Vorbei sind wohl die Zeiten, wo die Termine der Notenbanken nahezu blind aufgekauft werden konnten. Schwächere Daten aus der Wirtschaft, oder neue Tiefs bei der Inflation wurden in der nahen Vergangenheit sehr gerne als Rallystart genutzt – waren es doch sichere Anzeichen, dass der Markt mit weiteren Maßnahmen der EZB rechnen kann. Doch augenscheinlich findet nach und nach ein Umdenken statt und vor allem der EZB-Termin von Dezember schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Markt. Damals konnte Draghi die immer höheren Markterwartungen nicht mehr erfüllen und der DAX krachte innerhalb von wenigen Stunden über 600 Punkte nach unten. Das haben die Marktteilnehmer mit Sicherheit nicht vergessen und anscheinend traut sich niemand mehr eine nachhaltige Rally anzustoßen. Die EZB hatte in der Vergangenheit, wo die wirtschaftliche Ausgangslage deutlich günstiger war, schon sehr viel Pulver verschossen, aber sämtliche der sehr offensiven Maßnahmen scheinen zu verpuffen. Die Inflation fällt weiter, die Wirtschaft zieht nicht an und die Kreditvergabe bleibt mau. Noch schlimmer; durch Maßnahmen wie negative Einlagezinsen werden die gebeutelten Banken noch zusätzlich belastet. Durch noch extreme Aktionen dürften vor allem die Finanztitel weiter in einen Abwärtsstrudel geraten, welchen Draghi sicherlich auch verhindern möchte und dementsprechend vorsichtig agieren muss. Auf der anderen Seite ist die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer (siehe Dezember) für weitere Stimuli schon unrealistisch hoch und Draghi wird mit kleinen Schritten und etwas Verbalrhetorik wohl nicht mehr punkten können. Das könnte abermals ein ganz heißer Tanz für den EZB-Chef werden – gefangen in seiner eigenen aggressiven Politik, welche im EZB-Rat durchaus auch sehr kontrovers diskutiert wird.

Donnerstag wissen wir mehr. 🙂 Anbei noch der kurze Blick zu den Charts.

Der DAX Wochenchart ist durch eine Auffälligkeit geprägt. Es erfolgte kurz vor Wochenschluss ein Angriff auf das Zwischenhoch vom Januar um 9.925, welches jedoch nicht ganz angelaufen werden konnte bzw. sogar stark abverkauft wurde. Ein Schlusskurs darüber oder zumindest auf hohem Niveau hätte das Bild im Wochenchart deutlicher aufgehellt, aber es wurde kurz vor knapp durch einen schnellen Rutsch verhindert. Der MACD ist flach gekreuzt und der RSI steht nah der 50. Durch eine bullische Fortsetzungskerze könnte in dieser Woche ein Kaufsignal generiert werden. Auf der anderen Seiten kann der Markt auf diesem Niveau noch komplett abverkauft werden. Das passende Umfeld für die EZB-Ratssitzung. 😉

Auf der Oberseite bilden die 9.850, 9.925 erste Widerstände. Darüber die 10.100, 10180, 10.300. Der Start in die “EZB-Woche” ist bisher jedoch sehr verhalten. Oberhalb der 9.580 könnte der Markt jederzeit noch bullisch zur EZB abdrehen, wobei man auf der Oberseite dann wieder deutlich mehr Puffer für einen Angriff auf die 10k aufgebaut hätte. Unterhalb der 9.600 droht das Bild wieder deutlich einzutrüben. Der Support 9.250/.350 würde dann abermals in den Fokus rücken. Bei Bruch das Jahrestief mit Zwischenhalt um 9.180.

woche

Der DAX Tageschart zeigt diese Widerstände und Unterstützungen ebenso auf. Zusätzlich ist um 10.050 das 50-er Retracement und die 9.390 (m. Bollinger). zu erwähnen. Auffällig war der Short-Squeeze am 01.03., welcher jedoch keine Anschlusskäufer hervorbringen konnte. Stattdessen verharrt der DAX abwartend seitwärts. Noch vor einem Jahr wäre man vor der EZB-Sitzung perlschnurartig nach oben gelaufen. Der Markt ist deutlich unsicherer geworden.

Durch einen Rücksetzer in Richtung 9.250/.350 wäre auch eine iSKS Umkehrformation denkbar. Allerdings hätte man diese Formation bereits am 24.02. ausbilden können und auch die Volumenentwicklung wäre bisher sehr ungewöhnlich für eine Umkehrformation, wo die Abverkäufe durch klar weniger Volumen begleitet werden, als die Zugewinne. Vor allem in der letzten Schulter! Das Gegenteil ist bisher der Fall.

dax

Der 60-Minutenchart zeigt auch auf, dass kurzfristig ein Rücksetzer in Richtung 9.600 einzuplanen ist. Unterhalb der 9.500 könnte das auf der Oberseite bereits verletzte steigende Dreieck ein Verkaufssignal auslösen.

dax60

Zum Schluss noch der Blick zum US-Markt, welcher nah am GD100 und GD200 steht und auch die obere Begrenzung für das 1,5 jährige Rounding-Top ist zum greifen nah. Bisher läuft man klar zu erkennen in einem spitzen Dreieck nach oben und das mit niedrigem Volumen.

Sehen wir die Zone für einen perfekten Short-Einstieg, oder droht eine bullische Auflösung nach oben und damit die Fortsetzung der historischen Hausse? Entscheidet selbst. 😉

Ich habe am Freitag PUT Scheine im Dow und S&P500 gekauft.

dow sp

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Letztes Update am: 7. Mrz 2016 @ 11:23

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