… na gut, die Apple Zahlen, der ifo-Index, neue Inflationsdaten und Wachstumsprognosen vermutlich auch ein wenig…

Die vergangene Woche hatte es wahrlich in sich und lässt viele staunend zurück, denn anscheinend haben die Notenbanken weiterhin die Kraft die Märkte trotz vieler Unsicherheitsfaktoren massiv zu bewegen. Oder ist diese Bewegung nur als kurzfristig anzusehen, welche uns eine Phase extremer Volatilität ankündigt? Das werden vermutlich erst die nächsten 14 Tage entscheiden, wenn die FED und japanische Notenbank sich erklärt haben, denn speziell von der bisher unschlüssig agierenden amerikanischen Notenbank wird sehr viel von der nächsten Entwicklung abhängen. Man sollte hierbei die Zeit vor dem Crash nicht vergessen, wo die US-Märkte stets nah am AZH standen, aber keine Kraft für eine Fortsetzung gefunden haben. Schuld war hierbei hauptsächlich die geplante Abkehr vom billigen Geld. Aktuell lassen sich in der Kursbewegung auch durchaus Parallelen zur gigantischen Rally am Jahresbeginn ziehen, aber es gibt ebenso auch wichtige Fakten die große Unterschiede aufzeigen. Im besagten Q1 konnte der DAX einen gigantischen Ausbruch über das AZH mit einer starker Umkehrformation feiern. Soweit sind wir aktuell nicht. Ebenso waren nicht nur die EZB-Geldflut der Kurstreiber, sondern auch die FED war noch alles andere als ein Falke unterwegs. Getrieben wurde man zusätzlich durch Wirtschafts- und Konjunkturprognosen weit über den Erwartungen. Heute wissen wir, dass speziell die US-Wirtschaft in dieser Zeit ihren Hochpunkt erreicht hat und seit dem in eine Abschwungsphase abgleitet. Als zusätzliche Belastung ist auch Asien hinzugekommen, wo in Japan sogar eine neue Rezession droht und in China eine große Unbekannte vor sich hindöst. Die Börsen haben am Freitag den erneuten Zinsschritt der chinesischen Notenbank volltrunken von Liquidität gefeiert. Dabei könnte man auch gewillt sein, dass ständige Eingreifen der Notenbank innerhalb kürzester Zeit negativ zu deuten. Warum dieser auffällige Aktionismus, wenn die Wirtschaft – laut Einheitspartei – noch so gut auf Kurs ist? Japan als wichtigster Handelspartner von China droht die Rezession, weil eben auch genau dieser Handel mit China einbricht. Viele Fragezeichen in Fernost, die es zum positiven Umfeld am Jahresbeginn noch nicht gab.

Wir erleben aktuell eine Rally, die eben nicht mehr auch auf Unternehmensgewinne oder Konjunkturdaten & -prognosen beruht, sondern nur noch auf die Aussicht nach noch mehr billigem Geld. Kostolany sagte einst, dass sich im letzten Zyklus einer Hausse nur noch alles um die Liquidität dreht. Was anderes sehen wir momentan nicht. Waren die Todeskreuze, die Hindenburg-Omen, die hohe Gefahr der Schwarzen Schwäne und die scharf gekreuzten GDs alles nur eine gigantische Bärenfalle in einem reinen “Notenbank-Markt”? Die FED wird deutlich von der Zinserhöhung abrücken und vielleicht sogar ein neues QE-Programm in Aussicht stellen müssen, um speziell den US-Markt weiter anzutreiben. Schließlich konnte die Nullzinspolitik im Jahresverlauf kein bullisches Absetzen der US-Märkte mehr erreichen. Warum sollte es bei schwächerer Wirtschaft nun anders sein? Ein neues QE könnte dies verändern, aber zugleich wäre es auch ein besorgniserregendes Eingeständnis, dass der Wille einer Zinserhöhung mit einer fatalen Fehleinschätzung der US- und Weltwirtschaft im Gleichschritt geht. Weitere geldpolitische Maßnahmen wären eben auch ein deutliches Zeichen, dass die FED die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung vollkommen falsch eingeschätzt hat. Eine solche Umkehr wäre wahrlich nicht unbedingt ein positives Zeichen…

Schauen wir auf die neue Chartlage, die sich deutlich für die Bullen aufgehellt hat. Gelingt der ganz große Durchbruch? Die neue Woche wird wichtig für die weitere Interpretation.

Im DAX Monatschart wird Ende der neuen Woche die Monatskerze fertiggestellt. Das Bild hat sich durch den großen Sprung in der vergangenen Woche klar aufgehellt. Die aktuelle Kerze hat ein höheres Tief und ein höheren Hochpunkt zur Monatskerze zuvor ausgebildet. Zusätzlich notiert man oberhalb des m. Bollingerbandes (10.305) und der übergeordneten Dreiecksformation bei knapp 10.500, welche nun als Support fungieren. Ein Monatsschluss oberhalb dieser Marken ist bullisch zu werten. Der RSI ist dabei die 50 zu kreuzen, allerdings wäre auf diesem Niveau durchaus noch im neuen Monat ein Abpraller durch eine starke Abwärtsbewegung möglich. Die neue und letzte Woche im Monat wird für diesen Chart wichtig.

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Zoomen wir nun in den DAX Wochenchart. Die vergangene Woche war die beste Woche seit 2011. Also noch besser als zur gigantischen Rally am Jahresanfang, wo das QE Programm an den Start ging. Diesmal gab es nur warme Worte von Draghi in einem Bild der abkühlenden Weltwirtschaft. Wahnsinn ist wohl untertrieben…

Im Wochenchart steht nun eine lange grüne Kerze im Raum, welche klar auf weitere Hochpunkte zur neuen Wochen hinweist. Das m. Bollingerband wurde bei 10.700 geschnitten und stellt einen ersten unteren Anlaufpunkt für die kommende Woche dar. Knapp unterhalb der 10.500 wartet zudem das große langjährige Dreieck. Ein Unterschreiten dieser Marke könnte das Tor für einen Fehlausbruch aufstoßen. Auf dem aktuellen Niveau steht der DAX an einem wichtigen Retracement, der hohe Schlusskurs lässt jedoch ein Überschreiten wahrscheinlich erscheinen. Knapp oberhalb der 11.000 gibt es einen ersten Widerstand. Zwischen 11.100 und .200 wird es für die Bullen hingegen ernst. RSI und MACD stehen nun beide mit Kaufsignal. Die 11.000 ist im Wochenchart wohl nur Formsache.

daxwoche

Blicken wir noch auf ein paar Chartbilder aus dem Tageschart. Der Hochpunkt wurde nah an wichtigen und zum Teil langjährigen Retracements gefunden, welchen nun auch den ersten Widerstand bilden. Es ist jedoch durchaus üblich, dass diese Markierungen kurz überschritten werden können. Bei 11.080 folgt der GD200 als 2. wichtiger Widerstand und darüber bei der 10.200 bereits der Abwärtstrend kombiniert mit einem Gap, Retracement und Trendlinien. Das wären für den DAX 1.000 Punkte innerhalb weniger Tage… Die FED müsste dafür wohl stützen. Auf der Unterseite warten bei 10.680 der GD100 und darunter die 10.520.

Wir erkennen aber auch diesen enormen Anstieg und den überkauften Bereich im DAX. Es wird sehr spannend zu sehen sein wie der DAX in der neuen Woche reagieren wird. Und was wird der Antreiber sein? Die Inflationsdaten werden einen wichtigen Impuls liefern und so kurios es klingen mag, werden Bullen auf eine Verschlechterung hoffen, denn schlechte Daten sind dank Draghi wieder die guten Nachrichten… Ein Anstieg der Inflation könnte hingegen den aktuellen Anstieg im DAX aber ganz gefährlich ins Wanken bringen…

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Am Ende folgt noch ein kurzer Blick zum Dow Jones, welcher seit seinem Tiefpunkt fast 2.500 Punkte gewinnen konnte. GD200, GD100 und ein wichtiger horizontaler Widerstand konnten überwunden werden. Das nächste Ziel wäre bei 17.770 der Abwärtstrend. Das Tor zum AZH wäre offen, wenn dieser auch noch überwunden werden könnte. Kann die FED so extrem noch pushen und den US-Markt damit in einen seiner stärksten und schnellsten bullischen Bewegungen seiner Geschichte zwingen? Zur Erinnerung: In den letzten Monaten hat sich die Konjunktur in den USA stets eingetrübt und die aktuelle Rally begann mit sehr schlechten Daten vom US-Arbeitsmarkt. Das Fundament dieser Bewegung beruht somit nur auf die Geldpolitik der Notenbanken bzw. die Hoffnung auf noch mehr billigem Geld. Wahnsinn ist wohl auch hier untertrieben… Ich bin sehr auf die Aussagen der FED gespannt. Wird es eine komplette Kehrtwende in Sachen Zinspolitk? Und kann man eine solche Wackel-Notenbank noch feiern? Es wird jedenfalls der Termin der Woche!

dow

Weitere Impulse werden natürlich weiterhin von der Berichtssaison erwartet (u.a. Apple, VW), der FED, am Freitag der japansichen Notenbank, ifo-Index, Konjunkturdaten USA und eben den Inflationsraten im Euro-Raum.

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue wohl möglich verrückten Woche!

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Letztes Update am: 29. Okt 2015 @ 07:43

    • Mittwoch, 08:20 Uhr
    • Die ersten beiden Handelstage in der Woche hat der DAX eher langweilig verbracht und es wurden auch keine neuen Signale generiert. Aktuell konnte der DAX zumindest den Rücksetzer zum GD100 und zum m. Bollingerband im Wochenchart nahezu abarbeiten. Erst darunter würde es erste Eintrübungen mit Potential in Richtung 10.500 geben.
    • Heute 19 Uhr gibt die FED ihr Sitzungsergebnis bekannt. Danach dürfte wieder ordentlich Bewegung aufkommen…

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  • Donnerstag, 07:45 Uhr:
  • Guten Morgen. Zur FED hatte ich gestern Abend noch etwas im Tagesthema gepostet…
  • Die ersten Daten kommen heute morgen aus Japan, wo die Industrieproduktion positiv überrascht. Der Nikkei zieht daher vorsichtshalber gleich mal den Kopf ein. Die meisten Marktteilnehmer hoffen wohl bereits auf die Rezession und weitere geldpolitische Maßnahmen (Entscheidung morgen früh!). Eine bessere Industrieproduktion passt da dann nicht ins Bild. Die US-Märkte haben gestern den nächsten Widerstand erreicht. Heute muss eine Gegenbewegung her oder zumindest starten. Ansonsten setzt es nach der Rally ein weiteres Kaufsignal, obwohl sich so langsam vermutlich ein paar Marktteilnehmer die Frage stellen werden warum ausgerechnet jetzt ein neues AZH gerechtfertigt sein sollte? Die allgemeine Lage hat sich nach der sehr langen Seitwärtsbewegung und vor allem nach dem Crash ja nicht zum positiven verändert. Der DAX hat hingegen noch viel Luft zum AZH und bleibt überraschend stark hinter dem US-Markt zurück. Ziele beim GD200 11.090 und der Abwärtstrend knapp unterhalb der 11.200 sind eigentlich relativ offen. Nur die Retracements – zugegeben langjährige – halten bisher den Deckel.

 

 

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