Im Gegensatz zum großen US-Bruder müht sich unser DAX seit Wochen in einer breiten Seitwärtsrange ab, welche bald jedoch dynamisch aufgelöst werden sollte. Bullen und Bären sind bei dieser Frage naturgemäß zwiegespalten. Für die Einen steht der Sprung Richtung 11.000 und danach das Allzeithoch auf dem Plan und damit das Nachbilden der US-Märkte. Für die Anderen ist die relative Schwäche als klares Warnzeichen zu verstehen. Bisher konnte der gefürchtete April (schwächster Monat bei Präsidentschaftswahljahren) wahrlich keinen Schrecken verbreiten, aber auch die “normale” Saisonalität könnte sich bald für mehrere Wochen eintrüben (“Sell in May and go away, but remember to come back in September.”/ “Verkaufe im Mai, aber vergiss nicht im September wieder zu kaufen.”). In diesem Sommer vielleicht sogar mit besonderer Brisanz, wenn man sich nur mal das anstehende Referendum in Großbritannien in Erinnerung ruft.

Kurzfristig bleiben 2 offene Störfeuer im Fokus. Das heutige Treffen der wichtigen Ölproduzenten in Doha und die Frage, ob man sich einigen kann, das Überangebot im Ölsektor zu bekämpfen. Zumindest ein Minimalkonsens zum Einfrieren der Ölproduktion (wohlgemerkt nahe Rekordniveau) wäre möglich, aber selbst dann werden einige Länder wie der Iran dieser Vereinbarung wohl nicht Folge leisten. Der Ölpreis feiert seit Februar eine mögliche Einigung der Ölproduzenten, obwohl die Faktenlage (Vorräte auf Rekordhöhe, Förderung auf Rekordniveau) dies bisher nicht untermauert. Es bleibt bis Montag die offene Frage, wie eine Einigung mit Minimalkonsens (es wird auch über den Sommer gefördert wie bisher) angenommen wird. Der 2. Punkt ist der äußerst dünne Start in die Q1-Berichtssaison. Ein prognostizierter Rückgang bei Gewinnen und Umsätzen um fast 10% scheint sich immer mehr zu bestätigen. Vor allem das teuere Öl, aber auch die FED könnten die US-Märkte in den letzten Wochen pushen. Ein erneuter deutlicher Rückgang bei den Gewinnen und Umsätzen würde die Schere im US-Markt jedoch noch weiter aufreißen. Historisch betrachtet sind die US-Börsen im klar überteuerten Bereich.

Blicken wir zu den interessanten DAX-Chartbildern, wo die Bullen am Freitag einen gute Chance ausgelassen haben, aber zu Beginn der neuen Woche durchaus nochmal angreifen können.

Der Monatschart verfügt in der Mitte des Monats noch über wenig Aussagekraft. Die Abwärtsbewegung ist im Chartbild und bei den Indikatoren noch vollkommen intakt. Der DAX bewegt sich bisher im Rahmen der Vormonatskerze März und zeigt die lange Seitwärtsbewegung somit auch im großen Chartbild auf. Nach dem letzten Tief im September konnte der DAX zwei grüne Monatskerzen ausbilden, bevor die übergeordnete Bewegung fortgesetzt wurde. Diese mögliche Wiederholung würde gut zur Saisonalität passen. Knapp unterhalb der 10.500 verläuft das mittlere Bollinger.

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Schauen wir zum DAX Wochenchart, wo die Bullen mit der langen grünen Wochenkerze durchaus einen Wochenerfolg feiern konnten. Das 38,2-er Retracement konnte letztendlich auf Wochenschlussbasis erneut halten, allerdings deuten solche Kerzenformen häufig einen weiteren Hochpunkt an. Auf der Unterseite konnte das 23,6-er Retracement einen wichtigen Halt bieten. Knapp unterhalb der 10.200 folgt ein nächster Widerstand und bei der 10.330 der GD100. Bei ca. 10.500 das 50-er Retracement. Eine erste Stopp-Marke wäre die 9.900. Ein ähnliches Bild gab es zuletzt im November.

Der DAX Wochenchart geht diesmal klar an die Bullen, obwohl keine wichtigen Marken genommen werden konnten, aber die Wochenkerze stellt eine gute Vorlage für einen Steigbügel in Richtung 10.300 dar.
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Schauen wir uns noch das kleinere Bild im Tageschart an. Im ersten Chartbild sehen wir den Xetra-DAX, der zuletzt 2 kleine Kerzenkörper oberhalb des GD100 ausgebildeten hat, aber den horizontalen Widerstand um 10.120 und das 50-er Retracement bisher nicht knacken konnte. Es bleibt auf diesem Niveau somit auch ein Doppeltop in der Seitwärtsbewegung möglich. Mit der Kraft des Wochencharts wäre aber ein Überspringen durchaus einzukalkulieren. Die nächstgrößere Widerstandsmarke wäre dann bei 10.300 zu finden. Auf der Unterseite bilden 9.980 und weiterhin die 9.850 erste Supportmarken. Ein deutliches Abdrehen an der 10.120 wäre für die Bullen als Warnsignal zu verstehen. Im 2. Chartbild sehen wir den DAX Future, welche jedoch ähnliche Marken aufzeigt. Nur die Gaps bleiben überwiegend unbeachtet.

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Die horizontale Marke konnte somit zum Wochenschluss halten, aber aufgrund des Momentums und des Wochencharts bleibt ein weiterer Hochpunkt klar realistisch. Ein mögliches Szenario wäre auch nachfolgend noch aufgeführt.

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Die 10.300 würde in diesem Szenario keine Anlaufstation sein, allerdings bleibt anzumerken, dass genau dieser GD200 sehr häufig einen zentralen Anlaufpunkt darstellt. Ein erneuter Test der 200-Tagelinie wäre zeitlich gesehen durchaus mal wieder zu erwarten.

Im bullischen Fall wird somit die 9.900 verteidigt und auf der Oberseite die 10.300 aufs Korn genommen. Dafür muss die 10.120 jedoch nachhaltig überwunden werden. Das Doha-Treffen und die nächsten Q1-Daten könnten der Impulsgeber sein.

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Anbei noch der kurze Blick zum US-Markt, wo die Bullen trotz der Senkung der Wachstumsprognosen und dem schwachen Start in die Berichtssaison einen weiteren Hochpunkt setzen konnten. Verdächtige Auffälligkeit: Die FED setzt mittlerweile fast täglich eine Rede eines FED-Mitglieds an. Steht hier nun wirklich der ganz große Durchbruch (gigantischer Doppelboden) an, oder schiebt die FED den Markt nur mühsam hoch, um einen möglichst großen Puffer für den anstehenden heißen Sommer zu schaffen?

Im Dow Jones Monats- und Wochenchart erkennen wir, dass der Dow einen wichtigen horizontalen Widerstand erreichen konnte. Im Monatschart wird erkennbar, dass man das Muster vom vergangenen Herbst durchaus noch wiederholen könnte. Oberhalb des letzten Wochenhochs dürfte das AZH in den Fokus rücken und von dort eventuell ein großes Doppeltop… – oder der Megadurchbruch mit gigantischem Doppelboden. Das würde aber auch heißen, dass man die schwächsten Monate ab Mai sehr stark überstehen würde und der US-Markt seinen historisch überteuerten Bereich attackieren würde.

dowdow

Im S&P500 könnte die Verbindungslinie der letzten übergeordneten Hochpunkte eine wichtige Stoppmarke darstellen. Die US-Märkte könnten vergangene Woche ihren Hochpunkt gesehen haben bzw. nur noch einen sehr kleinen setzen. Ansonsten folgt der Fokus in Richtung AZH.

sp

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche. Neben der Berichtssaison stellen der ZEW-Index und die EZB-Ratssitzung einen wichtigen Impulsgeber dar.

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Letztes Update am: 17. Apr 2016 @ 14:02

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