In der vergangenen Woche konnten die Bullen Dank eines Short-Squeezes (Grundhaltung war sehr pessimistisch) ein kleines Comeback feiern und es stellt sich erneut die Frage, ob es diesmal für mehr reichen wird, oder ob diese Bewegung erneut nach unten aufgelöst wird. Speziell die US-Börsen – DAX noch deutlich schwächer – stehen seit 2014 in einer breiten Seitwärtsbewegung unterhalb vom Allzeithoch und die Bullen scheiterten bisher Monat für Monat. Kann dieser Short-Squeeze nun echte Substanz mitbringen? Getragen bzw. begründet wurde er abermals durch den gestiegenen Ölpreis und die Hoffnungen, dass ein weiterer Zinsschritt der FED für eine robuste Konjunktur spricht. Das ist bisher recht wenig Substanz und seit 2014 gab es wahrlich bessere Zeiten, wo ein Ausbruch nach oben eher gerechtfertigt gewesen wäre (stärkere Konjunktur, FED mit QE). Zinserhöhungen sind nie gut für die Börse. Sie verteuern zudem den Dollar und belasten den US-Export stetig weiter. In der Q1-Berichtssaison hatten viele Unternehmen sich bereits über den teuren Dollar belastend beschwert. Es kann nicht gut sein, wenn sich dieser Trend fortsetzt; auch im Hinblick auf Asien und Europa, wo weiter eine ultralockere Geldpolitik angestrebt wird. In der aktuellen Berichtssaison musste bereits ein starker Rückgang der Gewinnerwartungen hingenommen werden. Erste Prognose für Q2 & Q3 deuten wenig Besserung an. Die FED bewegt sich wahrlich auf dünnem Eis. Einerseits möchte man zurück zur normalen Geldpolitik, was durchaus positiv anzumerken ist, aber auf der anderen Seite spielt der Rest der Welt nicht mit. Yellen kann es sich einfach nicht erlauben im tobenden Währungskrieg den letzten Platz zu belegen.

Die bullische Bewegung im DAX und US-Markt wurde bisher durch stetig fallendes Volumen begleitet; eigentlich sollte das Volumen einen Trend bestätigen. Eine Divergenz, die ähnlich wie die Abkopplung vom Ölpreis oder den Bonds auffällig ist und auf Dauer nicht Bestand haben wird.

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Mitte Juni steht zudem bereits der 2. dreifache Hexensabbat in diesem Jahr an der Börse an und es lohnt ein erster früher Blick zur Terminbörse. Der DAX ist dort unterhalb der 9.500 bereits gut gesichert und ein großer Abverkauf bleibt damit sehr unwahrscheinlich. Nur ein Schwarzer Schwan könnte für diese starken Positionierungen einen Todesstoß bedeuten, da Sicherungsmaßnahmen für einen heftigen Abverkauf sorgen würden. Im normalen Marktumfeld sollte es vorerst keine Kurse unterhalb der 9.300/9.500 geben. Oberhalb der 10.000 schaut die Sache wieder anders aus. Größere Widerstände folgen an der wichtigen 10.500 und es wird abzuwarten sein, welche Veränderungen in den nächsten Tagen noch einsetzen werden. Momentan(!) sind Kurse unterhalb der 9.500 und oberhalb der 10.500 als nicht erwünscht anzusehen.

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Ende Juni folgt nun auch das Referendum zum Austritt Großbritanniens aus der EU. Die Buchmacher sind sich recht einig und glauben nicht an einen Austritt. In den Umfragen liefern sich Befürworter und Gegner hingegen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. So wirklich sicher sollte man sich hier nicht sein. Ebenso sollte ein Präsident Trump nicht leichtfertig lächelnd beiseite gewischt werden. Die Vorwahlen hatte man ihm auch nicht zugetraut und nun ist er der klare Sieger bei den Republikanern. Sein Abstand zur klientelbehafteten Clinton nimmt ebenso kontinuierlich ab. Das Thema Griechenland wurde diesmal sehr stillschweigend abgearbeitet. Schließlich folgen nun die großen Wahljahre und im Juni das große Referendum, wo negative Presse pures Gift wäre und so galt es dieses unbedingt zu verhindern. Das der IWF mit der Vereinbarung so gar nicht einverstanden ist und am liebsten den Exit wählen möchte, wischte man auch mal schnell beiseite. Auf die nächste Runde dann….

Blicken wir zu den Chartbildern, wo es im Gegensatz zu den Vorwochen einige interessante Veränderungen gab.

Der DAX Monatschart bekommt nun eine besondere Aufmerksamkeit, da die Monatskerze für Mai am Dienstag fertig ausgebildet wird. Im vergangenen Monat konnte der DAX mustergültig am mittleren Bollingerband (mittlerweile bei 10.524) abprallen und musste dadurch nochmal den Weg unter die 10.000 nehmen. Übergeordnet wären jedoch auch weitere Tiefpunkte/ Jahrestiefs denkbar. Die 10.500 stellt somit eine erste wichtige Schlüsselmarke dar und es wäre für die Bullen ein großer Gewinn, wenn sie diese zum Monatsschluss (Dienstag) sogar nehmen könnten und im Juni oberhalb des Bandes starten würden. Möglich in diesem Marktumfeld mit sinkenden Gewinnen und Unsicherheitsfaktoren? Manchmal kann auch der Pessimismus ein Antreiber sein, allerdings reicht seine Kraft selten über wichtige Kursmarken hinaus. Oberhalb der 10.500 wäre noch die 10.700 als wichtiger Widerstand zu nennen. Dort verläuft die obere Begrenzungslinie der 10-jährigen Dreiecksformation sowie der DAX Abwärtstrend. Darüber dürfte die historische Hausse fortgesetzt werden.

Die Bären müssten bis Dienstag die 10.500 verteidigen bzw. sogar mit Abstand darunter schließen.

Blicken wir zum DAX Wochenchart, wo die bullische Bewegung der vergangenen Woche schön dargestellt wird. In der vergangenen Woche konnte man punktgenau am mittleren Bollingerband bei 9.790 abdrehen und bis zum GD100 durchrennen und fast an dieser Marke schließen. Ein so hoher Schlusskurs spricht fast immer für einen weiteren Hochpunkt zur neuen Woche, allerdings erkennen wir im Chartbild sehr gut, dass in den vergangenen Monaten solche Vorlagen durchaus häufiger gegensätzlich aufgelöst wurden. Das 38,2-er Retracement bei knapp 10.120 stellt nun einen ersten wichtigen Support dar. Darunter könnte der Ausflug nach oben bereits ein vorzeitiges Ende nehmen. Der nächste größere Support wäre dann das m. Bollinger bei 9.790. Auf der Oberseite dürfte der GD100 bei 10.338 stark unter Druck geraten. Falls die Bullen trotz Wochenkerze daran schon scheitern, könnten die Bären schnell Morgenluft schnuppern. Unterhalb der 10.500 könnte zudem ein Doppeltop mit dem Aprilhoch gebildet werden. Die Zone um die 10.500 ist durch das Aprilhoch und das 50-er Retracement gesichert. Wie erwähnt verläuft dort im Monatschart auch das mittlere Bollingerband. Eine wichtige Schlüsselmarke! Um die 10.700 finden wir noch den ebenso bereits erwähnten Kreuzwiderstand aus 10-jähriger Dreiecksformationoberkante und den Abwärtstrend. Darüber hellt sich das Chartbild sehr deutlich auf. Die Bullen haben jedoch noch eine harte Nuss vor sich!

Schauen wir zum DAX Tageschart, wo wir wieder über den GD200 gelaufen sind, aber auch hier stellt sich die Frage, ob es diesmal auf Dauer sein wird. Im Xetra-DAX ist das abnehmende Volumen im Anstieg sehr auffällig. Ebenso interessant ist der Fakt, dass das April-Hoch im Xetra bereits bei 10.474 gebildet wurde. Der horizontale Widerstand ist im Xetra somit etwas nach unten verschoben. Um die 10.400 finden wir bereits mit dem 61,8-er Retracement einen nächsten Widerstand, welcher bei Bestand auch für ein Doppeltop im DAX sorgen könnte. Knapp oberhalb der 10.700 verläuft der Abwärtstrend. Der GD200 bildet knapp unter der 10.115 einen ersten wichtigen Support (siehe  auch Wochenchart), welcher beim Unterschreiten die Aufwärtsbewegung beenden könnte. Der nächste Support folgt dann um 10.080 und 9.980. Bei 9.780 verläuft der GD100 und das 38,2-er Retracement.

Kurz zusammengefasst wäre in der neuen Woche ein weiterer Hochpunkt im DAX wahrscheinlich (ab 10.400 wird es steinig), sowie der Rücksetzer zur 10.120, wo sich die weitere Bewegung entscheiden wird.

Im US-Markt wurde im Dow Jones zuletzt eine SKS angetäuscht, aber dieses Spielchen begleitet die Börsianer nun schon seit vielen Monaten. Die Frage ist jetzt, ob hinter dieser SSKS nun bullische Power steckt, oder ob man erneut seitwärts fortfahren wird. Ein Rücksetzer unter die 17.600 könnte untergeordnet auch eine iSKS ermöglichen, wo die Bullen vielleicht neue Kraft schöpfen könnten. Fundamental bleibt ein Fragezeichen hinter dieser bullischen (volumenschwachen) Bewegung (Berichtssaison und Ausblick schwach, steigender Ölpreis und Zinsschritt zweifelhafte bullische Freunde, Aufwertung Dollar).

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche! Am Donnerstag ist im übrigen wieder EZB-Time!

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Letztes Update am: 29. Mai 2016 @ 21:41

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