzte sich letztendlich Szenario 2 durch:

Eine Stabilisierung oberhalb der 9.300 würde obere Ziele um 9.750, 9.850 und 10.080 ermöglichen. Oberhalb der 9.800 nimmt die Gefahr auf der Unterseite wieder ab.

Blicken wir auf unsere Chartbilder und beginnen wir mit dem DAX Monatschart, wo der 2009-er Aufwärtstrend quasi in letzter Minute gerettet werden konnte. Es fällt jedoch auf, dass sich der DAX von dieser Trendlinie nicht so richtig lösen kann und der Support immer häufiger getestet wird. Beim RSI und im MACD wurde bisher in aller Regelmäßigkeit ein Kaufsignal verhindert.

Der Trend wurde nun knapp verteidigt, aber die Lage bleibt äußerst angespannt. Erst oberhalb der 10.550 (mittlere Bollinger, Abwärtstrend) hellt sich der Monatschart für die Bullen auf. Er trübt sich hingegen gefährlich ein, wenn die große Aufwärtstrendlinie unterschritten wird. Ziele um 8.000 wären dann sogar mittelfristig realistisch.

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart. Wir erkennen die verrückten und volatilen Tage seit dem Brexit sehr gut. Der große 2009-er Aufwärtstrend wurde nun 2-mal innerhalb kürzester Zeit angetestet; konnte aber letztendlich halten bzw. durch die Notenbanken gehalten werden. Auf aktuellem Niveau besteht selbst kurzfristig noch die Gefahr für einen weiteren Test bzw. sogar einen Bruch der 9.300. Eine entscheidende Marke stellt das mittlere Bollingerband um 9.870 dar. Im bärischen Fall stellt dieser Bereich den oberen Anlaufpunkt dar, welcher zu Abverkäufen über die  9.575 und sauber zur 9.445 (GD200) führen dürfte. Dort würde sich der weitere Weg entscheiden: Bruch der 2009-er Aufwärtstrendlinie, oder Angriff Richtung 10.300.

Sollte das mittlere Bollingerband bei 9.870 überwunden werden, wären die weiteren übergeordneten Ziele die 10.120 und der GD100 bei 10.345. Die Bullen erlangen erst oberhalb der 10.500 wieder die Oberhand. RSI & MACD schließen die Woche ohne Kaufsignal.

Kurzum: In der neuen Woche wäre ein Range zwischen 9.445 und 9.870 denkbar. Oberhalb des mittleren Bollinger würde sich diese Zone von 9.575 zu 10.100 erweitern.

Schauen wir noch zum DAX Tageschart und zum DAX 60-Minutenchart mit einer eingezeichneten Tradingidee von mir. Im Tageschart konnte zum Wochenschluss das 61,8-er Retracement der übergeordneten Bewegung nicht überwunden werden. Das mittlere Bollinger ist kurz davor dieses Retracement knapp oberhalb der 9.800 zu kreuzen. Im bärischen Fall könnte somit das Zwischenhoch am Retracement bereits ausgebildet sein. Ein Rücksetzer über die Retracements bei 9.600 und 9.400/9.445 wäre dann wahrscheinlich. Oberhalb der 9.820 wäre die 9.890 (GD100) als nächster größerer Widerstand bereits recht nah. Diese Zone stellt auch das 61,8-er Retracement seit dem Brexit-Crash dar, welches im 60-Minutenchart (M60) zu erkennen ist. Oberhalb der 9.900 dürfte ein Gap-Close und ein Angriff auf den GD200 bei 10.070 erfolgen. Der RSI konnte die 50 bisher nicht schneiden und geht damit ohne Kaufsignal in die neue Woche!

Kurzum: Unterhalb der 9.820/9.880 ist ein Rücksetzer Richtung 9.445 realistisch. Oberhalb erfolgt ein Angriff zur 10.000, was jedoch weiterhin nicht als bullischer Durchbruch zu werten wäre. Im 60-Minutenchart habe ich diese Tradingidee eingezeichnet. Unterhalb der 9.400 gehen die roten Alarmlampen an. Ein weiterer Test des 2009-er Aufwärtstrend könnte dann ein Test zu viel gewesen sein…

Zum Schuss erfolgt noch der kurze Blick zum US-Markt, welcher seit 2 Jahren nur noch Extrembewegungen ausbildet. Man könnte fast meinen, dass durch die Abschaffung des Zinssystems die Banken ein neues Geschäftsfeld (SL-Fishing) bei den Kleinanlegern gefunden haben… 😉

Im ersten Chartbild habe ich euch den Dow Jones Tageschart angefügt. Abermals gab es auf der Unterseite einen Fehlausbruch und folgend eine extreme V-Erholung durch den kompletten Trendkanal. Das diese V-Erholungen seit 2 Jahren zur neuen “Normalität” gehören, habe ich euch im 2-Chartbild aufgezeigt. Und auch der 3. Chart mit dem S&P500 Wochenchart zeigt dieses volatile hin und her sehr gut auf. Die ganzen starken V-Erholungen führten jedoch nie zu einem Durchbruch und man steht nun wieder sehr nah an der Oberseite. Soll diesmal der große Durchbruch erfolgen? Im Gegensatz zu den vielen ähnlichen Bewegungen der letzten 2 Jahre, wäre aktuell ein Durchbruch fundamental am wenigstens zu begründen. Es ist daher als sehr realistisch anzusehen, dass die aktuelle Risk-Rally sehr bald wieder um mind. 50% korrigieren wird. Entweder volatil direkt, oder mit der neuen Woche als Übergangs- und “Deckelwoche”.

In der neuen Woche erwarten uns weitere Daten aus China, welche zuletzt nur enttäuschten. Auch das FED-Protokoll kann Aufschluss zur Frage von weiteren Zinserhöhungen geben. Durch den Brexit ist die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinserhöhung fast am Nullpunkt angekommen. Zum Ende der Woche beginnt dann langsam die Quartalsberichtssaison und der Ausblick auf Q3. Die ersten Quartale des Jahres waren eine Enttäuschung. Wird im Ausblick bereits der Brexit berücksichtigt?

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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Letztes Update am: 2. Jul 2016 @ 17:45

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