In der vergangenen Woche konnte der DAX nach vielen Versuchen den Abwärtstrend vom letzten Jahr überwinden und damit eigentlich ein übergeordnetes Kaufsignal erzeugen. Das Wörtchen “eigentlich” suggeriert bereits, dass dieser Ausbruch nicht zu 100% mit gutem Gefühl von den Marktteilnehmern getragen wird. Die Bullen nutzen das schwache Volumen in den Sommerferien, um den DAX Stück für Stück an den wichtigen Widerstand zu schieben; irgendwann war es dann einfach ein Punkt zu viel und eine Stopp-Loss-Welle/ Short Squeeze wurde losgetreten. Danach setzen bisher (noch) keine Anschlusskäufe ein, was aber durchaus den schwachen Daten der vergangenen Woche zuzuschreiben ist. Im Gegenteil, der Markt konnte trotz der zum Teil sehr bedenklichen Daten stabil gehalten werden. Bullische Kraft, Ignoranz, Sorglosigkeit? Das sind die Fragen und die Unsicherheit hinter diesem Ausbruch. Er wurde durch das dünne Sommervolumen erzwungen und nicht durch eine fundamentale Stärke im Markt. Dieser “trumpfte” in den letzten 12 Monaten eher mit Schwäche auf (Fallende Gewinnerwartungen der Unternehmen, Schwache Wachstumsprognosen, Brexit etc.). Damit stellt sich die Charttechnik gegen die Fundamentaldaten, wobei anzumerken bleibt, dass selbst bei der Charttechnik kein ganz sauberer Ausbruch zu erkennen ist. Dieser wichtige Ausbruch erfolgte mit sehr schwachem Volumen; große Ausbrüche sollte jedoch auch durch das höchste Volumen getragen werden und es erfolgten keine Anschlusskäufe. Die Volatilitätsindizes haben ein Mehrjahrestief erreicht und deuten eine gefährliche Sorglosigkeit an. In der neuen Woche müssen die Bullen versuchen, dass dünne Fundament hinter dem Ausbruch auf eine stabile Basis zu schieben und dabei gilt es dringend eine nachhaltigen neuen Hochpunkt zu setzen, ansonsten könnte der im letzten Ausblick angedeutete Fehlausbruch doch noch anvisiert werden:

Oberhalb der Marke wäre ein letzter Halt für einen potentiellen Fehlausbruch bei 10.750 zu finden.

Schauen wir auf unsere Chartreihe und beginnen wir mit dem DAX Monatschart. Das große Chartbild hellt sich durch das überwinden/ verletzten des Abwärtstrends von 2015 spürbar auf. Auch das mittlere Bollingerband bei knapp 10.610 konnte überschritten werden. Bei ungefähr 10.750 verläuft nun noch die obere Begrenzungslinie vom 9-jährigen Dreieck, welcher der wohl letzte Anker für einen Fehlausbruch darstellen könnte. Es bleibt jedoch anzumerken, dass es sich hierbei um einen Monatschart handelt und jede Kerze einen ganzen Monat entspricht. Die aktuelle Kerze wird somit erst in gut 2 Wochen fertig ausgebildet sein und dieser Schlusskurs wird dann erst die übergeordnete weitere Entwicklung weisen!

Oberhalb der 10.750 könnten die Bullen einen 2. Schub nach oben starten. Das 61,8-er Retracement von der Bewegung Allzeithoch (AZH) zu Jahrestief verläuft bei gut 10.980 und wäre dann der nächstgrößere Widerstand.

Auf der Unterseite finden wir Unterstützungen bei 10.610/.550/.475 und 10.125. Unterhalb der 10.500 droht ein großer Fehlausbruch.

Zoomen wir weiter zum DAX Wochenchart. In der letzten Woche konnte der DAX direkt Schwung am GD100 über den Abwärtstrend und das 50-er Retracement nehmen. Aufbruchstimmung, welche in der neuen Woche nun aufgegriffen werden müsste! Bisher konnte der DAX, wie bereits erwähnt, an der alten Trendlinie von der großen Dreiecksformation abdrehen (in der neuen Woche um 10.770). In dieser Zone befand sich auch ein größeres Gap vom Jahresanfang. Um die 10.980 verläuft der nächstgrößere Widerstand (61,8-er Retracement), welcher beim Überwinden die Abwärtsbewegung in diesem Jahr vollkommen beenden würde. Das 50-er Retracement bei 10.550 stellt eine erste wichtige Unterstützung dar. Darunter bei knapp 10.450 der Abwärtstrend. Unterhalb der 10.400 (GD100) dürfte der Ausbruch ein jähes Ende gefunden haben.

Kurzum: In einer schwächeren, aber neutralen Wochen könnte der DAX zwischen 10.775 und 10.550 pendelt. Die untere Zone könnte noch bis 10.450 ausgedehnt werden, ohne das neue Signale erzeugt werden. Diese neutrale Bewegung würde auch gut zum Kleinen Verfallstag am nächsten Freitag passen. Ein dynamisches Überwinden der 10.775 – oder gar ein Start in dieser Zone – würde für eine Attacke Richtung 10.980 sprechen.

Schauen wir noch zum DAX Tageschart (Xetra) und der 60-Minutenchart. Im Tageschart erkennen wir den Short-Squeeze über den Abwärtstrend. Das Neujahres-Gap konnte folgend knapp geschlossen werden, danach fehlten jedoch Anschlusskäufe. Auffallend: Trotz des durchaus wichtigen Ausbruchs ist das Volumen sehr gering und nahm bis zum Wochenschluss stetig ab. Die Ausbruchskerze ist bullisch schön, aber die Divergenz zum Volumen mahnt noch zur Vorsicht.

Widerstände finden wir bei 10.750/.775, 10.860 und knapp 11.000. Auf der Unterseite sind die 10.630, 10.610, 10.550 und 10.475 zu nennen. Rücksetzer in dieser Zone könnten als Rebound abgearbeitet werden. Erst darunter trübt sich das Chartbild wieder ein. Ein neutrales agieren in dieser Zone unterhalb der 10.750 würde zu den Positionierungen an der Terminbörse (Kleiner Verfall) passen. Bei einem Ausbruch über die 10.750 könnten sich die Stillhalter zu Sicherungsmaßnahmen genötigt fühlen und damit einen 2. Squeeze auslösen.

Bei einem Rücksetzer von 10.750 zu 10.500/.450 könnten Stillhalter und Börsenbullen als Gewinner der Woche hervorgehen. Die Stillhalter hätten ihr Geld gesichert und die Bullen so einen Rebound abgearbeitet, um einen neuen Angriff Richtung 11k zu wagen.

Blicken wir noch schnell zu den US-Börsen, wo auf Wochensicht sehr wenig Veränderung zu vermelden ist. Bullisch anzumerken bleibt die Ignoranz gegenüber schwachen Wirtschaftsdaten, welche man einfach neutral aussitzen möchte. In dieser Sorglosigkeit wird man so lange weiter nach oben wandern, bis ein negativer Faktor zu stark wird und somit die Unsicherheit wieder in den Markt lässt.

Der Dow Jones bildet auf kurzer Zeitebene bisher ein Doppeltop aus. Bleibt der Dow unter dem alten Wochenhoch könnte man in der neuen Woche bis zur 18.250 fallen, ohne neue Signale zu lösen. Auch die Nasdaq könnte ruhiger daherkommen, da sie übergeordnet durch ein inverses waagerechtes Dreieck gedeckelt ist. Dieses Dreieck – ähnlich wie auch im S&P500 – könnte weiterhin entlang gewandert werden und für weitere Zugewinne in Minischritten sorgen. Große und dynamische Sprünge sind daher eher unwahrscheinlich. Im bullischen Fall könnte der DAX somit erneut stärker performen und der US-Markt müder dahinter agieren. Der DAX könnte den Abstand/ die Divergenz zum US-Markt somit weiter etwas abbauen.

nasdaq

In der neuen Woche erwarten uns etwas weniger Impulse. BIP Japan Notenbankprotokolle der FED & EZB und der ZEW-Index seien hier genannt.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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