Der DAX konnte die im letzten Wochenausblick angesprochene bärische Variante voll durchlaufen und schloss damit auch den Monat Juni schwach ab. Passend zur saisonal schwierigen Börsenzeit deutet sich auch für die kommenden Wochen ein problematisches Marktumfeld mit neuen Tiefpunkten an.

“Sell in May and go away, but remember to come back in September.”? Anbei nochmals die letzten 10 Jahre im DAX inmitten der Rekordhausse. Blau markiert ist der Zeitraum Mai bis September, welcher fast immer eine schwierige Zeit war und heftige Rücksetzer mit sich brachte. Zu erkennen ist aber auch, dass speziell im Mai gerne noch ein letzter Hochpunkt gesetzt werden konnte, bevor in den Sommer & Spätsommer hinein eine schwierige Zeit mit Rücksetzern von mehr als 10% häufig die Folge waren. Bisher scheint dieses Muster auch in diesem Jahr wieder aufzugehen und der endgültige Tiefpunkt ist wohl noch nicht erreicht.

“Sell in may…”?

Interessant erscheint auch der Blick zum größeren Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar). Stärkere Rücksetzer im Jahr wurden selten direkt aufgekauft, sondern es folgte häufig eine weitere Abwärtswelle. Die aktuellen Monatskerzen würden zumindest für diese These sprechen und die Gefahr für ein neues Jahrestief wäre noch nicht gebannt.

Ein Rücksetzer kommt selten allein…

Blicken wir auf unsere Chartreihe, beginnend beim Big Picture im DAX Monatschart, wo die letzten beiden Monatskerze (Mai & Juni) bärisch ausgebildet wurden und noch weitere Tiefpunkte andeuten. Die Bullen müssen den DAX über die 13.200 treiben, um diese bärischen Signale, welches passend in die saisonal schwache Zeit ausgelöst wurde, zu negieren.

Eine erste wichtige Zone stellt im Juli das 23,6-er Retracement bei knapp 12.440 und das mittlere Bollingerband, welches diese Zone tangieren wird, dar. Im sehr bärischen Fall wird der DAX auf Monatssicht bereits hier Probleme bekommen und abprallen. Auf der Unterseite wäre dann ein Rutsch knapp unter die 12k einzuplanen. Bei nicht ganz so viel Druck könnte dort auch bereits das Monatstief gefunden werden. Ansonsten wäre das 38,2-er Retracement bei 11.730 eine weitere wichtige Supportzone. Viel tiefer darf der DAX jedoch nicht fallen, da die übergeordnete SKS-Formation sonst bärisch aufgelöst werden könnte. Das rechnerische Ziel läge dann um 10k…

Interessant sind auch die großen Ähnlichkeiten beim RSI zur Bewegung in 2015. Erste Abwärtsbewegung und folgende Konsolidierung wurden gut angezeigt.

DAX Monatschart

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo der DAX die bärische Variante vom m. Bollingerband (aktuell .530) zum sma100 (aktuell .125; leicht steigend) nahezu punktgenau durchlaufen werden konnte. Der sma100 bleibt auch in der kommenden Woche eine wichtige Supportzone. Oberhalb könnte sich eine Insideweek (Kerze innerhalb der Vorwochenkerze) ausbilden. Die .350 & .440 würden eine ersten wichtige Anlaufstation darstellen. Bei schwachem Start könnte diese Zone schon schwer zu überwinden sein. Die .530 (m. Bollinger) wäre ansonsten eine weitere stabile Marke. Darüber wäre eine ausgedehnte Erholung über die .600 möglich. Dieser Weg wirkt aktuell sehr beschwerlich und wäre damit auch nicht mein Favorit. Bei Bruch des sma100 geht es hingegen zügig zum Gap-Close bei 12.011 und der Supportzone um 11.950. Darunter wäre noch die 11.860 zu nennen, welche auch im sehr bärischen Fall schon sehr tief wäre.

Eine erste Range wäre wohl im neutral startenden Marktumfeld zwischen sma100 und .350/.440 auszumachen.

Der GD200 verläuft in der kommenden Woche bei 11.250.

DAX Wochenchart

Blicken wir anschließend zum DAX Tageschart (Future & Xetra), wo die Zwischenmarken der übergeordneten Bewegungen besser zu erkennen sind. Der DAX könnte vorerst in einer Spanne von .160 – .350 – .440/.460 in die Woche starten und pendeln. Darüber wäre die .525 eine weitere Marke, bevor um .650 ein ganzer Cluster an Widerständen auf die Bullen wartet. Fraglich, ob der DAX überhaupt bis an diese harte Zone vorstoßen kann, da die aktuelle Abwärtsbewegung (kurzfristig) trotz Stabilisierung in meinen Augen noch nicht vollendet erscheint. Es ist weiter erhöhte Vorsicht geboten, welche durch die unsichere politische Lage noch verstärkt wird.

DAX Tageschart Future
DAX Tageschart Xetra

Der Marktüberblick im Video:

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

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