DAX-Ausblick: Showdown am Markt?

Was für eine verrückte Handelswoche! So möchte man meinen, aber dies würde der Woche nicht gerecht werden. Diese Einschätzung trübt, denn eine „verrückte“ Bewegung gab es nur am Freitag. Die restlichen Tage waren eher durch eine geringe Volatilität und einer abwartenden Haltung geprägt. Es gilt daher nüchtern die Ausgangslage zu betrachten:

  • Der DAX rangierte von 10.944 zur 11.323 und damit genau in der Spanne der Vorwochen. Ein bärisches Signal wurde vermieden, ein bullisches ebenso.
  • Starke Divergenz zum US-Markt: Der DAX steht auf dem Niveau vom Januar-Verfallstermin und konnte somit in den vergangenen Wochen nicht zulegen. Die US-Indizes setzten derweil ungehindert ihre Rally fort. Der Dow Jones steht nur noch knapp 1.000 Punkte vom Allzeithoch (ATH/AZH) entfernt.
  • Extreme: Der US-Markt musste im Dezember den schärfsten Rückgang seit der Großen Depression Anfang des letzten Jahrhundert hinnehmen. Der Jahresstart ist hingegen der beste seit 28 Jahren. Ich fürchte, dass diese Extreme den Anlegern noch in der ersten Jahreshälfte erhalten bleiben. Daher gilt: Einsatz niedrig halten! Kleine Hebel wählen!
  • Fragwürdiges Fundament: Die starke Abwärtsbewegung im Dezember wurde durch Ängste eines weltweiten konjunkturellen Abschwungs ausgelöst. Die ersten makroökonomischen Daten im neuen Jahr bestätigen durchaus diese Annahme! Die Rally im US-Markt wird befeuert durch die Hoffnung auf eine Lösung der Handelsstreitigkeiten mit China, Hoffnung auf eine lockere Geldpolitik der FED und den Buy-Backs (Aktienrückkaufprogramme). Der „best-case“ wird/ wurde mit Risiko eingepreist.

Blicken wir auf unsere Chartreihe, beginnend beim Big Picture im DAX Monatschart (jede Kerze stellt einen Monat dar), wo der DAX den Hausse-Aufwärtstrend von 2009 nach unten verlassen hat und seitdem den Bullenmarkt korrigiert. Im Januar konnte die neutrale Monatsspanne vom 10.570 beim 61,8-er Retracement der 2016-er Bewegung und dem 23,6-er Retracements (Haussevewegung) bei 11.230 durchlaufen werden. Eine Etablierung oberhalb der 11.200 könnte weiteres Erholungspotential zur 11.500/.720 ermöglichen. Bei Schwächetendenzen an der 11.200 muss ein Rücksetzer Richtung 10.700 und nachfolgend der .570 eingeplant werden. Unterhalb der .570 trübt sich das Chartbild wieder ein und ein neues Jahrestief wird wahrscheinlich. Gut zu erkennen ist der Test des unteren Bollinger in der aktuellen Monatskerze. Es ist durchaus möglich, dass diese als Doji (Monatsschluss auf Einstand nah der 11.2) oder auch als Hanging Man den März beendet. Ein Anlaufen der SKS-Nackenlinie wäre somit durchaus noch möglich.

DAX Monatschart

Bonus: Was wäre ein gutes Ziel für den Bärenmarkt? (Version 23.12.2018)
Bei der Annahme, dass der DAX an der Supportzone 10.2/10.5 eine deutliche Zwischenerholung Richtung SKS-Nackenlinie (siehe Grafik) einleiten kann, wäre für die erste Jahreshälfte 2019 mit einer weiteren starken Abwärtswelle zu rechnen. Um 9.750 würden im Monatschart der sma100 und das 38,2-er Retracement der Haussebewegung verlaufen und einen wichtigen und starken Support darstellen. Untergeordnet wäre in dieser Zone zusätzlich ein rechnerisches Ziel der aktiven SKS-Formation, sowie die Unterkante eines steigenden Trendkanals aus 2013 zu finden. Viele wichtigen Unterstützungen werden sich somit in dieser Zone treffen. Ein Anziehungspunkt für die Bären, aber auch ein interessanter Buy-Trigger für die Bullen.
Best-Case/ Worst-Case: Im Best-Case-Szenario kann der DAX bereits an der 10.2 wieder nach oben nachhaltig abdrehen. Im Worst-Case-Szenario kann die 9.750 nicht verteidigt werden und die Zone 8.700/8.300 würde in den Fokus rücken. (Kompletter Artikel: Ziel Bärenmarkt)

DAX seit 2013 – Identische Supportzone, wie im großen Monatschart – Grafik Dezember 2018

Zoomen wir weiter in den DAX Wochenchart, wo nach Test der Supportzone 10.2/10.8 eine starke Erholungsbewegung einsetzte. In den letzten vier Handelswochen mühte sich der DAX am ema200 (.350) und konnte diesen nicht überwinden. Oberhalb der 11k und speziell auch der 10.7 lebt diese Chance auf einen Test/ einer Reboundbewegung zur fallenden SKS-Nackenlinie knapp oberhalb der 11.500 jedoch weiter.

Der ema200 an der .350 stellt auch weiterhin den wichtigen Wochenwiderstand dar. Ein direkter Start oberhalb wäre eine Einladung für die Bullen den sma200 bei .475 und anschließend die SKS-Nackenlinie knapp oberhalb der .500 zu testen. Der DAX hätte damit seine normale Reboundbewegung nach Aktivierung der SKS-Formation vollzogen. Ein Start unterhalb des ema200 hält den DAX hingegen weiter in seiner altbekannten Range und abermals könnte eine Insideweek (Wochenrange innerhalb der Vorwochenspanne) die Folge sein. Das mittlere Bollingerband, welches Richtung .125 wandern dürfte, würde eine erste Anlaufstation darstellen. Unterhalb folgen die 11.040/11k/10.930. Darunter droht die Eintrübung zur 10.870/.700.

Kurzum: Der ema200 bleibt im Fokus! Oberhalb kann die SKS-Nackenlinie noch angesteuert werden. Unterhalb verharrt der DAX in der Seitwärtsrange. Erstes Ziel 11.170/.125.

DAX Wochenchart
Xetra-DAX Wochenchart – vereinfachte Darstellung

Blicken wir abschließend noch auf das kleinere Chartbild im DAX Tageschart (Future & Xetra), wo jede Kerze einen Tag darstellt. Im Xetra-DAX konnten mit der Freitagskerze sämtliche Gaps der letzten beiden Wochen geschlossen werden. Der Schluss erfolgte am GD100 (ema100: 11.320/ sma100: 11.270). Diese Marken stellen erste Widerstände in der kommenden Woche dar. Oberhalb folgen die .350/.375/.400. Darüber wäre ein Squeeze zur .475 & .500 möglich. Unterhalb der .270 wäre abermals ein Lauf zum m. Bollinger (.160/.170) zu erwarten. Darunter würde wieder eine Eintrübung über die .125/.040 zur 11k drohen und die neutrale Handelsspanne wäre nochmal durchlaufen.

DAX Tageschart – Future
DAX Tageschart – Xetra

Der Marktüberblick im Video:

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Handelswoche.

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