Die kommende Handelswoche dürfte nochmal viel Spannung mit sich bringen. Es werden wichtige Daten aus der Wirtschaft (ifo, Inflation, BIP-Prognose…) erwartet und nach der EZB melden sich nun auch noch die FED (Mittwoch) und die japanische BoJ (Freitag) zu Wort. Zuletzt trübte sich in beiden Ländern die wirtschaftliche Lage wieder merkbar ein. Eine Zinserhöhung der FED dürfte, trotz (gespielter?) Dezember-Optimismus, mittlerweile gar kein Thema mehr sein. Vielleicht werden sogar eher Spekulationen für eine Zurücknahme der Zinserhöhung in den Vordergrund rücken. In Japan schaut das wirtschaftliche Gesamtbild noch deutlich eingetrübt aus. Die BoJ bekommt trotz jahrelanger massiver Eingriffe die Inflation und wirtschaftliche Erholung nicht in den Griff. Japan könnte das erste Land sein, wo das stark umstrittene Helicopter Money testweise zur Anwendung kommt. De facto eine Bankrotterklärung der eigenen Notenbankpolitik, aber sie könnte zumindest kurzfristig für Freude an den Märkten sorgen, auch wenn man sich damit weiter von der wirtschaftlichen Realität abkoppelt. Die Q1-Berichtssaison läuft mittlerweile auf Hochtouren und die pessimistischen Prognosen für einen deutlichen Gewinnrückgang scheinen sich voll und ganz zu bewahrheiten. Den Hochpunkt gab es in den USA im Herbst 2014 und seit dem klafft eine große Schwere zwischen Kursverlauf und den Wachstumsaussichten bei den Unternehmen. Im Nachhinein wäre 2014 wohl der beste Zeitpunkt für eine Zinserhöhung gewesen und es deutet vielen daraufhin, dass sich Yellen erst in der Abschwungsphase den ersten Zinsschritt zugetraut hat. Dieser Fehler könnte nochmal zu einem Problem werden. Nichtsdestotrotz bewegen sich die US-Märkte nah am Allzeithoch, aber die Quartalszahlen konnten für kein Fundament in dieser Bewegung sorgen und so bleibt diese Höhenluft äußerst dünn.

Der Handelsmonat April wird am kommenden Freitag ebenso abgeschlossen und es lohnt der Blick zum Monatschart. Mit dem Mai steht nun die saisonal schwächste Zeit für Aktien an (“Sell in May and go away, but remember to come back in September.”), allerdings sollte der April zu Zeiten der US-Präsidentschaftswahlen bereits ein sehr schwacher Monat werden…

Der Wochen- und somit auch Monatsabschluss wird für den DAX sehr interessant. In der vergangenen Woche konnte das mittlere Bollingerband bei knapp 10.500 fast erreicht werden. Ein Abschluss klar oberhalb dieser Marke könnten die Bullen als Steilvorlage in den eigentlich schwachen Mai nutzen und das große Bild deutlich aufhellen. Es lauern zwar unterhalb der 11.000 noch einige Widerstände, aber die Gefahren auf der Unterseite wären durch das Überwinden des m. Bollinger deutlich reduziert. Auf der anderen Seite wäre ein Wochenschluss klar unterhalb der 10.500 ein deutliches Warnsignal an die Bullen. Ein Abpraller direkt am Bollinger direkt vor der schwachen Börsensaison könnte übergeordnet auch das Tor zu neuen Jahrestiefs wieder aufschlagen. Die neue Woche wird spannend.

Zoomen wir wieder in das Bild hinein und schauen zum Wochenchart. Es gab in der vergangenen Woche einige Hiobsbotschaften zu verarbeiten, aber trotzdem konnte sich der DAX äußerst gut behaupten. Als Grund darf das Überwinden der oberen Begrenzung bei 10.120 genannt werden. Sehr interessant ist der Aspekt, weil diese Kraft von eigentlich negativen Meldungen vom Öl-Markt und einer Falschmeldung stammt. Man kann also auch ohne positive Meldungen Widerstände herausnehmen…

Das Chartbild schaut nun wieder deutlich bullischer aus und die letzten 2 grünen Wochenkerzen sollten durchaus einen weiteren Hochpunkt ermöglichen. Das 50-er Retracement bei knapp 10.500 darf hier als erstes genannt werden und würde gut zum Widerstand im Monatschart passen. Darüber würde sich Aufwärtspotential bis in die Zone um 10.800 ergeben. Bei 10.333 verläuft der GD100 und bildet den ersten wichtigen Support für die Bullen. In einer bullischen Woche, oder einer Woche mit enger Range (Abschlusskerze?), wäre dieser Bereich bereits als Wochentief möglich. Das 23,6-er Retracement verläuft bei knapp 10.120. Ein Unterschreiten  dürfte die bullische Bewegung beenden. Das mittlere Bollingerband befindet sich bei zirka 9.890. Die vergangenen Wochenkerze wurde direkt darüber ausgebildet, was ebenso bullisch zu werten ist. Erste wichtigen Zonen im Wochenchart sind somit die 10.500 und auf der Unterseite die 10.333.

Blicken wir nun noch zum DAX Tageschart, wo ebenso ein interessanter Kampf anstehen dürfte. Wir erkennen, dass der GD200 (ca. 10.280) wie zuletzt im Dezember überwunden wurde. Im Anschluss folgten 2 bekannte Doji-Candlesticks, welche sehr gerne einen Gipfel andeuten, aber im April bereits für eine kleine Bärenfalle sorgten. Der Tageschart sollte daher mit gesundem Misstrauen betrachtet werden. Der GD200 bildet einen ersten sehr wichtigen Support. Darunter wäre das Tor zur 10.120 wieder offen und ein Fehlausbruch – analog zum Dezember – wäre wahrscheinlich. Das 61,8-er Retracement um 10.400 könnten zumindest zum Wochenstart eine Schlüsselmarke darstellen. Zwischen 10.485 und 10.740 klafft ein größeres Gap, welches durchaus Anziehungskraft ausüben könnte. Ein erster Test scheiterte in der vergangenen Woche. Knapp oberhalb der 10.800 verläuft der Abwärtstrend.

dax xetra

Die kommende Woche wird wichtig – sehr wichtig, da eine bedeutende Richtungsentscheidung anstehen dürfte. Momentan gibt es Ähnlichkeiten zum Chartbild im Dezember, welches für einen äußerst schlechten Start ins Jahr 2016 gesorgt hatte. Wiederholt sich das Bild nun in der schwachen Börsenzeit? Falls ja, hätten die Bären noch alle Karten in der Hand – auch ein Jahrestief! Können die Bullen hingegen weiterhin wichtige Fundamentaldaten, Unternehmensdaten, BREXIT, GREXIT-Gefahren, Trump etc. ausblenden und stark in den Monat Mai durchstarten, wäre trotz vieler langer Gesichter die Gefahr auf der Unterseite deutlich gemindert. Ein Paradies für Schnäppchenjäger ist dieser Markt momentan jedenfalls nicht und die ersten Ausblicke deuten für die nahe Zukunft keine Besserung an. In den nächsten 14 Tagen wird sich dieser Nebel der Ungewissheit etwas lichten.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

PS: Der US-Markt wird morgen im Trading-Chat betrachtet.

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