Der Aktienmarkt dürfte in der kommenden Woche vor einer sehr wichtigen Entscheidung stehen, die durchaus das gesamte restliche Jahr beeinflussen könnte. In der vergangenen Woche hatte ich leichte Vorteile für eine neutrale Bewegung gesehen:

[…] Eine weitere neutrale Woche könnte ein Hoch bei .750 ausbilden und einen Tiefpunkt bei .400. Der DAX würde die Woche dann erneut ohne neue Signale schließen. Aufgrund der dünnen Datenlage hätte das neutrale Szenario momentan wohl einen leichten Vorteil […] Wochenausblick 21.08.16

Der DAX konnte auf der Oberseite diese Range nicht ganz ausspielen (ifo-Index sorgte für Eintrübung), aber trotzdem am Ende die Woche sehr neutral schließen. Die neue Handelswoche dürfte jedoch deutlich spannender werden, da eine übergeordnete Richtungsentscheidung getroffen werden könnte und wahrscheinlich auch wird. Im DAX Big Picture muss der dünne Ausbruch über den Abwärtstrend von vor 3 Wochen eine Bestätigung finden und der Monatsschluss am Mittwoch wird dafür entscheidend sein. Die Datenlage ist bis zum Monatsschluss recht dünn und so könnte das Notenbankertreffen noch einige Nachwehen mit sich bringen, welches am Freitag schon für leichte Unruhe sorgte. Yellen hielt sich in ihrer Rede, altbekannt, alle Türen offen, kündige auf der einen Seite eine baldige Zinserhöhung an, aber erwähnte auf der anderen Seite für ihre potentiellen Nachfolger eine breitere Range an aufzukaufenden Assets. Yellen bleibt damit ihrer undurchsichtigen Linie treu. Ihr Vize Fisher hatte anscheinend die Aufgabe den “bösen Cop” zu spielen und kündigte kurz nach der Yellen-Rede an, dass er ihre Worte so einschätzt, dass bereits im September eine nächste Zinserhöhung zu erwarten sei! Diese Ankündigung hatte gesessen, da der Markt zuletzt gefährlich blauäugig den nächsten Zinsschritt erst für 2017 erwartete. Regelmäßige Leser der Ausblicke wird aufgefallen sein, dass ich diese “Zins-Sorglosigkeit” der Marktteilnehmer als größte Gefahr für die dünne Rally gesehen habe. Ein Zinsschritt im September wäre ein absoluter Fehltritt für die Bullen. Der US-Arbeitsmarktbericht am nächsten Freitag bekommt damit eine ganz entscheidende Bedeutung. Gute Daten würden für eine Zinserhöhung bereits zur nächsten Ratssitzung sprechen und könnten damit vom Markt negativ aufgefasst werden.

Schauen wir auf unsere Chartbilder und wir beginnen wie immer mit dem Big Picture im DAX Monatschart, welcher in der neuen Woche von großer Bedeutung ist. Am Mittwoch wird die Monatskerze August fertiggestellt und der Start der neuen Monatskerze September dürfte eine übergeordnete Richtungsentscheidung andeuten. Der Ausbruch aus dem Abwärtstrend von vor 3 Wochen ist im Monatschart noch alles andere als bestätigt. Die zentrale Marke stellt die 10.600 dar, wo das mittlere Bollingerband verläuft. Ebenso verläuft in dieser Zone das 50-er Retracement von der Bewegung AZH (Allzeithoch) – Jahrestief. Ein Monatsschluss und Start in den September unterhalb dieser Marke wäre ein großes Warnsignal für die Bullen. Der Ausbruch wäre dann nicht bestätigt und der Abwärtstrendkanal, wo die Unterseite mittlerweile auf die 8.000 zuläuft, wäre weiter intakt! Das 38,2-er Retracement bei knapp 10.120 wäre dann der nächste wichtige Support. Die 9.560 stellt die nachfolgende wichtige übergeordnete Unterstützungszone dar.

Ein Start oberhalb der 10.600 in den September dürfte hingegen die 11.000 als nächste Widerstandszone in den Fokus rücken. Das große Chartbild wäre dann jedoch deutlich aufgehellt und eine Fortsetzung der bullischen Bewegung in Richtung 12.000 wäre wahrscheinlich.

Die Monatskerze präsentiert sich momentan mit kleinem Kerzenkörper und gleichem Verhältnis Lunte zu Docht bereits sehr neutral. Diese aktuelle Monatskerze könnte somit sehr gut schon einen Deckel darstellen. Es ist daher durchaus nicht unwahrscheinlich, dass wir auf dem aktuellen Niveau auch den Monat schließen könnten und der neue Monat direkt mit Test/ Abpraller an der 10.600 beginnen könnte.

monat

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo wir einen Doji (kleine Kerze mit minimalem Kerzenkörper) direkt am 50-er Retracement ausgebildet haben, welcher die Unentschlossenheit der Marktteilnehmer sehr gut aufzeigt. Es ist sehr auffällig, dass nach der Squeeze-Bewegung über den Abwärtstrend keine Fortsetzungsmuster ausgebildet werden konnten, die den Ausbruch hätten bestätigen können. Stattdessen klebt man bei schwachem Volumen an der Ausbruchzone. Die Bullen müssten bis zum Monatsschluss einen Angriff wagen, aber es stellt sich die Frage, was als Impulsergeber dienen soll? Die Nachrichtenlage ist dünn und die FED hat ein faules Paket für die Marktteilnehmer zurückgelassen. Das wird nicht einfach!

Schauen wir auf die mögliche Range im Wochenchart. Das 50-er Retracement um .550 stellt die erste markante Marke dar, welche in einer schwachen Woche bereits den Hochpunkt darstellen könnte. Bei knapp .400 verlaufen der GD100 und der Abwärtstrend und bilden damit den entscheidenden Support. Darunter ist ein schneller Drop Richtung 10.100 zu erwarten. Der Fehlausbruch wäre dann perfekt. Wie beim Monatschart bereits erwähnt, wäre es durchaus denkbar, dass man bis zum Monatsschluss das Niveau (.400 – .550) noch halten könnte und erst ab 1. September ein großes Signal zu erwarten ist (Drop Richtung 10.100?). Oberhalb der .550 könnten die Bullen nochmal Energie finden und die Zone .750 ansteuern. Der Monatsschluss wird dann sehr spannend. Oberhalb der .800 geht es zur 11.000. Der Ausbruch wäre bestätigt! Das bärische Szenario hätte in meinen Augen, trotz Positionierung oberhalb der Ausbruchzone, einen Vorteil.

wocheAnbei auch nochmal das Szenario, welches ich im Juni vor dem Brexit-Referendum erstellt hatte. In der nächsten Woche dürfte die Weichenstellung endgültig gelegt werden. Der GD100 bei 10.400 stellt eine Schlüsselmarke dar! Es droht ein stürmischer Herbst an der Börse, wenn die Marke nach unten verlassen wird. Falls die Zone verteidigt wird, wäre bis zum Jahresschluss eine weitere Rally Richtung 12.000 möglich. Ein entscheidender Schritt erwartet uns…

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Blicken wir nun noch zum Tageschart (Xetra & Future) und 60-Minutenchart. In der vergangenen Woche rangierte der DAX volumenschwach und neutral nah an der Ausbruchzone, ohne neue Signale zu erzeugen. Damit konnte bisher keine bullische Fortsetzung, welche den Ausbruch bestätigt, erreicht werden. Auf der anderen Seite wurde Umkehrsignale bisher (knapp) vermieden.

Wir erkennen das mittlere Bollingerband aktuell bei 10.520, welches bis zum Monatsschluss sicher an die 10.550 (Widerstand siehe Wochenchart) laufen dürfte. Könnte das mittlere Bollingerband damit bereits zum Problem für die Bullen werden? Oberhalb der Marke wäre nochmal ein Angriff auf ein neues Jahreshoch über die .660/.750 denkbar. Die Bären müssten sich dann jedoch beeilen, um den neuen Monat unterhalb der .600 zu starten. Falls es gelingt, hätten sie zusätzlich ein Doppeltop als Unterstützung im Rücken. Im Tageschart wäre bei .380 das 61,8-er Retracement von der Bewegung Dezemberhoch – Jahrestief positioniert. Es bildet mit einem Gap einen letzten Rettungsanker für die Bullen. Darunter droht ein direkter Drop zur Zone 10.050, wo GD200, GD100 und Retracement einen soliden Support bieten! Im 60-Minutenchart ist dieser Support ebenso gut zu erkennen. Unterhalb der 10.050 droht eine heftige Fortsetzung des Abverkaufs deutlich unter die 10k. Direkt wäre diese bärisch Bewegung vermutlich nicht zu erwarten. Ein realistischer Weg der Bären wäre zum neuen Monat ein Rutsch unter die 10.400 in Richtung 10.050/.100. Danach könnte sich noch eine Erholungsbewegung/ Rebound zur .380 vollziehen, bevor man dann per SKS Richtung 9.700 fällt. Oberhalb des Jahreshochs läuft der DAX hingegen direkt auf die 11.000.

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Anbei auch nochmal mein “Prognosechart” von vergangener Woche!

Blicken wir noch kurz zum US-Markt, welcher sich seit August als “gedeckelt” präsentiert. Das Notenbanker-Treffen am Freitag sorgte nun auch für ernste Eintrübungen im Chartbild. Der Dow Jones hat das mittlere Bollingerband gerissen und steuert auf das erste Retracement bei 18.300 zu. Darunter wäre ein Drop zur 18.050 zu erwarten. Im Dow Wochenchart fächert der MACD bärisch auf. Das mittlere Bollinger verläuft dort ebenso knapp bei 18.050. Vielleicht eine realistische bärische Zielmarke für die neue Woche!

Unser Vorreiter – die Nasdaq – müht sich schon länger mit dem m. Bollingerband bei 4.788 und konnte die deckelnde Trendlinie nicht mehr attackieren. Man agiert auf einer sehr hohen Fallhöhe! Der nächste wichtige Support wäre erst bei 4.685 zu finden und er dürfte noch längst nicht die untere Zielregion darstellen…

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In der neuen Wochen erwarten uns wieder Daten aus Japan und China. Ebenso werden Inflationsdaten aus Europa (EZB-Ziele…) erwartet. Mittwoch/ Donnerstag der Monatsschluss und am Freitag der sehr wichtige US-Arbeitsmarktbericht (Zinsschritt im September?)!

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche!

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